Sind es – schon -, – erst – 5 Jahre nach der großen Flüchtlingswelle?

Gedanken zur Situation heute

Ich erinnere mich, ich war im Supermarkt einkaufen, vor mir eine Dame mit einem Einkaufswagerl voll mit nur Bananen. Ich habe sie gefragt: was machen Sie mit denen – sie darauf, es kommt wieder ein Zug mit Flüchtlingen, dort werd‘ ich sie verteilen!

Und es waren diese Menschen, die freiwillig, mit ihrem eigenen Geld geholfen haben.  Und es waren diese Menschen, die selbstlos Flüchtlingskindern beim Schuleintritt geholfen haben, mit ihnen die Hausübungen gemacht haben. Es waren diese, die Flüchtlinge mit in ihre Wohnungen genommen haben und teilweise – auch für längere Zeit untergebracht haben. Es waren diese Menschen, die privat mit den Flüchtlingen Deutsch gelernt haben, um ihnen zu ermöglichen, hier zu arbeiten. Sie waren es, die vielen, die Integration möglich gemacht haben. Wir sind ihnen zu großem Dank verpflichtet!

Wie haben wir uns damals aufgeregt, als Orban Grenzzäune errichtet hat und Flüchtlinge am Weiterkommen behindert hat.  Ich habe noch die Bilder am Bahnhof in Budapest in Erinnerung – Sie vielleicht auch? Und jetzt? Gestern, in der Zeit im Bild: unser Innenminister an einem sehr starken Metall-Zaun an der griechischen Grenze, also einer EU-Außengrenze. Er sagte:  damit können wir die Flüchtlinge, die uns Erdogan schicken könnte, abwehren, notfalls schicken wir unsere COBRA – um was zu tun? Auf die Flüchtlinge zu schießen?  Und was unterscheidet diesen Zaun von jener Mauer, die Trump an der Grenze zu Mexiko errichten lässt, über den wir uns doch auch immer wieder aufregen?

Wie haben wir uns in den letzten fünf Jahren doch verändert!

Un warum hören wir eigentlich nichts über die Corona-Situation in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln, der Schande Europas, aus denen sich die österreichische Regierung geweigert hat, ein paar allein geflüchtete Kinder aufzunehmen? Denn dort können die Menschen kaum den Mindestabstand voneinander halten, weil kein Platz ist, denn dort können sich die Menschen nicht die Hände waschen, weil es nicht genug Wasser gibt, wer hätte dort Masken verteilt?  Wollen wir es nicht wissen? Von der Corona Situation in Israel hören wir, nicht aber von jener im Westjordanland oder gar dem Gazastreifen, wo ja auch die Menschen sehr dicht wohnen?

Anderer Schauplatz: „ganz Österreich“ ist empört über die Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Graz, auf den feigen Angriff auf den Rabbi. Zurecht! Und wir zeigen selbstgerecht mit dem Finger auf den Täter: ein Syrer – islamistisch noch dazu! Haben wir denn alle vergessen, dass dieser Syrer in einem Land aufgewachsen ist, wo Judenfeindlichkeit in der Schule unterrichtet wurde, weil Israel der „Feind“ der Syrer war, die immerwährende Bedrohung! Und haben wir die vielen vergessen, die hier wohl integriert als unsere geschätzten Nachbarn leben?

Gestern, ebenfalls in den Nachrichten: ein Fahrradreparaturschuppen. Hier werkt – wahrscheinlich gegen ein Trinkgeld (weil arbeiten darf der ja noch nicht – warum eigentlich?) ein Asylsuchender (das schon ein paar Jahre). Er hilft aus, wenn der Andrang groß ist und aus den Resten kaputter Räder bastelt er Uhren! Sehr originell. Dort lernt er Umgang mit deutschsprechenden Kunden und Kollegen, wenigstens. Warum muss er so lange warten, bis er arbeiten darf?

Vielleicht haben Sie auch in den Radio-Nachrichten neuerlich von Herrn Waldhäusl gehört (Sie erinnern sich an das Stacheldraht-Camp in Drasenhofen, das er einrichten wollte);  er verweigert, angeblich rechtlich zulässig, Asylsuchenden die Mindestsicherung, die dadurch wahrscheinlich ihre Wohnung verlieren werden.  

Aber selbstverständlich, wir spenden für die Menschen im Libanon – derzeit halt noch, solange uns die Bilder dieser Explosion noch in Erinnerung sind. Aber unsere Interessen sind sehr selektiv. Bringen die Medien nur, von dem sie annehmen, dass es die Menschen/Medienkonsumenten interessiert, oder interessiert uns nur das, was uns die Medien vorsetzen?

Es gibt so viele Beispiele gelungener Integration, man braucht nur die Aufschriften auf den Kleinlastern der Handwerksbetriebe lesen. Ich denke halt an die syrische Familie die in einem Kloster aufgenommen wurde, die Kinder gehen ins Gymnasium, die Eltern haben einen Putzereibetrieb übernommen, deren damalige Eigentümer nicht „weitermachen“ wollten.  

Manchmal vergleiche ich unsere Situation hier in Österreich mit anderen Ländern – echte Ghettos gibt es bei uns keine. Es gibt halt Bezirke in Wien, die von Migranten aus bestimmten Ländern bevorzugt werden – wie das ja auch früher war, als es z.B. zum „Böhmischen“ Prater gekommen ist.

Den Vizekanzler, besser Vizekanzlerin mit Migrationshintergrund sehe ich aber bei uns noch nicht so bald, wie sich das z.B. derzeit in den USA abzeichnet. Obwohl der Rassismus dort derzeit auf mich sehr abstoßend wirkt.

