Ein paar Gedanken zum Frühling

Was bedeutet Frühling für mich: primär, dass die Tage wieder länger werden und es schon früh licht wird und am Abend nicht so früh finster ist. Der Lenz (Veronika, Veronika, der Lenz ist da) weckt in mir unbändige Lust nach „Natur“, nach Wiesen, nach Wäldern, nach Aufenthalt im Freien.  Ich freue mich über jedes Blümchen (Kuhschellen, Schneeglöckchen, Leberblümchen, Buschwindröschen, Veilchen), das ich sehe, ich freue mich über jeden blühenden Strauch und warte sehnsüchtig z.B. auf die Blüte der Magnolien. Wenn diese Zeit gekommen ist, gehe meine diesbezüglichen Lieblingsbäume besuchen.  Am liebsten ist es mir, wenn die Frühlingssonne scheint, der Himmel blitzblau ist, aber auch ein Frühlingsregen freut mich, weil man hinterher sieht, wie alles wächst und blüht.

Wenn man diese Gefühle wissenschaftlich erläutern will, dann werden mit der steigenden Lichtintensität vermehrt Serotonin und Dopamin ausgeschüttet. Diese sorgen für ein allgemein besseres Befinden und bewirken eine leichte Euphorie. Im Gegensatz zu diesen so genannten Frühlingsgefühlen stellt sich bei manchen Menschen die Frühjahrsmüdigkeit ein. Diese wird vor allem dem immer noch stark im Blut vorhandenen Schlafhormon Melatonin zugeschrieben, jedoch ist die genaue Ursache noch ungeklärt.

Seit dem 13. Jahrhundert bis ins 21. Jahrhundert werden Frühlingslieder gesungen. Eines der ältesten vergessenen Frühlingslieder ist „der Tanzreigen Maienzeit bannet Leid“, aus dem 13. Jahrhundert. Nicht in Vergessenheit geraten ist „Der Winter ist vergangen“ – ursprünglich aus dem Holländischen – aus dem 16. Jahrhundert. Aus dem 18. Jahrhundert stammt eines der bekanntesten Lieder: „Komm, lieber Mai, und mache“, das von Christian Adolph Overbeck getextet und von Mozart vertont wurde. Die Mehrheit der heute noch populären Frühlingslieder ist im 19. Jahrhundert entstanden. Dazu beigetragen haben vor allem Hoffmann von Fallersleben, z. B. mit“ Alle Vögel sind schon da“, „Winter ade, scheiden tut weh“ und „Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald“ oder Emanuel Geibel mit „Der Mai ist gekommen“. Ich hab‘ sie immer für Volkslieder gehalten.

Weniger bekannt als Lieder sind viele Frühlingsgedichte – leider – wie „Die linden Lüfte sind erwacht“ von Ludwig Uhland, vertont von Franz Schubert und auch von Felix Mendelssohn Bartholdy und vielen anderen, Goethes „Wie herrlich leuchtet mir die Natur“, vertont von Friedrich Silcher oder „Frühling“ (Juchhei Blümlein, dufte und blühe) von Ernst Moritz Arndt, auch vertont von Friedrich Silcher]. Es gibt aber auch makabre Frühlingslieder, beispielsweise das „Frühlingslied“ (… Geh’mer Tauben vergiften im Park) von Georg Kreisler.

Aber zu „Alle Vöglein sind schon da“ fällt mir leider auf, dass jetzt nicht mehrt alle Vöglein gekommen sind: mir fehlen viele (in der Stadt), wie z.B. die Amseln, die mich früher so erfreut haben, oder die Spatzen (man kann heute sicher nicht mehr sagen. „Die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern…) Was den Frühling betrifft, kann ich mich nur Friedrich Hebbel anschließen: „Ich betrachte den Frühling, als ob er zu mir allein käme, um dankbar zu sein.“

Viele überlieferte Frühlingsbräuche zielen darauf ab, den Winter zu vertreiben! Mit Lärminstrumenten und Feuer rückte man den bösen Wintergeistern zu Leibe. Verständlich werden solche auf heidnische Vorstellungen zurückgehende Bräuche, wenn man bedenkt, dass früher das Wohlergehen ganzer Dorfgemeinschaften davon abhing, dass die kalte Jahreszeit nicht zu lange dauerte und das Jahr fruchtbar wurde. Dazu gehören (z.B. in Tirol) Aperschnöllen oder Aperschnalzen, bei dem die Burschen mit großem Geschick riesige Peitschen schwingen und knallen lassen; das Scheibenschlagen, bei dem Holzscheiben und Strohkugeln entzündet und über Abhänge gerollt werden; das Hexen- und Märzverbrennen und der Funkensonntag (in Vorarlberg); das Grasausläuten, bei dem Bubengruppen mit Schellen über die Wiesen und Äcker und von Hof zu Hof ziehen, um das Wachstum zu beschleunigen. Auch der Maibaum ist Teil des Frühlingsbrauchtums. Seine ursprüngliche Bedeutung als Fruchtbarkeitssymbol ist heute jedoch vielen kaum mehr bewusst. Er ist vielmehr Ortsschmuck und von Zeit zu Zeit Mittelpunkt dörflicher Geselligkeit.

Und jetzt noch zum Schluss einen Ausschnitt aus einem indianischen Märchen (Bibon und Sigwan oder Winter und Frühling):

„“Wenn ich atme“, sagte der Alte, „stehen Bäche und Flüsse still, und ihr Wasser wird so hart und rein wie Kristall.“

„Der Hauch meines Mundes macht Berge und Täler grün“, erwiderte der Jüngling.

„Wenn ich meine weißen Locken schüttle, so deckt Schnee das ganze Land, und alle Blätter fallen von den Bäumen. Mein Atem treibt die Vögel in ein fremdes Land, die wilden Raubtiere verbergen sich vor ihm, und die Erde wird so hart wie Feuerstein.“

„Doch wenn ich, Großvater, meine Locken schüttle, so ergießt sich ein belebender Regen auf die Erde; die Pflanzen strecken ihre zarten Köpflein heraus und sehen so munter drein wie unschuldige Kinderaugen. Mein Ruf bringt die Vögel wieder zurück; mein Atem taut Bäche und Ströme auf, und wohin du dann siehst, erblickst du die reinste Freude.“

Der Alte schwieg. Allmählich ging die Sonne auf und verbreitete eine angenehme Wärme. Rotkehlchen und Blaumeise sangen, die Flüsse erwachten aus ihrer winterlichen Erstarrung, und Blumen und Kräuter schössen lustig aus der weichen Erde empor.

Der Tag zeigte den wahren Charakter des Greises vollständig; denn als ihn der Jüngling aufmerksam betrachtete, hatte er nur das eisige Bild Bibons vor sich. Seine Augen tropften; er wurde immer kleiner und kleiner, bis er sich zuletzt ganz und gar auflöste. Auf seinem Feuerplatz erblühte die weiße Miskodid (Claytonia virginica, die Lenzschönheit), eine kleine Blume, die man gewöhnlich an der Grenze der kalten Zone erblickt.

Ein paar Gedanken zum Frühling

Zum Lachen

Sein Lachen geht mir so ab. Mein Mann hat viel und gerne gelacht, wir haben miteinander über fast alles lachen können. Wir haben auch Probleme weggelacht. Tommy, mein Mann hat sogar ein Buch darüber geschrieben – „Über das Lachen“, Illustriert hat es „Ironimus“ erschienen ist es 1999 im NP Buchverlag. Jetzt ist es leider vergriffen.

