Passagierschutz oder Behinderung der Konkurrenz?

Das Verbot große Elektronikgeräte auf Flügen bestimmter Linien in die USA und nach GB.

Flugreisende aus bestimmten Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas dürfen bei Direkt-Flügen nach Großbritannien und in die USA künftig keine Laptops und andere große elektronische Geräte mehr ins Handgepäck nehmen. Die Regierung in London folgt mit ihrem Verbot nur wenige Stunden nach einer entsprechenden Anweisung der US-Behörden.

Diese begründen das Verbot mit dem Risiko von Anschlägen: Erkenntnisse der Geheimdienste deuteten darauf hin, dass Extremisten versuchen könnten, Sprengsätze in derartigen Geräten an Bord zu schmuggeln, sagte ein Regierungsvertreter in Washington. In London heißt es, die Sicherheit von britischen Staatsbürgern habe oberste Priorität. „Deutschland plant derzeit nichts Vergleichbares“, sagte ein Sprecher des deutschen Bundesinnenministeriums.

Die Verbote beziehen sich auf Geräte, die größer sind als Handys – also etwa Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader, Spielekonsolen und Kameras. Solche Geräte müssen künftig beim Check-in mit dem Gepäck abgegeben werden. Mobiltelefone dürfen weiter mit an Bord genommen werden, ebenso dringend benötigtes medizinisches Gerät.

Das Heimatschutzministerium in den USA bezieht sich auf keine bekannte Bedrohung, erwähnte aber einen Vorfall vom Februar 2016: da war die Ursache einer Explosion ein Teil eines Laptops. Das Flugzeug musste notlanden, eine Person wurde getötet, und zwar der mutmaßliche Täter. Zwischenzeitlich kam man zu dem Schluss, dass Smartphones aufgrund ihrer Größe keine derartige Gefahr darstellen.

Die US-Maßnahme gilt unter anderem für stark frequentierte Drehkreuze wie der Atatürk-Flughafen in Istanbul, die Flughäfen von Doha, Abu Dhabi und Dubai am Persischen Golf, der Mohammed-V-Flughafen in Casablanca und der Flughafen von Kairo. Früher stand an der Spitze der größten Flughäfen der Welt  – gemessen an den Passagierzahlen – lange Zeit unangefochten der International Airport in Atlanta. In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat z.B. bereits ein Terminal des „Dubai World Central“ eröffnet. Bei seiner endgültigen Fertigstellung im Jahr 2040 soll er der größte Flughafen der Welt sein. Wegen der günstigen geografischen Lage Dubais können die neuesten Langstreckenmaschinen von hier aus so ziemlich alle Flughäfen der Welt nonstop erreichen – von Amerika bis nach Australien.

Betroffen sind die Fluglinien Qatar Airways, Emirates, Etihad, Turkish Airlines, Saudi Airlines, Royal Air Maroc, EgyptAir, Kuwait Airways und Royal Jordanian, also Fluglinien muslimischer Länder. Emirates beispielsweise verfügt auch in seiner Flotte über den Airbus 380.

Den neun betroffenen Fluggesellschaften sind 96 Stunden Zeit gegeben worden, das Verbot umzusetzen, sagte ein US-Regierungsvertreter. Die Luftfahrtgesellschaft Turkish Airlines und EgyptAir bestätigten eine entsprechende Anordnung der Transportsicherheitsbehörde (TSA) und des Heimatschutzministeriums.

Gibt es vielleicht andere als Sicherheitsgründe, die zu diesem Verbot führen? Drei der betroffenen Airlines , nämlich Emirates, Etihad Airways und Qatar Airways, wurden schon über längere Zeit von ihren Konkurrenten in den USA beschuldigt, hohe Subventionen von ihren Regierungen zu erhalten. Diese Fluglinien befürchteten schon einige Zeit, dass Präsident Trump Vergeltung anstreben könnte. Ist das nun die Vergeltung?

Ist vielleicht auch hier der „America-First“ Gedanke ausschlaggebend?  Oder anders gesagt: ist diese Maßnahme ein weiteres Beispiel der Methode der Trump-Adminstration, „Wechselbeziehungen zur Waffe zu machen“, d.h. konkret: den eigenen Einfluss zu benutzen, indem die Konkurrenz amerikanischer Flughäfen als Schlüsseldrehkreuze geschwächt wird? Ist das nun ein weiterer Schritt der neuen protektionistischen Haltung der USA? Es ist jedenfalls bekannt, dass sich Präsident Trump im Februar mit den Geschäftsführungen der amerikanischen Fluglinien getroffen hat. Dabei hat er versprochen, dass er ihnen im Konkurrenzkampf gegen Airlines helfen würde, die von ihren Regierungen subventioniert würden.

Das dürfte jedoch nicht der letzte Schritt in diese Richtung sein. Denn Trump meinte, dass viele ausländische große Konkurrenzunternehmen von ihren Regierungen subventioniert würden. Er hätte das von verschiedenen Seiten  gehört. Keine Stunde war um, nachdem er gewählt worden war, wurde er schon von Anrufen verschiedener Industriezweige überschwemmt, die über diese unfaire Situation klagten.

Ich fürchte, wir werden uns alle noch wundern!

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