Was haben wir gemacht, als es noch keine Bankomaten gab?

Wir sind daran gewöhnt, immer und überall – auch im Ausland (selbst in fremder Währung) – jederzeit Bargeld „abheben“ zu können. Das ist schon recht angenehm, wir können bei den Supermarktkassen auch mit unserer Bankkarte einkaufen. Es wird sogar schon darüber nachgedacht, Bargeld längerfristig überhaupt abzuschaffen. Bis dahin, so hoffe ich, ist es allerdings noch weit.  Wir können unsere Überweisungen entweder on-line durchführen, oder über im hoffentlich nahen 24-Stunden Foyer einer Bank noch mittels Zettel durchführen. Wir können uns jederzeit unsere Kontoauszüge ausdrucken lassen. Kein Wunder, dass die Personalstände unserer Banken immer kleiner werden.

Ja, aber wie war das früher, als uns das alles nicht rund um die Uhr zur Verfügung stand?  Zuallererst: Angestellte und Arbeiter hatten zu der Zeit als ich zu arbeiten anfing überhaupt kein Konto bei einer Bank. Konten bei den Banken hatten nur „Vermögende“ und selbstverständlich Firmen. Ich bekam meine ersten Gehaltszahlungen noch im Lohnsackerl, ausgezählt, bis auf Schilling und Groschen. Erst während der Siebziger Jahre begannen die Banken für Angestellten-Konten zu werben.  Recht bald sahen die Firmen ihren Vorteil darin, dass die Angestellten Konten bei Banken hatten und man somit das Geld für diese überweisen konnte, und niemand mehr erforderlich war am Monatsende Geld von der Bank zu holen und es in Sackerln für die Beschäftigten aufzuteilen. Pensionisten wurde ihre Pension vom Briefträger gebracht.

Wenn man also sein Lohnsackerl erhalten hatte, wusste man, dass man mit dem Inhalt bis zur nächsten Lohnauszahlung auszukommen hatte. Dem Vermieter der Wohnung zahlte man die Miete in bar, es kamen Kassierer für Strom, Gas, etc. Bei manchen kamen auch die damals roten oder schwarzen Parteikassiere vorbei und Marken wurden in die entsprechenden Bücherln gepickt. Allenfalls schaute auch der Mann vom „Sterbeverein“ vorbei, der die Beiträge für eine Versicherung einsammelte, die dann später für das Begräbnis aufkommen würde. Man musste seine Ausgaben sehr genau planen, weil Services wie „Überziehungsrahmen“ etc. kamen erst mit der Einführung der Angestelltenkonten. Viele hatten einen Notgroschen zu Hause, für alle Fälle. Vielleicht verfügte man über ein Sparbuch – die wurden eher von den Sparkassen als von den großen Banken geführt. Dort zahlten die Sparsamen gegen Monatsende jenen Betrag ein, der „übrig“ geblieben war.

Wir empfanden das alles als „normal“, nachdem Motto, es war schon immer so gewesen.

Dann begannen die Banken für Angestelltenkonten zu werben. Und die Firmen erkannten rasch, dass es ihnen Vorteile brächte, wenn ihre Mitarbeiter bei den Banken Konten hätten, denn es war ungleich einfacher, einmal im Moment Geld an diese Banken u überweisen, die es dann den entsprechenden Konten gutschreiben würden. Und wir – die Angestellten – holten uns das Geld dann von der Bank. Manchmal waren die „Beamten“ dort schon ein bissl gemein, wenn sie laut vor einer gefüllten Filiale darauf hinwiesen, dass man sein Konto schon wieder überzogen hätte. Und dazu konnte es jetzt leichter kommen, da man (das geschah nach und nach), Daueraufträge oder gar Einziehungsaufträge einrichten konnte. Man gab aber die Überweisungsscheine noch immer in der Bank ab, früher hatte man das bei der Post bar einzahlen müssen.

Vor mehr 50 Jahren, 1967, ist in England der erste Geldautomat aufgestellt worden. Ein Jahr später war es in Wien soweit: Der vermutlich erste Bankomat Österreichs wurde am Schottenring eröffnet. Zunächst schätzte man den Bedarf gering ein. Die damaligen Zentralsparkasse am Schottenring (heute Bank Austria), in der Inneren Stadt, stellte 1968 den vermutlich ersten Bankomaten in Österreich auf. Um Geld abheben zu können, brauchte man damals allerdings nicht nur einen Code sondern auch einen Scheck. Bis auf einige Archivbilder weiß man aber nur wenig über diesen ersten Geldautomaten.

1978 haben sich zehn österreichische Banken dazu entschlossen, ein Netz an Bankomaten in Österreich aufzubauen. Organisatorisch verantwortlich war dafür die GABE, die Geldausgabebetriebsgesellschaft. Zwei Jahre später, 1980, wurde dann der erste Bankomat in Wien in Betrieb genommen – die ersten drei standen in der Schottengasse, am Graben und am Stock-im-Eisen-Platz. Noch im ersten Jahr wurden von IBM 35 Bankomaten in Österreich aufgestellt, der Gesamtbedarf für das Land wurde auf 300 bis 400 Bankomaten geschätzt. Bei der Auswahl des Modells war ich damals dabei gewesen.