Nach seinem Weggehen ist es einfach nicht leicht für mich, Gründe zum Lachen zu finden – und es gibt auch wenig Menschen, mit denen man wirklich gut lachen kann. Natürlich finde ich manches lächerlich, zum Lachen, aber irgendwie ist das nicht dasselbe. Man sollte jene Menschen, mit denen man Lachen kann, zu Freunden haben.

In Wien ist das mit dem Lachen nicht so einfach, wir Wiener gelten – als „Grantscherme“. Selbst wenn man auf der Straße geht, begegnet man selten lächelnden Menschen, die meisten schauen recht grimmig drein. Ich glaube, wenn man lächelt, gilt man schnell als debil – schade eigentlich!

Ich konnte mit meinem Mann herrlich blödeln, aber ich kann bei so genannten „lustigen Sendungen“ im Radio oder Fernsehen (z.B. Villacher Fasching) selten lachen. Und eigentlich gibt es derzeit keine guten neuen Witze. Während des Krieges, da gab es sie, sie waren subversiv, es war gefährlich, sie weiter zu erzählen. Meine Großmama scherte sich um diese Gefahr kaum. Nach dem Krieg, da gab es sie auch, die Witze über die Armut, aber auch über die Politiker, aber sie waren diesbezüglich eher liebevoll. Und später, da gab’s dann die so genannten surrealistischen Witze – eine Zeitlang und seither – nichts mehr…  Die besten Witze sind, besonders wenn richtig erzählt werden, die jüdischen Witze. Mein Mann und ich waren einmal bei einer Präsentation über jüdische Witze – kontrastierend zu den bösen, verwerflichen Judenwitzen. Besonders die ausländischen Panel-Teilnehmer wollten eine seriöse Diskussion führen, aber vor dem vollen Saal wurden dann letztendlich die besten jüdischen Witze erzählt, die ich jemals gehört habe.

Man kann allein schwer lachen, finde ich! Tommy, mein Mann bewies das Gegenteil. Er konnte über etwas lachen, auch ohne andere Anwesende. Und er hat selten andere ausgelacht.

Wir alle haben das Kasperltheater geliebt, als wir Kinder waren und später sind uns die diversen Clowns ans Herz gewachsen. Auch über Till Eulenspiegel haben wir als Kinder gerne gelacht. Es gab ja früher den Hofnarren – seine Rolle war es, seinen Herrn zum Lachen – und zum Nachdenken zu bringen. Shakespeare hat sie meisterhaft ins Bild gesetzt.

Mir gefällt eigentlich das Konzept des Osterlachens. Mit dem Osterlachen soll der Charakter des Osterfestes als Fest der Freude, an dem wir allen Grund haben zu lachen, ganz besonders zum Ausdruck gebracht werden. Bekannt ist diese Tradition schon seit dem 16. Jahrhundert und Scherze bzw. überraschende Witze in der Osterpredigt waren bis in das 17. Jahrhundert hinein fast überall ein fester Bestandteil der Predigt in der Osternachtliturgie. Zwar verlor dieser Brauch im 18. Jahrhundert wieder Bedeutung, aber auch heute noch ist er in einigen Gemeinden fester Bestandteil.

Wir sagen ja auch, dass Lachen gesund ist: Gelotologie nennt sich das Fachgebiet, das die Auswirkungen des Lachens auf die körperliche und psychische Gesundheit untersucht. Wer jedoch heilsame Wirkung des Lachens nutzen will, muss bewusst Reize suchen, die zum Lachen anregen. Aber man braucht auch in diesem Zusammenhang eine kommunikative Situation. Wenn das Gehirn einen solchen anregenden Reiz empfängt, löst es das eigene Lachen aus. Dabei sind insgesamt über hundert Muskeln beteiligt – von der Gesichtsmuskulatur bis zur Atemmuskulatur. Bei vollem Lachen wird der ganze Körper erfasst: Der Kopf wird bewegt, der Körper biegt und krümmt sich. Dabei wird deutlich tiefer geatmet als sonst. Manche schlagen sich dann auf die Schenkel! Das wirkt sich im ganzen Körper aus: Die Körperzellen werden mit mehr Sauerstoff versorgt und die Bronchien durchlüftet, Verbrennungsvorgänge befördert, Muskeln entspannt sowie Herz und Kreislauf angeregt. Gleichzeitig unterstützt Lachen Heilungsprozesse im Körper. So bremst beispielsweise das Gehirn beim Lachen die Produktion von Stresshormonen wie Adrenalin und Kortison. Anspannung und Stress werden wie durch ein Sicherheitsventil abgelassen. Beim Lachen wird verstärkt Serotonin ausgeschüttet. Dies wird auch oft als Glückshormon bezeichnet. Lachen stärkt angeblich auch die Immunabwehr.

Ich kann mich gut erinnern, als in den siebziger Jahren ein Lachsack auf dem Schreibtisch meines Mannes stand. Ein Lachsack? Das war ein Scherzartikel in Form eines kleinen Säckchens, das auf Knopfdruck die Tonaufnahme herzhaften Gelächters abspielt. Er wurde 1968 von Walter Thiele erfunden. Eigentlich hat mein lieber Mann so etwas nicht gebraucht, aber er fand diesen Sack einfach lustig.

Es gibt Lachclubs und Lachseminare, sogar Lach-Yoga.  Aber das reizt mich überhaupt nicht. Es gibt Lachgummis für Kinder, es gibt auch die viel verwendeten Smileys. Aber, wie ich schon einmal gesagt habe, faszinieren mich diese modernen Hieroglyphen recht wenig.

Ich möchte wieder so oft und so herzlich lachen können wie früher.

Zum Lachen

Wienerisch Essen

Und weil ich schon angefangen hab‘: noch kurz ein Bericht über ein gutes, erfreuliches Mittagessen.

Liebe Freunde haben dieses Restaurant vorgeschlagen: Buchecker in der Gusshausstraße, weil wir allesamt die gute Wiener Küche sehr schätzen, und hier sind auf der Speisekarte prominent Innereien.

Die Gußhausstraße auf der Wieden, dem Vierten Bezirk, ist ein seit den 1870er Jahren etappenweise angelegter und einheitlich verbauter Straßenzug (zuerst von der Favoritenstraße bis zur Argentinierstraße, Ende 19. Jahrhundert bis zum Schwarzenbergplatz verlängert); benannt nach dem k. k. Gußhaus (Kunsterzgießerei, Makartatelier).

Das Gußhaus wurde 1750 als k. k. Kanonengießerei errichtet, die 1851 ins neu errichtete Arsenal verlegt wurde. 1861 wurde an ihrer Stelle zur Ausbildung junger Talente in den verschiedenen Techniken die k. k. Kunsterzgießerei begründet, deren Leitung Anton Dominik Fernkorn übertragen wurde. 1869 wurden im ehemaligen Naturalwohnhaus Fernkorns und im Modellschuppen VII für den aus Rom nach Wien berufenen Hans Makart Wohnung und Atelier errichtet, der 1872 einen Erweiterungsbau aufführen ließ (Makartatelier). Hans Makart (* 28. Mai 1840; † 3. Oktober 1884) war ein österreichischer Maler und Dekorationskünstler. Er gilt als der repräsentative Maler der Ringstraßenepoche. Der zweite Stock des alten Ateliers diente Makart als Wohnung. Ab 1873 fanden die legendären Atelierfeste statt, zahlreiche prominente Gäste besuchten ihn dort. Makarts Atelier, das auch öffentlich zugänglich war, wurde zu einer regelrechten Fremdenverkehrsattraktion. 1872 kam Kaiserin Elisabeth zu Makart, 1875 fand ein Atelierfest zu Ehren von Richard Wagner statt, bei dem auch der Maler Arnold Böcklin anwesend war und Franz Liszt Klavier spielte. Makart stellte sein großes Atelier auch anderen Künstlerkollegen unentgeltlich zur Verfügung, wie Eduard Charlemont, Franz von Lenbach, Emil Jakob Schindler oder Viktor Tilgner. 1879 fand im Atelier ein aufwendiges niederländisches Kostümfest statt. Mehrere Künstler haben Makarts Atelier im Bilde festgehalten. Nach dem Tod des Künstlers stand es leer und wurde schließlich 1916 abgerissen. An der Straßenfront entstand 1900-1903 das (alte) Elektrotechnische Institut der Technischen Universität Wien.

