Eine Stadtbesichtigung, Feslzeichnungen und Schlammvulkane

Es war ein langer sonniger, nicht zu heißer Tag, der trotz langer Fahrt voll Überraschungen steckte. Er begann mit einer Besichtigung von Gäncaä, das wiederum seine eigene Geschichte hat, diesmal nicht nur mit mehr oder minder mächtigen Khanen, sondern auch mit der kurzen Freiheit von Aserbaidschan nach dem Ersten Weltkrieg. Wunderschön gelegene Moscheen, Grabdenkmäler, ein Opernhaus, das in seiner Front dem Wiener ähnelt, aber erst vor 8 Jahren gebaut worden war. Originelle Brunnen, ich kann mir gut vorstellen, wie man in der Pause hier steht und den Blick auf das „Alte“ genießt. Hier, wie in ganz Aserbaidschan alles blitzsauber. <überall, auch in den Parks wird ununterbrochen gekehrt und geputzt. Zu meiner großen Freude gibt es hier viele Bäume die unseren Platanen sehr ähneln!

Auch hier leben Deutsche im 19. Jahrhundert und bauten sich eine Kirche, die jetzt ein Puppentheater enthält. Und ein Museum der über das erste eigenständige Bestehen eines freien Aserbaidschan – bis es dann von der Sowjetunion einverleibt wurde. Noch zum Flaschenhaus – gebaut aus Flaschen verschiedener Größen – recht skurril. Am Stadtrand noch ein großes eindrucksvolles Mausoleum für einen Dichter (Nizami) – auch ziemlich neu errichtet – mitten im Industriegebiet. Ich wäre gerne länger in dieser Stadt geblieben.

Weiter geht die Fahrt – durch sehr arides Gebiet – nur unterbrochen durch einen Besuch in einem Supermarkt, wo wir unser Mittagessen eingekauft haben. Das Einzige, das mich angelacht hat, war einen Banane und etwas, das ausgesehen hat, wie eine Golatsche Sie hat sich als so trocken herausgestellt, dass ich sie bei dem warmen Wetter nicht hinuntergebracht und später einem Hund verfüttert habe).

Endlos geht’s dahin, manchmal an langen Zügen vorbei. Ich fürchte schon, dass wir unsere nächsten Destinationen nicht mehr rechtzeitig erreichen werden: die Felszeichnungen von Qobustan, sie bestehen aus einem hervorragenden Museum und den Felszeichnungen die man über einen einigermaßen unbequemen Weg besichtigen kann. Die übereinandergeschichteten Felsen, in die dann die Zeichnungen geritzt worden sind, schauen aus, wie von Riesenhand zerstreute Steintrümmer, die dann auch Höhlen bilden. Die Wege darf man nicht verlassen, da es da Schlangen gibt. Dies alles wurde durch einen Zufall bei Steinbrucharbeiten gefunden. Auch hier wäre ich gerne länger geblieben, besonders in dem wirklich gut aufbereiteten Museum …. Für mich fehlte hier auch nicht ein Stein, der markierte, dass eine römische Legion hier gewesen ist und dies in einen Stein geritzt hatte. Angeblich der östlichste Punkt, den eine die Legionen je erreicht hatten. Jedenfalls: der Kaspische See, der zwar seine Seehöhe derzeit bis zu 5 Metern wechselt, soll früher einmal dieses Gebiet komplett bedeckt haben.

Aber das ist noch nicht alles: wir steigen in abenteuerliche alte, als Sowjetzeiten stammende Taxis (Ladas zumeist) um und fahren querfeldein -angeblich über eine Rennstrecke – zu Schlammvulkanen. Die Fahrt dauert nur 20 Minuten, aber so durchgerüttelt bin ich noch selten geworden. Aber die Hügel, aus denen der Schlamm blubbert, sind es doch wert.  Ähnliches kenne ich nur von den Phlegräischen Feldern bei Neapel. Es hat etwas „unterweltliches“ an sich. Der Schlamm – er hat 20° – man kann hineingreifen, soll der Schönheit sehr förderlich sein. Man hat uns angeboten, Flaschen mit Schlamm mitzunehmen.

Von da fahren wir dann zurück nach Baku.

Eine Stadtbesichtigung, Feslzeichnungen und Schlammvulkane

2 Gedanken zu “Eine Stadtbesichtigung, Feslzeichnungen und Schlammvulkane

  1. SCHLENZ Walter schreibt:

    Liebe Christa!

    Für den Rest Deiner äusserst interessanten Reise wünsche ich Dir Alles Gute und viele Erlebnisse bis zum Ende der Reise.

    Liebe Grüsse
    Walter

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