1967 – vor 50 Jahren, „die gute alte Zeit“?

Im Radio wird derzeit davon berichtet, dass das Radiofunkgesetz mit 1. Jänner 1967 in Kraft getreten war. Begonnen  hatte es mit dem ersten Volksbegehren, dem Rundfunkvolksbegehren,  es wurde im Jahr 1964 abgehalten. Ziel des Volksbegehrens war, den Österreichischen Rundfunk durch ein Gesetz aus der Tagespolitik und den jeweils herrschenden politischen Verhältnissen herauszuhalten, und ihn damit zu einem unabhängigen Medium zu machen. Nachdem Josef Klaus unerwarteter Weise mit der ÖVP die absolute Mehrheit erlangt und die erste Alleinregierung gebildet hatte, löste er das Wahlversprechen ein. Am 8. Juli 1966 wurde das Rundfunkgesetz mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ beschlossen und trat mit dem 1. Jänner 1967 in Kraft.

Am 21.Februar wird die Skipiste Hohe-Wand-Wiese in Wien zum Austragungsort des weltweit ersten Parallelslaloms. Heute mussten große Umstellungen vorgenommen werden, um überhaupt einen Schibetrieb dort aufrecht zu erhalten.

Eine Sensation: Am 6. März reist Swetlana Allilujewa, die einzige Tochter des früheren sowjetischen Staats- und Parteichefs Josef Stalin, in die USA ein und lässt sich dort nieder.

Am  21. April 1967 kam es zum Putsch des Militärs in Griechenland und zu dessen Machtübernahme. Das Regime konnte sich aufgrund der militärischen Bedeutung Griechenlands für die NATO und die USA vorübergehend stabilisieren, doch es kam im November 1973 durch innere Konflikte zu einem  internen Machtwechsel. 1974 verlor die Junta jede internationale Duldung und die Unterstützung im eigenen Offizierskorps und wurde zum Rücktritt gezwungen.

Während eines Staatsbesuchs des Schahs des Irans kommt es am 2. Juni in Berlin zu Demonstrationen und schweren Ausschreitungen. Der Student Benno Ohnesorg wird von einem West-Berliner Polizisten erschossen. Ohnesorgs Erschießung und der gerichtliche Freispruch für den Täter tragen zur Ausbreitung und Radikalisierung der westdeutschen Studentenbewegung der 1960er-Jahre bei.

Am 1. Juni veröffentlichen die Beatles ihr epochales Pop-Album Sgt. Pepper’sLonely Hearts Club Band

Es beginnt der so genannte Sechstage-Krieg zwischen Israel und den arabischen Staaten Ägypten, Jordanien, und Syrien, er dauerte vom 5. bis zum 10. Juni 1967. Unmittelbare Auslöser des Krieges waren die ägyptische Sperrung der Straße von Tiran für die israelische Schifffahrt, der von Nasser erzwungene Abzug der UNEF-Truppen vom Sinai und ein ägyptischer Aufmarsch von 1000 Panzern und fast 100.000 Soldaten an den Grenzen Israels. Der Krieg begann mit einem Präventivschlag der israelischen Luftstreitkräfte gegen ägyptische Luftwaffenbasen, der einem befürchteten Angriff der arabischen Staaten zuvorkommen sollte. Jordanien, das am 30. Mai 1967 einen Verteidigungsvertrag mit Ägypten geschlossen hatte, griff daraufhin Westjerusalem und Netanja an. Am Ende des Krieges kontrollierte Israel den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel (dazwischen wieder an Ägypten retourniert und vom IS bedrängt), die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem. Der Ausgang des Krieges beeinflusst die Politik der Region und seiner Verbündeten bis zum heutigen Tag.

Aber auch der Vietnam-Krieg tobte zu dieser Zeit heftig, und die Verbündeten beider Seiten heizten den Konflikt an. So unterstützte die Sowjetunion das Land mit Hilfszahlungen in Höhe von jährlich 400 Millionen Rubel und lieferte umfangreiche Waffen, darunter Panzer, Flugabwehrraketen, damals moderne Abfangjäger, Radargeräte und monatlich 150.000 Tonnen Treibstoff und 150.000 Tonnen Getreide. Im April 1966 hielten sich rund 500 sowjetische Militärspezialisten im Land auf. Die Volksrepublik China lieferte 1966 rund 250.000 Tonnen Reis. Ab 1965 gab es einen systematischen Luftkrieg der USA gegen Nordvietnam. Bis 1968 eskalierte der Krieg trotz militärischer Überlegenheit der USA.