Das Restaurant ist liebevoll „altmodisch“ als richtiges Wirtshaus eingerichtet. Der Wirt kümmert sich rührend um die Gäste. Das Service ist flott und effizient. Dier Speisekarte enthält vieles, was das Herz eines Wieners höherschlagen lässt. Jeden Tag kann man aus drei Menüs wählen (dabei ist immer ein Schnitzel mit Erdäpfelsalat) und wenn da nichts dabei ist findet sich vieles auf der Speisekarte. Wenn’s sein muss, gibt es auch Vegetarisches, wie Eiernockerl, Krautfleckerl oder Spinat mit Spiegelei.

Wir haben jedenfalls die gerösteten Nierndln, ein Blunzngröstl und ein Hirn mit Ei –mit Salat – gegessen. Jeweils mit Bier oder mit Wein (für mich der Grüne Veltliner) Uns hat’s sehr gut geschmeckt. Desserts gibts natürlich auch. Wir konnten zwischen Mohnnudeln oder Palatschinken wählen. Diese Palatschinken waren frisch gemacht und mit guter Marillenmarmelade gefüllt (nicht in der Microwelle aufgewärmt!).

Wenn Sie gerne wienerisch essen, und besonders Innereien mögen: dann ist das Ihr Wirt.

Wienerisch Essen

Zu Maximilian I. und seiner Zeit

In der Nationalbibliothek in Wien gibt es eine Ausstellung zu sehen: Kaiser Maximilian I., ein großer Habsburger. Mit ist er aus meiner Schulzeit „vertraut“, als der „letzte Ritter“.

Diese Ausstellung zeigt die Vielfältigkeit dieses Maximilian, der auch in einer sehr herausfordernden Zeit lebte. Er aber nahm die Chancen wahr, die sich ihm boten.

Vorweg zu seiner Biographie:  Geboren wurde am 22. März 1459 auf der Burg in Wiener Neustadt, Niederösterreich; gestorben ist er am 12. Januar 1519 – also vor 500 Jahren – auf Burg Wels, Oberösterreich. Er stammt aus dem Geschlechte der Habsburger:  seine Eltern waren der römisch-deutsche Kaisers Friedrich III. und dessen Gemahlin Eleonore Helena von Portugal. Er hatte nur eine jüngere Schwester, namens Kunigunde (1465–1520). Der Vater war Landesherr der österreichischen Erblande und der Neugeborene erhielt per Geburt den Titel eines Erzherzogs von Österreich. Erzogen wurde er an einem kargen Hof (konstanter Geldmangel), anfangs von einer liebevollen Mutter, nach deren Tod von zwar humanistisch eingestellten, aber noch vom Mittelalter geprägten Erziehern. Die „sieben ritterlichen Behändigkeiten“ (Reiten, Klettern, Schießen, Schwimmen, Ringen, Tanzen & Hofieren, Turnierkampf) wurden ihm vermittelt.

Seine Heirat mit Maria von Burgund führte trotz aller dynastischen Notwendigkeiten zu einer Liebesbeziehung. Maximilian wurde 1477 iure uxoris Herzog von Burgund. Schon 1478 wurde er zum Ritter geschlagen und danach zum Souverän (Großmeister) des Ordens vom Goldenen Vlies ernannt. Der frühe Tod Marias nach einem Jagdunfall 1482 traf Maximilian sowohl persönlich als auch politisch: Das burgundische Erbe fiel nun an Maximilians und Marias Sohn, Philipp. Maximilian konnte seine Herrschaftsrechte nun nur noch als Vormund seines vierjährigen Sohns ausüben. Das und Frankreichs Anspruch auf Burgund führte zu beständigen Kriegen. Ab 1486 wurde er römisch-deutscher König, ab 1493 Herr der Habsburgischen Erblande und von 1508 bis 1519 römisch-deutscher Kaiser. 1490 verzichtete Sigmund von Tirol zugunsten Maximilians auf die Regentschaft in Oberösterreich, das damals Tirol, die österreichischen Vorlande und die verbliebenen Stammlande auf Schweizer Gebiet umfasste. 1490 unternahm Maximilian einen Feldzug gegen Ungarn und gewann Wien, Wiener Neustadt und Bruck für die Habsburger zurück. 1494 vermählte sich Maximilian in Hall in Tirol in zweiter Ehe mit Bianca Maria Sforza (1472–1510). Er war sehr an der Vergrößerung seines Gebietes bemüht: Als 1495 Karl VIII. im Handstreich das Königreich Neapel eroberte, auf dessen Krone er Ansprüche geltend machte, bildete Maximilian mit dem Herzog von Mailand, der Republik Venedig, dem Papst Alexander VI. und König Ferdinand II. von Aragón die Heilige Liga. Bei dieser Gelegenheit verlobte er seine Tochter Margarete mit Ferdinands Sohn Juan, dem voraussichtlichen Erben der Kronen Aragons und Kastiliens. Aber dieses Bestreben der Gebietsvermehrung führte zu langen Kriegen auch nach seinem Tod. Im Jahre 1496 verheiratete Maximilian seinen Sohn Philipp mit Ferdinands Tochter Johanna der Wahnsinnigen. Da der spanische Thronerbe nur wenige Monate nach der Heirat mit Maximilians Tochter Margarete im Jahre 1497 starb, rückte Johanna, die Gemahlin Philipps des Schönen, als aragonisch-kastilische Thronerbin nach.

Noch wichtiger für die Zukunft des Hauses Österreich waren die Bemühungen Maximilians um den Erwerb Böhmens und Ungarns. Bereits 1491 war es Maximilian gelungen, in Preßburg einen Erbvertrag mit König Vladislav II. von Böhmen und Ungarn zu schließen. Seine Heiratspolitik setzte er auch noch mit seinen Enkeln fort.

Aber nicht nur Kriegsführung und Heiratspolitik beschäftigten den Kaiser: er führte auch eine umfassende Reichsreform (maximilianische Verwaltungsreform) durch.

Maximilian mit Zustimmung von Papst Julius II. im Dom von Trient den Titel eines Erwählten Römischen Kaisers an, nachdem sein Romzug am Widerstand der Republik Venedig gescheitert war. Diese nicht zustande gekommene Romfahrt beklagte der Kaiser, ließ sich aber dennoch abbilden, als ob er in Rom gewesen wäre. Maximilian starb 1519 auf der beschwerlichen Reise von Innsbruck zum Landtag nach Linz] in der Burg von Wels. Getreu dem Testament von Wels wurde er in seiner Taufkirche, der St.-Georgs-Kapelle der Burg in Wiener Neustadt, beigesetzt.