Aber den Rassismus gibt es bei uns auch, einerseits eher hochgespielt, als Antisemitismus, wahrscheinlich aus historischen Gründen, aber es gibt ihn auch, den Anti-Islamismus, und auch jenen, der Nicht-Weiße ablehnt. Gegen alles dies musss vorgegangen werden, besonders durch Erziehung, die bereits in den Schulen beginnen sollte.

Es gibt noch sehr viel zu tun, bei uns!

Sind es – schon -, – erst – 5 Jahre nach der großen Flüchtlingswelle?

Die Nacht vom 23. auf den 24. August war die Bartholomäusnacht.

Wer war Bartholomäus und was geschah in dieser Bartholomäusnacht?

Ich mag nämlich nicht über den burgenländischen Bankenskandal und seine fehlenden Kontrollen schreiben, das ist mir zuwider, die Sommergespräche langweilen mich bereits, da erfahre ich kaum etwas Neues. Und darüber, dass ich im Resselpark einen zum Teil blühenden Magnolienbaum gesehen habe, ist für Sie vielleicht nicht rasend interessant.

Aber vielleicht die Tatsache, dass das Pop-up-Bad am Gürtel in die Verlängerung geht: Es wird bis Schulbeginn offen haben – und dann in den Auer-Welsbach-Park übersiedelt werden (Übersiedlungskosten EUR 80 000), wo es dann – beheizt – bis zur Wien-Wahl bleiben wird. Das erste echte Kinderfreibad ist ab 1919 im Auer-Welsbach-Park entstanden!

Aber nun zu historischen Angelegenheiten um den 24./25. August:

Bartholomäus (Bar-Tôlmay, „Sohn des Tholmai“) soll Anfang des 1. Jahrhunderts in Kana in Galiläa gelebt haben. Er soll ein Jünger Jesu und einer der zwölf Apostel gewesen sein. Es kann vermutet werden, dass Natanaël Bar-Tolmai ein Schriftgelehrter oder Schriftgelehrtenschüler war.

Der Legende nach soll er als „Zeuge Christi“ in Indien, Mesopotamien und vor allem in Armenien das hebräische Matthäusevangelium gepredigt haben, wo er auch das Martyrium erlitten haben soll. Es wurde ihm bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen und er wurde anschließend kopfunter gekreuzigt. Andere Quellen berichten von einer Enthauptung des Heiligen.

Der Sarg sei mit seinem Leichnam an der Insel Lipari bei Sizilien angespült worden, wo man ihn auch bestattet habe. Über seinem vermutlichen Grab wurde eine Kirche errichtet, die 831 die Sarazenen zerstörten. Kaiser Otto II. ließ die angeblichen Gebeine 983 nach Rom bringen, wo sie seither in San Bartolomeo all’Isola aufbewahrt werden. Die angebliche Hirnschale des Heiligen kam unter Kaiser Friedrich II. 1238 in den Frankfurter Kaiserdom, der darauf Bartholomäus als Kirchenpatron erhielt.

Ich gebe zu, zwar ein glaubender Mensch zu sein, aber die Reliquienverehrung gehört nicht zu dem Repertoire meiner Glaubenspraxis.

Die Bartholomäusnacht (auch Pariser Bluthochzeit genannt), war ein Pogrom an französischen Protestanten, den Hugenotten, das in der Nacht vom 23. zum 24. August 1572, dem Bartholomäustag, stattfand. Admiral Gaspard de Coligny und weitere Führer der Hugenotten wurden dabei ermordet. Sie waren anlässlich der (vermeintlich der Versöhnung dienenden) Hochzeit des Protestanten Heinrich von Navarra (des späteren Königs Heinrich IV.) mit Margarete von Valois in Paris versammelt. In derselben Nacht wurden weitere Tausende Protestanten in Paris und in den Folgetagen frankreichweit ermordet.

Das Pogrom ist ein zentrales Ereignis der Hugenottenkriege, sowie die Bartholomäusnacht ein zentrales Datum in der Geschichte Frankreichs im 16. Jahrhundert und tief im kollektiven Gedächtnis der Franzosen verankert ist.

Unter Ludwig XII. und Franz I. konnte Frankreich seine bis dahin größte Machtentfaltung erreichen. Im Inneren des Landes herrschte Ruhe, die Krone wurde anerkannt und die Monarchie konnte ihre Autorität in den teilweise noch selbstständig agierenden Herrschaftsbezirken ausbauen. Außenpolitisch stand Frankreich weiterhin im fortwährenden Konflikt mit den Habsburgern und somit mit Spanien, Österreich und dem Heiligen Römischen Reich. Jedoch führten erst die Ausbreitung des Protestantismus und die innenpolitischen Konflikte zu einer Krise des Königshauses und so zur Erschütterung der Monarchie.

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts tobte in Frankreich ein Religionskrieg. Die vom spanischen König unterstützten Katholiken und die „Hugenotten“ genannten Protestanten bekämpften einander mit erbitterter Wut. Das Land wurde provisorisch von Katharina von Medici regiert, der Mutter des unmündigen Königs Karl IX. Sie schwankte zwischen den Fronten hin und her.

„Katharina verhandelte, intrigierte, drohte, schmeichelte und log“ – angeblich.  Nach dem sogenannten Blutbad von Vassy im März 1562, als in dem Champagne-Städtchen katholische Söldner einen hugenottischen Gottesdienst überfielen und Dutzende ermordeten, eskalierte die Situation. Katharina gab ihre Vermittlungspolitik auf und hielt es fortan mit der Familie de Guise, deren Oberhaupt Henri gleichzeitig Führer der katholischen Partei war. Die Gegenseite repräsentierte der Admiral Gaspard de Coligny.

