Wenn man solche Verbündete hat …

Jordanien und die Türkei sind Alliierte im Kampf gegen den Islamischen Staat und Assad.

Allerdings scheint man nicht immer einer Meinung zu sein: Der Jordanische König Abdullah II kritisierte die Türkei scharf, da sie die Unterwanderung Europas durch islamistische Terroristen zulässt und außerdem eine „radikal-islamische Lösung“ des Problems des Nahen Ostens anstrebt. Es wurde auch die Anklage erhoben, dass die Türkei dem islamischen Staat beim Export seines Erdöls unterstützt und außerdem die Europäische Flüchtlingskrise anheizt, um damit die Europäische Union unter Druck setzen zu können.
Die Tatsache, dass Terroristen nach Europa gelangen scheint Teil der türkischen Politik zu sein, meint man in Jordanien. Sucht Erdogan eine radikal-islamische Lösung für die Region? Die Türkei sieht eine „religiöse“ Lösung für Syrien, während Jordanien eine säkulare anstrebt.
Es wurde auch der Vorwurf erhoben, dass die Türkei nicht nur religiöse Gruppen in Syrien unterstützt, und ausländische Kämpferauf dem Weg nach Syrien durchlässt, sondern auch den islamistischen Kämpfer in Libyen und Somalia hilft. Weiters wurde darauf hingewiesen, dass „Radikalisierung in der Türkei geschürt würde“. Ja, und warum bilden die Türken eigentlich die somalischen Armee aus?

Nach außen hin sind beide Länder der Meinung, dass es keine Probleme in den Beziehungen zwischen Türkei und Jordanien gäbe.

Türkische offizielle Stellen müssen sich laufend gegen derartige Vorwürfe wehren, sie sind ja auch bei uns nicht unbekannt, unbekannt ist eigentlich nur, dass sie von einem Verbündeten der Türkei im Kampf gegen Assad erhoben werden. Dagegen kann nur gehalten werden, dass das Land eine Serie grausamer Anschläge erleiden musste, sowohl von IS Anhängern, aber auch durch den derzeit stattfindenden kurdischen „Aufstand“. Dazu kommt, dass die Türkei eine sehr große Anzahl von Flüchtlingen seit 2011 aufgenommen hat, die aus Syrien geflohen sind. Das Flüchtlingsproblem ist allerdings in Jordanien proportional noch größer! Es gibt 2,7 Millionen Flüchtlinge bei 70 Millionen Einwohner in der Türkei und 636 000 Flüchtlinge bei ca. 10 Millionen Einwohnern in Jordanien. Dazu kommt, dass syrische Flüchtlinge laufend die Türkei verlassen um in die EU zu gelangen, und dass die Türkei große Zahlungen von der EU erwartet.

Die Gefahr sowohl seitens des Islamischen Staates also auch seitens Assad wird von beiden Ländern eher ähnlich eingeschätzt. Beide Länder haben den IS in Syrien bombardiert. Beide Länder haben die Gewalt Assads gegens eine eigene Bevölkerung verurteilt und zeigen sich über die russische Militärintervention beunruhigt.

Aber viele der Vorwürfe des Königs von Jordanien gleichen den Beschuldigungen, die Assad gegen die Türkei erhoben hat!

Wenn man solche Verbündete hat, dann braucht man keine Feinde!

Wenn man solche Verbündete hat …

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