Wer hat Angst vor dem bösen Trump?

Nun ist es fix: Trump wird im Jänner der 45. Präsident der USA und allenthalben fragen sich die Menschen, welchen Einfluss das auf ihr Leben haben wird.

Melania Trump wird vorerst nicht ins Weiße Haus in Washington einziehen. Sie und ihr zehnjähriger Sohn Barron werden in New York bleiben. Donald und Melania Trump hätten vor allem wegen eines Schulwechsels von Barron Bedenken. Seit 1800 leben und arbeiten die US-Präsidenten im Weißen Haus.

Gravierender ist wahrscheinlich, dass Trump – nach eigenen Äußerungen – plant, die gesamte Nahost-Politik der USA umzukrempeln. Vor allem betrifft das die Allianzen, wobei Russland „bevorzugt“ werden könnte, zulasten des schiitischen Iran. Profitieren könnten davon die Türkei sowie die sunnitischen arabischen Staaten am Persischen Golf. Einige der bereits erklärten Ziele unterscheiden sich nicht so sehr von den Zielen der Obama-Administration, die aber nicht erreicht werden konnten: es spießte sich an der Zusammenarbeit mit den Russen, aber auch an der fehlenden Mitarbeit der betroffenen Staaten für ihre eigenen Sicherheit zu sorgen.

Andere meinen wieder, dass es zu einem Auflösen des Vertrages mit dem Iran kommen könnte, den Obama so mühsam erreicht hat, gleichzeitig könnte es zu einem Kappen der Hilfe für die so genannten syrischen Rebellen kommen und zu einer Annäherung der USA und dem Regime von Bashir al Assad. Ein Vorgeschmack dessen hat sich bereits kurz nach dem Gespräch Trump – Putin ereignet: ein Blitzangriff von der vor der Küste versammelten Kriegsflotte der Russen auf Gebiete, die von den Rebellen gehalten werden. Das deutet darauf hin, dass Trump den Russen freie Hand geben könnte, endlich die Rebellion gegen Assad zu zermalmen.

Andere Aussagen sind schwer in Einklang zu bringen: Trump Versprechen, den Islamischen Staat intensiver zu bekämpfen, aber gleichzeitig die USA aus fernen Kriegsschauplätzen herauszuhalten. Manchen sehen die Lösung darin, dass sich die USA auf den Kampf gegen den islamischen Staat konzentriert und die anderen Kriegsschauplätze den Russen und Arabern überlässt.?

Trump selbst meint dazu, dass das alles zu einer Chaos-Situation führen kann, aber irgendwie muss man vorwärts kommen, und die Länder dazu bringen sich letztlich selbst zu kontrollieren. Worte wie „gemäßigt“ oder Demokratie“ kommen in seinem Wortschatz nicht vor. Wir betreiben jetzt „Realpolitik“ meinte der zukünftige Präsident dazu. Über diese Worte freuen sich sowohl Erdogan wie auch al Sissi. Saudi-Arabien wie auch die sunnitischen arabischen Staaten haben ihre ursprüngliche Abneigung aufgrund der Aussagen Trumps über die Muslime überwunden und sind froh, dass endlich wieder die Republikaner am Ruder sind. Besonders Assad freut sich, dass jetzt Russen und Amerikaner gemeinsam gegen den Islamischen Staat vorgehen werden. Die großen Verlierer scheinen die syrischen „Rebellen“ zu sein.

Aber „nix is fix“, vieles hängt von der Postenbesetzung ab. Es kann auch sein, dass sich Trumps Vorgehen nicht sonderlich von Obamas Verhalten unterscheiden wird. Jedenfalls ist der „War on Terror“ für Trump sehr wichtig. Er ist aber kein Befürworter einer Intervention. Trump ist ein Geschäftsmann und er sucht Möglichkeiten Geld zu sparen.

Es ist jedenfalls eine große Herausforderung, alle Erwartungen, die geweckt worden sind, unter einen Hut zu bringen. Der schiitische Iran ist derzeit der größte Verbündete von Assad in Kampf gegen die Rebellen und stellt auch Bodentruppen zu diesem Zweck zur Verfügung. Werden die iranischen Revolutionsgarden und die libanesische Hisbollah in die Gebiete einrücken, die von den Rebellen befreit sein werden? Wie will Trump diesem iranischen Einfluss begegnen?

Es kommen bereits Drohungen von anti-amerikanisch eingestellten irakischen Geistlichen, die Trump ewige Feindschaft aufgrund seiner Aussagen über Muslime schwören. Auch die Türken haben so ihre Erwartungen: wird Trump die Obama Haltung gegenüber den Kurden ändern? Könnte der zukünftige Präsident die Kurden mit den Türken versöhnen? Und könnte Trump  durch Eindämmung der militärischen Ambitionen des Iran in Syrien, Jemen und Bahrain Saudi Arabien dazu bringen, Assad in Syrien zu beruhigen?

Die größten Verlierer in der gesamten Region werden jene Menschen sein, die auf mehr Demokratie gehofft haben. Können sie auf Freiheit hoffen, wenn der mächtigste Mann der Welt nicht an die Demokratie im Nahen Osten glaubt?

Aber nicht nur der Nahe Osten ist beunruhigt, es sind auch z.B. die Ukrainer, die nun fürchten müssen, dass sie durch die „Freundschaft zwischen Putin und Trump“ unter die Räder geraten könnten. Auch Irland beispielsweise fürchtet um seine illegalen Einwanderer in den USA, 50 000 Iren von 4,5 Millionen arbeiten „schwarz“ in den USA. Selbst die Deutschen, enge Verbündete der USA, besinnen sich nun darauf, dass sie selbst für ihre Sicherheit sorgen müssen.

Trump verändert die Welt, ohne schon Präsident zu sein!

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