Die Hippiebewegung (gegen den Vietnamkrieg eingestellt) erreicht mit dem Summer of Love einen Höhepunkt

Am 27. Juni wird in England der erste Geldautomat in Betrieb genommen -ein Leben ohne Geldautomaten ist heute kaum vorstellbar.

Wahrscheinlich können sich nur Ältere an den Ausdruck „er schaut aus wie ein Biafra Kind“ erinnern: Am 6. Juli 1967 war der Beginn des Biafra-Krieges in Nigeria. Es ging um die Sezession des nigerianischen Gebietes Biafra im Süd-Osten von Nigeria, einem Vielvölkerstaat mit zwei Hauptreligionen, dem Christentum im Süden Nigerias und dem Islam im Norden. Ein Muster, das seither in vielen afrikanischen Staaten zu bitteren Kriegen geführt hat. Seit der Unabhängigkeit Nigerias von Großbritannien im Jahr 1960 rangen einige Völker Nigerias um die Vormachtstellung im Staat. Dabei fühlten sich vor allem die in der Biafra-Provinz beheimateten Christen gegenüber den Muslimen des Nordens benachteiligt. Verschärft wurde der Konflikt dadurch, dass in der Nähe des  christlichen Siedlungsgebietes im Nigerdelta Erdöl entdeckt wurde, das bald zu einer wichtigen wirtschaftlichen Stütze Nigerias heranwuchs. Nach dem Putsch vom 15. Januar und dem Gegenputsch kam es zu einem Pogrom an den Christen, von denen mehrere Zehntausend starben.

Im Juli 1967 kommt es zu schweren Rassenunruhen in den USA, in Newark bei New York und in Detroit. Der Boxer Muhammad Ali verweigert den Kriegsdienst in Vietnam.

Am 9. Oktober wird Che Guevara von einem Feldwebel der bolivianischen Armee ohne Gerichtsverhandlung erschossen. Ernesto Rafael Guevara de la Serna, genannt Che Guevara (*1928, † 1967) war ein marxistischer Revolutionär, Guerillaführer, Arzt und Autor. 1956 bis 1959 war er ein zentraler Anführer (Comandante) der Rebellenarmee der Kubanischen Revolution und ist neben Fidel Castro deren wichtigste Symbolfigur. Einzelne seiner Schriften und Reden beeinflussten revolutionäre Strömungen weit über Kuba hinaus. Sein Leben wie sein Sterben führten zu einem posthumen weltweiten Personenkult.

An seinem 48. Geburtstag, am 26. Oktober finden die Krönungsfeierlichkeiten von Schah Mohammed Reza Pahlavi und seiner Ehefrau Farah statt. Farah Diba war eine Bürgerliche und diente mit ihrer aufgetürmten Frisur weltweit al Role Model.

Erst am 30. November endet die britische Kolonialherrschaft im Südjemen; daraufhin wird die  Republik Südjemen ausgerufen. Ein weitere kriegerischer Hotspot bis in unsere Tage. Heute herrscht dort eine Hungersnot.

Im Dezember erfolgt die erste Herztransplantation durch Dr. Christaan Barnard in Kapstadt. Heute eine durchaus gängige Operation.

Im Dezember wagt der griechische Könit Konstantin II. einen Gegenputsch  gegen das Obristen-Regime, der Putsch misslingt, er geht ins Exil, jedoch ohne Abdankung.

Ebenfalls zu dieser Zeit erfindet Wolfgang Hilberg  die Funkuhr. Können wir uns die Zeitumstellung auf Sommerzeit ohne Funkuhren noch vorstellen?

Vieles hat sich verändert, vieles wirkt bis heute! Eine gute alte Zeit? Ich bewzeifle das!

1967 – vor 50 Jahren, „die gute alte Zeit“?

2 Gedanken zu “1967 – vor 50 Jahren, „die gute alte Zeit“?

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