Der 15. August ist auch für die Geschichte Indiens ein historischer Tag

Einerseits Teilung: indien-Pakistan, Zweitens Krieg zwischen beiden Ländern

Für Indien ist der 15. August ein historischer Tag. Einerseits erfolgte diese Teilung zwischen Indien und Pakistan – was aber zu Kriegen zwischen beiden Nationen führte, wovon der Beginn des Zweiten diesbezüglichen Krieges wiederum an einem 15. August lag.

Heute, am 15. August vor 73 Jahren, also 1947, trat der Mountbattenplan in Kraft. Und was hatte es mit dem auf sich: Er beinhaltete die Aufteilung Britisch-Indiens in zwei Nachfolgestaaten, die Indische Union und Pakistan. Er wurde Grundlage des vom britischen Parlament verabschiedeten „Indian Independence Act“, 1947.

Louis Francis Albert Victor Nicholas Mountbatten, 1. Earl Mountbatten of Burma, (* 25. Juni 1900 in Windsor Castle; † 27. August 1979 in der Bucht von Sligo, Irland) war ein britischer Admiral of the Fleet, letzter Vizekönig von Indien sowie erster Generalgouverneur Indiens nach der Teilung und Generalstabschef des Vereinigten Königreichs aus dem Adelsgeschlecht Battenberg. Mountbatten war Onkel von Prinz Philip, dem Ehemann der britischen Königin Elisabeth II. 1979 wurde er, zusammen mit drei anderen Menschen, Opfer eines Bombenattentats, das ein Mitglied der Provisional Irish Republican Army (IRA) verübte.

Nach diesem Mountbattenplan wurde gegen den Widerstand Gandhis und Nehrus die ehemalige Kolonie in die Dominions Indien und Pakistan geteilt.

Mohandas Karamchand Gandhi (genannt Mahatma Gandhi; * 2. Oktober 1869; † 30. Januar 1948) war ein indischer Rechtsanwalt, Publizist, Morallehrer, Asket und Pazifist, der zum geistigen und politischen Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung wurde. In den 1920er Jahren war er zum entscheidenden Vorkämpfer für ein freies Indien aufgestiegen. Er war es, der Hungerstreik als politische Waffe einsetzte. Gandhi wandte sich gegen koloniale Ausbeutung und forderte die Menschenrechte für Dalit, die so genannten Unberührbaren. Er wünschte sich Indien als säkularen Staat, in dem Hindus und Moslems friedlich zusammenleben sollten, und favorisierte ein auf Autarkie und bäuerlicher Lebensweise beruhendes Wirtschaftssystem. Gandhi fiel dem Attentat eines Hindu-Nationalisten zum Opfer.

Jawaharlal Nehru * 14. November 1889; † 27. Mai 1964; war ein indischer Politiker, Widerstandskämpfer und von 1947 bis 1964 erster Ministerpräsident Indiens. Er wird im Allgemeinen als Architekt des modernen indischen Nationalstaates gewertet. Zu den Leitprinzipien seines Staatsverständnisses gehörten die Unabhängigkeit Indiens vom europäischen Kolonialsystem, und die Idee einer sozialistischen, säkularen und demokratischen Republik. In den siebzehn Jahren seiner Regierungszeit prägte er die neue Verfassung Indiens entscheidend mit, setzte große Industrie- und Landwirtschaftsreformen in Gang und trieb die Idee der Laizität voran.

Und was geschah so in Indien ab 1947 bis 1965

Am 26. November 1949 konstituierte sich Indien als Republik. Erster Präsident wurde Rajendra Prasad (1950–1962), am 26. Januar 1950 trat die erste indische Verfassung in Kraft. Obwohl damit der britische Monarch nicht mehr Staatsoberhaupt war, verblieb Indien im Verband des Commonwealths.

