Kreide fressen: sei kein dummes Geißlein!

Viel war in letzter Zeit vom „Kreide fressen“ die Rede. Das haben sich die Gebrüder Grimm wohl nicht gedacht, als sie ihre Märchen zusammenstellten. In dem Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ täuscht der böse Wolf die Geißlein, indem er Kreide frisst, damit seine Stimme höher und zarter wird und so der Stimme der Ziegenmutter ähnlich wird.

„Es war einmal eine alte Geis, die hatte sieben junge Geißlein, und hatte sie lieb, wie eine Mutter ihre Kinder lieb hat. Eines Tages wollte sie in den Wald und Futter holen, da rief sie alle sieben herbei und sprach ‚liebe Kinder, ich will hinaus in den Wald, seid auf eurer Hut vor dem Wolf, wenn er herein kommt, so frisst er Euch alle mit Haut und Haar. Er verstellt sich oft, aber an seiner rauen Stimme und an seinen schwarzen Füßen werdet ihr ihn erkennen.‘ Die Geißlein sagten, ‚liebe Mutter, wir wollen uns schon in Acht nehmen, Ihr könnt ohne Sorge fortgehen.‘ Da meckerte die Alte und machte sich getrost auf den Weg.
Es dauerte nicht lange, so klopfte jemand an die Haustür und rief ‚macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem von Euch etwas mitgebracht.‘ Aber die Geißlein hörten an der rauen Stimme dass es der Wolf war, ‚wir machen nicht auf,‘ riefen sie, ‚du bist unsere Mutter nicht, die hat eine feine und liebliche Stimme, aber deine Stimme ist rau; du bist der Wolf.‘ Da ging der Wolf fort zu einem Krämer, und kaufte sich ein großes Stück Kreide: die aß er und machte damit seine Stimme fein. Dann kam er zurück, klopfte an die Haustür und rief ‚macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem von Euch etwas mitgebracht.‘ Aber der Wolf hatte seine schwarze Pfote in das Fenster gelegt, das sahen die Kinder und riefen ‚wir machen nicht auf, unsere Mutter hat keinen schwarzen Fuß, wie du: du bist der Wolf.‘ Da lief der Wolf zu einem Bäcker und sprach ‚ich habe mich an den Fuß gestoßen, streich mir Teig darüber.‘ Und als ihm der Bäcker die Pfote bestrichen hatte, so lief er zum Müller und sprach ’streu mir weißes Mehl auf meine Pfote.‘ Der Müller dachte ‚der Wolf will einen betrügen‘ und weigerte sich, aber der Wolf sprach ‚wenn du es nicht tust, so fresse ich dich.‘ Da fürchtete sich der Müller und machte ihm die Pfote weiß. Ja, so sind die Menschen.
Nun ging der Bösewicht zum drittenmal zu der Haustüre, klopfte an und sprach ‚macht mir auf, Kinder, euer liebes Mütterchen ist heim gekommen und hat jedem von Euch etwas aus dem Walde mitgebracht.‘ Die Geißlein riefen ‚zeig uns erst deine Pfote, damit wir wissen dass du .unser liebes Mütterchen bist.‘ Da legte er die Pfote ins Fenster, und als sie sahen dass sie weiß war, so glaubten sie es wäre alles wahr, was er sagte, und machten die Türe auf. Wer aber hereinkam, das war der Wolf. Sie erschraken und wollten sich verstecken. Das eine sprang unter den Tisch, das zweite ins Bett, das dritte in den Ofen, das vierte in die Küche, das fünfte in den Schrank, das sechste unter die Waschschüssel, das siebente in den Kasten der Wanduhr. Aber der Wolf fand sie alle und machte nicht langes Federlesen: eins nach dem andern schluckte er in seinen Rachen; nur das jüngste in dem Uhrkasten das fand er nicht. Als der Wolf seine Lust gebüßt hatte, trollte er sich fort, legte sich draußen auf der grünen Wiese unter einen Baum und fing an einzuschlafen. Nicht lange danach kam die alte Geis aus dem Walde wieder heim. Ach, was musste sie da erblicken! Die Haustüre stand sperrweit auf: Tisch, Stühle und Bänke warm umgeworfen, die Waschschüssel lag in Scherben, Decke und Kissen waren aus dem Bett gezogen. Sie suchte ihre Kinder, aber nirgend waren sie zu finden. Sie rief sie nacheinander bei Namen, aber niemand antwortete. Endlich als sie an das jüngste kam, da rief eine feine Stimme ‚liebe Mutter, ich stecke im Uhrkasten. Sie holte es heraus, und es erzählte ihr dass der Wolf gekommen wäre und die andern alle gefressen hätte. Da könnt ihr denken wie sie über ihre armen Kinder geweint hat.
Endlich ging sie in ihrem Jammer hinaus, und das jüngste Geißlein lief mit. Und als sie auf die Wiese kam, so lag da der Wolf an dem Baum und schnarchte dass die Äste zitterten. Sie betrachtete ihn von allen Seiten, und sah dass in seinem angefüllten Bauch sich etwas regte und zappelte. ‚Ach Gott,‘ dachte sie, sollten meine armen Kinder, die er zum Abendbrot hinunter gewürgt hat, noch am Leben sein?‘ Da musste das Geißlein nach Haus laufen und Schere, Nadel und Zwirn holen. Dann schnitt sie dem Ungetüm den Wanst auf, und, kaum hatte sie einen Schnitt getan, so streckte schon ein Geißlein den Kopf heraus, und als sie weiter schnitt, so sprangen nacheinander alle sechs heraus, und waren noch alle am Leben, und hatten nicht einmal Schaden gelitten, denn das Ungetüm hatte sie in der Gier ganz hinunter geschluckt. Das war eine Freude! Da herzten sie ihre liebe Mutter, und hüpften wie ein Schneider, der Hochzeit hält. Die Alte aber sagte ‚jetzt geht und sucht Wackersteine, damit wollen wir dem gottlosen Thier den Bauch füllen, solange es noch im Schlafe liegt.‘ Da schleppten die sieben Geißlein in aller Eile die Steine herbei und steckten sie ihm in den Bauch, so viel sie hinein bringen konnten. Dann nähte ihn die Alte in aller Geschwindigkeit wieder zu, dass er nichts merkte und sich nicht einmal regte.
Als der Wolf endlich ausgeschlafen hatte, machte er sich auf die Beine, und weil ihm die Steine im Magen so großen Durst erregten, so wollte er zu einem Brunnen gehen und trinken. Als er aber anfing zu gehen und sich hin und her zu bewegen, so stießen die Steine in seinem Bauch aneinander und rappelten. Da rief er

‚was rumpelt und pumpelt
in meinem Bauch herum?
ich meinte es wär’n sechs Geißlein,
so sind’s lauter Wackerstein.‘

Und als er an den Brunnen kam und sich über das Wasser bückte und trinken wollte, da zogen ihn die schweren Steine hinein, und er musste jämmerlich ersaufen. Als die sieben Geißlein das sahen, da kamen sie herbei gelaufen, riefen laut ‚der Wolf ist tot! der Wolf ist tot! und tanzten mit ihrer Mutter vor Freude um den Brunnen herum.“

Dieser Wolf hat doch seine gerechte Strafe erhalten. Ob alle Kreidefresser bei uns ihre gerechte Strafe erhalten werden, liegt vorläufig noch an uns: es gilt sie zu durchschauen und am 4. Dezember zu entlarven.

Kreide fressen: sei kein dummes Geißlein!

Im Advent kommt jetzt einmal der Nikolo

Ich habe mich immer auf den Nikolo gefreut, und tu’s noch heute. Den Krampus habe ich zugegegenermaßen schon gefürchtet, aber der wurde dann letztlich immer vom Nikolo in Zaum gehalten.

