Mein Handy kann noch viel mehr: der Hotspot und meine Lesegewohnheiten

Eine „Service“-Funktion auf dem Handy ist der so genannte Hotspot. Nun, ich wusste lange nichts damit anzufangen. Bis ich mir einen E-Book-Reader kaufte.

Als ich zu lesen begann, in meiner Kindheit, mein erstes selbstgelesenes Buch war “die Schneemänner“, von Annelies Umlauf-Lamatsch, gab es nur den „Hardcover“ der natürlich nicht so genannt wurde.  Etwas später gab es von derselben Autorin „Der kleine Peter in der Katzenstadt“ und „Hannerl in der Pilzstadt“. Bücher waren teuer und daher auch kostbar. Man kaufte sie nicht so mir-nicht-dir-nichts, sondern, wenn möglich, ging man in eine Leihbibliothek und borgte sich dort Bücher aus. Bücher zu Hause las man oft mehrmals. Und Lexika, zu Hause oder bei Freundinnen, dienten z.B. auch der Aufklärung. Natürlich habe ich damals die so genannten Jung-Mädchen-Romane gelesen: eine Serie über „Pucki“, z.B., wobei mir dann das spätere Leben besagter Pucki nicht mehr so gut gefiel (Pucki als Mütterchen!). Karl May Bücher habe ich nicht gelesen. Eines habe ich im Haus meiner Cousine begonnen zu lesen, es war einer der „Western“ Romane, das ich so fad gefunden habe, dass ich Karl May ablehnte. Dafür liebte ich Jules Verne und dann schon bald solche Bücher wie den Kampf um Rom von Felix Dahn. Voll Begeisterung habe ich es später meinen Kindern empfohlen, die es – zu unserer Enttäuschung – ablehnten. Probeweise habe ich es selbst wieder gelesen (nicht mehr ganz) – und konnte den Kindern nur zustimmen. Dann kam schon die Zeit als die amerikanischen Romane aus den, den Österreichern zur Verfügung gestellten Leihbibliotheken der Besatzungsmächte, primär der Amerikaner, interessant wurden. Begonnen hat es mit Tom Sawyer und Huckleberry Finn.

Zur Zeit, als ich die Unterstufe des Gymnasiums besuchte, gab es noch keine Schulbücher. Die alten, aus der Nazizeit waren politisch nicht OK, und für neue gab‘s kein Papier. Erst in der Oberstufe gab es für mich das erste Lesebuch. Es war eine Quelle, man lernte Schriftsteller kennen – deren Auszüge aus Romanen, Novellen, deren Balladen und Gedichte man lesen konnte.

Bei mir zu Hause gab es keinen vollständigen Goethe, Schiller oder Grillparzer. Aber es gab die Reclam-Heftln, die man um wenig Geld kaufen konnte. Diese Hefte gab es auch (in deutscher Sprache) von den römischen Schriftstellern, manchmal sogar zweisprachig, diese eigneten sich bestens als „Schmierer“, das heißt als Übersetzungshilfen bei Lateinhausübungen. Gute und lesenswerte Bücher konnte man sich auch antiquarisch kaufen. Solche Antiquariate, die oft leicht verstaubt wirkten, wo man selbst auf die Leitern klettern konnte, waren wahre Schatztruhen, wo man vielleicht nicht das, was man suchte aber anderes ohnedies Interessanteres fand.

Und nun kamen auch schon die ersten Taschenbücher heraus. Das war für Leseratten fast eine Revolution. Nun war man nicht mehr auf Leihbibliotheken angewiesen, sondern kaufte sich seine Bücher je nach Interesse und Lust und Laune. Jetzt konnte ich auch schon fremdsprachige Bücher lesen, eine neue Welt hat sich aufgetan. Das war auch die große Zeit der Buchklubs – jeden Monat ein Buch für jeden Haushalt. Aber das war nicht für mich geeignet.

Wir haben immer Bücher gekauft, überall. In den großen amerikanischen Buchhandlungen konnte man Stunden verbringen. Alles war gut angeschrieben und wenn man etwas gefunden hat, konnte man sich gemütlich irgendwo hinsetzen, sich einen Kaffee und ein Cookie dazukaufen und schon einmal eine Reihe von Büchern „anlesen“, von denen man dann das eine oder andere kaufte. Ein Konzept, das es bei uns erst viel später gab.

Mein Mann unterschied in „Haben-Bücher“, also solche, die man haben musste, ohne sie gleich oder je lesen zu wollen und Lesebücher, also jene, die man sofort las. Es gab immer Buchhandlungen, die wussten, welchen Geschmack wir hatten und uns Bücher vorschlugen.  Selbst als mein Mann schon im Rollstuhl saß, und das Weggehen zu erheblichem logistischem Aufwand führte, war sein erster Weg immer in die Buchhandlung und immer brachte er Bücher nach Hause. Wir haben Bibliotheksregale in fast jedem Zimmer unserer Wohnung, vor allem auch, weil mein Mann und ich unterschiedliche Interessensgebiete hatten.

Mein Mann ließ die Bücher auch on-line katalogisieren, da gibt es „Adressen“ in jeder Bibliothekswand, für Spalten und Reihen, sodass man die Bücher auch finden kann.

Jetzt muss ich aber zum Handy zurückkommen. Als „unsere Buchhandlung“, also die nächstliegende, wo wir eigentlich alle Bücher kauften, zusperrte, war ich sehr grantig und beschloss mir endlich ein E-Book zu kaufen. Gesagt, getan, aber da wir zu Hause kein WLAN haben (schrecklich altmodischer Haushalt!) musste ich mir beim nächstgelegenen MacCoffee einen Kaffee kaufen, um meine bestellten Bücher herunterzuladen. (Das nächstgelegene Kaffeehaus, das ich vorgezogen hätte, wollte keine Kunden mit Laptops etc.) Bis mir dann eine freundliche Seele bei meinem Handy-Anbieter riet, das doch mit dem Hotspot zu bewerkstelligen. Also, das Bücherkaufen ist jetzt schon sehr bequem, ich bestelle meine Bücher on-line (leider halt bei Amazon, aber ich kaufe NUR Bücher dort), auch aufgrund der vielen Vorschläge, die ich von dort bekomme, und lade sie mittels Hotspots auf meine E-Reader. Manche lesen ja Bücher direkt auf dem Handy, aber dazu ist mir der Bildschirm und damit die Schrift – doch zu klein.

Natürlich bekomme ich noch Bücher geschenkt und freu mich sehr darüber. Ich gehe auch gerne in Buchhandlungen. Natürlich ist es etwas „Besonderes“, so ein neues Buch in die Hand zu nehmen, es hat so einen bestimmten Geruch. Auch sonst gibt es Vorteile, ich kann immer im Personenverzeichnis nachschauen, oder die am Anfang gezeigte Landkarte während des Lesens betrachten, oder im Glossar checken, was so ein bestimmter Begriff heißt.

Somit bestimmt auch mein Handy meine Lesegewohnheiten!

 

 

Mein Handy kann noch viel mehr: der Hotspot und meine Lesegewohnheiten

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