Diesmal wieder als Großmutter unterwegs

Diesmal wieder als Großmutter unterwegs, wieder unter dem Motto, alles kommt anders als man denkt. Vielleicht ist noch folgendes vorauszuschicken: Der Unterschied zwischen Großmutter und Urgroßmutter beträgt fast genau ein Jahr! Und das geht so: Die jüngste Enkeltochter ist fast genau ein Jahr älter als die älteste Urenkelin.

Geplant war: um 8:30 werden die beiden jüngsten Enkelkinder bei mir zu Hause „abgeliefert“ und bleiben bis 14 Uhr, dann werden sie von einem weiteren Enkel (dem ältesten) abgeholt und weiterbetreut. Denn bei meiner Schwiegertochter herrschte in der vergangenen Woche ein gewisser Notstand: ihre liebe Mutter, normalerweise jederzeit im Einsatz für ihre Enkelkinder, war im Spital (es geht ihr zum Glück schon besser!). Der Ehemann im Ausland, die Schule hat noch nicht begonnen und ihre Anwesenheit am Arbeitsplatz unerlässlich. Ich glaube, das ist ein Dilemma, das viele Eltern in irgendeiner Form kennen. Die Kinder verbrachten ihre Zeit bei den diversen sonstigen Verwandten und am Freitag war als ich vorgesehen.

Ich war ein bissel besorgt, womit ich die beiden wohl beschäftigen könnte, bei mir gibt’s kein Spielzeug, keine Kindervideos, nur Kinderbücher, und das ist für einen Vormittag wohl nicht ausreichend. Ich hatte vor, mit den Kindern ins Rathaus zu gehen. Dort, so fand ich im Internet, gäbe es Unterhaltung für Kinder, allerdings erst ab 6 Jahren. Naja, meine kleine Enkeltochter wird erst 5 aber ich hoffte, dass sie vielleicht mit ihrem großen Bruder – knapp 8 – hineingelassen würde.

Aber es kam dann anders: Meine Schwiegertochter rief in der Früh an, die Kinder, die die ganze Woche „vagabundiert“ sind, würden lieber zu Hause bleiben, ob ich nicht zu ihnen kommen könnte. Na, selbstverständlich. Und gleichzeitig sah ich auf dem Handy, dass derjenige Enkel, der die Kinder am Nachmittag übernehmen sollte, ebenfalls schon angerufen hatte. Ich machte mich jedenfalls schon auf den Weg und kontaktierte den „großen“ Enkel, der hatte dringendste finanzielle Probleme. Diese ließen sich mithilfe eines in der fast rührenden Form bemühten Bankberaters noch während der Busfahrt zu den Enkelkindern in allseits befriedigender Form lösen.

Alle Sorgen, die ich mir gemacht hatte, wie ich die Enkelkinder „unterhalten“ könnte, erwiesen sich als unbegründet. Beide waren sehr zufrieden zu Hause zu sein, das Plaudern mit dem Enkelsohn war aufgrund seiner Fragen sehr interessant, seine Schwester spielte, ich glaube nur halb zuhörend, mit ihren Spielsachen. Die beiden Kinder gerieten nicht aneinander (ich habe‘ das schon ganz anders erlebt!). Meinem Wunsch nach einem Kaffee, ich war ohne einen solchen aus dem Haus gegangen – was keine sehr gute Idee war – wurde stattgeben. Mein Enkel fand den Kaffee, nach einigem Suchen die Kaffeemühle, er rieb mit Hingabe den Kaffee, leerte ihn kundig in eine der (altmodischen, aber noch immer besten) italienischen Kaffeemaschinen, aber irgendetwas hatten wir dann doch nicht richtig gemacht. Er bot sich an, die Prozedur zu wiederholen (ich war sehr gerührt!). Beim zweiten Anlauf funktionierte die Sache vortrefflich und er beschaffte eine Tasse, toastete Brot für sich, seine Schwester und mich und ich konnte so eines der besten Frühstücke überhaupt genießen.  Den Kakao für seine Schwester zu machen, lehnte der dann doch ab.

Nun erhob sich die Frage wohin wir essen gehen sollten (ich war nicht besonders lustig darauf, ein Mittagessen in einer fremden Küche zu kochen). Der Knabe zog ein Thai Restaurant vor, das Mädchen wollte eine Pizza essen – wie bringt man derartiges unter einen Hut. Wir arbeiteten eine Weile daran, einen Kompromiss zu finden. Das Ergebnis – nach einigen Diskussionen – war: in ein Lieblingsrestaurant meines Mannes in meiner Nähe zu gehen (wo wir viele Familiengeburtstage gemeinsam gefeiert hatten), dort, so versprach ich der „Thai-Partei“ würde es sicher Muscheln geben (eine seiner Lieblingsgerichte) und sicherlich auch eine köstliche Pizza. Auf die Warnung meines Enkels hin, dass seine Schwester sicher keine ganze Pizza werde essen können (und wir alle sind gegen „Wegwerfen“) konnte ich ihn beruhigen, denn auch mein „Großer“ würde kommen, der sicher auch bei diesem Problem werde helfen können.

Die Mama hatte fürsorglich schon eine Tasche mit Badesachen (einschließlich Spritzpistole, Taucherbrillen etc. gepackt) und wir fuhren – wie man in Wien so schön sagt, „in die Stadt“. Wir querten den Burggarten, nachdem ich mich bemüßigt fühlte, zur Bildung der Kinder etwas beizutragen (also: dass ist das Denkmal für Mozart, ein Komponist, herrliche Musik) landeten wir beim Kaiser Franz Joseph – und hier war mein Wissen leider nicht ausreichend: ich konnte nicht erklären, welches Objekt der Kaiser in der  rechten Hand hält – die Frage bleibt offen, vielleicht kann uns jemand helfen, ein Rohr). Die kleine Schwester, sichtlich von unseren Ratereien bezüglich dieses Objekts in der Hand es Kaisers etwas gelangweilt, erklärte müde zu sein (sie geht nicht gern zu Fuß). So weit war’s aber nicht mehr ins Restaurant.

Dort traf auch gleich pünktlich der große Cousin ein, es gab Muscheln, es gab eine Pizza, von der der Große einen Teil aß und es gab auch Eis – allerdings – der einzige Wermutstropfen – kein Mangoeis.

Aber die Aussicht auf das Zusammentreffen mit dem Hund und das Vorhandensein des Pools bei der anderen Großmutter des großen Cousins ließ sich das doch leicht verwinden.

Alle miteinander: wahrsinnig liebe „Kinder“!

 

 

Diesmal wieder als Großmutter unterwegs

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