Ich finde die Streiterei schon schade, dass manche von uns aus lauter „political correctness“ den Nikolo verbieten wollen. Nicht einmal das Verbot des Zwarte Piet finde ich richtig. Der Zwarte Piet („Schwarzer Peter“) ist in den Niederlanden und Belgien  der Helfer des Sinterklaas, des Heiligen Nikolaus. Der Zwarte Piet ist in der Bevölkerung außerordentlich beliebt, das Sinterklaasfest ist dort überhaupt wesentlich wichtiger als Weihnachten. Der Zwarte Piet hatte eine ähnliche Funktion wie der Ruprecht oder vielleicht Krampus in deutschsprachigen Gegenden: das Bestrafen böser Kinder anstelle des sich körperlich zurückhaltenden Heiligen. Doch seit seiner Einführung im 19.Jahrhundert ist der Helfer ein dunkelhäutiger Diener orientalischer Anmutung. Gerade im 20.Jahrhundert wurde aus dem einzelnen Helfer eine Gruppe von Zwarte Pieten, die dem Sinterklaas zur Seite stehen. Die Gesichter der Darsteller sind braun oder schwarz geschminkt, getragen wird bunte festliche Kleidung, die an Diener des 16. Jahrhunderts erinnert. Vereinzelt bereits zuvor, vor allem aber im Jahre 2013 ist die Frage aufgekommen, ob die Figur des Zwarte Piet rassistisch  geprägt sein könne. Anlass war die Forderung der jamaikanischen  Professorin für Sozialgeschichte Verene Shepherd, Mitglied einer Arbeitsgruppe bei dem Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR), das Sinterklaasfest mitsamt dem Zwarte Piet abzuschaffen. Auf die Vorwürfe wurde in der Bevölkerung überaus emotional reagiert.

Ich glaube, dass auch muslimische Kinder gerne beschenkt werden wollen. Außerdem kommt der Heilige Nikolaus aus der heutigen (muslimischen) Türkei. Nikolaus von Myra lebte zwischen 270 und 286 und 326, 345, 351 oder 365und ist einer der bekanntesten Heiligen der Ostkirchen und der lateinischen Kirche. Unter den Flüchtlingen, die über die Türkei aus Syrien zu uns gekommen sind, sind auch viele orthodoxe Christen. Für deren Kinder hat der Heilige Nikolaus eine besondere Bedeutung.  Sein Gedenktag, der 6.Dezember, wird im gesamten Christentum mit zahlreichen Volksbräuchen begangen.

Nikolaus wirkte in der ersten Hälfte des 4.Jahrhunderts als Bischof von Myra in der kleinasiatischen Region Lykien, damals Teil des römischen, später des byzantinischen Reichs, heute der Türkei. Zahlreiche Legenden werden von ihm erzählt. Er rettete Jungfrauen vor der Prostitution, indem er dem Vater Goldklumpen zukommen ließ, um ihre Mitgift für eine ordentliche Hochzeit finanzieren zu können. Er half in Hungersnöten, in Seenot,  rettete zu Unrecht Verurteilte vor dem Tod, erfüllte Kinderwünsche, zog auch gegen das Heidentum zu Felde (er ließ einen der Diana geweihten Baum umschlagen – die sich jedoch zu rächen versuchte). Er bekehrte Juden, er konnte aber auch bereits Tote wieder zum Leben erwecken. Selbst bei der Grablegung des Heiligen Nikolaus  entsprang am Kopfende des Sarkophags eine Quelle mit Salböl und am Fußende eine mit Wasser.

Nikolaus ist der Schutzpatron von verschiedenen slawischen Völkern sowie von Regionen wie Süditalien und Lothringen. Die zahlreichen Legenden führten dazu, dass er von vielen weiteren Gruppen als Schutzheiliger auserwählt wurde, von Berufen wie Seefahrer, Binnenschiffer, Kaufmann, Rechtsanwalt, Apotheker, Metzger und Bäcker, von Getreidehändlern, Dreschern, Pfandleihern, Juristen, Schneidern, Küfern (Fassbinder oder Binder, Handwerker der Behälter und Gefäße, meist aus Holz, herstellt), Fuhrleuten und Salzsiedern. Nikolaus ist der Patron der Schüler und Studenten, Pilger und Reisenden, Liebenden und Gebärenden, der Alten, Ministranten und Kinder, aber auch von Dieben, Gefängniswärtern, Prostituierten und Gefangenen. Aus dem Schutzpatronat für die Kinder leitet sich das heutige Brauchtum ab.

Als Kind war „mein Nikolaus“ fast immer vom Krampus begleitet; ich fürchtete mich sehr, als er mit Ketten rasselte und drohte, mich in seine große umgehängte Butte zu stecken und mitzunehmen. Später versuchten wir bei unseren eigenen Kindern dem Fest den Schrecken zu nehmen. Aber besonders lustig wurde es, als die Kinder später selbst als Nikolaus und Krampus auftraten und die „Sünden“ der Eltern aus ihren Büchern vorlasen.

In verschiedenen Ländern wird der Heilige Nikolaus auch unterschiedlich gefeiert, in manchen werden Schuhe zur Tür gestellt. Die Kinder hoffen dann, dass der Heilige Nikolaus sie in der Nacht mit Süßigkeiten füllt  – wenn sie nicht brav warten, sind dann eben Kohlestücke drin. Anderswo werden für die nicht ganz so braven Kinder Apfelbaum-Ruten in die Schuhe gesteckt, Allerdings, wenn man diese dann ins Wasser stellt und sie blühen bis Weihnachten, sind die bösen Taten vergeben. Bei uns sind es die Barbara-Zweigerln, Zweige von Obstbäumen, die nach einem alten Brauch am 4. Dezember, dem Gedenktag der hl. Barbara, geschnitten und in einer Vase in der Wohnung aufgestellt werden. Sie sollen bis zum Heiligen Abend blühen und in der kalten und düsteren Winterzeit zum Weihnachtsfest Schmuck in die Wohnung bringen.

Ich würde heute keinem Kind, egal welcher Religion – oder auch „nicht-Religion“-  das Nikolausfest oder sonstige Adventbräuche vorenthalten wollen. Die Erwachsenen pilgern ja auch zum Punschstand!

Im Advent kommt jetzt einmal der Nikolo

Wenn’s bei der eigenen Gesundheit hapert …..

Wenn man plötzlich mit Gesundheitsproblemen konfrontiert ist, dann treten die weltpolitischen Themen in den Hintergrund: Dann lässt man Trump weiterhin sein Team zusammenstellen, egal wie wild es dabei zugeht, denn ändern können wir hier ohnedies nichts. Die Auswirkungen werden wir ertragen müssen. Dann müssen wir leider Sultan Erdogan sein Unwesen von Verhaftungen weiter treiben lassen, denn dort Menschenrechte einzufordern, führt möglicherweise dazu, dass die „Schleusen“ für Europa-süchtige Flüchtlinge geöffnet werden. Denn Europa hat seine Hausaufgaben im Zusammenhang mit Flüchtlingen noch immer nicht gemacht. Hat es andere offenen Probleme? Ja, jede Menge! Da ist der erforderliche Schutz der Außengrenzen, und eigentlich wollen wir auch, dass möglichst keine Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken (tun sie allerdings laufend!) Da sind noch immer die Finanzprobleme der Mitgliedsländer – besonders Griechenland, da sind viele, viele Fragen im Zusammenhang mit dem Brexit offen. Und, wenn man es recht bedenkt, müsste sich die EU schleunigst neu organisieren. Die Prozeduren, die für sechs Mitglieder geschaffen wurden, passen sicher nicht für 28/27. Ich sehe leider keine Aktivitäten in diese Richtung. Ja, und unser Österreich, Wien (oder anderes Bundesland) wurstelt – auf niedrigem Niveau weiter. Derzeit bestimmen die Landeshauptleute die Geschicke des Landes. Jetzt ist einmal Abwarten angesagt, wie die Bundespräsidentenwahl ausgehen wird. Hoffentlich richtig! Ich wähle van der Bellen.

