Zum weihnachtlichen Lesen

Also, so ein Fenster- (Brücken-, Zwickel-)Tag hat es in sich. Ich habe vergessen, den Wecker einzustellen. Und habe daher lang und gut geschlafen, und weder gehört, dass man bei mir angeläutet hat, noch, dass ich angerufen wurde (Handy hängt am Ladegerät). Das beunruhigte nicht nur jene, die an der Tür läutete, bzw. die Nachbarin, die mich auf deren Begehr anrief. Und dann wurde noch mein Sohn mobilisiert.

Es dauerte noch eine Weile, bis ich die Unruhe, die ich damit verursacht hatte, dämpfen könnte – aber ich entschuldige mich bei allen, denen ich Sorgen gemacht habe. Alles wieder gut?

Ansonsten möchte ich über meine Lesegewohnheiten berichten (ja, ich lese oft lange, in der Nacht). Derzeit stehen historische Romane auf meiner Leseliste. Da ist einmal eine Medici-Trilogie (bisher habe ich nur das erste Buch gelesen, über die Anfänge der Medici in Florenz), dann musste ich unbedingt über jene Zeit lesen, die mich wirklich besonders interessiert, über die Anfänge unseres heutigen Europa, bedroht von dem Muslimen: im Osten durch ihr Anrennen an Konstantinopel und im Westen durch ihre Überwindung der Visigoten in Spanien und ihr Vordringen nach Aquitanien und in das sich eben konstituierende Frankenreich (damals unter Karl Martell), nicht dass Europa geeint den Muslimen widerstanden hat.   Und dann war da noch ein Buch über die Zeit von Oliver Cromwell und Karl I., Stuart. Auch eine Zeit der religiösen Unruhe und des immer wieder drohenden Bürgerkrieges. Derzeit ist es ein Buch über Francis Drake, das mich fasziniert.

Alle diese Bücher sind Romane, mit fiktiven Hauptpersonen, aber von guten, belesenen meist Historikern geschrieben, womit die Fakten und „echten“ Personen sehr wohl eine große Rolle spielen. Wir – besonders meine Generation – können schon dankbar sein, dass wir in einer Zeit leben durften und dürfen, die nicht von (Religions-)Kriegen geprägt war.

Man hat einander schon aus fast nichtigen Gründen ´über die Jahrhunderte die Schädel eingeschlagen. Und man lebte sicher nicht so bequem wie wir heute, schon allein das Reisen, und man ist immer gereist, war mühevoll, ob zu Fuß, zu Pferd oder ein einer Kutsche. Auf Straßen, die nach heutiger Definition kaum diesen Namen verdienen, beleuchtet nur von Kerzen und Fackeln. Immer wieder waren große Hungersnöte zu erwarten, besonders wenn unbekannte Schädlinge – oder die Feinde – die Ernte selbst zerstört hatten. Und es waren nicht nur die Feinde, die die Ernten zerstörten, es waren auch die eigenen Herrscher und Feldherren, die es dem Feind unmöglich machen sollen sich von dem Land zu ernähren. Man verschanzte sich in Burgen, und letztlich wurde man ausgehungert. Und Intrigen und Spione gab es allezeit. Immer schon sollten die Mächtigen beseitigt werden – andere kamen an die Macht und machten es dann auch nicht besser – ich denke da z.B. an Karl I. und Cromwell. Immer sollten jene, die „an etwas anderes glaubten“ ausgerottet werden, und meist war man selbst auch nicht viel besser – Kampf zwischen Muslimen und Christen oder Katholiken und Protestanten. Nie ist nach erfolgreichen Kämpfen der „ewige Friede“ oder ein Goldenes Zeitalter ausgebrochen.

Ich gebe zu, ich lese kaum noch „physische“ Bücher, obwohl ich sie gerne kaufe – ich liebe Buchhandlungen – ich bekomme sie auch geschenkt, in der Familie die Lieblingsbücher der anderen, aber die Mehrzahl lese ich „elektronisch“, weil es wirklich praktisch ist, das Gerät in die Tasche zu stecken, in der Straßenbahn zu lesen (wenn ich halt einen Sitzplatz habe, das ist heutzutage nicht mehr ganz so selbstverständlich wie früher. Wir sind früher dazu erzogen worden, aufzustehen, wenn ältere Leute kamen – das hat sich heute noch nicht bei allen schon immer hier gewesenen und zugewanderten herumgesprochen). Man kann ohne Licht lesen und schwer zu halten ist das Gerät auch nicht, wenn man im Bett liest – was ich wirklich gerne tue.

Und falls es sie Interessiert:

die Medici Serie hat Matteo Strukul, Jahrgang 1973, geschrieben.

Mac. P. Lorne hat das Buch „Der Herzog von Aquitanien verfasster wurde 1975 im damaligen Ostdeutschland geboren.

„Der Spion des Königs“ stammt von Magnus Forster, in der Nähe der deutsch-französischen Grenze aufgewachsen, hat lange Zeit in England gelebt. Dort studierte er auch Literaturwissenschaften. Arbeitete er zunächst mehrere Jahre als Journalist und Übersetzer, aber auch als Ghostwriter.

So und jetzt gehe ich spazieren, denn Beide, die mich heute besuchen wollten haben es auf morgen verschoben und ich muss mich bewegen, schon allein um die vielen Kekse und den Weihnachtsstollen „abzuarbeiten“.

Zum weihnachtlichen Lesen

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