Luxusprodukte gehen nicht in den Ausverkauf, sondern in den Müll

Wir leben wirklich in einer verrückten Welt, heute lese ich (NZZ), dass die Luxusmarken nicht verkaufte Produkte verbrennen, um „exklusiv“ zu bleiben.  Diese „exklusiven“ Stücke gehen demnach nicht in den Ausverkauf, sondern werden meist verbrannt. Dies wurde durch die Analyse (durch Greenpeace) von Geschäftsberichten dieser Luxusfirmen – konkret Burburry – herausgefunden. Mehr als 30 Millionen EURO wurden dafür ausgegeben, um „liegengebliebene“ Produkte zu zerstören, und noch weitere 10 Millionen für die Beseitigung von Kosmetikprodukten. (Für diese Summe könnte man 20 000 Stück der klassischen Regenmäntel von Burburry kaufen). Burberry wolle die Marke vor Fälschungen und einem Überangebot der Produkte im Markt schützen, heißt es in dem Geschäftsbericht von 2017/18.

Angeblich ist Burberry nicht die einzige Modemarke, die Liegen-Gebliebenes vernichtet. Teilweise werden zurückgekaufte Waren rezykliert, aber die Mehrzahl landet im Müll. Angeblich gehören zu diesen „Vernichtern“ Richemont mit Cartier und Montblanc, der Branchenführer in Luxusmarken LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton und Hermes. Sie teilten in ihren jährlichen Geschäftsberichten mit, „obsolete Lagerbestände“ zerstört zu haben. Das sei „notwendig, da die Produkte alt werden und man sie nicht mehr verkaufen kann“.  Das stimmt insofern, als man sie wahrscheinlich nicht zu dem anfänglich geforderten Preis verkaufen kann.  Man begebe sich nur ins „Goldene Quartier“ in Wien, um diese Preise festzustellen.

Überproduktion von Luxusprodukten ist keine Seltenheit. Die Labels wollen wachsen, Konkurrenten verdrängen und überschätzen dabei aber die Aufnahmefähigkeit des Marktes.

Ich weiß leider nicht, wo diese Luxusmarken ihre Waren fertigen lassen, ich weiß daher auch nicht, welche Löhne diesen Textilarbeitern bezahlt werden. Aber als sicher kann angenommen werden, dass es bei der Fertigung bereits zu Umweltschäden kommt. Nun, durch das Vernichten der liegen-gebliebene Ware kommt es neuerlich zur Schädigung der Umwelt – wo dieser Schaden anfällt ist beim europäischen Mistexport auch nicht feststellbar. Und die Kosten für diese Art des Entsorgens tragen ja ohnedies die Kunden.

Ich hab mir immer gedacht, dass Billigtextilien eine kurze Lebensdauer haben, weil sie ja meist nur eine Saison getragen werden, aber dass diese Vernichtung auch das Luxussegment trifft, habe ich nicht gewusst. Dabei sagte man doch immer in meiner Jugend, wer billig kauft, kauft teuer.

Vielleicht sollten wir den Herstellern von Luxusmarken empfehlen, etwas achtsamer bei der Planung des Produktionsumfanges vorzugehen. Denn diese Produkte nicht zu kaufen, kann man ruhigen Gewissens empfehlen, weil dafür für die Mehrheit von uns ohnedies die Preise der Produkte sorgen!

 

Luxusprodukte gehen nicht in den Ausverkauf, sondern in den Müll

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