Die Nacht vom 23. auf den 24. August war die Bartholomäusnacht.

Wer war Bartholomäus und was geschah in dieser Bartholomäusnacht?

Ich mag nämlich nicht über den burgenländischen Bankenskandal und seine fehlenden Kontrollen schreiben, das ist mir zuwider, die Sommergespräche langweilen mich bereits, da erfahre ich kaum etwas Neues. Und darüber, dass ich im Resselpark einen zum Teil blühenden Magnolienbaum gesehen habe, ist für Sie vielleicht nicht rasend interessant.

Aber vielleicht die Tatsache, dass das Pop-up-Bad am Gürtel in die Verlängerung geht: Es wird bis Schulbeginn offen haben – und dann in den Auer-Welsbach-Park übersiedelt werden (Übersiedlungskosten EUR 80 000), wo es dann – beheizt – bis zur Wien-Wahl bleiben wird. Das erste echte Kinderfreibad ist ab 1919 im Auer-Welsbach-Park entstanden!

Aber nun zu historischen Angelegenheiten um den 24./25. August:

Bartholomäus (Bar-Tôlmay, „Sohn des Tholmai“) soll Anfang des 1. Jahrhunderts in Kana in Galiläa gelebt haben. Er soll ein Jünger Jesu und einer der zwölf Apostel gewesen sein. Es kann vermutet werden, dass Natanaël Bar-Tolmai ein Schriftgelehrter oder Schriftgelehrtenschüler war.

Der Legende nach soll er als „Zeuge Christi“ in Indien, Mesopotamien und vor allem in Armenien das hebräische Matthäusevangelium gepredigt haben, wo er auch das Martyrium erlitten haben soll. Es wurde ihm bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen und er wurde anschließend kopfunter gekreuzigt. Andere Quellen berichten von einer Enthauptung des Heiligen.

Der Sarg sei mit seinem Leichnam an der Insel Lipari bei Sizilien angespült worden, wo man ihn auch bestattet habe. Über seinem vermutlichen Grab wurde eine Kirche errichtet, die 831 die Sarazenen zerstörten. Kaiser Otto II. ließ die angeblichen Gebeine 983 nach Rom bringen, wo sie seither in San Bartolomeo all’Isola aufbewahrt werden. Die angebliche Hirnschale des Heiligen kam unter Kaiser Friedrich II. 1238 in den Frankfurter Kaiserdom, der darauf Bartholomäus als Kirchenpatron erhielt.

Ich gebe zu, zwar ein glaubender Mensch zu sein, aber die Reliquienverehrung gehört nicht zu dem Repertoire meiner Glaubenspraxis.

Die Bartholomäusnacht (auch Pariser Bluthochzeit genannt), war ein Pogrom an französischen Protestanten, den Hugenotten, das in der Nacht vom 23. zum 24. August 1572, dem Bartholomäustag, stattfand. Admiral Gaspard de Coligny und weitere Führer der Hugenotten wurden dabei ermordet. Sie waren anlässlich der (vermeintlich der Versöhnung dienenden) Hochzeit des Protestanten Heinrich von Navarra (des späteren Königs Heinrich IV.) mit Margarete von Valois in Paris versammelt. In derselben Nacht wurden weitere Tausende Protestanten in Paris und in den Folgetagen frankreichweit ermordet.

Das Pogrom ist ein zentrales Ereignis der Hugenottenkriege, sowie die Bartholomäusnacht ein zentrales Datum in der Geschichte Frankreichs im 16. Jahrhundert und tief im kollektiven Gedächtnis der Franzosen verankert ist.

Unter Ludwig XII. und Franz I. konnte Frankreich seine bis dahin größte Machtentfaltung erreichen. Im Inneren des Landes herrschte Ruhe, die Krone wurde anerkannt und die Monarchie konnte ihre Autorität in den teilweise noch selbstständig agierenden Herrschaftsbezirken ausbauen. Außenpolitisch stand Frankreich weiterhin im fortwährenden Konflikt mit den Habsburgern und somit mit Spanien, Österreich und dem Heiligen Römischen Reich. Jedoch führten erst die Ausbreitung des Protestantismus und die innenpolitischen Konflikte zu einer Krise des Königshauses und so zur Erschütterung der Monarchie.

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts tobte in Frankreich ein Religionskrieg. Die vom spanischen König unterstützten Katholiken und die „Hugenotten“ genannten Protestanten bekämpften einander mit erbitterter Wut. Das Land wurde provisorisch von Katharina von Medici regiert, der Mutter des unmündigen Königs Karl IX. Sie schwankte zwischen den Fronten hin und her.

„Katharina verhandelte, intrigierte, drohte, schmeichelte und log“ – angeblich.  Nach dem sogenannten Blutbad von Vassy im März 1562, als in dem Champagne-Städtchen katholische Söldner einen hugenottischen Gottesdienst überfielen und Dutzende ermordeten, eskalierte die Situation. Katharina gab ihre Vermittlungspolitik auf und hielt es fortan mit der Familie de Guise, deren Oberhaupt Henri gleichzeitig Führer der katholischen Partei war. Die Gegenseite repräsentierte der Admiral Gaspard de Coligny.

1570 kam es endlich zu einem Friedensschluss. Bald danach schwand der Einfluss von Henri de Guise, während Coligny in Paris den jungen König Karl in seinen Bann zog und bald wie Frankreichs eigentlicher Herrscher agierte. Die Hugenottenführer glaubten an eine ehrliche Versöhnung mit dem einstigen Gegner.

Daher hielt man es für ein gutes Omen, als Katharina eine Heirat ihrer Tochter Margarethe (Margot) mit dem Hugenotten Heinrich von Navarra anbot. Die Hochzeitsfeierlichkeiten sollten vom 18. bis 21. August 1572 stattfinden. Sämtliche militärischen und politischen Führer der Hugenotten folgten der Einladung nach Paris. Dort liefen sie ahnungslos in die Falle. In der Nacht zum 24. August sollte ein koordinierter Massenmord stattfinden. Die Akteure trugen als Erkennungszeichen eine weiße Schleife am Hut und malten nachts heimlich mit Kreide weiße Kreuze an bestimmte Häuser. Der psychisch labile König Karl IX. wurde erst kurz zuvor informiert. Anfangs bedenklich, stimmte er schließlich zu, begeisterte sich geradezu für das unheilvolle Unternehmen. Gegen drei Uhr, nachdem die Glocken geläutet hatten – das Signal -,  brach in Paris ein Morden los, das an Schrecknissen kaum zu überbieten ist.

Das Gemetzel zog sich über Stunden hin. Am Abend des 24. August lagen 3000 Hugenotten in ihrem Blut. Einzig der frischgebackene Bräutigam Heinrich von Navarra entkam den Mörderbanden, die ihn durch sämtliche Gemächer des Louvre-Palastes jagten.

Vielleicht lesen Sie dazu wieder einmal: Alexandre Dumas „Die Bartholomäusnacht (Königin Margot)“.

Die Nacht vom 23. auf den 24. August war die Bartholomäusnacht.

2 Gedanken zu “Die Nacht vom 23. auf den 24. August war die Bartholomäusnacht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s