Verkehrsbehinderung – oder – Freizeitoase

Gedanken zur Gürtelfrische West

Unter dem Namen „Gürtelfrische West“ wird am 8. August der 11 Meter lange und 3 Meter breite Pool am Wiener Gürtel in Betrieb genommen, genau auf der Gürtelkreuzung Felberstraße/Stollgasse beim Westbahnhof. Geschlossen wird wieder am 30. August. 150.000 Euro kostet das Urlaubs- und Erholungsfeeling am Gürtel für drei Wochen. Der Eintritt zum Badespaß und auch am Rundum-Programm ist bei der „Gürtelfrische West“ kostenlos. Geöffnet ist die „Gürtelfrische West“, und zwar täglich zwischen 10.00 und 22.00 Uhr.

Um das Mini-Freibad wird es Rollrasen, Liegestühle, Duschen und einen Info-Kiosk mit Getränken und Snacks geben. Außerdem wird im angrenzenden, schon bestehenden Gürtel-Grünstreifen eine Holzbühne errichtet, wo Konzerte, Lesungen oder Tanz-Vorführungen stattfinden können. Dann gibt’s noch anschließend den Sophienpark, der rund 5.200 Quadratmeter umfasst.

Ein umgebauter Wiener-Linien-Langbus wird als „Ich brauch Platz“-Bus, wo nicht nur Workshops stattfinden sollen, dienen: Interessierte können darin nämlich auch einzeln übernachten, um so etwa zum Beispiel einmal hautnah einen Eindruck davon zu bekommen, was es heißt, direkt an einer Verkehrsader zu wohnen.

Ich bin im wiggel-waggel. Ist das jetzt wirklich sinnvoll? Ja, es ist Vorwahlzeit in Wien, es wurden Taxigutscheine ausgegeben, es wurden Gastro-Gutscheine ausgegeben.  Wie schon der frühere Bürgermeister Wiens einst verkündet hat: Wahlkampf ist Zeit fokussierter Unintelligenz. Und in Corona-Zeiten müssen andere Wahlkampf-Methoden her, denn Massenversammlungen gehen gar nicht mehr …

Also errichtet man eine „Freizeitoase“ zwischen den Bezirken Neubau und Rudolfsheim. Es stimmt, in den beiden Bezirken gibt es wenig sommerliche Erholungsplätze. Ja, und die Donau ist derzeit fürs Baden gesperrt – Hochwasser und damit Verschmutzungsgefahr. In den Schwimmbädern gelten derzeit wegen der Corona-Maßnahmen limitierte Besucherzahlen. Das war aber bei der Planung der Freizeitoase nicht vorhersehbar! Und es werden besonders Kinder erwartet, die vielleicht in den Ferien nicht wegfahren können, weil ihren Eltern vielleicht Geld, oder auch Urlaubszeit fehlt, die wurde ja bereits in der Corona-Zeit für Kinderbetreuung benötigt. Und es gab ja bereits ein Kinderfreibad am Gürtel: 1926 wurde etwa am Margaretengürtel ein Kinderfreibad gebaut, das sich, trotz des Verkehrs, großer Beliebtheit freute. Es bestand bis in die 80er-Jahre. Warum es aber geschlossen wurde, konnte ich nicht eruieren.

Aber dennoch: zwischen zwei dicht befahrenen Fahrbahnen, die der Gürtel nun einmal ist, eine Freizeitoase aufbauen, temporär noch dazu? Laut ist des damit ganz bestimmt, und nach Abgasen wird es wohl auch riechen. Inwieweit sich die Verkehrsbehinderung dadurch ausbreitet, wird man noch sehen. Aber, andererseits, zu Schulbeginn ist dann der Spuk auch schon wieder zu Ende, selbst wenn es dann noch heiß sein sollte. Der Rückbau – und damit die Verkehrsbehinderung – soll sehr rasch gehen – wenn’s wahr ist.   

Eine endgültige Entscheidung ob es sinnvoll ist oder nicht, sollen jene treffen, die hingehen – oder eben nicht. Schaun ma amal!

Verkehrsbehinderung – oder – Freizeitoase

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