1950 kam es zu einem Vertrag mit dem Königreich Sikkim, gemäß dem Indien die Verantwortung für Verteidigung, Außenpolitik, Telekommunikation und anderen Angelegenheiten übernahm, was zunehmend dazu führte, dass Sikkim seine „internationale Persönlichkeit“ verlor und ab 1965 zu einem mit Indien assoziierten Königreich wurde.

Die ersten landesweiten Parlamentswahlen wurden von Oktober 1951 bis Februar 1952 abgehalten und brachten der Kongresspartei unter Jawaharlal Nehru eine Dreiviertelmehrheit der Parlamentssitze.

Am 1. November 1954 gab Frankreich die letzten unter französischer Herrschaft stehenden Gebiete (Französisch-Indien) an die Indische Union zurück. Nach jahrelangen Diskussionen um die inneren Verwaltungsgrenzen, die noch im Wesentlichen auf denen der Kolonialzeit beruhten, kam es im Jahr 1953 zur Bildung des Bundesstaats Andhra aus Teilen des Bundesstaats Madras. Es war der erste neu gebildete Bundesstaat, der nach ethnisch-sprachlichen Gesichtspunkten geformt wurde. Drei Jahre später, im Jahr 1956 wurden die Bundesstaaten insbesondere Südindiens im States Reorganisation Act territorial nach ethnischen und sprachlichen Gesichtspunkten neu gegliedert. Die Zahl der Bundesstaaten verringerte sich dadurch von 27 auf 14 (mit 6 Unionsterritorien).

Außenpolitisch profilierte sich Indien unter Premierminister Nehru als eine führende Macht unter den blockfreien Staaten und gehörte zu den Organisatoren der Bandung-Konferenz 1955. Indien unterhielt enge Beziehungen zur Sowjetunion. Wirtschaftspolitisch trieben die Regierungen der Kongresspartei unter Nehru und seinen Nachfolgern die Industrialisierung des Landes voran. Die Wirtschaft wurde dabei in dirigistisch-planwirtschaftlicher Weise gelenkt und das Land wurde vom Weltmarkt durch hohe Zollschranken abgeschottet.

Indien gewährte 1959 dem Dalai-Lama, dem Oberhaupt der Tibeter, politisches Asyl. Dieser bildete eine tibetische Exilregierung. Das chinesisch-indische Verhältnis, das schon zuvor durch Grenzstreitigkeiten belastet gewesen war, verschlechterte sich dadurch deutlich. Mit der Besetzung und der Annexion von Portugiesisch-Indien  wurden im Dezember 1961 die letzten Kolonien auf indischem Boden beseitigt.

Am 20. Oktober 1962 begann ohne Kriegserklärung der Indisch-Chinesische Grenzkrieg. Die chinesische Volksbefreiungsarmee drang im Bereich der sogenannten North-East Frontier Agency und in Jammu und Kaschmir auf indisches Territorium vor. Nach dem Waffenstillstand vom 21. November 1962 zogen sich die chinesischen Truppen zum Teil wieder hinter die vorherigen Grenzen zurück, hielten aber das nach indischer Lesart zu Indien gehörende Territorium Aksai Chin weiter dauerhaft besetzt.

1962 wurde der international angesehene Philosoph S. Radhakrishnan indischer Präsident.

Und ebenfalls an einem 15. August 1965, also vor 55 Jahren, überschreiten Indische Truppen von Jammu und Kaschmir aus die 1949 nach dem Ersten Indisch-Pakistanischen Krieg festgelegte Waffenstillstandslinie und eröffnen damit den Zweiten Indisch-Pakistanischen Krieg. Nach immer wieder aufflammenden Kämpfen zwischen pro-pakistanischen Mudschahidin und indischen Sicherheitskräften in Kaschmir eskaliert der Kaschmir-Konflikt.

Heute sind die fundamentalen Probleme Indiens einerseits der fortdauernde Streit mit Pakistan um die Region Kaschmir, andererseits die starke Überbevölkerung, die zunehmende Umweltverschmutzung, die ausgedehnte Armut sowie ethnische und religiöse Konflikte zwischen Hindus und Muslimen.

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