1570 kam es endlich zu einem Friedensschluss. Bald danach schwand der Einfluss von Henri de Guise, während Coligny in Paris den jungen König Karl in seinen Bann zog und bald wie Frankreichs eigentlicher Herrscher agierte. Die Hugenottenführer glaubten an eine ehrliche Versöhnung mit dem einstigen Gegner.

Daher hielt man es für ein gutes Omen, als Katharina eine Heirat ihrer Tochter Margarethe (Margot) mit dem Hugenotten Heinrich von Navarra anbot. Die Hochzeitsfeierlichkeiten sollten vom 18. bis 21. August 1572 stattfinden. Sämtliche militärischen und politischen Führer der Hugenotten folgten der Einladung nach Paris. Dort liefen sie ahnungslos in die Falle. In der Nacht zum 24. August sollte ein koordinierter Massenmord stattfinden. Die Akteure trugen als Erkennungszeichen eine weiße Schleife am Hut und malten nachts heimlich mit Kreide weiße Kreuze an bestimmte Häuser. Der psychisch labile König Karl IX. wurde erst kurz zuvor informiert. Anfangs bedenklich, stimmte er schließlich zu, begeisterte sich geradezu für das unheilvolle Unternehmen. Gegen drei Uhr, nachdem die Glocken geläutet hatten – das Signal -,  brach in Paris ein Morden los, das an Schrecknissen kaum zu überbieten ist.

Das Gemetzel zog sich über Stunden hin. Am Abend des 24. August lagen 3000 Hugenotten in ihrem Blut. Einzig der frischgebackene Bräutigam Heinrich von Navarra entkam den Mörderbanden, die ihn durch sämtliche Gemächer des Louvre-Palastes jagten.

Vielleicht lesen Sie dazu wieder einmal: Alexandre Dumas „Die Bartholomäusnacht (Königin Margot)“.

Die Nacht vom 23. auf den 24. August war die Bartholomäusnacht.

Essen mit Aussicht

Am Jodok-Fink-Platz im Achten

Gestern waren wir (meine Nichte und ich) „Essen mit Aussicht“. Sie, im achten Bezirk wohnend, hat den Platz vor der Kirche Maria Treu vorgeschlagen. Dass er Jodok-Fink-Platz heißt, habe ich erst hinterher erfahren. Er wurde auch „erst“ 1929 so benannt, vorher war dieser Platz Teil der Piaristengasse.

Jodok Fink (*1853; † 1929) war ein österreichischer Landwirt und Politiker der Christlichsozialen. Neben seiner Tätigkeit als Landwirt machte Fink politische Karriere in der Donaumonarchie und spielte bei der Gründung des Nachfolgestaates Deutschösterreich eine zentrale Rolle. In der bewegten Frühzeit der 1. Republik trat Fink in seiner Regierungsfunktion als Vizekanzler neben Staatskanzler Karl Renner als Mann des Ausgleichs zwischen der Christlichsozialen und der Sozialdemokratischen Partei auf.

Eigentlich wollten wir zu einem „guten Italiener“ mit Schani, ließen uns aber dann auf dem Platz unter schattigen Bäumen nieder – obwohl es nicht einmal so heiß war und die Sonne auch nur zeitweilig hervorkam. Dass wir dann eine Speisekarte nicht von einem Italiener, sondern von einem Wirtshaus erhielten, störte uns nicht wirklich. Der Schani wird von zwei Lokalen bedient und ist nicht „fein säuberlich“ getrennt. Das eine davon – in dem wir gelandet sind, der Kellner war besonders freundlich – war das Maria Treu Café-Restaurant, das andere Il Sestante, das meine Nichte wahrscheinlich ursprünglich gemeint hat. Sie liegen an gegenüberliegenden Ecken der Piaristengasse und die Kellner beider Lokale müssen die Straße zum Jodok-Fink-Platz queren. Uns störte das eher gar nicht. Wir freuten uns Familiennews in angenehmer Umgebung austauschen zu können.

Gegessen haben wir „Originelles“, es stand auf der Tageskarte – Quargelrisotto. Also teilweise „böhmisch“, also der Quargel, „italienisch“ das Risotto und „wienerisch“ der dazu bestellte gesüßte Gurkensalat. Schmeckte, na sagen wir halt, interessant. Der Quargelgeschmack war dann letztlich gar nicht so dominant. Die Portionen sind groß, diese Speise eher „schwer“, also ich war nicht in der Lage, das alles aufzuessen. Eigentlich hätte ich gerne eine der wienerischen Nachspeisen gegessen – wie Kaiserschmarrn oder Pataltschinken, aber das war kapazitätsbedingt leider nicht mehr möglich. Es wurde dann doch nur mehr ein Kaffee.

Dominiert wird dieser Platz von der prächtigen Piaristenkirche – Maria Treu (Pfarrkirche „Vermählung Maria“).  Die Kirche bildet den Mittelpunkt eines Ensembles; den linken Flügelbau des ansehnlichen Platzes bildet das Piaristenkolleg, den rechten das Löwenburgkonvikt; in der Mitte steht die 1713 zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis Mariens anlässlich des Erlöschens der Pest errichtete Säule. Zur Piaristengasse hin war der Platz ursprünglich durch acht Heiligenstatuen und eine Baumreihe abgeschlossen. 1858-1860 wurden die beiden 1752 ohne Helm erbauten Türme erhöht, mit Spitzdächern versehen und die Fassade in die heutige Form gebracht. Es gibt eine Gedenktafel für Anton Bruckner, der hier eine „praktische Kompositionsprüfung“ an der Orgel abgelegt hat.