Sein Wahlspruch lautete Per tot discrimina rerum (Durch so viele Gefahren).

Aber zu bedenken ist, in welcher Zeit dieser Kaiser gelebt hatte, und wie offen für alle Neuerungen er gelebt hatte.  Der Buchdruck hat gerade begonnen, aber der Kaiser hat ihn genützt. Byzanz ist gefallen und der Kaiser bemühte sich, die Errungenschaften des byzantinischen Reiches bekannt zu machen, dennoch interessierte er sich – auch aus strategischen Gründen für das Osmanische Reich. Militärstrategischen Gründen diente auch sein Interesse für Geographie, Karten und Globen wurden für ihn erstellt. Un da die Neue Welt gerade entdeckt worden war, und man schon wusste, dass es sich um einen neuen Kontinent handelte, enthielten diese neu erstellten Karten auch schon die Küsten Amerikas. Aber nicht nur die Erde interessierte ihn, sondern auch der Himmel, in seiner Regentschaft kam der Himmelsforschung große Bedeutung bei, sowohl der Astronomie als auch der Astrologie.

Nicht nur Kriege und Ritterspiele sowie ländervermehrende Heiratspolitik füllten sein Leben aus er schrieb auch „Bücher“, also Biographien, schon in der Schule habe ich von Weißkunig und Theuerdank gehört. Aber nicht nur Literatur, sondern auch Musik interessierte ihn. Er hatte auch eine für damalige Zeit große Bibliothek, da er an den Künsten und Wissenschaften sehr interessiert war, stand er mit bedeutenden Gelehrten und Künstlern seiner Zeit in Verbindung. Beide Ehefrauen haben mit Prachtbänden diese Bibliothek aufgebaut.

All das kann bei einem Rundgang durch die Ausstellung in der Nationalbibliothek vergnüglich „lernen“. Es gibt auch ausgezeichnete Führungen, besonders für Jugendliche, die ich teilweise verfolgen konnte.  Leider waren nicht alle Jugendlichen dran interessiert, so manche, an den Rändern der Gruppe, tippselten lieber an ihren Handys herum. Schade, hier wird doch viel über Österreichs Identität vermittelt.

Ich kann wieder einmal den Besuch dieser Ausstellung empfehlen- wobei auch der Blick auf die Kuppel des Prunksaales riskiert werden darf.

Zu Maximilian I. und seiner Zeit

Ich bin kein Single, nein!

Ich war: anfangs ledig, dann war ich verheiratet (59 Jahre, bald wären es 60 geworden), getrennt oder geschieden war ich nie, und jetzt bin ich verwitwet.  Ledig, verwitwet sind so genannte „Standesangaben“, auch beim Standesamt registriert. Single ist meines Erachtens eine Befindlichkeitsangabe. Somit bin ich kein Single.

Ich war in meinem Leben zuerst einmal ledig (knappe 24 Jahre lang). Das war ein so genannter Familienstand, der wird bei Ämtern angegeben und wird dort auch gespeichert. Ledig bedeutet aber auch: frei von etwas sein, unbehindert von etwas sein. Man kann auch der Verantwortung ledig werden, oder aber auch einer Sorge ledig geworden sein. Und da gab es früher noch das „ledige Kind“ – eine Schande für Mutter und Kind. Unehelichkeit, Nichtehelichkeit oder Außerehelichkeit bezeichnet rechtlich die Geburt eines Kindes außerhalb einer Ehe; sie wurde früher auch Illegitimität genannt und galt als Ehrenmakel. Zu diesen Kindern sagte man unter Umständen auch Bastard, das ist ursprünglich ein fester Terminus des Feudalwesens zur Bezeichnung für das von einem Adligen in außerehelicher Verbindung gezeugte, aber von ihm rechtlich anerkannte Kind. Wenn die Bestätigung des Vaters fehlte oder dieser nicht adlig war, nannte man ein uneheliches Kind Bankert oder Kegel (Sie erinnern sich: mit fährt mit Kind und Kegel – auf Urlaub!). Das hat sich gewaltig verändert. In den heutigen (z.T. Patchwork-)Familien schert sich kaum jemand darum, ob ein Kind ehelich oder nicht ist.

Als ich noch ledig war, freute ich mich darauf, verheiratet zu sein – ich erinnere mich, an den Tagen vor der Hochzeit die Unterschrift mit dem neuen Namen geübt zu haben. Damals war es noch selbstverständlich gewesen, als Frau den Namen des Mannes anzunehmen. Den eigenen beizubehalten oder einen Doppelamen zu führen wäre damals rechtlich nicht möglich gewesen, gesellschaftlich auch nicht anerkannt worden und wäre uns aber gar nicht in den Sinn gekommen. Wir hatten uns vorher verlobt – das hatten nur wir beide entschieden, gefeiert (damals man Kobenzl) und dann den Eltern mitgeteilt.

Hochzeiten waren immer Feste gewesen, auch damals, unsere kleinen Neffen hatten auch Blumen auf den Weg gestreut, aber hinterher gab’s keine Agape für alle, sondern nur die Gratulation. Dann ging die -engere Familie und die Familien der Trauzeugen – in ein der Kirche nahegelegenes Gasthaus, und dort gab es: Leberknödelsuppe, Schnitzel mit Erdäpfelsalat und eine Malakofftorte (ich kann mich an keine Hochzeitstorte erinnern). Noch an demselben Tag fuhren wir auf Hochzeitsreise. Wir kamen, aufgrund des damaligen Fleckerlteppichzustandes der noch im Bau befindlichen Autobahn nur bis Linz – das endgültige Ziel war aber Südspanien.

Es gibt Studien, die besagen, dass verheiratete Personen länger leben als unverheiratete. Verheiratete haben eine signifikant höhere Lebenserwartung gegenüber allen anderen Familienständen, Ledige gegenüber Verwitweten und Geschiedenen. Aus einer finnischen Untersuchung mit über 1,5 Millionen Verheirateten geht hervor, dass es beim Verlust des Ehepartners bei Männern zu einem mehr als doppelt so hohen relativen Anstieg der Sterblichkeit kommt wie bei Frauen.

Als Single – eigentlich ein Anglizismus – oder als Alleinstehender wird eine erwachsene Person bezeichnet, die ohne feste soziale Bindung an eine Partnerin oder einen Partner sowie ohne minderjährige Kinder im Haushalt lebt. Nach dieser Definition sind Alleinerziehende keine Singles. „Alleinstehender“ ist ein statistischer Begriff für Einpersonen-Haushalte, das Attribut „ledig“ eine amtliche Bezeichnung für Personen, die nie verheiratet waren, „Junggeselle“ eine umgangssprachliche Bezeichnung für denselben Sachverhalt. Früher konnte man für Frauen (weil Junggeselle ja nur männlich ist), noch den pejorativen Begriff „alte Jungfrau“ hinzufügen.

Alleinstehende sind kein modernes Phänomen und in vielen Kulturen waren bestimmte soziale Rollen nur für Alleinstehende vorgesehen, z. B. Schamane in Nordasien oder Wandermönche im Kaiserreich China. Nach dem Verbot der Priesterehe 1139 war in Europa auch der geistliche Stand als sogenannte Weltpfarrer nur alleinstehenden Männern möglich. Das trifft hauptsächlich auf katholische Priester zu. Protestantische oder orthodoxe Priester können durchaus verheiratet sein.

