Neues zum Islamischen Staat

Manche von uns stellen sich den islamischen Staat noch als ein Rudel Halbwilder vor, die Köpfe-abschneidend durch das Land ziehen. Nun, es mag aufgrund mancher ihrer Handlungen so scheinen, aber der islamische Staat hat durchaus staatliche Strukturen, und das ist unabhängig von dem Territorium in dem er agiert. Das bestätigen Rückkehrer aus Syrien. Der dortige mehrstufige „Sicherheitsdienst“ trainiert die Emni, das sind jene Leute, die aus Europa und Nordamerika stammen, in entsprechenden Lagern in der Wüste. Um neue Kämpfer zu rekrutieren, werden neu Konvertierte, die noch als „sauber“ gelten, eingesetzt. Sie unterstützen dann jene, die schon eine Ausbildung bekommen haben, bei ihren Unternehmungen in Europa.

Nun wird potentiellen Kandidaten geraten, nicht nach Syrien zu kommen, sondern – zur Täuschung – einen Urlaub in der südlichen Türkei zu buchen, einschließlich Rückflugticket. Sie werden dann über die Grenze, nach Syrien gebracht, dort nicht nur eingehend befragt, Fingerabdrücke genommen, und auch medizinische Untersuchungen durchgeführt. Die Fragen über Vorleben und Ausbildung z.B. dienen zur Einweisung in die entsprechende Trainingsgruppe. Man kann annehmen, dass es auch ein Register gibt, das Terroristen in der ganzen Welt enthält. So kann man erkennen, in welchen Ländern Terroristen fehlen und man entsprechend „nachhelfen“ muss. Das Ziel ist, überall gut ausgebildete Emnis zur Verfügung zu haben, um jederzeit zuschlagen zu können. Laut den Aussagen der Heimkehrer gibt es „Lücken“ in diesen Registern, besonders für Deutschland, Österreich und England. Gut „aufgefüllt“ sind Frankreich und Belgien.

Der Chef dieses Sicherheitsdienstes ist Abu Muhammed al-Adnani, geboren als Taha Subhi Falaha (geboren 1977/8) in Binnish, im nördlichen Syrien, der auch als Regierungssprecher agiert. Auf ihn ist ein Kopfgeld von 5 Mio. Dollar von den USA ausgesetzt. Als Chef des Sicherheitsdienstes ist seine wesentlichste Aufgabe, den Terror weltweit zu verbreiten.

In dieser „Urlaubszeit“ werden die Kandidaten einem eher grausamen Training unterworfen. Es findet in der Nähe von Raqqa, in der Wüste, statt. Es gibt zu wenig Essen und Trinken, Duschen ist verboten, unter der gnadenlosen Sonne muss gelaufen, gesprungen, gekrochen etc. werden, bis die Rekruten zusammenbrechen. Wenn man die körperlichen Strapazen nicht aushält, wird man bestraft: z.B. mit Händen und Füßen an eine Stange gebunden – und dort gelassen.

Dieses „Sicherheitstraining“ hat zehn Stufen. Nach einer Grundausbildung lernt man zum Beispiel, sich im Wasser zu bewegen. In diesen Programm werden Nationalitäten gemischt. Sobald dieses zehnstufige Training abgeschlossen ist, werden den Rekruten die Augen verbunden und Adnani persönlich vorgeführt, dem sie Treue zu schwören haben.

In Syrien werden auch Propagandafilme gedreht. Dabei wird die schwarze Fahne in den Vordergrund  gestellt,  syrischen Gefangenen müssen kniend erschossen werden. Und dabei geht es den Exekutoren eigentlich nur darum, wie sie während dieses Prozesses aussehen. Davon abhängig, wird die Prozedur – einschließlich Erschießen, wiederholt. Von  diesen Propagandavideos nahm man bisher an, dass es sich um „Live-Bilder“ handelt, nicht um gestellte Prozesse.

Es gibt auch „Trainees“, die nach diesem Training lieber ohne Auftrag, andere zu töten, in die Heimat zurückkehren. Dem IS zu entfliehen ist nicht einfach, es ist erforderlich, ohne erwischt zu werden, in die Türkei zu entkommen. Allerdings erwartet die Heimkehrer die Verhaftung auf dem Flugplatz in ihrem Heimatland.

Diese Emnis waren in Brüssel im Einsatz, aber auch in Paris. Aus diesem „Programm“ kamen auch die Mörder von Sousse, in Tunesien am 26. Juni 2015 in Port El-Kantaoui etwa zehn Kilometer nördlich von Sousse, am Golf von Hammamet. Hierbei kamen 38 Menschen und der Attentäter ums Leben. Ein Attentäter hatte auf dem Badestrand vor dem Hotel mit einer Kalaschnikow um sich geschossen, die er zuvor in einem Sonnenschirm versteckt hatte. Danach hatte er mehrere Handgranaten in Richtung Schwimmbecken und in die Direktionsbüros des Hotels geschleudert. Erst nach 35 Minuten konnte die Polizei den Täter stellen; er kam durch zwei Schüsse um.

Aber auch der Anschlag in Bangladesch wurde von diesen Terrorkommandos durchgeführt: Die Täter des islamistischen Anschlags in Bangladesch Anfang Juli 2016 waren keine hoffnungslosen Opfer der Terror-Propaganda. Sie waren Kinder der Elite des Landes. Sie waren jung, noch im Teenageralter oder Anfang Zwanzig. Ihnen gehörte die Zukunft, besonders, weil sie als Kinder der Elite leicht hätten mitbestimmen können, in welche Richtung es geht in Bangladesch. Und doch haben sie sich radikalisiert, und in einem Café in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, bei einer Geiselnahme 20 Menschen getötet. Auf die Frage, warum die jungen Männer sich radikalisiert hätten, sagte der Bangladescher Innenminister Khan: „Es ist eine Mode geworden.“ Das ist eine neue, technologisch fortschrittliche Generation, die gebildet, jung und sozial gut vernetzt ist. In anderen Worten: die neue Elite. Diese jungen Leute seien gegen die Regierung, weil die sich gegen den Islam stelle. Viele von ihnen sind gegen Demokratie.

Ich schreibe dies nicht, um Angst zu verbreiten, sondern ich empfehle nur, wachsam zu bleiben und die jungen Menschen zu beobachten und mit ihnen über ihre Probleme zu reden.

 

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