1698 legte Leopold I. den Grundstein zur heutigen Schmerzenskapelle der Piaristen, die 1697 in Wien ansässig geworden waren. Die 300 Personen fassende Kapelle war 1699 vollendet. 1716 wurde der Grundstein zur Kirche gelegt; die Gewölbe schmückte Franz Anton Maulbertsch 1752/1753 mit Deckenfresken aus. Am Pfingstsonntag 1756 fand am fertiggestellten Hochaltar der erste feierliche Gottesdienst statt. Papst Pius XII. erhob die Piaristenkirche Maria Treu 1949 zum Abschluss des Gedenkjahres 1948/49 des Piaristenordens in den Rang einer Basilica minor für „immerwährende Zeit“. Die Piaristenkirche Maria Treu hatte das Privilegium schon 1724 von Papst Benedict XIII. erhalten, doch musste jeweils alle 15 Jahre um Erneuerung dieses Vorrechtes angesucht werden, was öfters auf Schwierigkeiten gestoßen war.

1768 stand vor der Kirche eine Ehrenpforte. 1823 wurde der Kranken- und Leichenverein „Maria Treu“ gegründet. Während der Maulbertsch-Ausstellung (1974) standen vor der Kirche acht moderne Skulpturen des Bildhauers Wander Bertoni („Metamorphosen der Säule“ 1973, nunmehr Theodor-Herzl-Platz, 1010 Wien) anstelle der seinerzeit acht Heiligenstatuen.

Die im Frühjahr 1995 begonnene Restaurierung (im Herbst 1994 hatte der Jodok-Fink-Platz wegen der Absturzgefahr von Statuenteilen gesperrt werden müssen) wurde zum 300-Jahr-Jubiläum der Piaristen in Wien (1997) abgeschlossen. Die Farbgebung entspricht historischen Vorlagen.

Auf der einen Seite des Platzes steht das Piaristenkloster, der 1698 begonnene schlichte Bau wurde in mehreren Bauphasen im 18. Jahrhundert vollendet. Das Sommerrefektorium (der bemerkenswerteste Raum) wurde 1731-1734 errichtet und besitzt Deckengemälde und Medaillons von Franz Anton Maulbertsch. Gegenüber das Piaristengymnasium – Zum Ensemble gehören die Piaristenvolksschule eröffnet 1701) und das Löwenburgkonvikt.

In ein paar Tagen, sobald dann die Schule wieder begonnen haben wird, wird auf diesem Platz dann wieder viel mehr los sein. Wir saßen lange und gemütlich, es begann ein wenig zu tröpfeln, aber das hörte schnell wieder auf.

Am Weg nach Hause querte ich dann den Volksgarten, über dem ein Duft von Rosen und frisch gemähtem Gras lag. Damit konnte ich auch „meine“ Platane im Volksgarten besuchen. Wie ich dann schon fast zu Hause angekommen war, begann es richtig zu regnen. Ist sich gerade noch ausgegangen, trocken ins Haus zu kommen.  

Essen mit Aussicht

Wiederum sind Babys die Opfer

Derzeitige weitere gravierende Probleme bei ukrainischer Leihmutterschaft

Dieses Thema rührt mich an, darum habe ich schon einmal geschrieben;

https://christachorherr.wordpress.com/2020/07/01/die-gestrandeten-babys/

Nun aber habe ich gelesen, dass es noch schwierigere Probleme gibt. Die Ukraine erlaubt die Leihmutterschaft, aber mit Einschränkungen. Sie darf nicht für zukünftige Kinder von homosexuellen Partnern „benutzt“ werden, auch jene, die sich das Geschlecht des Kindes aussuchen wollen, werden nicht zugelassen.

Nun bestehen aber diese Wünsche und „man“ hat Wege gefunden, wie sie zu befriedigen sind. Einer dieser „Wege“ ist der folgende: Zukünftige Leihmütter reisen in Länder, deren diesbezügliche Gesetzeslage eher in einer „Grauzone“ dahinvegetiert. Einer dieser Orte – ich möchte bewusst nicht Staat dazusagen – ist die Türkische Republik Nordzypern, ein Gebiet, von wenigen als Staat anerkannt, an dem aber die Türkei eisern festhält  und daraus den Anspruch ableitet, im östlichem Mittelmeer nach Öl zu bohren, was wiederum die Griechen sehr irritiert, die von den Franzosen unterstützt werden – aber das ist eine andere Geschichte.

Die Organisationen, die Leihmutterschaft als Geschäftsmodell betreiben, schicken nun die zukünftigen Leihmütter zur „Imprägnierung“ nach Nordzypern – und acht Monate später, sollte alles wie erwartetet geklappt haben, findet dann dort – also wiederum in Nordzypern – die Entbindung statt. Die Mütter verzichten auf ihr Recht zur Obsorge der Kinder, diese können somit zur Adoption (durch ihre genetischen Eltern) freigegeben werden. Und von dort holen dann diese „Adoptiveltern“ (= genetische Eltern) diese Babys ab.

Ja, so war es vorgesehen, die zukünftigen Eltern hatten schon $ 118 000 für ihr Baby bezahlt.

Aber dann kam Corona mit allen Reisebeschränkungen. Vierzehn ukrainische Leihmütter ließen, aus Angst irgendwo hängen zu bleiben, ihre gerade geborenen Babys zurück, ohne sie an ihre genetischen Eltern übergeben zu können. Es gab auch keine rechtlich bindenden Verträge zwischen den zukünftigen Eltern und den Leihmüttern oder deren Agentur. Dann kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Agenturen und den Müttern. Dabei kam auch zutage, dass die gesamte Pflege in Nordzypern äußerst mangelhaft gewesen war, und diese Leihmütter zu einem Kaiserschnitt gezwungen worden waren.  Ein Baby ist jetzt schon gestorben.

Durch Corona kamen diese Praktiken endlich ans Tageslicht. Es wird angenommen, dass dreitausend ukrainische Frauen als Leihmütter ins Ausland gereist sind und weitere dreißigtausend temporär ausgereist sind, um ihre Eier zu spenden. Eine diesbezügliche „Untergrund-Krankenhausstation“ in Famagusta in Nordzypern ist nun untersucht worden.

