Was ist hier – noch in Aserbaidschan – anders

Mir sind hier – in Aserbaidschan – einige Gegebenheiten aufgefallen, die sich von unseren Gewohnheiten unterscheiden.

Da ist z.B. vieles, das in Zusammenhang mit Essen und Trinken steht. Man kann alle Getränkehier bekommen, wir haben z.B. jeden Tag Wein getrunken, es wären aber auch harte Getränke verfügbar gewesen. Die Mehrheit der Bevölkerung hier ist moslemisch, zumeist schiitisch. Aber die lange Sowjetzeit hat da gewisse laizistische Tendenzen gefördert, es gibt ein Denkmal hier, wie eine Frau hier ihren Tschador wegwirft.  Man sieht hier wenig Frauen, die Kopftücher tragen (jedenfalls viel weniger als in Ottakring). Unser Guide und unser Chauffeur haben keinen Alkohol getrunken, es stehen immer Säfte (leider zumeist picksüß) am Tisch. Und noch zu Getränken, in diesem Land trinkt man meist Tee. (Frühstückskaffe in Hotels ist entweder Nescafé oder länger stehender „Durchgeronnener“). Ich versuchte nur einmal einen doppelten Espresso – das war dann das letzte Mal. Aber ich bin mit Tee ganz gut über die Runden gekommen, freu mich aber sehr auf einen guten Espresso. Manche von uns haben Ayran getrunken

Gasthäuser sind oft anders angelegt als unsere. Wenig große Säle, viele verschieden große Räume, sodass man in einer Gruppe (Familie, Clan) ungestört von anderen zusammensitzen kann. Unterwegs haben wir das sogar mit extra „Häuserln“ in hübsch angelegten Gärten erlebt. Für das Personal ist das eine große Herausforderung, die müssen bei jedem Wetter im Freien die Speisen tragen, oft über Stockwerke, aber für Gäste habe ich es sehr angenehm gefunden.

Übrigens: dieses Prinzip, dass Gruppen- in diesem Fall Clans – zusammenbleiben und von anderen getrennt sind, setzt sich auch auf Friedhöfen durch, da hat jeder Clan seinen abgezäunten Bereich, manchmal mit einem Dach darüber, auf dem sich zuweilen auch ein Kreuz befindet. Auf jedem Grabstein ist ein Bild des Verstorbenen zu sehen. Übrigens: Zäune sind allüberall, alles ist hier eingezäunt, wenn gebaut wird, wird zuerst der Zaun um das Grundstück errichtet, mit einem pompösen Tor versehen, die man überall kaufen kann, und dann erst mit dem Bauen begonnen.

Aber zurück zum Essen: (Servietten sind durchwegs klein und dünn, nur in einem, dem feinen, Lokal gab es Stoffservietten): Angefangen wird mit Vorspeisen – Gurken, Tomaten, haufenweise unterschiedliche Kräuter, Saucen aus Melanzani und Paradeisern, in Weinblätter Gewickeltes, Melanzaniröllchen, viel unterschiedliches eingelegtes Gemüse, Krautsalat, Joghurt, verschiedene (meist recht salzige Käse) t etc.  Natürlich Brot – auch zuweilen braunes. Das alle bleibt am Tisch stehen! Dann kommen gefüllte Teigtaschen, gefüllte Palatschinken (ausgezeichnet auch mit Kürbis!), zuweilen gibt’s dann auch Suppen, beliebt Hühnersuppe oder Linsensuppe oder so etwas wie Gurkensuppe. Alles bleibt am bereits außerordentlich „angeräumten“ Tisch und es werden dazu die Hauptspeisen gebracht: kaspischer Fisch oder meist gegrilltes Lamm- oder Rindfleisch. Am besten geschmeckt hat mir ein Gemüse- und Fleischgericht, das in einer Pfanne auf einen kleinen Holzkohleöfchen serviert wird. Dazu gebratenen Erdäpfelscheiben.

Dessert (meist etwas Baklava-artiges sehr klebriges) gibt es nicht immer, Tee meistens.

Jetzt muss ich Schuss machen – weiteres ein andermal. Der Bus, der uns zum Flughafen bringen soll, wird gleich da sein!

 

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