Alleinstehende werden seit langem als besondere Zielgruppe für die Werbung angesehen. Das reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. So warb etwa in der Times im Jahr 1800 ein Erfinder für seinen Tischwasserkocher und wandte sich damit explizit an Singles: „Single Ladies or Gentlemen, living in Apartments…“ Früher gab es in vielen Gesellschaften Dresscodes: bindungswillige Männer und Frauen trugen bestimmte Kleidungsaccessoires, um zu signalisieren, dass sie auf Partnersuche waren. Ich erinnere mich nur an die „Dirndlschürzenregelung“: unverheiratete Frauen trugen ihre Dirndlschürze auf der linken und verheiratete auf der rechten Seite gebunden. Darum allerdings kümmert sich heute keiner mehr.

In den Vereinigten Staaten gibt es mittlerweile mehr Singles, als verheiratete Paare, auch bei uns geht der Trend in diese Richtung.  Ich glaube „Single-Sein“ ist „in“. Man braucht nur die Werbung ansehen, was es da an „Partnerbörsen etc. gibt, allerdings ist deren Ziel, das Single-Dasein zu beenden.

Ich erachte mich, in diesem Sinn, nicht als Single, ich bin (leider) seit einem dreiviertel Jahr verwitwet. Ich beginne mich langsam – mühsam – in diesem Dasein einzurichten. Was sehr hilft, ist der Kontakt mit jenen, denen es ähnlich geht. Es stimmt nur bedingt, dass man als Single nicht mehr eingeladen wird, man wird vielleicht von Paaren, die Wert auf eine gleiche Anzahl von Frauen und Männern bei einer Gesellschaft legen, weniger gebeten, dabei zu sein, umso mehr aber von jenen, deren Schicksal man teilt. Und wenn jemand glaubt, dass es dort nicht aus lustig sein kann, täuscht sich gewaltig. Wir mögen zwar alle den grauen Witwenschleier der latenten Traurigkeit, des Verlassenseins tragen, aber zuweilen können wir auch sehr lachen. Und: das hilft!

Ich bin kein Single, nein!

Frühere Sitten und Unsitten im Verhalten zwischen Mädchen und Burschen

im Verhalten von ädchen und BurschenAls ich jung war, war eine Heirat vom Standpunkt eines Mädchens sehr erstrebenswert, schon aus Versorgungsgründen.  Außerdem wollte man keine „alte Jungfrau“ werden.  Aber – es war klar – eine Ehe sollte möglichst lebenslang halten. Also musste man sehr genau abwägen, wer als Partner  infrage kam. Außerdem erwartete man (besonders die Eltern) damals noch, dass der „Zukünftige“ eine „gesicherte Existenz“ haben sollte, d.h. er sollte eine Anstellung haben, deren Gehalt für eine Familie reichen würde. Außerdem sollte bei der Heirat möglichst schon eine Wohnung vorhanden sein. Selbst wenn die jungen Frauen eine Ausbildung hatten, und einen Job anstrebten, sollte dieser maximal bis zur Geburt des ersten Kindes ausgeübt werde. So die gesellschaftliche Erwartung.

In meinem Jahrgang an der Hochschule für Welthandel (jetzt Wirtschaftsuniversität) war der Frauenanteil bei Abschluss des Studiums ca. 10%. Zu Beginn lag er höher, denn manche Mädchen inskribierten, um dort junge Männer kennenzulernen, die als Ehemänner in Frage kämen. Beliebt waren die Studien Jus und Wirtschaft, denn von diesen Abgängern erwartete man gesicherte Karrieren. Ich habe nicht inskribiert, um einen Ehepartner zu finden und ich wollte nach dem Studium auch arbeiten.

Wo und wie traf man seine zukünftigen Ehepartner?  Wohlhabende Eltern von Töchtern, dazu gehörten die meinigen nicht, veranstalteten „Kränzchen“. Dabei durften die Mädchen ihre Freundinnen einladen und junge Männer – z.B. aus der Tanzschule, ältere Brüder der Mädchen, wurden dazu gebeten aber auch  begutachtet. Meist fand das zu Hause statt, manche Eltern mieteten auch einen Saal für derartige Veranstaltungen. Ich gehörte in meiner Schulzeit keiner dieser Cercles, Cliquen oder sonstigen Gruppierungen an, die zu Kränzchen eingeladen wurden.

Meine Freundin und ich waren beide Mitglieder des Alpenvereins (das war die Idee ihres Vaters gewesen, der ein enragierter Bergsteiger war). Meine Freundin heirate einen der jungen Männer, den sie dort kennen gelernt hatte. Manche lernten ihre Partner im Rahmen von „Cartellverbindungen“ kennen – beim CV gab es so genannte Couleurdamen. Es gab kirchliche Vereine, Pfadfinder, Parteijugend etc. Ich war damals schon an (Außen-)Politik interessiert und war z.B. bei der Liga für die Vereinten Nationen.

Jedenfalls wäre es völlig undenkbar gewesen, dass ein Mädchen einen jungen Mann anruft. Sie wartete – beim Vierteltelephon, und hoffte, der er nicht gerade dann anrief, während einer der drei anderen Teilnehmer ihre endlosen Gespräche führten. Am besten war, wenn man sich gleich wieder etwas ausmachte, wenn man einander traf. Aber so lief das auch damals nicht. Vor allem hatten wir ja auch keine Handys.

Wenn einer von beiden über einen längeren Zeitraum z.B. zum Studium  ins Ausland ging (Studium) zerbrach sicher jegliche vorher bestehende Beziehung. Denn man war auf Briefe angewiesen und selbst wenn man sie per Luftpost verschickte, dauerte es 2 – 3 Tage, bis sie beim Partner eintrafen, bis der/sie dann wieder zurückschrieb – naja, da vergingen locker zwei Wochen. Die Möglichkeiten von Skype oder WhatsApp etc. der Kommunikation gab es einfach nicht. Ein „Überseetelephongespräch“ musste man anmelden und dann warten, bis eine Verbindung hergestellt werden konnte, so etwas nutzte man bestenfalls in einem Notfall. Es konnte nämlich Tage dauern.

So etwas wie Heiratsvermittlungsbörsen gab es für junge Mädchen keine. Ich kannte nur (vom Hörensagen) die Institution des Schadchens – gewerbsmäßiger Kuppler, der nach zusammenpassenden Partnern Ausschau hält und Ehen zwischen Jüdinnen und Juden stiftet. Vor allem gab es ja damals noch kein Internet, auf dem derartige Börsen heute laufen.

Wir heirateten früher als dies jetzt der Fall ist, und es wurde gesellschaftlich (und familiär) erwartet, dass man bald nach der Eheschließung Kinder bekam. Sollte ein Mädchen – ohne verheiratet zu sein, ein Baby erwarten (gesellschaftlich inakzeptabel), wurde von dem Mann selbsverständlich erwartet, dass er dieses Mädchen umgehend heiratete. (also das war dann wohl kaum eine Hochzeit mehr, sondern es war „höchste Zeit“).  Das konnte damals passieren, denn es gab die Pille noch nicht, die kam erst in den 1960er Jahren. Sie führte zu großen Veränderungen im Leben von Frauen. Damals standen „nur“ Kondome zur Verfügung, und die mussten – im Bedarfsfall – vom Mann beigestellt werden. Abtreibung war bis in die siebziger Jahre eine Straftat, und nicht wie seither straffrei.

