Was haben Trump und Caligula gemeinsam?

Über Trump wird viel geschrieben – und geklagt. In einem amerikanischen Magazin habe ich einen Vergleich Trump – Caligula gefunden, und zwar unter dem Motto: was geschieht, wenn die Menschen eines Landes plötzlich feststellen müssen, dass ihr Anführer vielleicht nicht ganz richtig im Kopf sein sollte.

Gaius Caesar Augustus Germanicus (*12 als Gaius Julius Caesar; † 41), postum bekannt als Caligula, war von 37 bis 41 römischer Kaiser. Caligulas Jugend war von den Intrigen eines ehrgeizigen Prätorianerpräfekten geprägt. Nach hoffnungsvollem Regierungsbeginn, der durch persönliche Schicksalsschläge getrübt wurde, übte der Kaiser seine Herrschaft zunehmend als autokratischer Monarch aus und ließ in Hochverratsprozessen zahlreiche Senatoren in willkürlicher Ausschöpfung seiner Amtsgewalt zum Tode verurteilen.

Als er 37 zum römischen Imperator wurde, freut das seine Untertanen, ein römischer Autor des Ersten Jahrhunderts schrieb, dass überall Altäre aufgestellt und geschmückt wurden, Männer und Frauen ihre besten Festtagsgewänder angelegt haben – und lächelten!

Auch der Senat hieß ihn willkommen, man sah in ihm einen frischen Wind nach der Sturheit, den langen Abwesenheiten und dem Geiz seines Großonkels, Kaiser Tiberius. Caligula dagegen war farbenprächtig, auffällig, er bot viele Gelegenheiten für frechen Tratsch. Der neue Kaiser hatte sehr rasch hintereinander vier Ehefrauen, und man sagte ihm nach, dass er mit seiner Schwester schliefe. (die römischen Geschichtsschreiber verachteten ihn, daher muss man den Tratsch eher skeptisch betrachten). Er war charmant, ungestüm, tatkräftig. Er schlief angeblich nur drei Stunden in der Nacht und hatte einen guten direkten Draht zu den Menschen.

Am Beginn seiner Amtszeit beschäftigte er sich hauptsächlich damit, seinen Vorgänger zu verunglimpfen, und alles das dieser erreicht hatte, umzudrehen und zu zerstören. Caligula versprach auch eine Steuerreform, um die Belastungen der Menschen zu verringern. Überdies machte er großspurige Versprechungen zu Infrastrukturprojekten, z.B. um den Isthmus von Korinth zu durchstechen.

Aber leider hatte Caligula wenig Erfahrung in Regierungsgeschäften und es zeigte sich, dass er vollständig unfähig war, diese Projekte auch durchzusetzen, ja überhaupt etwas zu erreichen. Und dazu kam sein persönliches Luxusleben, das dazu führte, dass er Steuern erhöhen musste.

Sueton, der römische Historiker, berichtete, dass das Heck seiner Schiffe mit Edelsteinen geschmückt, die Segel mehrfärbig waren. Auf diesen Schiffen gab es auch große Bäder, Wandelgänge, Ballsäle und sogar Weinstöcke und Obstbäume.

Die Römer akzeptierten anfänglich die Extravaganzen ihres Kaisers, sie imponierten ihnen sogar. Aber seine verschwenderischen Ausgaben brauchten sogar den Überschuss auf, den er geerbt hatte. Und Rom hatte kein Geld mehr. Das führte nun zu zunehmend verzweifelten, grausamen und tyrannischen Verhalten des Kaisers. Es wird berichtet, dass Caligula sogar ein Bordell in seinem Palast eingerichtet hatte, um zu Geld zu kommen. Und er führte neue Steuern ein, als das nicht reichte, konfiszierte er die Besitzungen der römischen Elite, die das klarerweise ablehnte. Manchmal musste er manche der Besitzer töten lassen. Er selbst war ein Feigling, aber man sagte ihm nach, dass es ihm Vergnügen machte, bei der Folterung anderer zu zu sehen. Angeblich soll er zu Folterknechten gesagt haben: „töte ihn so, dass er es spürt zu sterben“.