Damit zurück zu der eigenen (mangelnden) Gesundheit. Im Spital ist man mit vielem konfrontiert, vor allem auch mit großartigen Menschen. Seien es Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern (und –brüdern), die Großartiges leisten, aber auch Patienten, die ihr Schicksal mit Würde und viel positivem Denken bewältigen: Da ist die junge Frau, zur „Chemo“ muss sie jede Woche zwei Tage im Spital verbringen. 14 Mal war sie schon hier, bis Weihnachten geht’s noch so – dann sind weitere Entscheidungen fällig. Aber zu Hause wartet die Gastwirtschaft, die ihren vollen Einsatz fordert, wo sie – heimgekommen – sofort „ihren Mann stellen“ muss. Fröhlich, halt vorläufig mit Perücke (aber sie Haare wachsen ja nach!) geht sie ihre Probleme an. Sie freute sich bei ihrer Entlassung auf die Arbeit. Ich finde, dass ihre Haltung einfach vorbildlich ist! Es gibt auch andere – wir hören es mit Erstaunen: Zwei Patienten konnten sich in ihrem gemeinsamen Zimmer nicht auf die Nutzung des einzigen Tisches einigen. Naja, das hilfsbereite Personal hat ein Tixoband in die Mitte des Tisches geklebt, und jeder der Streitparteien „seine“ jeweilige Hälfte zugewiesen. Gestritten kann über vieles werden – und wird es auch. Z.B. über die Öffnung der Fenster, die Zimmertemperatur, über den Nicht-Einsatz der Kopfhörer beim Fernsehen ….

Für mich eher neu (ich war dankenswerter Weise selten krank) sind die vielen Geräte, die im Einsatz stehen. Eigentlich wird man von einer Röhre in die nächste geschoben. Das dauert jeweils unterschiedlich lange, von 4 Minute bis 20 Minuten. Eines dieser Geräte macht einen höllischen Lärm, ein anderes gibt Anweisen über Atemverhalten; manche sind schon sehr eng … Bei manchen dieser Geräte sind Kontrastmittel erforderlich, die gespritzt werden müssen. Das betrifft z.B. auch die Szintigraphie. Da es sich dabei um Nuklearmedizin handelt, sind besondere Schutzmaßnahmen installiert, selbst der Lift hat eine extra Schutztür. Für ein Szintigramm werden radioaktiv markierte Stoffe (Radiopharmaka) in den Körper eingebracht, die sich im zu untersuchenden Zielorgan anreichern und anschließend mit einer Gammakamera, von der die abgegebene Strahlung gemessen wird, sichtbar gemacht werden. Im Gegensatz zur Röntgentomographie ist in der Computertomographie die Nutzung eines Computers zwingend nötig, um aus den Rohdaten Schnittbilder erzeugen zu können – daher der Name. Das EKG ist ja fast aus der täglichen Arbeit von Ärzten nicht wegzudenken. Das Elektrokardiogramm (EKG) ist die Aufzeichnung der Summe der elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern. Elektrokardiogramm heißt eigentlich Herzspannungskurve.

Diese Maschinen werden alle mit ihren Kürzeln bezeichnet. Z.B. CT – Computertomographie, MR Magnetresonanz, etc. Im Grunde müssen wir alle sehr dankbar sein, dass diese Geräte verfügbar sind und die Ärzte unterstützen, die Ursachen unserer Probleme zu diagnostizieren und letztlich zu heilen.

Aber man weiß nicht, wer das auswertet, was dieser Arzt über den Patienten weiß, außer dem Output der Geräte. Aber unabhängig von den Röhren gibt es auch andere Geräte, bei denen der Arzt nicht den Patienten sondern nur den Bildschirm anschaut. Das trifft z.B. auf den Ultraschall zu.

Es kommt dann schon alles beim behandelnden Arzt zusammen, der dann letztlich die Entscheidungen trifft. Und dieser Arzt oder Ärztin spricht dann auch mit den Patienten, erklärt die Ergebnisse und die erforderlichen Maßnahmen.

Ein bissel „ausgeliefert“ kommt man sich als bisher recht selbstbestimmter Mensch schon vor. Aber auch von Herzen dankbar, dass es Menschen gibt, die sich rührend, aufmerksam und einfühlsam bemühen, die Gesundheit wieder herzustellen, egal welcher Nationalität sie angehören (oder angehört haben) und welche Religion für sie „gilt“.

Wenn’s bei der eigenen Gesundheit hapert …..

Respekt?

Es zeigt sich derzeit besonders bei Wahlen: viele Menschen sind wütend, besonders auf die so genannten Eliten. Wer sind aber diese Eliten? Das Wort „Elite“ tauchte erstmals im 17. Jahrhundert auf und wurde zunächst zur Bezeichnung von hochwertigen und teuren Waren verwendet. Zur Zeit der Französischen Revolution wurden mit „élite“ Personen bezeichnet, die sich (im Gegensatz zu Adel  und Klerus) ihre gesellschaftliche Position selber verdient hatten. Im Zuge der Industrialisierung wurde der Begriff dann im Bürgertum zur Abgrenzung von der Masse der Ungebildeten und Unselbständigen verwendet, es entstanden die Bildungsbürger. Heute werden unter „Elite“ in der Regel Personen  verstanden, die sich in politischen, wirtschaftlichen, sportlichen, künstlerischen, akademischen Spitzenpositionen befinden. Nun herrscht eine gewisse Skepsis gegenüber diesen Personen („Establishment“: eine politisch, wirtschaftlich, und gesellschaftlich einflussreiche Milieugruppierung oder Klasse, meist die Machtelite in einem Land), dennoch wird für Personen in Spitzenpositionen mit höherer Moral und persönlicher Integrität gerechnet, als in der Masse der Bevölkerung. Wenn diese Ansprüche nicht eingehalten werden, oder die gestellten Erwartungen der „Masse der Bevölkerung“ nicht erfüllt werden, dann entwickelt diese Wut, vielleicht sogar Hass auf die Eliten.

Und heutzutage gibt es Möglichkeiten den Hass – teilweise sogar anonym – nicht zu äußern sondern auch rasch zu verbreiten. Hier wurden noch keine geeigneten schnell funktionierenden Instrumente geschaffen, um diese so genannten Hasspostings rasch zu entfernen. „Shitstorms“ (Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“. Der Begriff Shitstorm bezieht sich vor allem auf „Blogbeiträge oder -kommentare, Twitter-Nachrichten oder Facebook-Meldungen“) bedrohen Menschen, die unliebsame Äußerungen gemacht haben, aus denen dann rasch Teile herausgerissen, die eventuell einen anderen als den gewünschten Sinn ergeben. Dennoch: das Internet ist kein „rechtsfreier“ Raum.

Dieser Hass äußert sich nicht nur im Internet, er äußert sich auch an den Wahlurnen. Denn Menschen, die hassen, scheinen sich besonders durch Worte und Handlungen von Populisten angezogen. Diese Populisten benötigen kein Programm. Sie könne sich „alles leisten“, wie z.B. Donald Trump während seines Wahlkampfes gesagt hatte: „ich könnte jemanden auf der 5th Avenue erschießen und würde dennoch gewählt werden“. Nur, was erwartet sich der der Wähler von einer solchen Person? Wird er dieser Person bzw. Gruppenmitgliedern nun Respekt entgegenbringen können? Ein derartiger Respekt kann dann nur durch vorbildliche Taten (die den Ankündigungen im Wahlkampf entsprechen?) erreicht werden oder die Menschen werden „gekauft“ durch Sozialleistungen, die dann wieder die Staatsverschuldung erheblich erhöhen.

Den Sieg von Populisten (in den USA, in GB bei der Brexitabstimmung) wurde von den Meinungsforschern eher nicht korrekt vorhergesagt.

Und verloren gegangen ist der gegenseitige Respekt. Denn eine respektvolle Haltung würde auch ein bedenkenloses gegenseitiges egoistisches Verhalten ausschließen. „Respekt“ hat so einen negativen Beigeschmack bekommen. Die Respektsperson assoziiert man (leider) z.B. mit herrischen Lehrern, oder die Grenzen ihrer Kompetenz überschreitenden Polizisten etc. Früher galt Respekt als „das pflichtbewusste Benehmen gegenüber Mensch und Gott“. Damit – glaube ich – kann man heutzutage wenige Menschen motivieren.

Vielleicht sollte man es mit liebevollem Respekt versuchen, die Lehrer ihren Schülern, aber auch Schüler ihren Lehrern entgegenbringen sollten. Vielleicht sollte „das Volk“ versuchen, die von ihnen gewählten Politiker etwas mehr zu respektieren; nicht nur (kurz) zu jubeln, diese Jubelstimmung dauert meist nicht lange und sie dann zu verdammen: „die Trotteln“! Vielleicht sollten die Politiker versuchen, „das Volk“ besser und klarer zu informieren. Ein Beispiel einer missglückten Information war jene über CETA. Man hatte die Aufklärung über den Inhalt von CETA hauptsächlich einigen unseriösen Zeitungen und wenigen fanatischen NGOs überlassen.