Im Gegensatz zu anderen Ländern war die Benützung für die abhebenden Kunden immer schon kostenlos. In einem nächsten Schritt wurden vermehrt Bankomaten in den Foyers der Geldinstitute bereitgestellt. Mit den Bankomaten in den Foyers haben die Banken ihren Kunden ein Service geboten und gleichzeitig ihren Kundenkontakt reduziert. Es musste daher verstärkt geworben werden! Seit den Anfängen, als das erste Bankomatnetz noch über die Telefonleitung abgewickelt wurde, haben sich die Sicherheitsstandards deutlich erhöht. Dazu beigetragen haben unter anderem verschlüsselte Hochgeschwindigkeitsstandleitungen oder auch Kameras. Ein großes und bis heute wichtiges Sicherheitsupdate kam 1995. Die Magnetstreifen konnten – vor allem international – viel zu einfach ausgelesen werden. Deswegen entschied man sich für die Einführung und den Ausbau des Chip-Systems. Dieses ist deutlich sicherer und heute auch Basis mobiler Bezahltechnologien, da sich die Chips auf den Karten und Handy-SIM-Karten grundsätzlich ähneln und nach dem heutigen Stand der Technik nicht ausgelesen werden können.

Es kam zu einem gewissen Höhepunkt bei der Anzahl der Bankomaten in Österreich, aber durch die Schließung vieler Filialen wurden  viele Bankomaten einfach abmontiert. Dennoch ist es meist nicht schwer, bei uns zu Bargeld zu kommen.

Aber es blieb nicht bei den Bankomaten, es kamen auch jene Geräte – besonders in den Foyers dazu – mit denen man seine Kontoauszüge ausdrucken, oder Überweisungen durchführen kann. Jedes Gerät gibt auch Auskunft über den Kontostand.  In den Foyers stehen auch Münzzählapparate und oft wird auch dort Musik abgespielt (ich gebe zu, dass mich das stört).

Und dann ist auch noch on-line Banking dazu gekommen, damit man alles dies (mit Ausnahme der Bargeldbeschaffung) von zu Hause aus machen kann.

Es ist schon vieles bequemer geworden, seit der „Lohnsackerlzeit“.

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Was haben wir gemacht, als es noch keine Bankomaten gab?

Gedanken zu einem Fest in Transdanubien

Gestern war ich zu einem großen Geburtstagsfest eingeladen. Ein Freund und Kollege meines Mannes feierte einen „Runden“.   Ich habe mich sehr über diese Einladung gefreut, denn als „übriggebliebene“ Ehefrau und Witwe ist man nicht immer und überall . Außerdem hoffte ich, alte Freunde (meines Mannes) wieder zu sehen.

Aber da war etwas, was mich dennoch störte, das Fest sollte in „Transdanubien“, also in einem Gebiet jenseits der Donau stattfinden, also in diesem Fall in Donaustadt, im 22.  Bezirk von Wien. Die meisten alteingesessenen Wiener haben eine gewisse Scheu in diese Gebiete zu gehen. Dabei zeichnet sich die fast ein Viertel des Wiener Gemeindegebiets ausmachende Donaustadt durch ein vielfältiges Erscheinungsbild aus. Neben Großwohnsiedlungen wie den Trabrenngründen und Einfamilienhaussiedlungen findet sich das Büro- und Wohnhochhausviertel Donau City und die Seestadt Aspern, die zu den größten aktuellen Stadtteilentwicklungsprojekten Europas zählt. Der 22. Bezirk beherbergt zudem wichtige Naherholungs- und Naturschutzgebiete wie die Alte Donau und die Lobau sowie einen Teil des landwirtschaftlich geprägten Marchfelds. Ja, natürlich zum Baden gehen die Wiener gerne hin, aber um ein Fest dort zu feiern, wenn es auch im Wohnhochhausviertel Donau City stattfindet, sind sie zuweilen etwas zögerlich.

Da ich ja autolos unterwegs bin, fuhr ich mit der U-Bahn nach Kaisermühlen. Kaisermühlen war bis 1850 eine eigenständige Gemeinde. Das 1674 erstmals urkundlich erwähnte Kaisermühlen (damals noch lautend auf „Hof- und Kaisermühlen“) gehörte ursprünglich zu Stadlau. Der Name bezieht sich auf die damals dort ansässigen Mühlenbesitzer und Schiffer, deren Schiffmühlen sich am Kaiserwasser, einem wichtigen Arm des damaligen Donauverlaufs bei Wien, befanden. Auch auf dem Wappen Kaisermühlens ist eine Schiffmühle abgebildet. Viele Wiener assoziieren mit dem Begriff aber eine Fernsehserie namens Kaisermühlenblues, in der es eher ziemlich „proletarisch“ zuging.

In diesem Wohnhochhausviertel befand sich anfänglich nur der Gesamtkomplex der UNO-City am Rand des Donauparks. Zu ihr gehören das 1979 eröffnete Vienna International Centre, das Amtssitze internationaler Organisationen umfasst, und das später errichtete Austria Center Vienna, ein von Österreich betriebenes Kongresszentrum. Um den Bau dieses Konferenzzentrums gab es anfangs heftige politische Auseinandersetzungen. Ich hatte zwar relativ lange Zeit für die Internationale Atomenergie Organisation gearbeitet, allerdings bevor sie in das in das Vienna International Centre übersiedelt war. Ich hatte eine gewisse Scheu dorthin zu gehen, man ist als „Ehemalige“ selten willkommen und die die damals sonst noch unüblichen Kontrollen schreckten mich weiter ab.

