Oh Schreck – rote Personen nächtens in meiner Wohnung

Es ist mir aber dann wirklich peinlich.

Vorauszuschicken ist, dass ich eine Vereinbarung mit dem Roten Kreuz habe. Ich trage ein Armband, wenn man den berühmten roten Knopf drückt – geht nichts in die Luft – sondern wird die Notrufzentrale des Roten Kreuzes alarmiert, die dann rückfragt, was los wäre, bzw. welche Hilfe man benötigt.

Ich habe diese Einrichtung im wahrsten Sinne von meinem leider verstorbenen Mann „geerbt“. Einmal habe ich sie bereits wirklich benötigt und war sehr dankbar, dass sie funktionierte. Das „Arrangement“ besteht darin, dass man dem Roten Kreuz Wohnungs- und Haustorschlüssel überlässt und eine moderate monatliche Gebühr bezahlt. Und dann kann man bei Bedarf den „roten Knopf“ drücken.

Mein Problem besteht darin, dass ich „viel herumfuchtle“ und daher den Knopf unabsichtlich drücke. Normalerweise höre ich dann den Rückruf und kann den „Alarm abblasen“. Wenn ich nicht abblase, ruft das Rote Kreuz dann auf dem Handy an, um sicherzustellen, dass es kein Fehlalarm ist.

Gestern in der Nacht habe ich wieder einmal unabsichtlich den Alarm ausgelöst, habe dabei gut und tief geschlafen und den Rückruf nicht gehört. Mein Handy liegt zum Aufladen auch nicht im Schlafzimmer und somit habe ich auch das Handy auch nicht gehört. Daher wurde ein Rettungswagen mit drei Helfern , ausgerüstet mit den Schlüsseln zu Haustor und Wohnung, zu mir geschickt.

Irgendwann bin ich dann doch wach geworden, als im Vorzimmer Licht brannte, anfänglich habe ich mir nichts dabei gedacht, weil ja seit Kurzem zwei Enkel – vorläufig noch alternierend – bei mir wohnen. Als ich dann mehrere Stimmen hörte, überlegt ich, ob einer der Enkel vielleicht Freunde mitgebracht hat, außerdem waren die Stimmen ziemlich laut, was mich wunderte, denn die Enkel sind rücksichtsvoll und versuchen, mich nicht zu stören. Kurz dachte ich an Alkoholgenuss – obwohl ich das ebenfalls für sehr ungewöhnlich hielt. Als ich dann noch eine Frauenstimme hörte, war ich dann endgültig wach, überlegte, dass die Enkel, die immer sagen, wann sie kommen, eigentlich nicht „angesagt“ waren und etwas gar nicht stimmte.

Also fing ich zu rufen an – die Namen der Enkel – dann klopfte es und herein kamen 2 junge Männer und eine junge Frau – in Rot – Rotkreuzhelfer. Ich war wirklich betreten. Die drei waren zufrieden, dass es kein Notfall war, mussten „nur“ den Vorfall dokumentieren, ich musste das Ganze unterschreiben …

Natürlich entschuldigte ich mich, sie meinten lakonisch „Fehlalarm“ wäre ungleich besser als ein Unfall, Sturz oder eine sonstige Beeinträchtigung.

Wir plauderten ein wenig, da ich jetzt endgültig ganz wach war, einer der drei ist Zivildiener und die beiden anderen „Freiwillige“. Natürlich waren sie maskiert, trugen Handschuhe, die beim Eintippen in das „Dokumentationsgerät“ einigermaßen hinderlich waren.

Falls es Sie interessiert, man bezahlt nicht bei einem Fehlalarm, den man noch rechtzeitig „abbläst“, aber man bezahlt auch nicht extra bei einem unnötigen Besuch.

Sollten Sie nicht mehr ganz jung sein, sollten Sie allein leben, ich verspreche Ihnen, dass Sie sich sicherer fühlen werden, wenn Sie ein derartiges Band tragen. (Bei mir ist die Organisation das Rote Kreuz, ich weiß aber, dass auch die anderen Hilfsorganisationen derartige Services anbieten.)

Es tut mir leid, dass ich einen Fahlalarm ausgelöst habe, aber ich bin froh, dass das System so gut und prompt funktioniert!

Danke allen die rund um die Uhr 365 Tage im Jahr hilfsbereit und freundlich dahinter stehen.

Oh Schreck – rote Personen nächtens in meiner Wohnung

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