Wir bekämpfen die heutigen Probleme mit den Mitteln von gestern

Uns geht’s so, wie den (weniger guten) Feldherren, die mit jenen Mitteln, die für die letzte (verlorene) Schlacht notwendig gewesen wären, die derzeitige kämpfen – und wieder verlieren.

Wir schauen gebannt in die Vergangenheit, besonders wie der Nationalsozialismus, der Kommunismus entstanden sind, wir drehen diesbezüglich jeden Stein um, um zu lernen, wie wir gegenwärtige Gefahren abwenden können, aber dieser (beständige, wiederholte) Blick in die Vergangenheit bringt uns bei den derzeitigen Problemen kaum weiter.

Was sind unsere Probleme? Wir haben ein Migrationsproblem, das es in dieser Form in der Vergangenheit nicht gegeben hat. Denn bei den früheren Migrationen (innerhalb Europas) sind immer wieder Menschen gekommen, deren Kultur des Aufnahmelandes recht ähnlich war. Das heißt, mit dem Erlernen der Sprache war das Problem mehr oder minder gelöst. Die Wertvorstellungen waren ähnlich. Heute kommen Menschen, deren Kultur und Wertvorstellungen von den unseren doch erheblich abweichen. Das basiert auch auf der Religion – dem Islam. Der Koran (und die Sunna) bieten sowohl den Rechtsrahmen, als auch die Verfassung und Staatsführung. Die mindere Stellung der Frau ist im Koran festgeschrieben. Die Migration kann nur durch Beschränkung der Quantität der Ankommenden eingedämmt werden, wobei eine menschenrechtliche Verpflichtung nicht aus dem Auge gelassen werden darf.

Wir haben nicht nur ein Migrationsproblem, sondern vor allem ein Integrationsproblem. Dabei geht es nicht nur um Kosten, dabei geht es nicht nur um Arbeitsplätze, dabei geht es um Anpassung der Denkungsweise, und das geht sicher nicht rasch – und wird möglicherweise Generationen dauern. Sie geht nur durch Zuwendung der „Einheimischen“, durch Vorbild der Einheimischen und durch Überzeugungsarbeit von Einheimischen. Sind nun diese Einheimischen gewillt das zu leisten? Und diese Integration wird noch dazu erheblich behindert, und zwar besonders von der Türkei, die „ihre“ Auswanderer noch immer als Türken sieht, die Mittel zur Verfügung stellt und Wege aufzeigt, dass die „türkische Kultur“ über Generationen im Ausland nicht verloren geht.

Sowohl bei der Migration als auch bei Integration können uns weder die  noch detaillierteren Analysen des Entstehen des Nationalsozialismus, noch der Ursachen der russischen Revolution helfen. Ich will damit nicht sagen, dass wir nicht aus der Geschichte lernen können und sollen, aber wir müssen die Gegenwart analysieren und suchen, welche Strategien anzuwenden sind.

Wir haben noch viele weitere Probleme, aber noch eines, das ursächlich mit der Migration zusammenhängt. Das ist das Problem des (Rechts-)Populismus in Europa. Dieses Problem tritt zwar in fast jedem Land – auch in unterschiedlicher Form – auf. Fast allen gemeinsam ist die „Ablehnung des Fremden“; sei es im Rahmen des Brexit, sei es in Frankreich durch Marine le Pen, sei es durch Jobbik in Ungarn oder Geert Wilders in den Niederlanden. Auch Strache und Hofer in Österreich gehören zu dieser Gruppe, die sich  auch teilweise im Rahmen der EU zusammengeschlossen haben. Trump ist das große Vorbild aller dieser Populisten. Sie glauben an Zäune, an Zurückweisungen, und ethnisch saubere Trennungen. Auch Erdogan glaubt an den Slogan „die Türkei den Türken“; allerdings will er den Kurden keinen Staat zubilligen. Auch Israel agiert für diese Gruppe vorbildlich. (das gilt nicht für die Sicht der Palästinenser auf das Problem).

Aber wie kann man dieser Gruppe begegnen? Es bedarf auch bei den anderen Parteien authentischer, glaubwürdiger  Personen, die nicht nur mit Verstand sondern auch mit Emotionen ihre Positionen vertreten. Das dürfen halt keine langdienenden Apparatschiks sein. Der Apparatschik ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sein zentrales oder gar einziges soziales Bezugssystem der organisatorische Apparat ist, dem er seine gesellschaftliche Stellung verdankt. Apparatschiks treten oft in autoritären/nationalistischen Systemen auf. Einem Apparatschik fehlt jegliches zweites berufliches Standbein: Seine Karriere kann er nur innerhalb der Parteibürokratie voranbringen. Apparatschiki bilden in der Regel eine enggestrickte, klar dogmatisch indoktrinierte, professionelle Gemeinschaft, in der es strikte Hierarchien gibt und derer Ziel das Controlling der Staatsgeschäfte ist. Der stärkste Anreiz für eine Apparatschikkarriere ist dabei der Zuwachs an Macht. Um diesen zu sichern, empfiehlt sich ein Befolgen der Anforderungen – ohne zu hinterfragen – von hierarchisch über einem stehenden Apparatschiks und das Antreiben von Untergebenen. Apparatschiki steigen eher durch politische Loyalität denn Fachkompetenz auf. Leider gibt es in fast allen politischen Parteien derzeit solche Apparatschiks, besonders stark sind sie bei den „Rechten“ vertreten.

Aber selbst in diesem Zusammenhang kann durch das permanente Untersuchen der Nazi-Vergangenheit, durch das Verfolgen von so genannter Wiederbetätigung nach dem Gesetz von Mai 1945, keine Lösung der derzeitigen Probleme erzielt werden.

Daher sollten die besten Köpfe, egal aus welchem Lager, denn rechts und links ist in diesem Fall irrelevant, die derzeitige Lage analysieren und versuchen, Lösungsansätze zu finden. Es muss eine europäische Lösung sein, denn alle Europäer sind von denselben Problemen betroffen.

Wir bekämpfen die heutigen Probleme mit den Mitteln von gestern

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s