Im Februar hatten die Leihmütter-Vermittlungsagenturen den Frauen geraten, in Nordzypern zu bleiben, um die notwendigen bürokratischen Abwicklungen vorzunehmen zu können. Dabei sollten sie vortäuschen und vorgeben, mit dem biologischen Vater in Zivilehe zu leben.

Aber daran hielten sich die Frauen dann doch nicht, die Babys wurden einfach zurückgelassen und die genetischen Eltern konnten aber nicht kommen, um sie abzuholen. Daher sind die Babys bei irgendwelchen lokalen Pflegeeltern untergebracht?  

Die ehemaligen Leihmütter sind jetzt zurück in der Ukraine und fürchten nun, dass sie strafrechtlich verfolgt werden, weil sie keine Dokumente haben, die ihren Verzicht auf Sorgerecht bestätigen, denn grundsätzlich hätten sie Anspruch auf Betreuung von Kindern nach einer Geburt. Die Frage: „Wo ist Ihr Baby“ können diese Mütter halt nicht beantworten.

Mir tun alle Beteiligten leid, diese Mütter, (die wahrscheinlich das Geld brauchen), die genetischen Eltern (die auf ihre Babys warten), die Pflegeeltern, aber besonders diese armen verlassenen Babys.

 Diesen – weitgehend illegalen – Machenschaften sollte möglichst bald ein End gesetzt werden.

Wiederum sind Babys die Opfer

Zum großen Rückreise-Stau

an der slowenisch-österreichischen Grenze – 22/23. August 2020

Nicht, dass ich vorhätte, große Reisen quer durch Europa anzutreten, aber es betrübt mich schon, dass überall wiederum die Grenzen dicht gemacht werden, und wiederum ist es keine europäische Aktion, sondern sind es, die einzelnen Länder, die die Rückkehrer aus manchen Nationen in Quarantäne schicken.

Wurde denn noch immer nicht erfasst, dass ein Virus an der Grenze nicht halt macht, an keiner Staatsgrenze, an keiner Bundesländergrenze. Ich war ja nicht betroffen, aber jene Reisenden, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag (22/23.8.2020) an der slowenisch-österreichischen Grenze standen, man liest zwischen 12 und 15 Stunden, werden sicher den österreichischen Behörden die Schuld geben. Viele Familien waren mit Kindern unterwegs, da man mit einer kürzeren Reise gerechnet hatte, ging vielen das Essen, aber auch das Wasser aus. Und sicher stand auch nicht eine ausreichende Menge von Toiletten zur Verfügung.  Da es für die Wartenden keine Versorgung gab wurde zeitweilige die Stimmung ziemlich aggressiv. Das Rote Kreuz rückte aus, um den Wartenden so gut wie möglich beizustehen.

Am Samstag (23. August) wurden wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien die Grenzkontrollen verschärft. Seitdem müssen nicht nur Einreisende einen negativen Test vorweisen oder sich in Quarantäne begeben. Auch alle Durchreisenden, die in Kroatien waren, mussten ein Formular ausfüllen und sich registrieren. Wo kamen die Formulare – welchen Inhalts, dann auch so schnell her – und war eine ausreichende Menge davon verfügbar? Ja, man konnte sie „herunterladen, aber viele Reisende wussten das halt nicht, vor dem Antritt ihrer Rückreise in die Heimat.  

Alles dies war durch diese kurzfristig erlassene Verordnung des Gesundheitsministeriums verursacht worden, wonach „Durchreisende aus Risikogebieten“ ein Formular vorweisen müssen. Die neue Regel für Transitverkehr aus Risikogebieten sei vom Gesundheitsministerium erst am Freitag (21. August) erlassen worden und den lokalen Behörden vorab nicht kommuniziert worden. Das heißt, man war nicht vorbereitet.  In Kärnten interpretierten die Gesundheitsbehörden das so, dass alle Inländer und Ausländer (auch die nur durchreisen) gecheckt werden sollen. Daraufhin mussten nicht nur Einreisende einen negativen Test vorweisen oder sich in Quarantäne begeben. Alle Durchreisenden, die in Kroatien waren, mussten ein Formular ausfüllen und sich registrieren. Das Gesundheitsministerium „dachte“ an Stichproben, die Kärntner interpretierten das anders und hielten alle an. Innen- und Verteidigungsministerium, die die Kontrollen durchführen, „fühlten“ sich nicht zuständig.

Spät – nämlich erst am Sonntagmorgen – sah der Landeshauptmann von Kärnten, Peter Kaiser, eine akute Gefahrensituation für die vielen Wartenden und ihre Kinder und ordnete an, Transitreisende nur mehr stichprobenartig zu kontrollieren. Die Wartezeit verkürzte sich, betrug aber am Karawanken-Tunnel, sowie bei dem kleineren Grenzübergang am Loiblpass noch immer mehrere Stunden.

So etwas dürfte doch in einem geeinten Europa selbst mit Corona nicht vorkommen. Dass Erlässe zu Anfang der Pandemie schlampig, ohne Berücksichtigung der sonstigen Gesetzeslage, verlautbart worden waren, kann man ja noch einsehen, niemand war vorher mit einer derartigen Situation konfrontiert gewesen.  Abe wie kann es jetzt noch passieren, dass ein Erlass, ohne klare Durchführungsbestimmungen in Kraft gesetzt wird. Man hätte doch wissen können, dass es zu verstärktem Rückreiseverkehr kommen würde.

