Ein paar Gedanken zum Wasser

Das wir ja zum Glück im Überfluss zu haben scheinen

Wenn es, so wie heute, draußen sonnig und ziemlich heiß ist, dann denkt man doch an Wasser: und da gibt es viele Möglichkeiten: z.B. ein plätscherndes Bächlein in einem Wald, das Rauschen eines Wasserfalls, das Glucksen eines träge dahin fließenden Flusses, oder er kleinen Wellen am Seeufer am Abend, das Donnern der großen Brandung des Meeres an das steinige Ufer … Aber auch für uns Städter gibt es „Wasserspiele“. Ein Springbrunnen im Park, ein Teich im Wiener Wald, das Knirschen des Geschiebes an der Donau. In der Wohnung gibt es immerhin noch den tropfenden Wasserhahn. Und für viele gibt es noch die Musik – man kann sich beispielsweise an der launischen Forelle vergnügen – oder der Moldau zuhören …. Oder – Sie erinnern sich: „das Wasser rauscht, das Wasser schwoll …“  an das Gedicht von Goethe – „der Fischer“. Gleich verbreitet sich angenehme Kühle!

Wir hier in Wien haben die Hochquellenwasserleitung – der Hochstrahlbrunnen bezeugt dies: Er befindet sich am Schwarzenbergplatz und wurde aus Anlass der Fertigstellung der I. Wiener Hochquellenwasserleitung nach einer Bauzeit von vier Monaten am 24. Oktober 1873 im Beisein von Kaiser Franz Joseph I. in Betrieb genommen.

Heutzutage werden wir sogar seitens der Werbung auf unsere Wasserqualität hingewiesen – warum trinkst Du kein Leitungswasser, ermahnt ein freches kleines Mädchen ihren Vater(?) im allgemeinen Kampf gegen Plastikflaschen. Aber noch immer wird – auch bei uns – viel Mineralwasser getrunken. Mineralwasser ist ein Grundwasser, mit besonderen Eigenschaften: Seine Inhaltsstoffe dürfen nur unwesentlich schwanken. Es muss aus unterirdischen Wasservorkommen stammen und von ursprünglicher Reinheit sein. Mineralwasser wird direkt am Gewinnungsort – Quelle/Brunnen – abgefüllt und benötigt eine amtliche Anerkennung. Viele Menschen legen Wert auf das „Prickeln“ durch die im Wasser enthaltene Kohlensäure.

Ich habe den Eindruck, dass wir Österreicher glauben, dass unsere Wasservorräte „unendlich“ wären. Noch haben wir die Gletscher als Reserve, noch haben wir Wälder als Speicher – was soll da schon passieren. Aber auch wir werden verstärkt von Dürreperioden geplagt – vielleicht nicht heuer, vielleicht nicht das ganz Land, sondern nur einzelne Regionen. Dennoch sind wir noch immer sehr begünstigt. Wie hat es (viel früher) in der Werbung geheißen: worauf freut sich der Wiener (damals wurde noch nicht gegendert), wenn er vom Urlaub nach Hause kommt: auf das Wiener Hochquellenwasser und ein eine Brotsorte.

Wasser und Brot – das wird zwar mit Gefängnis assoziiert, aber wenn es fehlt, dann wird das Leben grimmig!

In anderen Ländern herrscht Dürre.  Und was heißt das: die Ernte vertrocknet, es gibt nicht nur kaum Wasser – und wenn, dann muss es von weit hergeholt werden, sondern auch die Ernten vertrocknen, bald gibt es auch eine Hungersnot – und die Menschen fliehen, dorthin, wo es vielleicht noch mehr Wasser für sie gibt.

Man kann es drehen und wenden, wie man will, der Klimawandel findet statt. Man braucht nur die Pflanzen anzusehen, die jetzt bei uns gedeihen, wer hätte früher bei uns z.B. einen Feigenbaum gepflanzt, in der Hoffnung in naher Zukunft dort ernten zu können. Aber die Konsequenz ist, dass durchschnittlich die Sommer heißer werden. Und das führt dazu, dass wir mehr Wasser verbrauchen, nicht nur, um es zu trinken, ja, das sollen wir, aber auch um öfter zu duschen, um unsere Pflanzen vermehrt gießen zu können, ja und uns letztlich doch einen Swimmingpool für den Garten anzuschaffen.  Und der Grundwasserspiegel sinkt und sinkt, Brunnen, aus denen früher geschöpft werden konnte, vertrocknen …. Und dann müssen die staatlichen Beschränkungen einsetzten, Gießen verboten, Swimmingpools nicht nachfüllen, und nach und nach setzten Regulierungen ein…

Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber Wasser benötigen grad wir hier in Österreich nicht nur zum Trinken und Waschen. Wir erzeugen auch Strom damit. Und sobald die Wasserspiegel in den Speichern zu stark sinken, wird auch die Energieversorgung knapp.

Wassermangel führt zu Konflikten:  ein Beispiel liefert derzeit gerade der Nil. Äthiopien hat einen riesigen Staudamm gebaut – um die Energieversorgung für sich und umliegende Länder zu verbessern – und will ihn zu füllen beginnen. Damit fehlt aber das Wasser flussabwärts, in Ägypten. Wenn dort die Nil Flut mitsamt dem Schlamm, die dort die Felder bewässern und düngen ausbleiben, kann die Nahrungsmittelversorgung der dort Lebenden nicht garantiert werden. Dieser Konflikt ist noch nicht ausgestanden!

Auch der Ilısu-Staudamm in der Türkei, damit wird der Tigris aufgestaut, hat zu erheblichen Problemen geführt, einerseits wurden damit Weltkulturerbeanlagen (Stadt Hasankeyf und weitere archäologische Stätten) geflutet- und damit zerstört und andererseits könnten die Mesopotamischen Sümpfe im Irak, die als der biblische „Garten Eden“ gelten, ebenfalls seit 2016 Teil des UNESCO-Welterbes, durch die Flussregulierung beeinträchtigt werden. Aber der Irak hat derzeit andere Probleme ….

Aber zurück nach Wien: wir haben so viel Wasser, dass wir uns eine Reihe von Nebelduschen für die große Hitze in der Stadt leisten können, und – nicht zu vergessen – einen Pop-up Pool am Gürtel, der wird ja heute für die kommenden drei Wochen eröffnet.

Ein paar Gedanken zum Wasser

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