Warum ich mich so wenig zur Innenpolitik melde?

Und dann sehr oft bei der Außenpolitik lande!

Was soll ich denn dazu sagen? Derzeit geht es nur um Corona und die wirtschaftlichen Folgen. Aber selbst dabei geht es um „Blame-Game“, wer hat wobei Fehler gemacht, mir scheint, dass das keine echte konstruktive Kritik ist, sondern das „Anpatzen“ der/des Anderen.

Ich glaube, dass es daneben noch eine Reihe von anderen Problemen gibt, über die man derzeit lieber nicht redet? Ich denk da z.B. an das Klima und alles was so damit zusammenhängt. Nur weil wir – bisher – wie es scheint noch keinen Hitzesommer haben, ist die Klimafrage ja noch nicht gelöst. Was sich das so tut in der Arktis und Antarktis, wo das Eis nur so schmilzt, und wie der Permafrost auftaut, und seine Gase in die Atmosphäre strömen, sollte uns doch eigentlich zu denken geben? Es ist nämlich doch unsere Schuld, ja, die jedes einzelnen von uns!

Es sollte auch meines Erachtens mehr über Bildung, Ausbildung, Lehrinhalte etc. gesprochen werden, nicht nur ob in den Schulen Mundschutz getragen werden muss.

Ich lese, dass ab der neunten Schulstufe an AHS und BMHS es ab Herbst 2021 Ethikunterricht für jene Schüler geben wird, die sich vom Religionsunterricht befreien lassen. Ausgenommen sind Berufsschulen und Polytechnische Schulen. Der Umfang des Ethikunterrichts beträgt zwei Wochenstunden. Ich hätte mir einen umfassenderen Wurf gewünscht, Ethikunterricht für alle! Religionsunterricht, für jene, die oder deren Eltern es wollen.

Gestört hat mich auch, bei der Verlängerung der Kurzarbeit (die ich in dieser Situation als sehr richtig und wichtig erachte) sofort gefragt wurde, aber das nicht zum „Schwindeln“ führe. Das werfe ich nicht den Politikern vor, sondern den Medienleuten.

Dass die City-Bikes „gerettet“ wurden ist durchaus erfreulich, aber dass dem ein Kuddelmuddel in der Wiener Koalition vorausgegangen ist, Grüne haben abgelehnt, Roter Bürgermeister hat die Situation gerettet – hat mir weniger gefallen. Naja, es ist halt Vorwahlzeit. 

Ich wünsche mir eine Innenpolitik, wo gewählte Politiker, Mandatare, etc. und eventuell Experten zu ganz bestimmten Themen an den Entscheidungen arbeiten und auch die Leistungen der „politischen“ Gegner anerkennen und einbeziehen.

Dass man erst nachdenken muss, wer Monika Rathgeber war – Schlüsselperson im Salzburger Finanzskandal, zeigt wiederum, wie langsam die Mühlen der Gerichte bei uns mahlen – 18 Monate auf Bewährung sind das Ergebnis.

Dennoch: es gefällt mir gar nicht, dass bei uns sehr „persönlich“ agiert – oder soll ich lieber sagen, angegriffen wird? Wo bleibt die Sachlichkeit.

Aber auch Positives ist zu vermelden:

Heute wollte ich eine Reservierung für heute abends in einem Restaurant in Wien – das über einen schönen Innenhof/Gastgarten verfügt, vornehmen. Das wäre erst für Donnerstag der nächsten Woche möglich! Ja, alle Wirte mussten die Tische auseinanderrücken, aber schon eine Woche im Voraus ausgebucht, wirkt auf mich nicht nach Krise in der Branche. Hoffentlich ist das kein Ausnahmsfall!

Und weil – für mich wenigstens – Europa-Politik doch fast Innenpolitik ist, freut mich die Tatsache, dass Polen kein Geld für „Gender-freie“ Orte erhält.

Wenn bei uns Wahlen geplant werden, geht es doch eher geordnet zu. Vielleicht wird ein bissel gestritten ob man als Klosterneuburger (oder doch nicht) in Wien gewählt werden darf, es wird auch hinterfragt, warum EU-Bürger nicht an Landeswahlen teilnehmen können, aber an Wahlfälschung aufgrund von Briefwahl denkt eigentlich niemand, und sie – wegen Corona – verschieben zu wollen, auch keiner. Das fällt nur unserem weisen Präsidenten jenseits des großen Teichs ein, der daran denkt die traditionell im November stattfindenden Wahl zu verschieben! Er meint sie würden aufgrund der verstärkt eingesetzten Briefwahl zu den „fehlerhaftesten und betrügerischsten“ in der US-Geschichte werden. Denkt er da vielleicht gar an sein eigenes Verhalten?

Und wenn ich schon Trump im Visier haben, dann darf Erdogan nicht fehlen (ich weiß schon, dass das nicht „Innenpolitik“ ist). Er sorgt für Unruhe, im Kaukasus, In Syrien, in Libyen, auch im Irak, und wühlt auch in Katar und der Golfregion. Am Roten Meer und im Sudan ist er ebenfalls aktiv, ebenso am Horn von Afrika und sogar in Westafrika – der guten Ordnung halber: das waren nicht alle Territorien des Osmanischen Reiches?

Wie sich zeigt, liegt mir das Kritisieren im Ausland doch besser als im Inland.

Und weil’s wahr ist auch etwas politisch nicht Korrektes: muss man (mit Ausnahmen) lange blonde Haare haben, um in Österreich ÖVP-Ministerin zu werden?

Warum ich mich so wenig zur Innenpolitik melde?

2 Gedanken zu “Warum ich mich so wenig zur Innenpolitik melde?

  1. Christiane Sandpeck-Latzelsberger schreibt:

    Auch ich gehe sehr gerne mit Freundinnen mittags essen, so auch vorige Woche donnerstags in meine geliebte „Fromme Helene“. Ich hatte den Tisch eine Woche im voraus im Gastgarten für 13 Uhr bestellt, denn die Plätze sind immer rar. Zu meiner Überraschung war drinnen alles frei und draußen trotz sommerlichen Wetter halbleer. Mein Altwiener Backfleisch war großartig und die Marillenknödel köstlich. Heute beim „Prinz Ferdinand“ am Bennoplatz in der Josefstadt, dass gleiche Trauerspiel. Ich wünsche den GastronomInnen Durchhaltevermögen, auch wenn ich selbst gern koche…

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    1. Leider läuft alles „ohne Touristen“ nur zögerlich an! Aber wir werden helfen, dass unsere Lieblingsrestaurants durchhalten können – übrigens danke für diegutenT ipps, die Fromme Helene kenne ich schon, den Prinz Ferdinand noch nicht!

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