Eine Sommer-Lese-Empfehlung

Besonders für Liebhaber eines vergangenen Amerikas

Ich bin eher zufällig auf dieses Buch gestoßen: es ist zwar schon 2018 herausgekommen; aber was mich dazu geführt hat, dieses Buch zu lesen war sein erstgenannter Autor – Bill Clinton, und James Patterson.

Das Buch handelt von einer Bedrohung so gigantischen Ausmaßes, dass sie nicht nur das Weiße Haus und die Wall Street in Aufruhr versetzt, sondern ganz Amerika. Angst und Ungewissheit halten die Nation in ihrem Würgegriff. Gerüchte brodeln – über Cyberterror und Spionage und einen Verräter im Kabinett. Sogar der Präsident selbst gerät unter Verdacht und ist plötzlich von der Bildfläche verschwunden.

So bewirbt Amazon das Produkt: In der packenden Schilderung dreier atemberaubend dramatischer Tage wirft „The President Is Missing“ ein Schlaglicht auf die komplizierten Mechanismen, die für das reibungslose Funktionieren einer hoch entwickelten Industrienation wie Amerika sorgen, und ihre Störanfälligkeit. Gespickt mit Informationen, über die wahrscheinlich nur ein ehemaliger Oberbefehlshaber verfügt, ist dies wohl der ein authentischer Roman jüngerer Zeit, eine Geschichte – von historischer Tragweite und spannend erzählt.

Wie Sie vielleicht schon wissen, mag ich Polit-Thriller. Dieser ist ein solcher. Und einiges in dem Buch kann nur aus dem Wissen eines Insiders kommen. Wie groß der Ehrgeiz jener ist, die nicht Präsident geworden sind (jeder Senator hält sich für eine bessere Version eines Präsidenten). Und was daher von denen getan wird – das natürlich dem Land nicht gerade nutzt, um ihre eigene Sache zu fördern. Wie stark die Emotionen jener sind, die „verloren“ haben, und wie sehr sie längerfristig auf „Rache“ hoffen.  Man erfährt in diesem Buch so einiges, wie es „normalerweise“ im Weißen Haus zugeht. Es erscheint zuweilen schon ein wenig Ähnlichkeit mit einem Intrigantenstadel zu haben. Dass ein Präsident eigentlich – nach außen hin – nicht krank sein darf, kann ich mir schon vorstellen, dass er ekine Zeit zu trauern hat – auch noch.  

Sicher, in diesem Buch kommt viel heftig vorgetragener amerikanischer Patriotismus vor – (so ein bissel wie in dem Film „Independance Day“). Und dass Amerika das „größte, wunderbarste“ Land, das man sich vorstellen kann, sei, naja, das ist ja derzeit unter Trump eh schon Geschichte.  Gerade lese ich, dass US Truppen aus Deutschland abgezogen werden).

Ja, und in diesem Thriller sind Israel und Deutschland die vertrauenswürdigsten Verbündeten der USA – für Deutschland gilt das jetzt sicher nicht mehr! Der Artikel 5 der Nato Vertrages wird zitiert: Im Nordatlantikvertrag, dem Vertrag über die NATO, ist in Artikel 5 der Bündnisfall als bewaffneter Angriff mit der Reaktion der gemeinsamen Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der UN anerkannten Rechts der Selbstverteidigung bezeichnet.

Ich selber bin ja schon so auf „Corona“ fixiert, dass ich einen Virus, der in dem Buch eine wesentliche Rolle spielt, als einen krankheitserregenden angenommen habe. Hier im Rahmen dieser Geschichte geht es um einen sehr cleveren Computervirus, der die USA ins dunkle Mittelalter zurückführen soll. Dieses Virus wäre in der Lage, alle Dateien auf allen vernetzten Computern unwiederbringlich zu löschen, und damit unfassbares Chaos auszulösen. Das würde z.B. auch Daten von Banken, Versicherungen, Servern, Telphoneinrichtungen, etc. betreffen. Es wären alle automatischen Anlagen wie Bankomaten, Tankstellen aber auch Computerkassen stillgelegt. In Amerika besonders wichtig auch Wasserreinigunganlagen, etc.

Dass dieses Zurückbomben ins Mittelalter keinen Erfolg haben wird, ist von Anfang an vorhersehbar. Dass sich ein Präsident wirklich so verhält, ist in höchstem Maße unwahrscheinlich. Dass es letztlich zwei ausländische Computergenies sind, die die USA retten, ist etwas unerwartet. Naja, dass die Russen am Ende „die Bösen“ sind, ist schon eher wahrscheinlich. Auch die Saudis werden als positive Partner der US dargestellt. Seit Clintons Zeit hat sich die Welt radikal verändert, daher wirkt manches etwas “altmodisch“. Es entspricht auch dessen Zeit (1993 – 2001), dass die Terroristin aus Bosnien kommt, wo ihre Eltern aufs grausamste umgebracht worden sind. Für ausreichend Geld bekamt man durchaus effektive Terroristen, zu allem bereit. Und von einem drohenden Impeachment kann Bill Clinton selbst berichten.

Das Ende stellt eine Rede dar, vom geretteten Präsidenten vor beiden Kammern gehalten, die wahrscheinlich die politischen Wünsche Clintons reflektiert – und eine „Auflösung“ der Intrige enthält, falls es der geneigte Leser das bis dahin nicht selbst durchschaut hat.

Interessant für mich war aber, dass „mangelndes Vertrauen“ ineinander als eines der größten Probleme der damaligen Regierung dargestellt wurde. Mit Donald  Trump hat sich das  vieles geändert.

Jedenfalls eine spannende Sommerlektüre für die Verreisten und Daheimgebliebenen.

Eine Sommer-Lese-Empfehlung

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