Ein Nachtrag und ein Alptraum, aus dem man gerne aufwachen möchte

Urlaubssperren

Und noch schnell noch ein nicht-politisches Ärgernis: Mein Lieblingsbäcker macht 4 Wochen Sommerurlaub. Natürlich gönne ich allen ihre Erholung, aber ließe sich der Betrieb nicht mit weniger Personal im Sommer aufrechterhalten?

Zwietracht säen

Es war einmal ein Präsident, der seine Meinung gerne recht spontan und ohne viel nachzudenken in die Welt hinaus zwitscherte. Er hörte anderen Leuten, die über Weisheit verfügten nicht gerne zu, denn das war ihm langweilig. Er änderte seine Meinung oft und damit verwirrte er Freunde und Gegner. Er traf auch gerne andere Menschen, die ihm groß und mächtig erschienen und sprach mit ihnen – alleine – ohne Berater und ohne Vorbereitung. Er war auch sehr eitel und zwitscherte über seine großen Erfolge. Das waren aber keine Erfolge für ihn, sondern für seine Gesprächspartner – die eigentlich Gegner seines Landes waren.

Er hielt nicht nur sich für den größten und schönsten Präsidenten, er hielt auch sein Land für das größte, mächtigste und schönste aller Länder. Daher störte es ihn außerordentlich in einem Verbund mit anderen Ländern zu sein, wo auch andere sagen konnten, was sie sich dachten. Daher kündigte er Bündnisse, von denen er meinte, dass sie sein Land behinderten. Anderen Ländern, von denen er meinte, dass sie versuchten die Macht seines großen Landes zu schmälern, brummte er böse Strafen auf, selbst wenn sie vorher gute Freunde seines Landes gewesen waren. Die aber wollten sich das nicht gefallen lassen.

Waffen sind für diesen Präsidenten etwas Schönes! Die bestehenden Waffengesetze will und kann er nicht ändern, denn die Waffenlobby seines Landes hat ihn in seinem Wahlkampf unterstützt. Und im Wahlkampf befindet sich dieser Präsident dauernd, das ist nämlich etwas, das er gut kann – Regieren ist viel, viel schwieriger. Da müsste man nämlich Kompromisse schließen – und da findet der Präsident: „wo kämen wir denn da hin“. Wenn es eine Schießerei in einer Schule gibt, dann meint dieser Präsident nicht etwa, dass man den Waffenbesitz einschränken sollte, nicht doch, er meint, man solle halt die Lehrer bewaffnen, damit sie die Täter erschießen können. Puff!

Außerdem wollte er sein Land vor Eindringlingen von außen schützen, er wollte eine große, hohe, dicke Mauer um sein Land herum bauen, aber dazu fehlte ihm das Geld.  Daher ließ er alle, die in sein Land endringen wollten, abfangen, einsperren und nahm ihnen ihre Kinder weg. Diese Kinder verteilte er im ganzen Land, damit sie nicht mehr gefunden werden könnten. Das gefiel aber seinen Untertanen nicht besonders, da Familie für sie einen großen Wert hat, daher ließ er die Kinder suchen – manche konnten nicht gefunden werden – aber die gefundenen wurden zu ihren Eltern gebracht, die aber in Gefängnissen festsaßen.

Den Islam, den mag dieser Präsident schon gar nicht, und Leute, die dieser Religion angehören sind durchwegs alle suspekt, wahrscheinlich sind sie Terroristen, pfui – hinaus mit ihnen!

Wenn man Minister oder Berater hat, die nicht die Meinung des Präsidenten teilen – dann werden sie gefeuert, flugs, und weg sind sie (die guten, vernünftigen Leute)

Er kündigte das internationalen Klimaabkommen, weil – so meint er – es ja keine Klimaänderung gäbe. Zwischen 1980 und 2017 hat es im Mittel sechs folgenschwere Naturkatastrophen jährlich in den USA gegeben, zwischen 2013 und 2017 habe der Durchschnitt aber bei 11,6 gelegen. 2017 war das bislang teuerste Katastrophenjahr in den USA. Hurrikane, Tornados, verheerende Waldbrände, Überflutungen, Dürre und andere Ereignisse führten zu Rekordschäden in Gesamthöhe von 306 Milliarden Dollar. Aber, so meint dieser Präsident, es gibt ja keine Klimaänderung. Schäden des Hurricanes Maria sind noch immer nicht beseitigt, stundenlang tobte der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde über die Insel. Aber dass es dort noch immer keine regelmäßige Stromversorgung gibt, kümmert diesen Präsidenten kaum.

Er kann Lügen und Wahrheit nicht mehr unterscheiden, aber jegliche Aussage, die ihm nicht gefällt, bezeichnet er als Lüge, er verwendete das Wort „fake news“, das traf besonders Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehstationen – und Richter. Leute, von denen er sich verfolgt meint, versucht er zu zerstören.

Dieser Präsident versucht alle Macht auf sich zu konzentrieren und das Gleichgewicht, das seinem Land so lange so gut gedient hatte, „Checks and Balances“ zu zerstören. Legislative, Exekutive und die Bundesstaaten haben jeweils eigene Interessen und Befugnisse. Sie kontrollieren sich gegenseitig und werden von der Wählerschaft, von Interessengruppen und ggf. vom Supreme Court kontrolliert. Aber die wachsende gesellschaftliche Polarisierung erschwert Kompromisse.

Und international wird die seit dem Zweiten Weltkrieg bestehende „Balance of Power“ zusehends durch den Präsidenten angegriffen. „Der Westen“, geeint und stark, ist zerbröselt. Wird die Demokratie überleben?

Wichtig sind diesen Präsidenten die “white Anglsosaxon men“! Viele von denen leben in Armut, dieser Präsident scheint für sei ein Heilsbringer zu sein!  Sie glauben an seine Versprechungen und werden ihn wieder und wieder wählen, weil er sie glauben macht, dass er die frühere Welt von Kohle und Stahl wieder für sie aufbauen kann.

Frauen gehören für ihn ins Bett – wenn sie jung und fesch sind und an den Herd, wenn sie dann älter geworden sind. Starke Frauen, wie Angela Merkel oder Theresa May sind ihm von Herzen zuwider. Denen kann man ja auch nicht in den Schritt greifen, selbst wenn er glaubt, der mächtigste Mann der Welt zu sein!

Seine liebste Beschäftigung war und ist es, Zwietracht zu säen, und dann vergnügt zu zu schauen, wie sich Konflikte entwickeln.  Wenn man die US Botschaft nach Israel verlegt, dann gibt es einen Aufruhr der Palästinenser!  Wenn man Zölle erhebt, beginnt ein Handelskrieg, heißa!  Wenn man den Iran-Deal kündigt, droht Iran mit einer Sperre der Straße von Hormus. Dann kann man bitterbös zurückzwitschern, dass die USA nicht bedroht werden darf!

Über diesen Präsidenten ließe sich noch viel erzählen, aber eigentlich mag man es gar nicht hören. Man hofft nur, bald aus diesem Alptraum aufwachen zu können.

Ein Nachtrag und ein Alptraum, aus dem man gerne aufwachen möchte

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