Ich war – und ich nehme an, aber darüber sprachen wir nicht – ziemlich „unaufgeklärt“. Die Quelle der Information war das Lexikon, in der Schule (ich besuchte eine Mädchenschule) wurden keine Fakten vermittelt. Fast im Gegenteil: in Biologie wurde lieber über Einzeller unterrichtet, denn die vermehren sich durch Zellteilung. Wir waren daher in näheren Beziehungen zu Burschen unsicher und daher auch „vorsichtig“. Während meines Jahres in den USA (1953/54, ich war damals 18) gib es zumindest striktere Verhaltensregeln: Erst beim dritten Date mit demselben Mann war ein Kuss vor der Haustür – beim Nachhause Bringen zulässig. Bei näherer Bekanntschaft war „petting“ (sexuelle Handlungen zwischen Menschen, die jede Art von sexueller Stimulation ohne Vollzug des Geschlechtsverkehrs umfassen) im Auto zulässig, wobei „heavy petting“ als sehr vulgär angesehen wurde.

Schon allein die Angst, schwanger werden zu können, erlaubte keinen näheren Kontakt, vor allem weil ja bestenfalls nur das Auto dafür zur Verfügung stand.

Aus heutiger Sicht waren wir damals schon recht prüde. Und man verzeihe uns, wenn wir die Freizügigkeit der heutigen Generation manchmal kritisieren – vielleicht sind wir nur ein bisserl neidisch!

Frühere Sitten und Unsitten im Verhalten zwischen Mädchen und Burschen

Ben Hur – das Buch

Manchmal agiert man schon ein bissel nostalgisch. Als mir Amazon „Ben Hur“ angeboten hat, habe ich mich natürlich zuallererst an den Film erinnert. Ja, und woran habe ich mich erinnert? Natürlich an das Wagenrennern, die Heilung von Mutter und Schwester vom Aussatz und die Verdunklung der Welt beim Kreuzestod Christi. Der Film stammt aus dem Jahr 1959. Natürlich wusste ich noch, dass Charlton Heston die Hauptrolle des Judah Ben Hur gespielt hatte. Er war nicht nur ein Schauspieler, sondern auch ein Bürgerrechtler. Aber er war auch lange Zeit Präsident der National Rifle Association (NRA). Diese wurde 1871 in den USA als Organisation für das Sportschießen und Training an Schusswaffen gegründet. Sie entwickelte sich bis 1977 zur Waffen-Lobby, die als eine der größten Interessengruppen zahlreiche politische Wahlen in den USA finanziell und propagandistisch beeinflusst. Jedenfalls verdanken wir der NRA zahlreiche „Schulschießereien“ in den USA mit vielen toten Kindern.

Der Film Ben Hur wurde im Forum Kino – in der Stadiongasse – gezeigt. Dieses Kino war damals bekannt dafür, dass „Modeschauen“ vor den Filmen gezeigt wurden. Es gab auch eine Pause! Früher war dort eine Markthalle gewesen. Dann aber wurde das Form Kino auch wieder abgerissen und das Gebäude für ein Rechenzentrum stattdessen gebaut – auch dieses ist bereits wieder zum Abriss freigegeben!

Also hab‘ ich mir das Buch Ben Hur bestellt – es ist jetzt dazu noch gratis, da kein Urheberrecht mehr besteht. Es ist von Lew Wallace. Leider war das eine elend übersetzte, mit zahllosen sinnstörenden Druckfehlern unterspickte deutsche Version, sei’s drum. Mir ging es um die Geschichte.

Und an dieser Geschichte ist wiederum sehr viel mehr dran, als das, woran ich mich erinnerte.  Das Buch, erschienen 1880, heißt im Original zurecht: „Ben-Hur: A Tale of the Christ“. Der Autor Lew  Wallace war General und Politiker. Der Roman war ein großer und in viele Sprachen übersetzter Erfolg. Er war im 19. Jahrhundert das nach der Bibel meistgedruckte Buch.

Der Roman schildert das Leben des fiktiven jüdischen Fürsten Judah Ben Hur, der zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. Er wurde wegen eines angeblichen Attentats (eigentlich ein von ihm unabsichtlich verursachter Unfall) auf den römischen Statthalter von Judäa zur Galeerenstrafe verurteilt. Sein Besitz wird beschlagnahmt, seine Mutter und Schwester werden eingekerkert. Diese Art von Galeerenstrafe gab es allerdings in der Antike nicht:  Römische Kriegsschiffe wurden von gut ausgebildeten und bezahlten Seesoldaten gerudert. Es erfordert viel Geschick und hartes Training, eine große Galeere gleichmäßig zu rudern, und bei der Professionalität der römischen Armee wollte man nichts dem Zufall überlassen. Ungeübte Ruderbesatzungen aus Sklaven, deren Kraft und Ausdauer durch körperliche Strafen und unzureichende Verpflegung eingeschränkt gewesen wären und die ob der Hoffnungslosigkeit ihrer Situation womöglich gemeutert hätten, wären nicht sinnvoll gewesen. Ben Hur konnte sich nach einer Seeschlacht retten, zusammen mit dem Befehlshaber der Flotte, der ihn als seinen Adoptivsohn einsetzt.  Er wird dadurch sehr reich. Dennoch kehrt er in seine Heimat zurück und plant eine Aufstandsbewegung gegen die Römer. In einem Wagenrennen besiegt er seinen früheren Freund und späteren Widersacher, den Römer Messala. Eine weitere historische Unmöglichkeit ist die Beteiligung von zwei Mitgliedern der römischen Oberschicht an einem öffentlichen Rennen. Als Angehörigem der jüdisch-hellenistischen Oberschicht wäre es Ben Hur zwar möglich gewesen, Rennen zu fahren, doch nicht als Adoptivsohn eines römischen Senators, zumal er unter dessen Augen schon im Circus Maximus gefahren war. Ben Hur sucht verzweifelt seine Mutter und Schwester. Diese wurden zwar aus dem Gefängnis befreit – sind aber nun aussätzig. Ben Hur plant und bereitet einen großen Aufstand gegen die Römer vor, bricht aber seine Aufstandspläne ab, als er von der Glaubensbotschaft des gekreuzigten Jesus überzeugt wird. Mutter und Schwester werden geheilt, der Widersacher hat seine verdiente Strafe erhalten, das falsche Weib, das Ben Hur ködern wollte, ist entlarvt und er kann die liebliche Tochter des Verwalters seines Vermögens heiraten. Von den Heiligen Drei Königen bis zu Pontius Pilates ist alles in dem Buch zu finden.

Ein herrliches Buch, wenn man sich von der Gegenwart etwas erholen will.

 

Ben Hur – das Buch

Wer war St. Patrick?

Es ist St. Patrick-Wochenende. Man sieht es auch in Wien! Und das ist gut so – denn wir alle sind Europäer.

Aber jetzt dazu: wer war eigentlich dieser Patrick? So ganz genau wissen wir das ja wieder nicht, aber sicher ist, er war ein christlicher Missionar und gilt in Irland als Nationalheiliger. Aber es gibt auch eine „Zwei-Patrick“-Theorie. Demnach wurden viele Informationen Patrick zugeschrieben, die aber ursprünglich Palladius, der im 5. Jahrhundert als Diakon aus Gallien nach Irland kam, betrafen. Ferner wird angenommen, dass Palladius von Papst Coelestin I. nach Irland geschickt wurde. Denn in Britannien verbreitete sich damals die pelagianischen Häresie. Darunter versteht man, dass die menschliche Natur nicht durch die Erbsünde verdorben worden sei, sondern schließlich, als von Gott geschaffen, gut sein müsse, wenn man nicht unterstellen wolle, ein Teil der Schöpfung Gottes sei böse. Im Grunde geht es um die Freiheit des menschlichen Willens. Der Pelagianismus wurde von dem großen Augustinus von Hippo bekämpft, was schließlich zur Verurteilung als Häresie durch die Päpste sowie abschließend auf dem Konzil von Ephesos im Jahre 431 führte.