Ich bin nur ein schlichter Staatsbürger (ohne genaue Kenntnis der Abläufe bei Verordnungen) aber ein paar Gedanken über die Durchführbarkeit (in erwartbaren Stresssituationen) – zusätzlich zur Überprüfung auf Gesetzeskonformität – hätte sich doch jemand machen müssen. Besonders da genau für Stresssituation ungeschultes Personal eingesetzt werden musste (Bundesheersoldaten).

Ich weiß schon, die Anforderungen ab alle Beteiligten sind hoch, und immer steht die Gesundheit der Menschen im Vordergrund. Die Gesundheit muss geschützt werden, eine Rückverfolgung bei einem auftretenden Fall möglich sein. Und es wurden auch bei bereits Rückgekehrten aus Kroatien Corona-Fälle entdeckt. Aber bei dieser Rückreisewelle handelte es sich doch in der Mehrzahl um Durchreisende.

Hinterher sind wir immer alle klüger. Aber ein bissel mehr Kommunikation würden wir uns schon wünschen, hätte man nicht rückfragen können, als sich der Stau immer weiter verlängerte? Ja, es war Wochenende, und wahrscheinlich nur ein Journaldienst im Ministerium vorhanden.

Eines ist sicher, unsere Nachbarländer, Slowenien, auch Kroatien besonders aber Deutschland werden von unserer Handlungsweise nicht gerade begeistert sein. Auch hier würde ich mir mehr Koordination erwarten, überfallsartige Aktionen sind kein Glück.

Und könnte nicht endlich in Brüssel jemand aufwachen und einige koordinierte Vorgansweisen entwerfen? Mir gefiele ja ein „europäisches Ampelsystem“, wie es unser Bundes-Rudi vorgeschlagen hat, schon recht gut, dann könnten sich alle dran halten und nicht jedes Land müsste alle anderen im Auge haben, und fragen , ob man von dort nicht die Einreise verschärfen müsste.

Ich würde auch hier gerne die Wort verwenden, die bisher an die Österreicher gerichtet worden ist, um sich an Corona-Regeln zu halten, um sie jetzt auch an die Institutionen in Brüssel zu richten: „Reisst’s Euch z’samm“ und vereinheitlich diese Chaos-Corona-Regelungen um die Wiederholung derartiger Vorkommnisse, wie an der slowenisch-österreichischen Grenze passiert sind, zu verhindern!

Niemand steckt gerne stundenlang im Stau – innerhalb Europas! Wir hatten das doch schon hinter uns!

Zum großen Rückreise-Stau

Gestern haben wir Bilder aufgehängt

Dabei habe ich über Änderung von Wohngewohnheiten nachgedacht

Das kam so: durch das Umräumen, das für das Installieren der 3er-WG notwendig geworden war, mussten viele unserer liebgewordenen Bilder abgehängt werden. Außerdem – und darauf will ich später noch zurückkommen, unterscheidet sich der Geschmack meiner Enkel – was Bilder betrifft – ziemlich stark von dem meinen. Auf die Frage, ob ich wirklich alle wieder aufhängen möchte, äußerte ich ein (zugegebenermaßen ziemlich heftiges) JA.

Dann ging’s darum, etwas Ordnung in die herumstehenden und -liegenden Haufen zu bringen und möglichst passende Orte zu finden, wo sie sinnvollerweise einander gegenüber oder nebeneinander hängen sollten. Es war nicht ganz einfach, denn auch die Größe der Bilder musste berücksichtigt werden. Letztlich musste ja auch an die Optik gedacht werden.

Eine grobe Zuordnung war nach einigem Hin- und Her endlich getroffen, und jetzt ging’s ans physische Befestigen an der Wand.  Dazu war ein Bohrer, Dübel, Nägel unterschiedlicher Größe, selbstverständlich Hammer, Zange et. etc. vonnöten.  Über Hammer und Nägel verfügt ich gerade noch – aber der Rest? Also rückte mein Schwiegersohn – handwerklich von seinem Vater geschult – mit einer Vielzahl von notwendigen Geräten an.  Beim ersten Bild stellte auch er, bei Berücksichtigung aller Notwendigkeiten fest, dass wir keine Wasserwaage hätten. Die diesbezügliche App auf dem Handy erwies sich als nicht sonderlich praktikabel für diesen Zweck, also mussten wir uns aufs Augenmaß verlassen ob die Bilder nun grad oder schief hingen.  Ich glaube wir haben es dann letztlich doch recht gut geschafft.

Leicht war’s nicht: unserer Räume sind hoch, und Bilder mussten auch „hoch“ – also auf der Leiter turnend – aufgehängt werden. Und schwer waren manche dieser Bilder auch, womit haltbare Befestigungen angebracht werden mussten, die Bilder hinauf gehievt werden etc. Ich war ja nur observierend zugegen, halt auch um genaue Standorte anzugeben. Möbel mussten verschoben (und später wieder zurückgerückt) werden, um die große Leiter an die Wände heranzubringen.

Mein Enkel und sein Vater (= mein Schwiegersohn) haben einige Stunden ziemlich schwer geschuftet, aber am Ende haben wir gemeinsam festgestellt, dass wir mit dem Ergebnis zufrieden waren.