Vielleicht könnten viele Einheimische den Migranten mit mehr Respekt begegnen, den diese allein für das Verlassen ihrer Heimat und die Strapazen der langen Reise verdienen. Sie nur als Sozialschmarotzer zu sehen, ist die falsche Haltung.

Vielleicht könnten die Journalisten ihren Lesern Verstand zumuten und nicht notwendigerweise jeden von ihnen Genannten bzw. Gezeigten vorweg gleich „in ein Kastel stecken“: bei jedem Politiker wird die Partei genannt, wenn er nur den Mund aufmacht, bei jedem „Verbrecher“ wird gleich das Ursprungsland genannt. Und dann kommt bei Leser der „Aha-Effekt“ zum Tragen: immer dieselben…!

Wenn etwas mehr zwischenmenschlicher Respekt herrschen würde, würde das nicht auch die Menschen aus ihrer selbst gewählten Opferrolle herausholen können? Schuldzuweiser und Ausredenkünstler suhlen sich oft geradezu in ihrer selbst gewählten Opferrolle. Für alles, was ihnen widerfährt, suchen und finden sie die Schuld bei anderen. Das kann für das unmittelbare Umfeld mühsam und ärgerlich sein, was häufig dazu führt, dass Menschen zu diesen Personen früher oder später auf Distanz gehen und den Kontakt meiden. Man muss nicht „Opfer“ sein, man kann sich selbst als aktiver Mensch definieren, der angreift und eingreift. Anonyme Hasspostings sind sicher nicht die Antwort.

Respekt?

Heute ist Leopolditag. Das kann man daran merken, dass Kinder schulfrei haben. Der 15. November  ist ein Feiertag im Sinne des Landesrechts und somit nicht generell arbeitsfrei. In den Bundesländern Wien und Niederösterreich haben Schulen, Ämter und Behörden an diesem Tag jedoch geschlossen. Aber warum? Der Leopoldi-Tag wird seit der Heiligsprechung im Jahr 1485 immer am 15. November begangen (in Anlehnung an sein Todesdatum 15. November 1136). Das Zentrum der Festlichkeiten ist Klosterneuburg. Dort gab es zunächst große Bankette mit Tänzen und Turnieren, die heute noch nach altem Brauch nachgestellt und gefeiert werden. Dazu ist aus dem alten Fest inzwischen ein Jahrmarkt entstanden, bei dem die Besucher als Höhepunkt im Stift Klosterneuburg beim Fasselrutschen das berühmte Tausendeimerfass hinab rutschen.

Zentral für mich als Kind war das Fasselrutschen, es hat aber gereicht, es einmal gemacht zu haben.

Wer war dieser Leopold, dass es noch immer einen Feiertag zu seinen Ehren gibt? Leopold III., Markgraf von Österreich, lebte von 1073 bis 1136 n. Chr. und stammte aus dem Adelsgeschlecht der Babenberger. Neben dem Beinamen „der Heilige“ trug er auch die Bezeichnungen „der Fromme“ und „der Milde“. Diese Namen verdiente er sich durch seine großzügigen Gaben und Tätigkeiten in Wien und Niederösterreich. Neben der Landeserschließung war er vor allem ein eifriger Gründer von Klöstern. Dabei steht an erster Stelle das Stift Klosterneuburg, das 1108 unter seiner Schirmherrschaft gegründet wurde. Dazu gibt es die völlig unwahre Schleierlegende: Als Markgraf Leopold III von Österreich im Jahr 1105 die Tochter von König Heinrich IV, Agnes, ehelichte, riss ein Windstoß den Brautschleier mit sich, als die Frischvermählten auf den Söller der Burg auf dem Leopoldsberg traten. Trotz unmittelbarer Suche gelang es nicht, den Schleier zu finden. Da versprach Leopold, an der Stelle an der der Schleier gefunden werden würde, ein Kloster zu erbauen. Es sollte neun Jahre dauern, bis es so weit war. Der Markgraf war auf der Jagd, als seine Hunde plötzlich einen Holunderbusch anbellten, wo der Schleier nahezu unversehrt gefunden wurde. Zunächst gab es zu dieser Zeit keine Burg auf dem Leopoldsberg. Zweitens wurde das Stift in allernächster Nähe der Residenz des Markgrafpaares erbaut, in der man immerhin schon ein ganzes Jahr lang gewohnt hatte. Leopold hätte sich also gar nicht auf die Jagd begeben brauchen, sondern höchstens aus dem Fenster zu schauen, um den Schleier zu finden. Trotzdem wird heute noch ein Teil des Schleiers als Reliquie im Stift aufbewahrt…Aber so ist das mit den Legenden, sie halten sich länger als die „wahre Geschichte“.

Klosterneuburg wuchs mit seiner Unterstützung in wenigen Jahren zur Residenz heran. Weitere Klöster, die auf den Hl. Leopold zurück gehen, sind das Stift Heiligenkreuz sowie das Kloster Klein-Mariazell. Hier stand neben der Landerschließung auch die Förderung der Bildung im Vordergrund. Auch die Münzprägestätte in Krems und der dadurch entstandene Kremser Pfennig gehen auf den Hl. Leopold zurück.

Seit 1663 ist der Hl. Leopold Nationalpatron Österreichs und im Speziellen auch Landespatron von Wien, Niederösterreich und (gemeinsam mit dem Hl. Florian) von Oberösterreich. Von dieser „Doppelverantwortung“ für Oberösterreich habe ich während meiner Zeit im Mühlviertel nie etwas gehört, vielleicht weil es noch Nazizeit war.

Aber auch in Wien ist neben dem Heiligen Leopold Klemens Maria Hofbauer (*1751; † 1820) „zuständig“. Er war ein tschechisch-österreichischer Priester,Prediger und Mitglied des Ordens der Redemptoristen. Er wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt und ist Stadtpatron von Wien (genannt Apostel von Wien). Bis 1945 war er auch Schutzpatron Südmährens.

Der heilige Florian (* 3. Jahrhundert; † 304 in Lauriacum, heute Lorch/Enns) war Offizier der römischen Armee und Oberbefehlshaber einer Einheit zur Feuerbekämpfung. Er war schon pensionierter Kanzleivorstand und lebte in Aelium Cetium (Sankt Pölten). In der Zeit der Christenverfolgung (303–304) unter Kaiser Diokletian kam Statthalter Aquilinus nach Lauriacum, um die Christen auszuforschen. 40 Christen wurden ergriffen und nach vielen Martern eingesperrt. Florian erfuhr davon und eilte nach Lauriacum, um ihnen beizustehen. Er wurde aber aufgegriffen  und verhaftet, weil er sich selbst als Christ bekannte. Da er sich weigerte, dem christlichen Glauben abzuschwören, wurde er mit Knüppeln geschlagen und seine Schulterblätter wurden mit geschärften Eisen gebrochen. Schließlich wurde er zum Tode verurteilt. Er sollte bei lebendigem Leibe verbrannt werden. Ihn zu töten erwies sich schwierig: Nachdem er seine Vollstrecker durch seinen Glauben beeindruckt hatte,  wurde er dann mit einem Stein um den Hals in der Enns ertränkt. Über seiner Begräbnisstätte erhebt sich das mächtige, barocke Kloster Sankt Florian.

Als Landespatron wird in der Tradition der römisch-katholischen Kirche  ein Heiliger bezeichnet, der in einem österreichischen Bundesland als Schutzpatron  ausgerufen wurde.Burgenlandf: Heiliger Martin; der Heilige Josef hat eine Mehrfachverantwortung: Kärnten, Steiermark, Tirol (zusammen mit dem Heiligen Georg) und Vorarlberg; Salzburg:  Heiliger Rupert.

Also: ich habe sie nicht alle gewusst, bzw. habe ich andere Schutzpatrone angenommen: Salzburg: Wolfgang, Kärnten: Hemma und Tirol: Notburga. Aber man fürchtete vielleicht, dass die Fürsprachen von Frauen weniger wirksam wären?