Patrick – Patricius – war der Sohn eines römischen Offiziers, der in der Provinz Britannia stationiert und überdies als Diaconus in der örtlichen Kirchengemeinde tätig war. Patricius war stolz auf seine Religion und römische Bildung. Vom Landgut seiner Eltern wurde er im Alter von 16 Jahren von plündernden Sklavenjägern an einen Ort in Irland gebracht, wo er Schafe hüten musste. Dort habe er Trost im Christentum gefunden. Folgt man seinen Ausführungen in der Confessio (seiner eigenen Schriften) weiter, so lernte er trotz seines schweren Lebens in Knechtschaft das raue Land und seine Bewohner zu lieben. Nach etwa sechs Jahren soll ihm dann ein Engel verkündet haben, dass er fliehen solle. Er floh daraufhin mit Händlern über das Meer und durchwanderte mit ihnen wochenlang ein zerstörtes, leeres Land. Es wird davon ausgegangen, dass er ein Mönch und Priester wurde, und lange Jahre in einem Kloster, eventuell in Gallien (da er „heidnische Franken“ erwähnt) verbrachte. Eines Nachts, so schreibt er, habe er Stimmen gehört, die ihn nach Irland zurückriefen und die er als die Stimmen des irischen Volkes zu erkennen meinte, die ihn baten zurückzukommen.

Papst Coelestin I. soll Patrick r 432 als Bischof nach Irland gesandt haben. Patrick gründete Klöster, Schulen und Kirchen im ganzen Land und übte seine Missionstätigkeit bis zu seinem Tod (angeblich am 17. März 461) aus. Als er starb, hatte er angeblich Tausende Iren zum christlichen Glauben bekehrt. Patrick hatte aber nicht nur seine Religion mitgebracht, sondern auch seine Bildung. Geschichten wurden von nun an niedergeschrieben und nicht mehr nur mündlich überliefert. Sein Motto: Wahrheit im Herzen, Kraft im Arm, Erfüllung in der Rede.

Die Legenden um ihn sind zahlreich: z.B. Patrick habe bei einer Predigt die Insel von allen Schlangen befreit und dies nicht nur mit der Macht seiner Worte, sondern unter tatkräftigem Einsatz seines Bischofsstabes. (Es gab aber keine Schlangen in Irland). Auch das irische Nationalsymbol geht auf ihn zurück: Patrick soll die Dreifaltigkeit anhand des Kleeblattes (Trifolium) erklärt haben. Und weil das Kleeblatt grün ist, wird auch Grün als Farbe für den St. Patricks Day verwendet.

Und wenn man vom Purgatorium des Heiligen Patrick spricht ist folgendes gemeint: meint man ein alter Wallfahrtsort auf einer Insel in Irland. Der Legende zufolge stammt der Wallfahrtsort aus dem 5. Jahrhundert, als Christus dem heiligen Patrick eine Höhle (auch als Schacht oder Quelle bezeichnet) zeigte, welche ein Eingang zur Hölle sei.

Sein Todestag wurde zum Nationalfeiertag Irlands und wird – auch in der irischen Diaspora – von Iren weltweit als ihr St. Patrick’s Day gefeiert.

Ich schlage vor: wir feiern mit den Iren ihren Heiligen Patricius!

Wer war St. Patrick?

Höllenvorstellungen

Im 21.Jahrhundert, in dem wir jetzt leben, ist die Vorstellung einer Hölle schwierig. Wir haben jene Darstellungen vor uns, die uns die Kunst liefert: sei es Dante mit seiner Göttlichen Komödie – neun Kreise der Hölle, sie es Brueghel der Ältere mit einerseits der Tollen Grete oder seinem Höllensturz, sei es Hieronimus Bosch oder Lucas Cranach. Noch viele andere haben die Hölle höchst unterschiedlich dargestellt. Für viele relevant: die Hölle, das sind die anderen – so meint Jean Paul Sartre.

Nach Vorstellungen des abendländischen Mittelalters (zu lesen in der Göttlichen Komödie) war Mohammed in der Hölle: Ein Teufel spaltet den Körper des Propheten mit dem Schwert vom Kopf bis zum Bauch, sodass die Eingeweide herausquellen. Aber Mohammed stirbt nicht. Die grässliche Wunde scheint zu verheilen, wird jedoch von der Waffe des Teufels immer wieder aufgerissen. Die Spaltung seines Körpers, so gibt Mohammed klagend zu erkennen, sei die Höllenstrafe für diejenigen, die wie er, versucht hätten, durch eine falsche, ketzerische Lehre die Menschen vom rechten Glauben abzubringen und sie zu Kriegen im Namen der Religion anzustiften. Nun büße er durch ewige Zerfleischung. Ich selbst habe das Fresco von Giovanni da Modena aus dem Jahre 1415 in der Basilika San Petronio in Bologna gesehen, das zeigt, wie Religionsstifter Mohammed in der Hölle von Dämonen gequält wird.

Selbst Papst Benedikt XVI., im Rahmen einer Vorlesung in Regensburg, zitierte eine Aussage, die der byzantinische Kaiser Manuel II. Palaiologos (1350–1425) während der Unterhaltung mit einem persischen Gelehrten gemacht hatte. Dies hatte zu erheblichen (diplomatischen) Problemen geführt.

Bei den Muslimen dagegen findet sich keine Darstellung, die etwa Jesus als den Verkünder des anderen, christlichen Glaubens in der Hölle ansiedeln würde. Im Gegenteil: Jesus gilt den Muslimen als zweitwichtigster Prophet, zwar nicht als „Sohn Gottes“, jedoch in der Rangfolge unmittelbar hinter Mohammed.

Die Hölle ist nach traditionellen Vorstellungen des Christentums ein Ort der Qual, an welchen Übeltäter nach dem Tod gelangen, bevölkert von Dämonen und dem Teufel. In modernen christlichen Glaubenslehren ist diese Vorstellung allerdings in verschiedener Weise modifiziert oder auch ganz fallen gelassen worden. Schon Shakespeare sagte, es gibt sie, die Hölle, aber sie ist leer, und alle Teufel sind hier.

Sind wir schon uneins und verwirrt über unsere (christliche) Hölle, wie schaut denn die Hölle für Muslime aus?  Viele haben bereits den Satz Mohammeds gehört (Hadith) „Ich schaute ins Paradies hinein und sah, dass seine meisten Bewohner die Armen sind. Ich schaute in die Hölle hinein und sah, dass die meisten Bewohner [der Hölle] Frauen sind.“ Als Begründung wurde angegeben: „Die Frauen sind ihren Ehemännern gegenüber undankbar. Sie verleugnen die Wohltaten [die man ihnen tut]. Wenn man einer Frau das ganze Leben lang Wohltaten erweist und sie erlebt dann etwas, was ihr nicht gefällt, dann würde sie sagen: ‚Du hast mir nie eine Wohltat erwiesen.‘“

Wie also schaut nun die Hölle für Muslime aus? Sie ist der Ort der Verdammten. Sie wird als ein loderndes Feuer beschrieben. Speisen, Getränke und die Kleidung sind siedend heiß. Die Verdammten werden durch Fesseln, Ketten und Eisenstöcke gepeinigt. Die Muslime werden letztlich aus dem Höllenkerker befreit und ins Paradies berufen. In den Augen Allahs sind aber selbst Nichtmuslime heimlich Muslime, wenn sie entschuldbar nicht zum richtigen Glauben gefunden haben.