Na, jedenfalls, bei der UNO-City allein blieb es nicht. Unter großem medialem Getöse wurden dort nun nach und nach mehrere Hochhäuser errichtet. Aber ursprünglich war das Areal „Überschwemmungsgebiet“ gewesen. Erst die Donauregulierung von 1870 bis 1875 machte das Areal der Donau City durch den neu angelegten Hubertusdamm, der parallel zum neuen Hauptstrom das Hinterland vom Überschwemmungsgebiet abgrenzte, hochwassersicher. 1935 erwarb die Stadt Wien dieses Auland vom Stift Klosterneuburg. Teile des Areals dienten zwischen den Weltkriegen und danach als Mistablagerungsstätte, andere Teile wurden mit Schrebergärten besiedelt. Die schlechte Bauqualität der in Notzeiten errichteten Hütten führte zum Namen Bretteldorf. Die Pachtverträge der rund 1000 Einwohner dieses Gebietes wurden von der Stadt bis in die 1960er Jahre nach und nach gekündigt. Im Gegenzug erweiterte diese die Mülldeponie. Die Freimachung des Geländes (die frühere Deponie wurde nur oberflächlich saniert) und die Abhaltung der Wiener Internationalen Gartenschau 1964 (WIG 64) auf einem Teil des Areals bildeten die Initialzündung für alle weiteren städtebaulichen Investitionen. Der ab 1962 errichtete Donauturm wurde zum Wahrzeichen der Gegend; das Gartenschaugelände blieb als sogenannter Donaupark Großteils bis heute erhalten. Dies änderte sich, als Österreich 1967 den Vereinten Nationen (UNO) ein Amtssitzzentrum in Wien versprach. Der Einsturz der zweiten Reichsbrücke 1976 sollte eine zusätzliche Aufwertung des Areals bedeuten. In die bis 1980 wiedererrichteten Brücke wurde nun auch eine U-Bahn-Trasse eingeplant. Über die Station Kaisermühlen – Vienna International Centre – ist das Stadtzentrum seither in wenigen Minuten erreichbar. 1972–1988 wurde die Donau im Raum Wien neuerlich reguliert, um verbliebene Hochwassergefahren zu beseitigen. Neben dem Areal der heutigen Donau City entstanden dabei, parallel zum Hauptstrom, die Neue Donau, ein zumeist stehendes Gewässer, das sich für Freizeitnutzung eignete, und die Donauinsel zwischen Neuer Donau und Hauptstrom, die nach Entscheid der Stadtverwaltung nicht verbaut werden darf.

Nach Absage einer geplanten Expo war man bestrebt, das ungenutzte, aber bereits im Umbau befindliche Areal weiter baureif zu machen und zu entwickeln. Es wurde ein Masterplan für einen neuen, multifunktionalen Stadtteil beauftragt. Die Donau City war geboren. Bereits im Zuge der Planungen für die Weltausstellung war erwogen worden, die Donauufer-Autobahn A22 im Bereich des VIC zu überplatten, auch im Hinblick auf eine spätere Nachnutzung des Geländes.

Von dieser Station Kaisermühlen suchte ich nun den Ares-Tower zu erreichen. Eigentlich hatte ich ihn schon aus der U-Bahn gesehen, aber das bedeute ja nicht, den Weg dorthin zu finden. Ich machte mich auf und ich muss gestehen, dass meine Vorstellung vom „22sten“ gründlich über den Haufen geworfen wurden. Die Gegend wirkte allerdings verlassen (ähnlich hatte ich mich im „neuen St. Pölten“ an einem Sonntag späteren Nachmittag gefühlt). Aber schon war ich im Ares-Tower, mit einem Lift in den 19. Stock, dort wurde empfohlen, den Mantel nicht abzugeben, denn man könnte auf eine Terrasse gehen. Man stapfte noch 2 Stockwerke hinauf und von dort aus durch eine verglaste „Veranda“ auf die Terrasse, wo kalte und heiße Getränke und Maroni warteten. Aber der Blick von dort über Wien ist atemberaubend.

Zum Fest ist noch zu sagen, dass es wirklich alle meine Erwartungen erfüllte. Leider harrte ich nicht ganz zum Ende aus und zur Station Kaisermühlen ging ich dann auch nicht mehr, aber ein Taxi führte mich auf sehr verwirrenden Wegen aus den Donau-City Komplex auf die Reichsbrücke und in wenigen Minuten war ich dann zu Hause.

Ich muss mich am Riemen reißen und nicht immer so viele Vorurteile hegen, von z’ wegen Transdanubien!