Pac’s und Super-Pac’s im amerikanischen Wahlkampf

Sind amerikanische Abgeordnete gekauft?

In den USA wurde ja nicht nur der Präsident gewählt, sondern auch Mitglieder des Senats und des Kongresses.

Der Senat ist eine permanente Institution, deren Mitglieder, die Senatoren, alle zwei Jahre zu einem Drittel durch Wahlen neu bestimmt bzw. im Amt bestätigt werden. Jeder Bundesstaat ist in der Parlamentskammer  durch zwei Senatoren vertreten, die jeweils auf sechs Jahre, aber nicht gleichzeitig, gewählt werden. Seit 1959 besteht das Gremium aus 100 Senatoren. Da der  District of Columbia und die Außengebiete der USA  keine Bundesstaaten sind, haben sie keine Vertretung im Senat. Im paolitischen System derr USA ist der Senat maßgeblich an der Gesetzgebung  beteiligt und hat wichtige Kontrollfunktion  gegenüber dem  Präsidenten. Darunter fallen die Ratifikation  internationaler Verträge, ein Mitspracherecht bei der Ernennung hoher Regierungsbeamter und das Impeachment-Verfahren, in dem der Senat die Rolle des Gerichts einnimmt. Bei den  Senatswahlen in den Vereinigten Staaten standen alle Mandate der Klasse drei, wobei es sich um 34 Sitze handelt. Gewählt wurden die Senatoren per Direktwahl auf sechs Jahre von den Bürgern jenes Bundesstaates, den sie im Us-Senat repräsentieren.

Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten ist – in der Tradition der Zweikammer-Parlamente neben dem Senat  eine der beiden Kammern desKongresses  der USA. Jeder Bundesstaat ist im Verhältnis zu seiner Bevölkerung im Repräsentantenhaus vertreten. Die wahlberechtigten Bürger der USA wählen die Abgeordneten für jeweils zwei Jahre. Im politischen Syastem der USA ist das Repräsentantenhaus maßgeblich an der Gesetzgebung  beteiligt und hat einige Kontrollfunktionen gegenüber dem Präsidenten der USA. Es besitzt das alleinige Initiativrecht bei Steuer- und Haushaltsgesetzen, darüber hinaus kann nur dieses Haus ein Amtsenthebungsverfahren einleiten.

Beide Kammern sind nun republikanisch dominiert, aber das kann sich bei den nächsten – sogenannten Midterm Wahlen durchaus – wieder ändern.

Aber wie wird man Abgeordneter oder Senator(in)?. Während der Wahlkämpfe sowohl für die Präsidentschaftskandidaten als auch für Kandidaten beider Häuserbilden sich sogenannte PACs. Ein Political Action Committee (PAC) ist die Bezeichnung für eine Lobbygruppe, die sich darauf konzentriert, Abgeordnete oder Wahlbeamte der Regierung zu unterstützen oder zu bekämpfen. Die PACs unterliegen dabei bestimmten gesetzlichen Regeln; neben Interessengruppen gründen auch viele Amtsinhaber eigene PACs, um ihr Fundraising zu organisieren. Zu den Regeln, denen PACs unterliegen, gehört die Höchstgrenze für Beträge, die sie bestimmten Kandidaten und Parteien spenden können:

  • $5.000 pro Kandidat und Wahl, wobei Vorwahlen und eigentliche Wahl getrennt zählen
  • $15.000 pro Jahr an eine Partei
  • $5.000 pro Jahr an ein anderes PAC

Sie können aber unbegrenzte Geldmittel einsetzen, um eigene Anzeigen zu schalten oder auf sonstigem Wege Werbung für ihre(n) Kandidaten zu betreiben. Grundsätzlich war festgelegt, dass Einzelpersonen den Wahlkampf mit höchstens 2.500 Dollar pro Kandidat bzw. 5.000 Dollar pro Kandidat im Präsidentschaftswahlkampf unterstützen dürfen. Unternehmen, Verbände und Gewerkschaften dürfen Kandidaten nicht finanziell unterstützen.

Von diesem Grundsatz gibt es seit dem Jahr 2010 eine Ausnahme für spezielle Political Action Committees, die sogenannten Super-PACs. Denn das Recht auf freie Meinungsäußerung gilt auch für Unternehmen und Verbände, und Spenden fallen unter die freie Meinungsbildung und -äußerung. Nach Auswertung der Berichte zum Wahlkampf 2012 kamen die Aufsichtsbehörden und Journalisten zum Ergebnis, dass die Finanzierung der Super-PACs durch vielfache Überweisungen zwischen den verschiedensten Gruppen und Initiativen vollkommen intransparent ist: „Der Weg des Geldes kann nicht verfolgt werden“. Daher wurde Mayday.US gegründet,  ein besonderer Super-PAC, welcher sich zum Ziel gesetzt hat, alle Super-PACs abzuschaffen. In den Kongress sollen Abgeordnete gewählt werden, die sich gegen den korrumpierenden Einfluss von Geld in der Politik stellen und PACs abschaffen möchten. Der Super-PAC ist mit mehr als 7,9 Millionen Dollar ausgestattet und wurde von mehr als 55.300 Spendern durch Crowdfunding  finanziert

Aber es gibt auch Menschen (Firmen) die gemeinsame Ziele haben, sie  bilden ein derartiges Komitee, sammeln Geld, suchen sich geeignete Kandidaten und Kandidatinnen und unterstützen diese im Wahlkampf.

Ein Beispiel für einen solchen PAC ist „Maggie’s List“, die besonders Frauen suchte und unterstützte, die in den Häusern mit Hausverstand fiskalisch konservativ, für „weniger staatlichen Einfluss“, mehr persönliche Verantwortung  und starke nationale Sicherheit eintreten würden. 21 Frauen haben es so geschafft, einen Sitz zu erringen. Dieser Erfolg wäre nicht möglich gewesen, ohne Mitglieder, Kuratoren, einem Rat, und Partnern, die bereits Sitze in beiden Häusern haben sowie einem Netzwerk in den einzelnen Staaten. Es bedarf einigen Mutes, behaupten die Mitglieder dieses PAC, sich um einen Sitz zu bewerben. Man muss früh in den Prozess einsteigen und durchhalten. Man kann ohne dieses Auswahl- und Wahlkampfprozess nicht einen Sitz erringen.

Maggie’s List gibt es seit 2010, und sammelt eifrig Geld, auch um geeignete Kandidatinnen auszubilden und das Unterstützungsverfahren auszubauen. Natürlich sind die dann Gewählten ständig unter Kontrolle dieses Pac’s, ihr Wahlverhalten wird genau überprüft. Und frei sind sie eigentlich nicht – sind sie damit auch gekauft?

Ist dieses System besser, als unsere Auswahl über die Parteien, möglichst über ein Quotensystem? Sind unsere Abgeordneten freier in ihrem Abstimmverhalten – Klubzwang – als die in den USA ausgewählten?

Pac’s und Super-Pac’s im amerikanischen Wahlkampf

Thriller und die Realität in den USA

In den letzten Monaten habe ich drei Thriller gelesen, all die USA betreffend. Der Vorteil derartiger Thriller ist, dass sie meist nicht nur sehr spannend sind, sondern auch viel Information zu den jeweiligen Themen enthalten.

Greg Illes „Natchez Burning“, veröffentlich 2014, handelt von Rassismus, der im Süden  vor allem in den Sechzigern wütete, und die Produktion von Crystal Meth – wobei sich sehr schnell herausstellt, dass hier ein direkter Zusammenhang besteht, die Seilschaften der Vergangenheit immer noch funktionieren, jetzt sogar generationenübergreifend. „Die Vergangenheit ist niemals tot. Sie ist nicht einmal vergangen“, zitiert Iles am Anfang William Faulkner. „Natchez Burning“ ist mit beinahe 1000 Seiten nur der Auftakt zu einer Trilogie, in der die Geschichte des amerikanischen Rassismus erzählt werden soll, nicht als historisches Werk, sondern indem gezeigt wird,  wie dieser sich auch im 21. Jahrhundert noch manifestiert. Damals, in den 60er Jahren de 20. Jahrhunderts waren viele Weiße noch sehr glücklich darüber, dass Martin Luther King und Bobby Kennedy erschossen wurden. Die Handlanger dieser Männer drangsalierten Farbige und ermordeten sie teilweise sogar in besonders brutaler Form.