Dschahannam bezeichnet im Islam die Hölle. Das arabische Wort entspricht dem hebräischen Gehinnom. Der Gegenbegriff ist Dschanna (Paradies). Für die Hölle gibt es im Koran zahlreiche Bezeichnungen. Dschahannam erscheint an 109 Stellen, nimmt jedoch bezüglich Häufigkeit nur den zweiten Platz ein. Am häufigsten – etwa 125 Mal – erscheint „Feuer“. Weitere Namen sind „glühendes Feuer“, „der Zermalmer“, „loderndes Feuer“, „extreme Hitze“, „Grube“.

Die Hölle ist als feuriger Abgrund unter einer schmalen Brücke gedacht, die in den Himmel führt. Alle Seelen der Toten müssen über diese Brücke gehen, lediglich die Verdammten fallen ins Feuer, wenn sie nicht durch die Gnade Allahs erlöst werden. Wie auch bei der christlichen Hölle ist die islamische Dschahannam vom Höllenfeuer geprägt. Die Tore der Dschahannam werden von Malik bewacht, dem 19 Engel untergeordnet sind. Zudem enthält der Koran eine Vorstellung von der Hölle als eine Art Tier, das aufheult und in Wallung gerät, und das vor Wut platzen und herbeigeschafft werden kann. Ähnlich dem Fegefeuer soll auch in der Dschahannam eine Möglichkeit bestehen, zwischen dem Ableben und dem allgemeinen Tag der Auferstehung noch von Sünden gereinigt zu werden und durch die Gnade Allahs doch noch in die Dschanna, das Paradies, einzuziehen.

Dschahannam wird im sunnitischen Islam grundsätzlich, analog zum Himmel, in sieben Etagen unterteilt, ausgehend von den sieben Höllentoren. Die Sünder werden je nach Schwere ihres Vergehens der jeweiligen Etage zugewiesen, wobei die unteren Etagen immer schlimmer sein sollen als die höheren. Die Islamgelehrten sind uneinig, ob der Aufenthalt in der Dschahannam ewig andauert. Grundsätzlich gilt, dass der Aufenthalt in Dschahannam nur für Muslime begrenzt ist und der Reinigung dient. Ob auch Nicht-Muslime der Dschahannam wieder entkommen ist umstritten.

Die Hölle ist wie folgt unterteilt:  Ein Feuer für die Sünder unter den Muslime; Ein Inferno für die Sünder unter den Christen; Vorläufiger Bestimmungsort für Sünder unter den Juden; Ein brennendes Feuer für Abtrünnige; Ein Ort für Hexen und Wahrsager; Ein Ofen für die Ungläubigen;  Ein bodenloser Abgrund für die Hochmütigen und Heuchler, die nach außen hin Muslime scheinen, aber im Inneren ungläubig wären.

In der mystischen Vorstellung des Islams (Sufismus), ist die Dschahannam Ausdruck der Entfernung zu Allah, denn die größte Strafe sei es, vom Geliebten fern zu sein. Die Insassen der Dschahannam sind demnach bestraft durch ihre Gefangenschaft im eigenen Ego und der Illusion von Allah getrennt zu sein.

Was immer man glaubt oder nicht glaubt, ob man die Hölle als Drohung und Bestrafung sieht, ob sie nur temporär „besiedelt“ ist, ob sie grundsätzlich leer ist: ein angenehmer Ort ist sie keinesfalls. Verwandeln wir die Erde nicht in eine Hölle!

Höllenvorstellungen

Meine Impressionen von „Fridays for Future“ – in Wien

Heute haben die Kinder und die Jugendlichen gegen den Klimawandel demonstriert. Ich habe die Demonstration in Wien erlebt. Ich weiß, dass mindestens einer meiner Enkel dabei war – ich habe ihn nicht gesehen. Kein Wunder, es waren ja auch viele unterwegs. In über 2.000 Städten und mehr als hundert Ländern sind am 15. März 2019 weltweit Schüler und Studenten gegen den Klimawandel auf die Straße gegangen. Manch ein Erwachsener war auch dabei. Auch in Österreich zeichnete sich eine rege Beteiligung ab. Über zehntausend Jugendliche haben alleine in Wien protestiert – deutlich mehr als im Vorfeld erwartet. In Wien zählte die Polizei zählte bei der Demo am Vormittag 10.500 Teilnehmer. Die Schüler und Studenten sind von fünf Orten, dem Hamerlingplatz, dem Karlsplatz, der Mariahilferstraße, dem Schottentor und Wien Mitte zum Heldenplatz gezogen.

Also anfänglich – ich gebe es ja zu – habe ich mich über die Demo geärgert. Schon wieder einmal die Ringstraße gesperrt. Ich wollte etwas besorgen – aber auch die Straßenbahnen fuhren nicht. Also musste ich zu Fuß gehen. Dabei sah ich vergnügte Grüppchen von Jugendlichen über den Ring schlendern, das hat schon sehr nach Schulschwänzen ausgesehen.

Dann allerdings, vor dem Parlament, begleitet von der Polizei, zog eine geschlossene Gruppe über den Ring. Sie führten selbstgebastelte „Transparente“, d.h. Tafeln mit allerhand Aufschriften in Deutsch und in Englisch mit sich. Angeführt wurden sie von einem Erwachsenen, der Slogans über ein Megaphon verbreitete, die die Jugendlichen im Chor wiederholten.  Es waren auch schon recht vorwurfsvolle Texte drauf zu finden.

Ich musste dann abbiegen, um meine Besorgung zu erledigen, kam aber hinterher wieder zum Ring zurück. Diesmal beschloss ich durch den Volksgarten zu gehen, er ist noch im „Wintermodus“, d.h. den Rosen sind noch immer die Säcke übergestülpt, aber es sind auch schon Stiefmütterchen ausgepflanzt. Auch hier traf ich dann wieder auf kleine Gruppen von Jugendlichen, die die Freizeit und die Sonne genossen.

Allerdings der Heldenplatz war dann recht schwer zu durchqueren, immer mehr junge Menschen strömten durch das Burgtor herein, auf dem Heldenplatz wurde es zunehmend enger. Einpeitscher riefen lautstark ihre Parolen, Transparente wurden geschwungen, aber alle waren bestens aufgelegt. Gestört hat mich, dass schon ganz „Kleine“ in Gruppen mitgebracht worden waren, sie waren zweifelsfrei sicher noch nicht einmal 10 Jahre alt, saßen etwas verschreckt gemeinsam im Gras und aßen ihre mitgebrachten Jausen. Ob das sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln. Auch das große Plakat „schafft den Kapitalismus ab“, dürfte aus einer Demonstration für andere Zwecke stammen. Touristengruppen hielten sich vom Heldenplatz ferne und verteilten sich über den Burggarten.

Es war eine mächtige Demonstration – „Fridays for Future“, Hubschrauber dröhnten über die Demonstranten und beobachteten das Geschehen. Ob nun aufgrund dessen mehr für das Klima getan werden wird, bleibt allerdings abzuwarten. Den Kindern hat’s gefallen.

 

Meine Impressionen von „Fridays for Future“ – in Wien