Gedanken zu einem Fest in Transdanubien

Die sehr alt(-modisch-)e Großmutter wieder unterwegs

Es war wieder einmal soweit! Die Enkeltochter sollte vom Kindergarten abgeholt werden. Die Großmutter kam etwas knapp. Die Kinder zogen sich bereits ihre Mäntel etc. an. Es war gar nicht leicht, denn die Kinder saßen weitgehend am Boden, dazwischen lagen Handschuhe, Hauben Schals, Schuhe etc. Endlich drang ich durch das Gewurl zu meiner Enkelin vor. Nun wurde sofort aufgeregt berichtet, denn das Kind hatte die vergangene Nacht bei einer (ebenfalls) anwesenden Freundin geschlafen. Stolz wurde mir der ausgeborgte Pullover vorgeführt. Weitere Kleidungsstücke – es ist halt Winter – wurden angezogen. Große Probleme hatten wir mit den Handschuhen, die ebenfalls von der Freundin stammten. Nachdem die Großmutter sich diesbezüglich recht ungeschickt anstellte, sollte eine der Tanten bemüht werden. Die warten aber gerade damit befasst, ein heulendes Kind mit Beule am Hirn zu trösten, und den anderen, die leugneten, für das Hinunterstoßen verantwortlich zu sein, zu erklären, dass das eine falsche Handlungsweise wäre. Ich hatte ja Gelegenheit, diesen Vorgang zu beobachten: einige größere Buben hatten den kleinen, der auf einer Bank stand, ziemlich bedrängt, dass er herunterfiel. Ob das darauf zurückzuführen war, dass dieser Bub chinesisch aussah, oder der Grund ein anderer war, weiß ich nicht, aber es sah mir sehr nach Mobbing aus (ich hatte mich nämlich schon gewundert, dass dies in dem Alter schon stattfindet). Der kleine Heruntergestoßene – mit einer großen Beule – heulte lautstark, die Verursacher hielten sich die ostentativ die Ohren zu. Ich wandte mich wieder „meinem“ Kind zu, das erklärte fertig zu sein. Ich nahm Rucksack (ich wundere mich jedes Mal, wie groß und eigentlich schwer der ist -ich hatte als Kindergartenkind ein kleines Körberl umgehängt, in dem in der Früh meist ein Apel und ein Butterbrot verstaut worden waren), die Tasche (die zum Übernachten vorgesehen gewesen war, und aus der eine rothaarige Puppe hervorlugte) den Helm und wir verließen das Lokal. Die Fäustlinge hatten wir wegen Unverwendbarkeit eingesteckt worden. Nachdem die Tür zugefallen war, entdeckte die Enkelin, dass sie noch die Schlapfen anhatte, wir kehrten zurück und nun mussten noch die Stiefel angezogen werden, alleine – wie ich erstaunt feststellte. Endlich draußen, wandten wir uns zum „Parkplatz“ (für Roller und Kinderwägen) zu, wo der rosa Roller hervorgezogen wurde.  Wenigstens der Rucksack wurde über die Lenkstange des Rollers gehängt, die Großmutter mit Tasche (wie Sie schon wissen, mit rothaariger Puppe) und Helm trabte hinterdrein.

Unser Ziel war es nicht, schnell nach Hause zu kommen, sondern es sollte das großmütterliche Weihnachtsgeschenk gekauft werden, so da sind Schafe und Hirten für die Krippe. Ich kaufe die Weihnachtsgeschenke für Kinder immer nach den Festtagen, da wissen sie schon, was sie sich gewünscht und nicht bekommen haben. Sie dürfen es mit mir selbst aussuchen. Meine Schwiegertochter hatte freundlicherweise bereits herausgefunden, dass diese Objekte in meiner Lieblingsspielwarenhandlung in der Rauhensteingasse „ausgegangen“ wären, sie aber in der Westbahnstraße, im Spielwurm, noch lagernd wären. Sie hatte auch gemeint, dass ich vom Kindergarten (Hamburgerstraße) am besten mit dem 13A dorthin käme.

Das Kind und ich begaben uns zur Haltestelle des 13A, diese befindet sich direkt vor einem großen Zuckerlgeschäft, mit sehr attraktiver Auslage. Selbst mir fiel einiges durchaus Begehrenswertes auf, aber das brave Kind machte diesbezüglich keinen Muckser und so warteten wir halt auf den Autobus. Sind Sie schon einmal mit einem kleinen Mädchen, einem Rucksack, einer Tasche, einem Helm und einen rosa Roller in einen vollen Autobus eingestiegen? Ich hatte große Schwierigkeiten mich irgendwo anzuhalten, das ist aber bei diesen City-Bussen dringendst angeraten, da sie mit Schwung durch enge Gassen und um scharfe Kurven fahren.  Auch das, und auch das Aussteigen (Durchwuzeln) schafften wir durchaus noch souverän.

Da ich relativ rasch von zu Hause weggegangen war, hatte ich mir – gegen meine sonstigen Gewohnheiten – den Weg von der Haltstelle zum Geschäft nicht vorher angeschaut. Das Kind wartete geduldig, bis ich mir den Weg auf der Karte gesucht hatte. Gar so nahe war’s nun auch wieder nicht. Meine Schwiegertochter bemisst Wegstrecken nach der Zurücklegung mit dem Fahrrad. Zu Fuß gehend, schaut das alles etwas anders aus. Also durch die Kirchengasse in die Margaretenstraße, die Neubaugasse querend endlich in die Westbahnstraße. Ich überlegte mir bereits beklommen, wie sich der Rückweg in die Gumpendorfer Straße gestalten würde. Meine Schwiegertochter hat gemeint, zu Fuß wäre es eh nicht so weit …. Das ist wohl abhängig von der Perspektive!

Brav trabte das Kind auch die letzten Meter zum Spielwurm. Ein nettes Geschäft, man bietet Holzspielzeug an. Ich aber bekam vorerst einen Sessel und ein Glas Wasser.  Dann begann der Prozess des Aussuchens. Es ging primär um die Größe der Figuren. Nachdem das geklärt war, konnten die Haltung der Schafe, stehend, liegend, laufend, weiß oder schwarz in Angriff genommen werden. Der Hirte mit Stab stellte keine großen Probleme, da es nur ein „Modell“ gab. Auf Nachfrage stellte ich fest, dass bei der Krippe wohl auch die drei Könige fehlten, also nahm ich den einzigen Verfügbaren noch mit (nächstjähriger Besuch damit festgelegt). Sternsinger wollte ich nicht – stattdessen.