Caligula, selbstverliebt und sich selbst bewundernd, größenwahnsinnig, wurde zunehmend verwirrter. Angeblich rollte er sich in einem großen Haufen aus Goldmünzen, sprach mit dem Mond, den er in sein Bett einlud. Er ersetzte die Köpfe mancher Götterstatuen mit seinem eigenen Kopf, und manchmal erschien er als Gott verkleidet in der Öffentlichkeit. Er ließ sich gottähnlich verehren, und ließ einen Tempel bauen, indem er verehrt werden konnte. Laut Sueton meinte er zu seiner Großmutter: „Erinnere dich daran, dass ich das Recht habe jedem alles anzutun.“

Sueton liebte auch alles Militärische, und zuweilen trug er auch die Triumphkleidung eines Feldherrn. Es ließ den Brustpanzer von Alexander dem Großen aus seinem Grab entfernen und trug ihn selber zu bestimmten Anlässen.

Der Senat, selbst würdevoll und traditionell, beobachtete Caligula mit zunehmender Beunruhigung. Er schockierte den Senat, auch indem er manchmal Frauenkleider trug, und er vergrößerte die Spannungen, indem er die Senatoren beleidigend verunglimpfte, und seine Verachtung für die Institution zur Schau stellte.

Einer der letzten Freunde Caligulas war sein geliebtes Rennpferd, Incitatus, das ein mit Schmuckseinen besetztes Geschirr trug und in einem Marmorstall untergebracht war., manchmal lud Caligula das Pferd ein, mit ihm zu speisen.

Ein Historiker an der Princeton University meint, dass Caligula eine Lust an Streichen hatte, die ein Vierjähriger verachten würde. Er zeigte auch eine Neigung, mit allem heraus zu platzen, was ihm gerade in den Sinn kam. Z.B. hatte er vorgeschlagen, Incitatus zum Konsul zu machen. Diese Sprüche zirkulierten in Rom, denn mächtige Führer werden nicht nur ernst sondern auch wörtlich genommen.

Während Caligula Chaos verursachte, hatte Rom auch Werte, Institutionen und Sitten, die dazu führten, dass es zu Widerstand kam. Er hatte fast jeden beleidigt, hatte seine Versprechungen nicht erfüllen können. Seine geistige Stabilität wurde zunehmend in Zweifel gezogen und Caligula hatte gezeigt, dass er einfach nicht in der Lage war, zu regieren. Innerhalb von wenigen Jahren hatte er jegliche Unterstützung verloren und wurde von seiner Prätorianer-Garde im Jänner 41 ermordet.

Er war ein verabscheuungswürdiger Lenker einer großen Nation, aber Rom zeigte sich unverwüstlich (damals noch). Aber auch später noch, unter dem Kaiser Nero, der Rom wahrscheinlich anzündete, Christen hinschlachtete, der mit seiner Mutter geschlafen hatte, die dann dennoch umbrachte, seine schwangere Frau zu Tode trat, sich kastrieren ließ, einen Mann heiratete und das Reich schlecht verwaltete.

Wer immer Rom auch regierte, wie sehr Rom auch darunter litt, die römischen Institutionen und traditionellen Werte hielten das Reich aufrecht, dass es sich später zu seiner ganzen Größe entfalten konnte.

Was kann davon abgeleitet werden? Wenn sich Rom gegen instabile Regenten wehren konnte, damit es sich erholen und sich zu neuer Glorie erheben konnte, können auch andere große Nationen katastrophale Führer überleben und ihre Widerstandfähigkeit beweisen, allerdings nur, wenn die Öffentlichkeit zu den wahren Werten, Institutionen und Traditionen steht. Das war vor 2000 Jahren so und trifft auch heute zu.

Heute fehlt uns halt die Prätorianer-Garde.

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