Wie eine Terror Organisation in einem gescheiterten Staat wütet:

Der Anschlag in Mogadischu, die Lage in Somalia und die al-Schabaab

Heute bin ich traurig bis empört. Der Angriff auf orthodoxe Juden beim Chanukka-Fest in New York, die russischen Angriffe au Idlib, gefordert von Assad, der gegen sein eigenes Volk kämpft, das Eingreifen der Türkei in Libyen, die hungernden und frierendem Menschen und verlassenen Kindern in Flüchtlingslagern in Griechenland aber auch in Bosnien …  Und:

Der Anschlag in Mogadischu

Die Zahl der Toten in Mogadishu ist noch nicht endgültig bekannt. Nach dem schweren Autobombenanschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist die Zahl der Toten auf derzeit mindestens 79 gestiegen, teilte die Polizei mit. Insgesamt soll es rund 100 Verletzte geben. Ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter hatte seinen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in einem belebten Viertel der Stadt explodieren lassen. Durch die schwere Explosion am frühen Morgen wurden auch zwei Minibusse mit Schulkindern an Bord schwer beschädigt.

Wer für den Anschlag verantwortlich ist, ist noch nicht klar. Die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz hat wiederholt Sprengstoffanschläge verübt. Die sunnitischen Fundamentalisten beherrschen große Gebiete im Süden und Zentrum Somalias und verüben immer wieder Anschläge. Sie bekämpfen die von den Vereinten Nationen unterstützte Regierung Somalias und wollen in dem ostafrikanischen Land ein islamistisches Regime errichten. Die mit der Extremistenorganisation al-Qaida verbündete al-Shabaab hat nicht nur in Somalia, sondern auch in Kenia und Uganda mehrfach Attentate verübt.

Somalia entstand aus dem Zusammenschluss der Kolonialgebiete Britisch- und Italienisch-Somaliland, die 1960 gemeinsam unabhängig wurden. Nach dem Sturz der autoritären Regierung unter Siad Barre 1991 existierte aufgrund des noch andauernden Bürgerkrieges mehr als 20 Jahre lang keine funktionierende Zentralregierung mehr. Die ab dem Jahr 2000 unter dem Schutz der internationalen Staatengemeinschaft gebildeten Übergangsregierungen blieben weitgehend erfolglos; sie vermochten zeitweise kaum die Hauptstadt unter ihrer Kontrolle zu halten. Weite Teile des Landes fielen in die Hände lokaler Clans, Warlords, radikal-islamistischer Gruppen oder Piraten.

Auf dem Staatsgebiet haben sich verschiedene De-facto-Regimes gebildet. Von diesen strebt jedoch nur Somaliland im Nordwesten seit 1991 nach internationaler Anerkennung als eigenständige Nation. Die übrigen, darunter Puntland, Galmudug und Azania, beanspruchten zwar Autonomie als selbstverwaltete Teilstaaten, haben die Idee des gemeinsamen somalischen Staates aber nicht aufgegeben. Mit Inkrafttreten der neuen Verfassung am 1. August 2012 sind diese autonomen Teilstaaten nun Mitglieder der neuen Bundesrepublik Somalia. Erfolge gegen die radikal-islamistischen Milizen im Jahr 2012 ermöglichten es, im August 2012 erstmals auch wieder eine gemeinsame somalische Regierung zu wählen und mit der Reorganisation staatlicher Strukturen zu beauftragen, die zunehmend von anderen Staaten und internationalen Organisationen als Vertretung Somalias anerkannt wird. Von großer Bedeutung für Gesellschaft und Politik Somalias ist das Clansystem der Somali, das wahrscheinlich von der Stammesgesellschaft der Araber beeinflusst wurde. Jeder Somali gehört über seine väterliche Abstammungslinie einem Stamm oder Clan an. Dieses System verschafft dem einzelnen Somali traditionell Schutz für Leben und Eigentum, führt jedoch auch zu Blutfehden, die sich nicht nur auf einzelne Verbrechen beziehen, sondern auch Auseinandersetzungen um Wasser- und Weiderechte und um die politische Macht umfassen. Auf dem Korruptionswahrnehmungsindex 2016 von Transparency International liegt Somalia auf dem letzten Platz; gemäß Mo Ibrahim Foundation ist es das am schlechtesten regierte Land Afrikas.

Schätzungsweise nur 13 % der Jungen und 7 % der Mädchen besuchen eine Schule. Unterricht findet heute in Abwesenheit eines offiziellen Bildungssystems hauptsächlich in Koranschulen und privaten Einrichtungen statt. Im faktisch autonomen Somaliland wurde das Bildungswesen seit der Unabhängigkeitserklärung ausgebaut. Mangelernährung und Infektionskrankheiten sind verbreitet. 70 % der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Die Kinderzahl pro Frau liegt bei durchschnittlich 6,1. Die Müttersterblichkeit liegt bei 12 von 1000 Geburten. Die Kindersterblichkeit ist hoch.

Somalia ist eines der Länder mit der weltweit größten Bevölkerung an Flüchtlingen und intern Vertriebenen. 2016 gibt es ungefähr 977.000 somalische Flüchtlinge, die sich bei der UNHCR registriert haben. Trotz allem ist Somalia aber auch ein Land, das selbst Flüchtlinge aufnimmt: viele Äthiopier, die vor Dürre und Verfolgung flohen, und viele Flüchtlinge aus Jemen. Häufig zeigt sich, dass diese in Somalia unerwünscht sind.

Somalia wird oft als „gescheiterter Staat“ bezeichnet. Die Sicherheitslage in Somalia ist aufgrund des anhaltenden Bürgerkrieges und der Piratenüberfälle vor der Küste schlecht.

Die Harakat al-Shabaab al-Mujahideen (Bewegung der Mudschahedin-Jugend‘) – kurz al-Shabaab (‚die Jugend‘) ist eine militante islamistische Bewegung in Somalia. Sie ging aus dem radikalen und militanten Flügel der Union islamischer Gerichte hervor, die Ende 2006 entmachtet wurde. Sie kämpfte im somalischen Bürgerkrieg gegen die bis Anfang 2009 im Land stationierten äthiopischen Truppen und bekämpfte die Übergangsregierung Somalias sowie seit deren Auflösung im August 2012 den somalischen Staat. Al-Shabaab kontrolliert Teile Südsomalias und setzt dort die Scharia in strenger Form durch. Die Gruppierung ist wahhabitisch beeinflusst. Ihr Ziel ist die Errichtung eines islamischen Staates am Horn von Afrika und die Beteiligung an einem weltweiten Dschihad. Seit spätestens 2009 bemühte sich al-Shabaab um die Aufnahme in das Netzwerk von al-Qaida, was Osama bin Laden bis zu dessen Tod wegen al-Schabaab Inkaufnahme der Tötung von Muslimen verweigerte. Im Februar 2012 schwor Al-Shabaab Aiman az-Zawahiri, dem neuen Anführer von al-Qaida, die Gefolgschaft und gilt seitdem als regionaler al-Qaida-Ableger. Die zur al-Qaida in Konkurrenz stehende Organisation Islamischer Staat bemüht sich in groß angelegten Social-Media-Kampagnen somalische Dschihadisten dazu zu bewegen, ihre Allianz von der al-Qaida zum IS zu wechseln, jedoch bis dato ohne Erfolg.

Ein Leben unter diesen Umständen scheint für uns unvorstellbar – wundern wir uns nicht übe Flüchtlinge, die von dort kommen!

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