Auftragsgemäß rief ich meine Schwiegertochter an. Sie hatte bereits den Bruder des Mädchens aus der Schule geholt und war zwar auf dem Weg nach Hause, würde das Kind aber mit dem Lastenrad von der Haltestelle des 13A in der Neubaugasse abholen. Kaum hatten wir den ersten Autobus wegfahren lassen, erschien schon „die Mama“ mit Bruder und Lastenrad. Nun stieg der Bruder aus, das Mädchen wurde mitsamt Rucksack, Tasche, Helm und Geschenken (der Schulrucksack des Buben und einige Einkäufe blieben auch drin – was so ein Lastenrad alles fassen kann) im Lastenrad untergebracht, mein Enkelsohn begleitete mich auf dem Weg in dessen „zu Hause“. Wir fuhren wieder mit dem wohlgefüllten 13A. Mein Enkelsohn erklärte mir bereits, was er sich zu Ostern (lieber aber schon vorher) von mir wünschte: ein Gerät, mit dem drechseln kann. Er versprach mir auch einen Kerzenleuchter aus seiner Produktion. Na bitte. Jedenfalls würde ich nicht mit dem Einkaufen belastet: wir besorgen das und du zahlst, war seine diesbezügliche Aussage.

Dann angekommen, las ich Geschichten vor – das ist nicht so unüblich – aber diese wurden mittels Handys aufgenommen, und dann auf ein Gerät übertragen, das die Kinder selbst bedienen können. Jetzt brauch ich nicht einmal mehr anwesend sein, und die Kinder die Geschichte hören (oder auch nicht?), die ich gesprochen habe. (Das Betriebssystem meines Handys ist zu alt, das kann dieses neumodische Zeug noch nicht – ich werde das Gerät aber nicht austauschen, auch wenn es angeblich billige Versionen von Smartphones derzeit beim Hofer gibt!)

Also: für Fortsetzung der Großmutter Geschichten ist jedenfalls gesorgt.

Die sehr alt(-modisch-)e Großmutter wieder unterwegs

Der siebente Tag

Ich freue mich auf das Wochenende – wie viele Menschen, selbst wenn ich schon „in Pension“ bin, und eigentlich jeder Tag ein „freier“ (haha) Tag ist, freue ich mich auf das Wochenende. Aber der Ruhetag geht auf die Religionen zurück. Daher gibt es bei den abrahamitischen Religionen auch gleich drei „Ruhe“-, bzw. Gebetstage. Dieser Siebente Tag fällt je nach Religion an einen anderen Wochentag. Die Juden feiern ihn am Samstag, Sabbath, die Christen feiern ihn am Sonntag, Auferstehung des Herrn, und die Muslime – wenn und wo es ihnen möglich ist – am Freitag.

Judentum

Dass es einen Ruhetag geben soll, ist schon in der Bibel festgeschrieben: Gott erschuf in sechs Tagen die Erde und am siebenten Tag ruhte er von seinen Werken. „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ – so heißt es im ersten Vers der Bibel. Das Ende des Schöpfungswerks am siebten Tag ist der Sabbat: „Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.“

Und auch in den 10 Geboten heißt es:   „Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage“. Schon da zeigt sich auch der soziale Aspekt dieses „Ruhetages“.

Christentum

Die ersten Christen und Christinnen stammten aus dem Judentum und begingen deshalb zunächst den Sabbat. Als das Christentum sich über die ganze Welt ausbreitete, kamen jedoch mehr und mehr Christen nicht aus dieser Tradition. Dagegen wurde der auf den Sabbat folgende Tag, der Sonntag, zum wichtigsten Tag der christlichen Woche. Nach dem Zeugnis der Evangelien galt er als Tag der Auferstehung Jesu Christi.

Unter Kaiser Konstantin wurde im Jahr 321 die Feier des Gottesdienstes mit dem arbeitsfreien Ruhetag am Sonntag verbunden; in der Folge dessen war gegen Ende des 4. Jahrhunderts der Sonntag als christlicher Ruhetag etabliert. Im Mittelalter galt der sonntägliche Gottesdienstbesuch als Kirchengebot.

Islam

Neben dem Judentum und dem Christentum kennt auch der Islam den siebentägigen Feiertagsrhythmus. Der Freitag ist ein sehr wichtiger Tag für Muslime.  Er ist bedeutungsvoller und vorteilhafter als jeder andere Tag in der Woche.  Es ist der Tag, an dem sich die Muslime versammeln, um gemeinsam zu beten. In vielen islamischen Ländern nimmt der Freitag die Rolle des Ruhetags ein, wobei der Tag früher nicht arbeitsfrei war, sondern nur jedermann der mittägliche Besuch der Moschee ermöglicht werden sollte. Arbeitsfreier Tag wurde der Freitag in islamischen Ländern im 20. Jahrhundert. Da auf Arabisch der Sonntag den Namen yom al ahad („erster Tag“) trägt, ist diese Bezeichnung als arabisches Lehnwort oder als Übersetzung in den Sprachen der meisten Muslime zu finden. Ursprünglich hatte Mohammed den muslimischen siebenten Tag auf dem Samstag gelegt. Als es aber dann in Medina zu den Auseinandersetzungen mit den Juden gekommen war, wurde entschieden, einen „eigenen“ islamischen Tag festzulegen. Diese Festlegung des Gemeinschaftsgottesdienstes wurde damit erklärt, dass der Tag sich in Medina als Markttag und somit als Versammlungstag bereits eingebürgert hatte.

