Der Erzbischof gegen den Papst: Ökologismus

Der Erzbischof von Krakau, Marek Jędraszewski – ein Nachfolger von Karol Józef Wojtyła, dem späteren Papst in dieser Funktion – zieht gegen den Ökologismus zu Felde.

Der Begriff Ökologismus bezeichnet als Fremdzuweisung im politischen Meinungskampf eine Ideologie oder Verhaltensweisen von Individuen, sie unterstellt, Belange der Umwelt sowie einer politischen Ökologie würden über andere wichtige menschliche Belange gestellt. Als ökologistisch werden auch Verhaltensweisen bezeichnet, bei denen der Wille „etwas zu tun“ im Vordergrund steht – und nicht der Nutzen im Sinne der Ökologie. Während der Umweltnutzen oft nur angenommen wird, oder andere Verhaltensweisen kompensieren soll, überwiegt der Wunsch nach einem „guten Gefühl“ und der moralischen Überlegenheit.

Damit stellt sich der Erzbischof aber gegen seinen Papst Franziskus, dessen Öko-Enzyklika  „laudato si“ vom 18. Juni 2015 meint,  dass die Welt vor grundlegenden Zukunftsfragen steht, die keinen Aufschub mehr dulden und die gemeinsames internationales solidarisches Handeln erfordern, denn mit den herrschenden Maximen eines rein technologischen Fortschrittsglaubens, gepaart mit einem rein auf Gewinn ausgelegten Wirtschaftssystem und Moralvorstellungen, wonach sich jeder selbst der Nächste ist, fährt die Menschheit die Welt und sich selbst an die Wand.

Der polnische Erzbischof hinwieder meint, dass Ökologismus ein sehr gefährliches Phänomen wäre, das der Bibel entgegensteht und eine Rückkehr zu den Lehren von Friedrich Engels – dem Marxismus – wäre. In einem Interview erwähnte er „den Teenager und die Umweltaktivistin“ Gerta Thunberg, die, so meint er, zu einem Orakel für alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte geworden wäre, die mit allen christlichen Traditionen brechen würden.

Andererseits hat Papst Franziskus vor ca. einem Monat geäußert, eine „Sünde wider die Ökologie“ in die Lehre aufzunehmen. Der Heilige Vater dankte Greta Thunberg bei einer Generalaudienz für ihr Engagement zur Verteidigung der Umwelt und ermutigte sie, weiterzumachen. Anlässlich der weltweiten Streiks für den Klimaschutz unter dem Motto „Fridays for Future“ hatte Mitte März 2019 der Kurienbischof Marcelo Sanchez Sorondo die Einschätzung geäußert, der Papst stehe hinter den weltweiten Klima-Protesten von Schülern.

Aber für den Erzbischof von Krakau ist Ökologismus nicht das einzige Problem: Plötzlich wird alles in Frage gestellt, unsere gesamte Kultur wird in Frage gestellt. Die Weltordnung wird umgedreht, sogar die Existenz, des Schöpfers wird angezweifelt.  Die Rolle und die Würde jedes einzelnen Menschen wir in Frage gestellt. Das stellt eine Rückkehr zum Marxismus von Friedrich Engels dar, der behauptet, dass Ehe eine Form der Unterdrückung wäre, und dass jeder im Namen der Gleichberechtigung mit der gesamten christlichen Tradition brechen müsste. Er bezeichnet auch Multikulturalismus als Übel, eine systematisch programmierte und finanzierte Abkehr vom traditionellen Nationalstaat um eine Rassenmischung herbeizuführen, die schon großes Unglück in westlichen Staaten hervorgerufen hat. (Ähnliches kann unsereins ja von Viktor Orban zuweilen hören). Der Erzbischof warnt besonders davor, dass der Multikulturalismus die Menschen dazu bringt, „die Werte der Nation“ zurückzuweisen.

Jędraszewski äußert sich auch gegen die „LGBT Ideologie“ (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender, also Lesbisch, Schwul, Bisexuell und Transgender), die er die „Regenbogen-Plage“ nennt, die Polen in der gleichen Form wie der Nationalsozialismus oder der Bolschewismus bedrohen.

Es scheint, als ob Fragen der Ökologie auch in der Katholischen Kirche kontrovers behandelt werden.

Der Erzbischof gegen den Papst: Ökologismus

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