Und ich hatte zwischenzeitlich Gelegenheit darüber nachzudenken, wie sich der Einrichtungsgeschmack seit meiner Jugend verändert hat.  Als wir unsere erste Wohnung bezogen, war es selbstverständlich eine Küche zu haben, einen abgetrennten Raum, wo man „fuhrwerken“ konnte. Z.T. waren damals – aber eher am Land – noch so genannte Wohnküchen üblich, in denen sich das gesamte tägliche Leben abspielte. Diese abgesonderten Küchen waren halt für Haushalte mit einer Köchin konstruiert, über die sich heutzutage nur noch wenige freuen können. Der Nachteil einer derartigen abgetrennten Küche ist die Tatsache, dass die Hausfrau bei der Zubereitung der Mahlzeit von den anderen abgesondert ist, aber auch von eventuellen (Klein)-Kindern, die eigentlich ständig die Aufmerksamkeit der Mutter erfordern.  Soweit ich das feststellen kann, sind auch Gehschulen nicht mehr „in“ (Argument: Gitterstäbe dürfen Kinder nicht einengen).  Also ein Dilemma. Heutzutage sind also Küchen in Wohnräume integriert. Mich würde es nicht freuen, denn wenn man in einer derartigen Küche kocht, muss man ständig alles wegräumen. Außerdem – in einer Küche, in der ordentlich gekocht wird, riecht es: manche mögen Zwiebelgeruch, Geruch gedünsteten Krauts, Knoblauch etc. Mein Mann konnte Küchengeruch nicht leiden, ich musste immer die Küchentür geschlossen halten.  Heute muss man einen ordentlichen Abzug installieren, die die Gerüche absaugt …

Ein weiterer Unterschied, der mir auffällt, ist, dass viele junge Leute keine Vorhänge mögen, sie ziehen Jalousien vor. Ich – altmodische Person – mag duftige Stores (ja, ja, ich gebe zu, man muss sie häufig waschen) und halt schwere Übervorhänge (möglichst gefüttert).  Ich finde, dass sie einen Raum wohnlich machen. Das Aussuchen der Stoffe und Farben – das habe ich immer gerne gemacht und es hat mich gefreut, sie hängen zu sehen. Man kann auch „ohne“ auskommen, aber das Hereinschauen des Gegenübers ist dann nicht ganz auszuschließen – aber vielleicht ist man damit geselliger?

Auch Teppiche sind nicht mehr so gefragt. Selbst in meiner Generation wurden sie durch so genannte Teppichböden ersetzt. Die sind auch schon wieder „passé“ und man schätzt derzeit eher nackte Holzböden (möglichst Parkett). Ich finde, dass damit die Wohnungen lauter sind, aber bitte. Ich habe gerade einen alten Teppich restaurieren lassen, einfach weil er mir gefällt.

Die Biedermeiermöbel, so geschätzt in meiner Generation, finden jetzt gar keinen Gefallen bei den Jungen.  Wie habe ich mich bemüht, nur solche aus Kirschholz – zizerlweise – zu erwerben. Ich gebe zu, schon mein Mann konnte die fragilen Sessel nicht leiden – ich bestand darauf.  Und jetzt hab‘ ich das Problem, dass die wunderschönen Empire-Betten meinen Enkeln zu kurz sind!

Jedenfalls bin ich froh, dass die Bilder wieder hängen und die Wohnung wieder – zumindest in meinen Augen – wieder wohnlicher ausschaut – andere finden sie vielleicht ang’räumt und altmodisch, aber mir g’fallt’s.

Gestern haben wir Bilder aufgehängt

Der Kümmerer

Eine leider ausgestorbene Erscheinung

Als ich gestern über meine Autosituation (ich möchte über eines zeitweilig verfügen aber keines kaufen) geschrieben habe, kamen diverse Ratschläge: z.B. Namen preisgünstiger Verleihfirmen, aber auch der Hinweis mir einen Freund mit Auto zu suchen.  Naja, ich habe wahrheitsgemäß geantwortet, dass das in meinem Alter recht schwer, wenn nicht unmöglich sein würde, was wiederum eine liebe Freundin zu dem Kommentar veranlasste: „in unserem Alter einen „passenden“ Partner zu finden? Da ist die Wahrscheinlichkeit höher, am Nordpol von einem Spaniel gebissen zu werden!“

Und dabei ist mir der „Kümmerer“ eingefallen. Ich meine nicht die Wikipedia Definition: krankes oder geschwächtes Tier, um das man sich kümmern muss, oder den „Organisations-Kümmerer: eine Person, die sich dazu bereiterklärt oder verpflichtet wurde, sich um etwas zu kümmern, das nicht in den vorbestimmten Aufgabenbereich eines Mitarbeiters bzw. Kollegen fällt bzw. das von dem zuständigen Mitarbeiter etwa aufgrund von Abwesenheit o. ä. nicht erledigt werden kann. Es spielt dabei weder eine Rolle, welche Position der Kümmerer innerhalb des Unternehmens hat (er hat als solcher die verabredete Vollmacht über die zu erledigende Aufgabe), noch, was für eine Aufgabe er konkret zu erledigen hat – das kann von „Bier holen“ bis hin zu wichtigen Aufgaben innerhalb des Unternehmens alles umfassen.

Sondern ich meine jenen früher existierenden Kümmerer, der eine Dame begleitet, wenn sie seiner bedarf, er sollte (aus meiner Sicht) hochgebildet sein, um seine Aufgabe gut erfüllen zu können, er muss aber auch respektvoll, diskret und rücksichtsvoll sein. Gute Manieren werden selbstverständlich vorausgesetzt. Sexuelle Absichten darf er keine zeigen, höchstens ein bisserl flirten kann ihm zugestanden werden.  Und was waren so seine Aufgaben: die Dame ins Theater, in die Oper, ins Konzert zu begleiten, hinterher mit ihr auf ein Glas Champagner gehen, um das Gesehene und Gehörte zu besprechen. Er muss selbstverständlich auch belesen sein, um mit ihr die Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt diskutierten zu können. Er musste selbstverständlich gut zuhören können und auf gewünschte Themen eingehen können. Er durfte die Dame auch bei Einkäufen begleiten – und ihre Pakete tragen (wunderschön beschrieben bei Schnitzler, Anatol – die Weihnachtseinkäufe).