Frühere Festlegungen

Vorher hatte es nicht überall die „7-Tage-Woche“ gegeben. In der griechisch-römischen Antike wurde der Jahresverlauf vor allem durch periodische Feste eingeteilt. Innerhalb der Monate wurden regional unterschiedliche Tage hervorgehoben (für die römische Zeit: Kalenden, Nonen, Iden). Für die frühe römische Zeit ist die Nundinalwoche (8-Tage-Rhythmus) als allgemeine Verbindlichkeit hoch umstritten, in griechischen Poleis ist aber oft ein 10-Tage-Rhythmus zu finden (Dekade). Mit der ursprünglich babylonischen 7-Tage-Woche wurden von Griechen und Römern auch die Bezeichnungen der Tage nach den alten sieben Planeten (einschließlich Sonne und Mond) übernommen. Auch die Germanen hielten es, so, Sonntag: Tag der Sonne, Montag: Tag des Mondes, etc. Bereits ab Gaius Iulius Caesar ist eine Berücksichtigung der jüdischen Sabbatwoche belegt. So hieß der erste Tag, der der Sonne gewidmet war, lateinisch dies solis. Rechtlich kann die Verbindlichkeit dieser 7-Tage-Woche erst mit Kaiser Konstantin ab 321 n. Chr. in der Gesetzgebung zur Arbeits- und Gerichtstagsfreiheit des Sonntags festgemacht werden. Die Übernahme der Wocheneinteilung durch die Germanen erfolgte im vieren Jahrhundert.

Heute

Der Betrieb von Maschinen und Anlagen, deren Abschaltung für einzelne Tage nicht möglich ist, dringende landwirtschaftliche Arbeit sowie die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung von Sicherheit und Versorgung begründen Sonntagsarbeit entgegen den Glaubensregeln auch unter sozialen und humanitären Aspekten. Daher lassen Arbeitsgesetze für den Sonntag entgegen der Sonntagsruhe entsprechende Ausnahmen zu. Dennoch bleibt der Sonntag als „großes Kulturgut“  auch außerhalb von Religionen zu schützen. In der Allianz für den freien Sonntag haben sich der Kirchliche Dienste und die Gewerkschaften zusammengeschlossen, um sich für den Schutz des Sonntags als arbeitsfreiem Tag einzusetzen.

Im europäischen Recht war der arbeitsfreie Sonntag noch bis in die 90er Jahre verankert, dann kippte der Europäische Gerichtshof die Klausel. Seither liegt es an den jeweiligen Ländern: So entschied erst Ende 2013 ein britisches Gericht, dass christliche Arbeitnehmer Sonntagsarbeit nicht unter Verweis auf ihren Glauben ablehnen dürften. Daher können unter anderem im katholischen Polen die Geschäfte ohne Einschränkungen am Sonntag öffnen. Auf Druck der katholischen Kirche und der Gewerkschaft Solidarność möchte das die nationalkonservative Regierung ändern: ab 2020 müssen Einkaufszentren und Supermärkte grundsätzlich geschlossen bleiben; nicht betroffen sind kleinere Familienbetriebe, Tankstellen und Bahnhofsgeschäfte.

2011 gründete sich die „European Sunday Alliance“ (europäische Sonntagsallianz). Gewerkschaften, Kirchen, Sportverbände und Sozialorganisationen setzen sich damit für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags als Teil des europäischen Kulturerbes ein.

Ich schlage vor: wir freuen uns gemeinsam auf das kommende Wochenende. Allen die arbeiten müssen wünschen wir, dass ihnen die Arbeit Freude macht und sie hinterher ihre Freizeit während anderer Tage genießen können.

Der siebente Tag

Als die Frisur der Farah Diba in Wien zum Vorbild wurde

Es gab einmal eine Zeit, da war der Iran noch keine Islamische Republik. Das war bis vor 40 Jahren. 1979 kam es im Rahmen der Islamischen Revolution zur Absetzung von Schah Mohammad Reza Pahlavi und zur Beendigung der Monarchie im Iran. Symbolfigur und Revolutionsführer war der Ajatollah Ruhollah Chomeini, der ab 1979 gegen weitere revolutionäre und säkulare Gruppen sein Staatskonzept von der Regentschaft der Geistlichkeit („Statthalterschaft des Rechtsgelehrten“) zum Teil mit Gewalt durchsetzte und neues Staatsoberhaupt wurde.

Ich kann mich noch sehr gut an die Schah-Zeit erinnern. Leider habe diese Weltgegend nie bereist, mein Mann war einmal dienstlich dort gewesen, daher kam es später als Urlaubsland nicht mehr ganz so infrage. Es gab andere Prioritäten.