Dieses Buch habe ich gelesen, als gerade wieder die Rassenunruhen in den USA aufgebrochen sind, als weiße Polizisten unschuldige farbige Bürger erschossen haben und meist ungestraft davongekommen sind. Das Rassenproblem in den USA scheint mir noch nicht gelöst, auch wenn es einen farbigen Präsidenten gegeben hat, der ein besonders feiner Mensch ist, ein Sir, wie man bei uns sagt.

Tage der Toten ( The Power of the Dog) ist ein Thriller  von Don Winslow aus dem Jahr 2005  und behandelt den War on Drugs wie auch Aspekte der Operation Condor  in den 1970er Jahren. Es gibt einen Folgeroman, den ich noch nicht gelesen habe, aber vorhabe zu lesen: Das Kartell.

Es geht um Mitarbeiter der US Drug Enforcement Administration (DEA), um einen Clan, dessen Mohnfelder niedergebrannt werden (Operation Condor),der sich aber daraufhin mit dem Zwischenhandel (Narcotraficantes) zwischen den Kokainerzeugungsländern in Süd- und den Drogenkonsumenten in Nordamerika bereichert. Ein leitender Mitarbeiter der DEA  deckt die Operation Kerberos auf, bei dem die CIA Kokain aus Südamerika an die sizilianische Mafia verkauft, um mit dem Geld rechtsgerichtete Paramilitärs in Südamerika zu finanzieren. Bindeglied dabei ist ein fanatische Christ und Kommunistenhasser, der Mitglied eines antikommunistischen und katholischen Ordens, CIA-Agent, Mitglied der amerikanischen Special Forces und Mafioso ist.

Der Roman verwebt die Geschichte des mexikanischen Drogenschmuggels und der Drogenkartelle ab 1977 bis 2004 mit fiktiven Elementen und Personen. Er lehnt sich an reale Vorkommnisse an, wie die Ermordung des DEA-Agenten Enrique Camarena  (1985) oder das Attentat auf den Erzbischof Juan Jesus Posadas Ocampo  in Guadaljara (1993). Die im Roman auf- und abtretenden Drogenbosse erinnern an solche des Medellin-Kartells  (Pablo Escobar) oder des Sinaloa-Kartells  (Joaqin Guzman). Die Handlungen werden aus dem fiktiven Blickwinkel der zahlreichen Romanfiguren erzählt und dabei werden auch ihr Privatleben und Lebensstil ausführlich beschrieben.

Ich habe auch nicht den Eindruck, dass das Drogenproblem in den USA (Mexiko und Südamerika) gelöst ist. Die Maßnahmen gegen Drogenkonsumenten und -Dealer (War on Drugs) sind ein wesentlicher Grund dafür, dass die USA die mit Abstand weltweit höchste Rate an Inhaftierten im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung haben. Auffällig ist das extreme Missverhältnis der Inhaftierungen bei unterschiedlichen Hautfarben. Obwohl der Konsum sich innerhalb gleicher sozialer Schichten bei Gruppen unterschiedlicher Hautfarbe kaum unterscheidet, sind die weitaus meisten Inhaftierten Afroamerikaner, gefolgt von Latinos.

In Steve Berrys Roman „der Lincoln Pakt“ werden in Utah Überreste der frühesten Mormonensiedlungen entdeckt, die bisher als bloße Legende galten. Der Fund bringt ganz Washington zum Brodeln, denn er scheint der Beweis zu sein für ein geheimes Abkommen, das auf Präsident Abraham Lincoln zurückgeht und das die Macht hat, die USA erneut in einen verheerenden Bürgerkrieg zu stürzen.

Ich gebe zu, recht wenig über die Mormonen gewusst zu haben, wir waren zwar in Utah und auch in Salt Lake City, haben diesen spektakulären Tempel besucht, waren (wie immer in Städten) in Buchhandlungen, deren Repertoire mir sehr einseitig erschien. Ja, und wenn man in Utah Bier an heißen Tagen bestellt, bekommt man eine Standpauke, warum man das nicht tun soll. In Salt Lake City gab es damals nur einen Starbuck, Kaffee und Tee sind ja auch auf der „Mormonenverbotsliste“, der in einem Hotel gut versteckt war.

Nun, in diesem Buch habe ich von den doch recht massiven Verfolgungen der Mormonen gehört, und eine Menge über Überlegungen der Gründerväter zu Sezession gelesen. Das jedenfalls scheint kein akutes Problem zu sein!

Thriller und die Realität in den USA

Wie das Wahlmännersystem entstanden – und geblieben ist

Als Electoral College (Wahlmännerkollegium) wird in den Vereinigten Staaten das Gremium bezeichnet, das alle vier Jahre den Präsidenten und den Vizepräsidenten wählt. Es wird im zweiten Artikel der Verfassung der Vereinigten Staaten beschrieben und besteht aus zurzeit 538 Wahlmännern (electors), die von den 50 Bundesstaaten sowie dem Bundesdistrikt entsandt werden.

Jeder Bundesstaat hat so viele Wahlmänner, wie er Vertreter in beiden Häusern des Kongresses  zusammen hat.

Die derzeitige Zahl von 538 Wahlmännern ergibt sich daher folgendermaßen:

  • Das Repräsentantenhaus  hat seit 1911 eine festgelegte Größe von 435 Abgeordneten. Die Verteilung der Abgeordneten auf die Staaten wird nach den Bevölkerungszahlen bestimmt, die alle 10 Jahre in der Volkszählung, dem United States Census, erhoben werden. Jedem Staat steht mindestens ein Abgeordneter zu.
  • Darüber hinaus hat jeder Staat unabhängig von der Bevölkerungszahl zwei Senatoren im Senat, also derzeit 100.

Der Bundesdistrikt darf maximal so viele Wahlmänner entsenden wie der bevölkerungsärmste Staat, aufgrund des 23. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, ratifiziert 1961. Sieben Staaten haben derzeit nur einen Repräsentanten, sodass die Zahl der Wahlmänner für den Bundesdistrikt auf 3 begrenzt ist (entsprechend zwei Senatoren und einem Repräsentanten).

Da die Zahl der Senatoren unabhängig von der Größe des Bundesstaates ist und die Zahl der Abgeordneten im Repräsentantenhaus so gering ist, dass eine proportionale Abbildung der Bevölkerung nach Bundesstaaten nur bedingt möglich ist, unterscheidet sich die Zahl der Einwohner pro Wahlmann erheblich. Während in großen Staaten wie Kalifornien  und Texas  über 600.000 Einwohner auf einen Wahlmann kommen, sind es in den kleinsten Staaten sowie im Bundesdistrikt weniger als halb so viele.

Die Wahl des Präsidenten und des Vizepräsidenten erfolgt indirekt alle vier Jahre am Wahltag. Obwohl die Stimmzettel heute gewöhnlich die Namen der Kandidaten für das Präsidenten- und Vizepräsidentenamt selbst enthalten, bestimmen die Wahlberechtigten unmittelbar nur die Wahlmänner für den Bundesstaat, in dem sie wohnen, oder für den Bundesdistrikt, wenn sie ihren Wohnsitz in Washington D.C. haben. Diese Wahlmänner wählen später den Präsidenten und Vizepräsidenten.

Die meisten US-Bundesstaaten und der Bundesdistrikt bilden jeweils einen Wahlkreis, in dem das Mehrheitswahlrecht gilt. Dadurch erhält der Kandidat, der die meisten Stimmen auf sich vereint, alle dem Bundesstaat zugeteilten Wahlmänner, während die anderen Kandidaten leer ausgehen. Die einzigen Ausnahmen sind Maine und Nebraska, wo die Wahl ähnlich den Kongresswahlen abläuft.

