Eine sehr fröhliche, sehr schöne Hochzeit

in Pandemiezeiten

Wir haben Hochzeit gefeiert. Einer meiner Enkel hat geheiratet – nicht ganz wie geplant, es war eine Pandemie-Hochzeit. Aber dennoch wunderschön.

Geplant waren die „Großclans“ beider Familien z.T. Patchwork-Varianten, und viele, viele Freunde mit Partnern.  Das ging halt gar nicht – und wurde verschoben. Ehefrau und Ehemann sind jetzt – trotz standesamtlicher Hochzeit, noch immer Braut und Bräutigam, bis zur großen kirchlichen Hochzeit – wie ursprünglich geplant, die wann auch immer, ja Sie ahnen es, abhängig von Corona, stattfinden wird.

Gestern, das war die standesamtliche Hochzeit, sie fand im Pernitz statt, in unserem Garten, mit den „eingeschränkten“ Familien, Trauzeugen und Freunde – ohne Partner. Zwanzig waren wir dann doch. Und es musste ohne Umarmungen, abbusseln etc. ablaufen. Ein wenig seltsam, aber dennoch herzlich!

Gnädig war uns das Wetter nicht gerade. Es hat geregnet, es hat gedonnert, es hat geblitzt. Aber von den Brauteltern waren weiße Schirme bereitgestellt werden, der Einheitlichkeit halber – seine eigene hätte ohnedies jeder mitgehabt.

In besagtem Garten gibt es auf der höchsten Ebene dort ein „Lusthaus“, das hatte sich mein Mann schon lange gewünscht, es hat sich zu einem runden Geburtstag materialisiert, und dort, geschützt vor Sonne und Regen, sogar von Wind, (auf der „Windseite“ gibt’s Glas) konnte er ruhig seine Bücher lesen, und abends einen so genannter „Sun-Downer“ trinken.

Dort versammelten sich der Standesbeamte, die Trauzeugen, und letztlich das Brautpaar. Die Eheringe lagen in einer Schüssel, die mit Moos gefüllt war, in der einige Wiesenblumen steckten (von einem Bruder des Bräutigams vorbereitet). Die Gäste saßen unter zwei ausgeborgten Zelten rund um dieses Lusthaus herum. Dort waren Sessel und Bänke aufgestellt und mit Decken belegt. Niemand wurde dort nass, und kalt war’s auch nicht.

Wir waren alle, angeführt vom Bräutigam, durch den Garten über einige mit Girlanden geschmückte Stufen hinaufgezogen. Das Lusthaus war mit weißen Lampions dekoriert, es standen die – in Töpfen mitgebrachten – Blumen an den Rändern des Lusthauses. Die wunderschöne Braut wurde von ihrem Vater als letzte heraufgeführt.

Der Standesbeamte hielt eine sehr launige Ansprache, eine Schwester (sie hat gesungen) und ein Bruder (mit der Gitarre, hat aber auch gesungen) begleiteten die Zeremonie musikalisch. Wie es sich so gehört, waren alle Eltern und Großeltern gehörig gerührt und zückten ihre Taschentücher. Die kleine Nichte des Bräutigams – ein Jahr alt – verfolgte das Geschehen sehr aufmerksam. Der aufgeregte Hund das Brautpaares – geschmückt mit einem Blumenhalsband, das ihm sehr zuwider war – wurde auf Abstand gehalten und gefüttert mit Leckerlis ruhig gehalten.

Ich habe so darüber über allerhand nachgedacht, z.B. an die Hochzeit meiner Tochter, die ebenfalls in Pernitz stattgefunden hat – die kirchlich getraut  wurde damals am Mariahilfer Berg,  mein Mann und seine Tochter sind damals mit einem Oldtimer zur Kirche, die immerhin auf einem Berg liegt, gefahren (ein Auto ist „mitgefahren“, sollte der 0ldtimer doch den Geist aufgeben – er hat nicht.) Im Klostergarte hat nach der Brautmesse die Agape stattgefunden, das Familienessen in einem Gasthaus einer Freundin meiner Kinder. Und abends gab’s dann – hauptsächlich für die Jungen – einen Ball im Pfarrheim von Pernitz. Damals wussten wir alle noch nicht, was eine Pandemie bedeuten könnte.

Ich hab‘ auch an die Geburt des jetzigen aufgeregten, feschen Bräutigams gedacht. Er wurde während eines Studienaufenthaltes seines Vaters, meines Schwiegersohnes, in Arizona, in den USA geboren. Und wir – mein Mann und ich – kamen ein paar Stunden nach seiner Geburt dort an. Es konnte selbstverständlich nicht so geplant werden aber – es ging sich dann so aus.

Nach der Zeremonie setzte der Regen langsam aus. Die Zelte wurden heruntergetragen, einige begaben sich ins Haus, andere bleiben in diesen Zelten – wir haben auf das Glück des Ehepaares angestoßen. Es gab köstliche Torten, Obst, Kaffee und Sekt.  

Hinter unserem Haus gibt es, nur ein paar Schritte von uns entfernt, im Wald einen öffentlichen Spielplatz, der derzeit gerade sehr schön neugestaltet wird. Ich hoffe es wird mir verziehen, aber ich habe daran gedacht, dass meine zukünftigen Urenkel – und das liegt ja doch bei einer Hochzeit nahe – hier einmal spielen werden.

Inzwischen haben sich dann doch im alle wieder in Garten eingefunden (da das Gras sehr ordentlich gemäht war, war’s auch nicht besonders nass) die Geschwister machten wieder Musik, die Bräutigammutter, die für viele der Vorbereitungen gesorgt hatte (ein großes DANKE), hielt eine sehr berührende Rede und das Brautpaar hat im Garten getanzt.  

Jetzt wurde es Zeit, zu dem geplanten Abendessen zu fahren, das fand dann in Ebreichsdorf statt und war gar köstlich.  Hier meldeten sich dann die Trauzeugen zu Wort, „alte (Schul-)Freunde“ des Brautpaares. Die Clans haben sich nur ein wenig zögerlich gemischt.

Das Gelage dauerte, aber wir Oldies (meine Co-Schwiegermutter und ich, also die Großmütter des Bräutigams, beide etwas elegisch, da verwitwet) wurden von meinem Schwiegersohn nach Hause gebracht. Die Bräutigammutter fuhr dann später nach Pernitz zurück, um beim Aufräumen zu helfen. Die Jüngeren feierten weiter – so wie sich das gehört.

Eine sehr fröhliche, sehr schöne Hochzeit

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