Das heißt aber nicht, dass ich mich für das Land nicht interessierte. Der Begriff „Iran“ bezieht sich im eigentlichen Sinne auf eine viel größere Region, die die Gebiete der modernen Staaten Afghanistan, Tadschikistan, Irak, Aserbaidschan, Usbekistan, Turkmenistan und Teile Pakistans und der Türkei miteinschließt. Schon aus dem Geschichtsunterricht sind uns die Namen Kyros Der Große, Schah von Iran, der bedeutende Militärstratege Dareios, ebenfalls der Große   bekannt. Viel habe ich über Alexander und seinen berühmten Feldzug gelesen. Und nicht nur Alexander hatten viele Auseinandersetzungen mit dem Parterreich auch die Römer kämpften dort.  Erst in den großen erfolgreichen Feldzügen des Islamischen Reiches konnten die Perser besiegt werden.

Um nur die großen Perioden zu erwähnen: die Mongolen (später die Timuriden) errichteten dort   die Dynastie der Ilchane, die für politische Stabilität sorgten.  Nachhaltig für die spätere Geschichte war wahrscheinlich die Tatsache, dass um ca. 1500 der schiitische Islam zur Staatsreligion wurde. Viel später kam dann die Zeit, als Russland Interesse an Gebieten hatte, die auch für den Iran Teil seines Reiches waren.

Um gleich ins 19 Jahrhundert zu springen: Am 12. Dezember 1925 beschloss das Parlament, Reza Pahlavi zum Schah zu erheben. Die Krönungszeremonie fand 1926 statt. Er regierte bis 1941. Ihm folgte sein Sohn Mohammad Reza Pahlavi am 17. September 1941, der am 16. Januar 1979, also vor 40 Jahren, den Iran verließ. Zu Beginn dieser Periode wurde das Wirtschafts-, Straf- und Zivilrecht nach europäischen (französischen) Vorbildern unter Wahrung islamischer Elemente umgestaltet. Die Transiranische Eisenbahn wurde erbaut. Von 1928 bis 1938 entdeckte man im Land große Ölfelder. Westliche Kleidung bei Männern wird vorgeschrieben. 1935 wurde die Landesbezeichnung „Persien“ auch in Europa und Amerika durch die im Land selbst gebräuchliche und offizielle Landesbezeichnung „Iran“ ersetzt. Im selben Jahr wurden die Anglo-Iranian Oil Company sowie die Universität in Teheran gegründet. Am 7. Januar 1936 wurde der Schleier (Tschador) für Frauen verboten, diese Regelung war damals nur schwer durchsetzbar. Auch der zweite Weltkrieg zeigte hier seine Auswirkungen: 1941 rückten britische und sowjetische Truppen im Rahmen der anglo-sowjetischen Invasion von Norden und Süden in den neutralen Iran ein. Es kam zu einem Waffenstillstand. Die neue Regierung akzeptierte die Forderungen Großbritanniens und der Sowjetunion, darunter die Freistellung von Eisenbahn- und Straßenanlagen für den Transport von Kriegsmaterial an die Sowjetunion. Im September, musste Reza Schah Pahlavi auf Druck der Alliierten zu Gunsten seines Sohnes Mohammad Reza Pahlavi (1919–1980) abdanken.

1942 wurde ein Abkommen zwischen Großbritannien, der Sowjetunion und dem Iran geschlossen. Darin wurde festgelegt, dass alle alliierten Truppen spätestens sechs Monate nach Kriegsende den Iran verlassen müssen. 1943 erklärte der Iran den Achsenmächten den Krieg. Die britischen Besatzungstruppen verließen nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1946 das Land. Die sowjetischen Truppen blieben! 1946 wurde die von der Sowjetunion unterstützte Republik Kurdistan in Mahabad ausgerufen, der bislang einzigen kurdischen Staates der Neuzeit. Auf massiven Druck – US-Präsident Truman drohte Stalin mit dem Einsatz von Atombomben – verließ dann auch die Rote Armee das Land. Hierauf eroberten iranische Truppen die Republik Mahabad zurück. 1951 verabschiedete das iranische Parlament die Verstaatlichung der in britischer Hand befindlichen Anglo-Iranian Oil Company. Großbritannien blockierte daraufhin den Verkauf iranischen Öls, was zu einer Wirtschaftskrise im Iran führte. 1951 wurde Mohammad Mossadegh vom Schah zum neuen Premierminister ernannt; zwei Tage später verabschiedete das Parlament das Ausführungsgesetz zur Verstaatlichung der Ölindustrie. Mossadegh wurde durch die Armee gestürzt – mit Hilfe der CIA! 1963 wurde das von Schah Mohammad Reza Pahlavi initiierte Reformprogramm der weißen Revolution zur Modernisierung des Landes bestätigt, das unter anderem eine Bodenreform sowie das Frauenwahlrecht vorsah. 1964 wurde Chomeini ins Exil in die Türkei verbannt. 1967 wurde das Gesetz zum Schutz der Familie eingeführt. Dieses Gesetz erschwerte die Scheidung für Männer, erleichterte sie für Frauen und gab Frauen die Möglichkeit, nach der Scheidung vom Familiengericht das Sorgerecht für ihre Kinder zugesprochen zu bekommen.

Der Schah war mit Farah Pahlavi verheiratet. Ihre romanische Liebesgeschichte begeisterte viele Frauen in Europa.  Farahs Frisur wurde zur Mode und wurde von vielen Damen (mit viel Haarspray) nachgeahmt. Iranische Frauen galten als besonders elegant. Das Leben dort war weitgehend westlich ausgerichtet. Im Jahr 1971 fand die 2500-Jahresfeier der Iranischen Monarchie mit Festlichkeiten in Persepolis (gegründet 520 v. Chr. von Dareios I.) und Teheran statt. 1977 geriet das Land in eine Versorgungskrise. Die von Intellektuellen getragene Nationale Front forderte das Ende der „Diktatur des Schahs“.