Eine beständige Mehrheit der Amerikaner befürwortet die Idee der Direktwahl des Präsidenten. Kritiker am System des einfachen Mehrheitswahlrechts und der konsequent umgesetzten Konkurrenzdemokratie im „Winner-takes-all“-Prinzip beklagen, dass sich der Wahlkampf hauptsächlich auf die Swing States (die Staaten ohne klare Mehrheitsverhältnisse) konzentriert und damit die Anliegen der Wähler in diesen Bundesstaaten bevorzugt würden. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Stimmen der Wähler, die für die Minderheit gestimmt haben, immer unter den Tisch fallen, auch wenn diese einen beträchtlichen Anteil ausmachen. Schließlich repräsentieren die Wahlmänner je nach Staat unterschiedlich viele Einwohner.

Die Verfassung wurde 1787 unterschrieben. Manche behaupten, dass dieses Wahlmännersystem ursprünglich die Interessen jener Staaten mit unterschiedlichen Bevölkerungszahlen ausgleichen sollten. Aber in den USA geht es immer mehr um Gegensätze zwischen Norden und Süden bzw. zwischen den Küstenstaaten und jenen, die im Inneren des Kontinents liegen.

Nun, die Zeiten haben sich der Unterzeichnung der US-Verfassung geändert, damals ging man davon aus, dass der durchschnittliche Amerikaner in dem riesengroßen Kontinent nicht über genügend Information verfügen würde, um eine „richtige“ Entscheidung zu treffen. Dem war begegnet worden, indem man die nationalen Kandidaten an lokale „Listen“ anhängte, wodurch die Wähler erkannten, wofür die Kandidaten standen.

Der 12. Zusatzartikel (Amendment) aus 1803 wurde aufgrund von Unklarheiten bei den Wahlen von 1800/1801 eingebracht: damals war der Wählerwille nicht klar erkennbar gewesen. Der 12. Zusatzartikel gestattete jeder Partei die Nominierung eines Präsidentschaftskandidaten und eines Vizepräsidentschaftskandidaten.

Da damals das ursprüngliche „Nichtwissen“ der Wähler betreffend die Kandidaten eigentlich nicht mehr zutraf, ist nicht klar, warum dieses komplizierte System nicht gleich abgeschafft wurde. Grund war aber die Sklaverei. Es war James Madison (* 1750 oder 1751 † 1836) aus Virginia, der darstellte, dass eine Direktwahl für den Süden nicht annehmbar wäre, weil der Norden wesentlich mehr Gewicht hätte, da in den Südstaaten vielen Sklaven (mehr als eine halbe Million) nicht wählen konnten. Aber in einem Wahlmännersystem – das Madison zeitgleich vorschlug – konnten die Südstaaten ihre Sklaven mitzählen, wenn auch mit einem Abschlag von zwei Fünfteln. Virginia war dann auch der große Gewinner dieses Systems. Je mehr Sklaven ein Staat „züchtete“ oder kaufte, desto mehr Wahlmänner konnte es erreichen. Wenn man den Sklaven gestattet hätte, in den Norden auszuwandern, hätte man Wahlmännerstimmen verloren.

Aber das Wahlmännersystem gilt noch immer in den USA!

Wie das Wahlmännersystem entstanden – und geblieben ist

Trumps Kabinett: alt, männlich und weiß?

Ich muss mich erst an den Gedanken gewöhnen, dass Donald Trump Präsident der USA wird. Derzeit schwirren jede Menge Gerüchte herum, z.B. dass er vom Weißen Haus aus seine Geschäfte weiter fortführen möchte – die Aufgaben eines Präsidenten der USA ein Nebenjob? Donald Trump ist der erste Commander in Chief im Weißen Haus, der noch nie ein politisches Amt ausgeübt und auch nicht im US-Militär gedient hat.

Offenbar belohnt Trump all jene, die im Wahlkampf trotz aller Skandale zu ihm gehalten haben. Die Liste der möglichen Kandidaten für sein Kabinett liest sich wie Trumps politisches Freundschaftsbuch: Fast alle seiner Favoriten sind alt, männlich und weiß. Einige der Granden der Republikanischen Partei hatten sogar versucht, den Trump noch im Endspurt zu stürzen, weil sie sich von seiner Rhetorik abgestoßen fühlten. Zwar haben fast alle von ihnen sich inzwischen bei dem Multi-Milliardär bedankt. Doch der hat ein Elefanten-Gedächtnis, wenn es um seine Kritiker geht.

Chris Christie, Gouverneur von New Jersey, er leitet zusammen mit dem Senator von Alabama Jeff Sessions Trumps „transitioning team“, das den neuen Präsidenten mit der Auswahl seiner Kabinettsmitglieder helfen soll.

Folgende Kandidaten werden gerüchteweise gehandelt: Newt Gingrich wäre einer der wenigen Washingtoner Veteranen in Trumps Kabinett. Er könnte Außenminister werden, ebenso wie  Bob Corker, ein Selfmade-Geschäftsmann,er  machte 50 Millionen Dollar mit Immobilien, bevor er Bürgermeister von Chattanooga und US-Senator  wurde. Seine Qualifikation: Er ist Vorsitzender des US-Senats-Komitees für außenpolitische Beziehungen.

Niemand hat Trump im Wahlkampf so tatkräftig unterstützt wie Rudy Giuliani, er könnte Generalbundesanwalt oder Justizminister werden.

Stephen Bannon, Wahlkampfleiter, 2011 Chef der ultrarechten Nachrichtenseite Breitbart News Network, könnte Chief of Staff werden

Sarah Palin, derzeit Hockey-Mom, Ex-Gouverneurin von Alaska, Ex-Vizepräsidentschaftskandidatin, diese erzkonservative Frau (Teaparty-Bewegung) macht sich unter anderem für eine strenge Sexualmoral stark und hetzt gegen den angeblich linken Medien-Mainstream. Sie könnte Innenministerin werden, wenn nicht Trumps Sohn Donald Junior den Vorzug erhält.

Für den Handelsminister gibt es angeblich mehrere Kandidaten: den Investor und Hedgefonds-Manager Lewis Eisenberg, auch er hat eine Karriere bei der Investmentbank Goldman Sachs hinter sich, den Milliardär und Investor Wilbur Ross (78), der Trump während seiner Kampagne beraten hatte, oder Harold Hamm auch ein Milliardär, faktisch zehn Milliarden Dollar schwer. Seine Qualifikation: Er ist laut „Forbes“ der 39. reichste Mann der USA und machte sein Geld in North Dakota mit Öl und Gas.

Jeff Sessions ist ein Hardliner: gegen Einwanderung, gegen gleichgeschlechtliche Ehe, für Steuersenkungen und für den Irak-Krieg. Er ist Teil der ultrakonservativen Fundamentalopposition. Er könnte Verteidigungsminister werden.

Mike Flynn, der ehemalige Drei-Sterne-General der US Army, warb im Wahlkampf, vor Veteranen und Soldaten für Trump. Präsident Obama nannte er einen Lügner, die US-Justiz bezeichnete er als korrupt, Hillary Clinton verglich er mit den Milizen der Terrororganisation Al-Kaida, die er in Afghanistan bekämpft hatte. Er könnte Sicherheitsberater werden.

Steven Mnuchin war bis zur Wahl Kassenwart des Trump-Teams. Jetzt könnte er Amerikas Finanzminister werden. In den neunziger Jahren verdiente Mnuchin an der Wall Street ein Vermögen – unter anderem bei der Investmentbank Goldman Sachs. Dann gründete er eine Produktionsfirma und finanzierte Hollywoodfilme

Reince Priebus gilt als einer der Architekten von Trumps Wahlsieg. Er ist als Stabschef im Weißen Haus vorgesehen. Er war es, der die Kriegskasse der Partei entgegen der republikanischen Tradition nicht mehr nur für TV-Werbespots, sondern für professionelles Wahlkampfpersonal einsetzte

Homeland Security-Minister könnte ein weiter Hardliner werden: Milwaukees Sheriff David Clarke.

Eigentlich wollte Trump das Ressort für Umweltschutz streichen. Im September machte der nächste Präsident dann eine Wende und meinte, das Ministerium solle sich künftig nicht mehr um Klimawandel sondern um saubere Luft und sauberes Wasser kümmern. Sein Favorit für das Amt: Myron Ebell (63). Er ist Vorsitzender der „Cooler Heads Coalition“ („Kühle Köpfe Koalition“), die den Treibhaus-Effekt als Panik-Mache bezeichnet.

Der frühere Chef des Geheimdienst-Ausschusses im Repräsentantenhaus, Mike Rogers, könnte nach Angaben von Insidern künftig den Geheimdienst CIA führen.

Der frühere Neurochirurg Ben Carson ist Insidern zufolge im Gespräch für den Posten des Bildungsministers.

Die Erfahrensten werden nicht in Trumps Team sein. Und die Zeit bis zur Amtsübernahme in rund 70 Tagen wird eng. Schon um den Übergang zu managen, werden reichlich fähige Leute gebraucht. Das Kabinett dürfte sich aus den genannten Kandidaten noch halbwegs schnell zusammen setzen lassen. Die Ebenen darunter, wo die eigentliche Arbeit gemacht wird, ist das größere Problem. Für Tausende Jobs müssen neue Leute gefunden werden.

Andererseits sind von der Wahlkampfseite des künftigen Präsidenten sind einige brisante Punkte verschwunden. Dazu zählt das von Trump geforderte Einreiseverbot für Muslime, ebenso Trumps Versprechen, das Pariser Klimaabkommen aufzukündigen. Aber die meisten Forderungen sind weiterhin online, etwa sein Versprechen, eine unüberwindbare Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, für deren Kosten das Nachbarland zahlen solle. Trumps Wahlkampfteam nahm zu den Berichten keine Stellung. Die Stimmung in Mexiko ist nach Donald Trumps Wahlsieg von Sorge bestimmt. Im Wahlkampf hatte Trump unter anderem angekündigt, das Freihandelsabkommen Nafta neu zu verhandeln

Nicht nur die Mexikaner machen sich Sorgen!

Trumps Kabinett: alt, männlich und weiß?

Auswirkungen der Wahl von Donald Trump

So sieht die Lage ein Freund, der in den USA lebt: Mehr Stimmen gab es zwar für Hillary Clinton aber Donald Trump hatte genügend Wahlmänner und wird der nächste Präsident, mit einem republikanischen Kongress und Senat. Damit wird Obamacare gekippt werden. Planned Parenthood wird wohl „vernichtet“. Der Verfassungsgerichtshof wird eine rechte Mehrheit bekommen.

Es ist wohl klar, dass sowohl TPP als auch TTIP tot sind. Damit steigen Chinas Einfluss und Macht. Ein weiterer Aspekt wie Trump Amerikas Einfluss in der Welt beschädigen und die Welt ärmer und unsicherer machen wird. Nachdem Europa auch nicht gut dasteht, wird sich das auch deutlich negativ für Europa auswirken.

Alles in allem ein schwarzer Tag … Der einzige „Lichtblick“ ist, dass die Demokraten mit einem besseren Kandidaten in 2020 einen Teil des Wahnsinns zurückdrehen können. Aber der Verfassungsgerichtshof könnte auf Jahrzehnte auf konservativ gedreht sein … Und Freihandelsdeals kann man auch nicht über Nacht aushandeln.

Ein anderer amerikanischer Freund meint, dass mit diesen beiden Kandidaten für die Amerikaner nichts zu gewinnen war. Er meint, dass es eine derartige Situation seit dem amerikanischen Bürgerkrieg nicht gegeben hätte.

Ein junger Amerikaner, der in Österreich als Austauschstudent gelebt hat, schreibt an seine österreichischen Freunde im Facebook, dass er sie alle noch lieb hätte.

Dieser „schwarze Tag“ ist der 27. Jahrestag des Falles der Berliner Mauer. Und in den USA gewinnt ein Kandidat die Wahl zum Präsidenten, der den Bau einer neuen Mauer versprochen hat: jener zu Mexiko.

Meine Freunde sind nicht die einzigen, die „schwarz“ in die Zukunft sieht: Eine Zeitung titelt: „Kein Stein bleibt auf dem anderen…“. Trump wird dabei vorgeworfen, ein Mensch zu sein, der pöbelt und lügt. Er beleidigt Minderheiten und Frauen. All das traf zu auf den wahlwerbenden Trump, wird er sich als Präsident anders verhalten?  Die Gefahr besteht sicher, dass Trump Allianzen mit anderen autoritären Führern such wird, wie z.B. Putin. Dieser könnte profitieren, er würde aus seiner Isolierung geholt. Da auch der NATO amerikanische finanzielle Unterstützung entzogen werden wird – wie allerdings auch Japan, Südkorea, Taiwan etc.   sind alle diese mehr auf sich selbst gestellt. Die Einwanderungspolitik wird sicher strikter gehandhabt werden, mit und ohne Mauer zu Mexiko. Die bereits ohnedies schon mächtige Waffenlobby in den USA wird noch mächtiger werden.

Aber wie sehen die Pläne der neuen Administration nun wirklich aus? Wird Trump wirklich zum Unilateralismus einer Superpower zurückkehren? Das hieße: mehr Soldaten, mehr schnell einsetzbare Marine Bataillone, mehr Schiffe für die Marine, mehr Kampfflieger für die Airforce. Fürchtete man nicht, dass Hillary Clinton eine Kriegstreiberin gewesen wäre? Dieser aufgestockte Macht soll sich besonders gegen China richten, das aber seinerseits ebenfalls stark aufgerüstet hat. Auch im Nahen Osten soll verstärkt eingegriffen werden, vielleicht in Absprache mit Moskau? Dass die nie verschwundene Massenüberwachung wieder zu Ehren kommt, war ja zu erwarten gewesen, und die „harschen Verhörtechniken“ (z.B. Waterboarding)  sollen auch wieder eingesetzt werden.

Jetzt können z. B. die Steuern gesenkt werden, da ja die Kammern kaum Einspruch gegen“ ihren“ Präsidenten erheben werden. Es wurde auch ein riesiges Infrastrukturprojekt versprochen. Nun, das ist in den USA dringend notwendig, Dämme, Brücken sind baufällig und müssten dringend saniert werden. Dass Stromleitungen – weil noch immer über und nicht unter der Erde angelegt – beim geringsten Sturm oder Schneefall zusammenbrechen ist für die Bewohner der betroffenen Gegenden auch kein Glück. Allerdings bringen Infrastrukturprojekte nicht mehr so viele neue Arbeitsplätze, wie das früher der Fall war, denn vieles wird nur mehr mit Maschinen durchgeführt. Aber das wird viel Geld kosten, ebenso wie die Erhöhung der Rüstungskosten – und woher dieses Geld kommen soll, das ist nicht gesagt worden.

Nun, Handel werden auch die USA in Zukunft treiben wollen, ob „Ersatz“ für TPP und TTIP vorgesehen ist, und wann das verhandelt werden soll, ist noch offen. Wenn allerdings die USA aus dem Nordamerikapakt NAFTA aussteigen will, dann würden Millionen Jobs wackeln lange bevor irgendwelche Neue geschaffen werden könnten. Massive Strafzölle gegen China und Mexiko, ebenfalls im Wahlkampf angedroht würden wieder Verbraucherpreise massiv in die Höhe treiben. Trumponomics wird uns allen noch viel zu schaffen machen.

Manche fürchten eine neue Finanzkrise, eine Weltrezession. Jeder erfahrene Troublemaker dieser Welt wird versuchen, Trumps Ignoranz und Irrationalität auszutesten. Aber vielleicht täuschen sich alle diese Doomsday-Propheten. Wie kann man sich vorbereiten? Wie Angela Merkel gemeint hat: unsere gemeinsamen Werte einfordern – Demokratie, Freiheit, Respekt vor dem Recht und der Würde jedes einzelnen Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung.

Und welche Auswirkungen wird das alles auf die europäische Politik haben? Die Populisten in Europa bejubeln den Sieg Trumps, sie versprechen sich Aufwind. Auch sie sammeln die Stimmen jener ein, die Angst vor der Zukunft und vor den Problemen der Gegenwart haben. Viele in Europa – und auch in Österreich – können mit Simplifizierungen leichter umgehen als mit Fakten und sie erhoffen sich von einer Abschottung Schutz vor der Globalisierung durch einen Rückzug auf die Insel der Seligen. Setzen wir alles dran, klären wir sei auf, Simplifizierung löst keine Probleme.

Auswirkungen der Wahl von Donald Trump