Am 7. und 8. Januar 1978 kam es zu Demonstrationen für Ayatollah Chomeini. Am 8. August versprach der Schah politische Freiheiten, freie Wahlen und die Pressefreiheit; gleichwohl gingen die Demonstrationen weiter und es gab schwere Unruhen. Als Konzessionen an die Schiitenpartei wurden die Wiederzulassung politischer Parteien, die Rückkehr zum islamischen Kalender und die Schließung der Spielkasinos beschlossen. Am 7. September kam es zu einem Generalstreik; dieser legte die Ölproduktion still. Neun Tage später starben beim zweitschwersten Erdbeben der iranischen Geschichte 15.000 bis 25.000 Menschen. Am 5. November bildeten Chomeini und die Nationale Front in Paris die Iranisch-Islamische Nationalbewegung. Der Schah verließ am 16. Januar 1979 den Iran und reiste nach Ägypten. Am 4. November 1979 besetzten etwa 400 Iraner die US-Botschaft in Teheran. 52 Mitarbeiter der Botschaft wurden 444 Tage als Geiseln festgehalten, um die Auslieferung des Schahs zu erzwingen. Dies wurde von US-Präsident Carter abgelehnt.

Der Schiitenführer Ruhollah Chomeini (1902–1989), der am 1. Februar in den Iran zurückgekehrt war, wurde die oberste Autorität des Iran. Was sind aber 40 Jahre im Anblick dieser Jahrtausende alten wechselvollen Geschichte dieses Landes.

Als die Frisur der Farah Diba in Wien zum Vorbild wurde

Ein Kommentar zu einem sehr spannenden, berührenden Buch

Wie bereits mehrmals hier erwähnt, lese sich gerne „Historische Romane“, besonders jene, die in Zeiten spielen, über die ich wenig weiß in Gebieten, die mich dennoch interessieren.

Eines jener Bücher, die ich kürzlich gelesen habe, hat mich wirklich sehr berührt. Es heißt „Winter in Madrid“ und wurde von C.J. Sansom geschrieben. Es geht um die Zeit knapp vor Ende aber besonders nach dem Spanischen Bürgerkrieg.

  1. J. Sansom, geboren 1952 in Edinburgh, als einziges Kind einer presbyterianischen Familie, zählt in England zu den historischen Romanciers. Sansom studierte an der University of Birmingham und promovierte über die Südafrikapolitik der Labour-Party. Er arbeitete unter anderem auch als Rechtsanwalt für Benachteiligte, bevor er sich dem Schreiben zuwandte.

Zum Background des Buches: 1940: Nach dem gerade beendeten Bürgerkrieg liegt Madrid in Ruinen. Die Menschen hungern, während die Nazis ihren Siegeszug durch Europa fortsetzen. Großbritannien ist der einige verbliebene Feind der Deutschen und Franco überlegt, ob er seine Neutralität aufgeben soll.

Der „Held“ des Buches ist ein Veteran aus Dünkirchen, der dort gerade noch davongekommen ist. Er wurde als Spion rekrutiert, ein Geschäft, das ihm aber gar nicht liegt. Er soll einen ehemaligen Schulfreund ausspionieren, der in Madrid dunkle Geschäfte betreibt. Dessen Freundin sucht selbst den dritten der drei Schulfreunde, der in Spanien als internationaler Legionär und Kommunist gekämpft hat und als vermisst – wahrscheinlich tot, gemeldet wurde, was sie aber nicht bereit zu glauben ist.  Ich selbst habe ja Madrid auch noch in den fünfziger Jahren kennen gelernt, wo es auch noch Spuren des Bürgerkrieges und der entbehrungsreichen Nachkriegszeit gegeben hat. Aber für die „kleinen Leute“ muss es damals, in den vierziger Jahren wirklich schrecklich gewesen sein. Die Reichen und die Politklasse lebten üppigst.

Das Buch ist wohl aus einem eher „linken“ Bockwinkel geschrieben und versprüht ziemlichen Hass auf die katholische Kirche. Dennoch ist es spannend und hat mir Einblick in eine Zeit und Gegend gewährt, worüber ich sehr wenig wusste.

 

Ein Kommentar zu einem sehr spannenden, berührenden Buch

Wo die Volksvertreter nicht das Volk vertreten

Ich fürchte, ich habe vollständig falsche Vorstellungen von DEMOkratie. Auf Grund vieler Umfragen ist anzunehmen, dass die britische Bevölkerung ca. zu Hälfte für und zur Hälfte gegen den Brexit ist. Man kann auch davon ausgehen, dass die Briten begriffen haben, was ein „harter Brexit“ für sie bedeuten würde (ich hoffe noch immer würde und nicht wird). Und was machen die VOLKSvertreter im Parlament? Sie stimmen zu zwei Dritteln gegen einen geordneten Brexit! Die Wirtschaft tobt.  Die Brexit Vertreterhaben KEINE Lösungsvorschläge für Reglungen nach einem Hard Brexit vorgelegt.

Das ist die Situation in der „ältesten Demokratie der Welt“?

Meine Bewunderung gilt (nicht dem Verhalten, sondern der Haltung) der standhaften Theresa May!

Wo die Volksvertreter nicht das Volk vertreten