Diese Herren gab es noch in meinen jüngeren Jahren. Ein Ehemann war nicht eifersüchtig auf einen Kümmerer, sondern eher dankbar, dass er gewisse Aufgaben übernahm, die vielleicht der Ehemann gar nicht so gern erfüllte.

Und wenn ich mir alle diese Eigenschaften so überlege – und sie mit meinem Auto- „Problem“ verknüpfe, muss ich dann heutzutage doch eher an eine Autoverleihfirma wenden?

Der Kümmerer

Ein Auto bedeutet Freiheit, aber auch Last

Ich suche Alternativen

Ich war jetzt zwei Jahre „Auto-los“, selbstgewählt. Ich hab‘ unser Auto, das groß, weil behindertengerecht, in der Familie weitergegeben. Ich war froh, kein Auto zum Service, zum Reifenwechseln, zum Pickerl-Erneuern führen zu müssen. Keine Miete für die Garage zahlen. Ich bin mir sehr erleichtert vorgekommen. Ich habe mir eine Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien gekauft, eine Seniorenkarte für die Bundesbahn und bin mir wohlgerüstet für alle Eventualtäten vorgekommen.

Also im heurigen Sommer, ist mir ein Auto – das ich wirklich nur temporär brauche, schon sehr abgegangen. Es gibt, trotz guter öffentlicher Verbindungen, Orte, die man ohne Auto schwer, oder nur umständlich erreichen kann. Außerdem dauert’s. Mit der Straßenbahn zum Bahnhof, dort zu Fuß oder mit dem Taxi zum gewünschten Standort, die jeweiligen Abfahrtszeiten sind zu koordinieren – da verzichtet man dann doch lieber auf den Ausflug, auf die Besichtigung oder den Besuch.

Und hin und wieder gibt es auch den Bedarf, etwas von hier nach dort zu transportieren. Ein früher auf dem Land verfügbares Leiterwagerl besitze ich hier nicht, und es würde auch recht komisch ausschauen, wenn man mit einem derartigen Gefährt Objekte transportieren würde. Mein Mann als Bub hat sich geniert mit einem solchen Gefährt quer durch Wien zu fahren um Dinge in die Parfümerie seiner Mutter zu befördern.

Ich darf ja nicht klagen, meist findet sich jemand, der/die mich mitnimmt, abholt, hinbringt etc.  Aber wer von uns ist schon gerne auf jemand „angewiesen“? Und immer klappt’s halt dann auch nicht.

Und – Auto bedeutet Freiheit. Die Freiheit jederzeit überall hinfahren zu können, wohin man auch kurzfristig hinkommen möchte. Diese Freiheit geht mir einfach ab.

Ich hab‘ mir vorgenommen eine halbwegs vernünftige Alternative zu suchen. Eine unvernünftige habe ich neulich gesehen: einen großen Tesla, dessen Türen nach oben ausgehen … elektrisch betrieben und sehr wuchtig – na sicher nicht, aber gefallen hat mir das Auto schon sehr. Außerdem werde ich sicher nichts kaufen oder leasen, sondern nur temporär etwas ausborgen. Und klein muss es sein, und ein Automatikauto.

Die Alternative eins besteht derzeit darin, ein kleines Automatikauto bei einer Verleihfirma in meiner Nähe tageweise auszuborgen. Variante zwei besteht in Share Now, da muss halt dann ein Auto in meiner „Reichweite“ stehen. Dann könnt‘ ich z.B. nach Schloss Hof fahren, und mir dort den Barockgarten und das Schloss anschauen …

Egal, wie ich es machen werde, am Anfang werde ich möglichst einen Enkel bei dem ersten Fahren mitnehmen. Die sind grad dabei ihren Führerschein zu machen bzw. haben ihn knapp hinter sich, damit sie mich bei meiner Fahrweise „korrigieren“, weil meine Führerscheinprüfung liegt schon ein gutes Weilchen zurückliegt. Fahrpraxis hab ich genug, ein paar Jahre eigenes Auto, dann – da mein Mann behindert war – 25 Jahre das Familienauto. Ja, und zwischendurch die ausgeborgten Autos bei Flugreisen im Ausland. Zahllose Kilometer z.B. in den USA, Linksfahrerfahrung hab‘ ich auch, z.B. in Irland aber auch Australien, Zypern und Malta.

Also wenn Ihnen ein anderer Weg einfällt, wie ich ohne ein Auto zu kaufen jederzeit eines fahren kann, sobald ich es brauche, wäre ich für den Rat dankbar. Geschenkt will ich aber sicher nichts!

Ein Auto bedeutet Freiheit, aber auch Last

Gibt es sie noch, die Gnade?

Zu Begnadigungen, Gnade vor Recht, Gottesgnade und die gnädige Frau

Mir scheint, als ob das Wort „Gnade“ aus unserem Wortschatz langsam verschwindet. Früher hatte man doch noch öfters gesagt: es ist eine Gnade, dass noch … Heute sagt man (wahrscheinlich) eher, es ist ein Glück, dass noch …

Das deutsche Wort Gnade leitet sich von althochdeutsch ginada und mittelhochdeutsch genade her, was so viel hieß, wie ‚um Hilfe bitten‘…

Gnade – gibt es noch im Rechtswesen. Jemand wird begnadigt, das kommt doch noch öfter vor. Gnade ist in der Rechtswissenschaft die Befugnis, im Einzelfall eine rechtskräftig erkannte Strafe ganz oder teilweise zu erlassen, sie umzuwandeln oder ihre Vollstreckung auszusetzen. Dagegen betrifft eine Amnestie regelmäßig eine Vielzahl von Personen und erfolgt aufgrund Gesetzes. Gnade und Amnestie haben jedoch gemeinsam, dass sie nur die verhängte Sanktion berühren, ohne dass die betreffende Person entschuldigt wird. In unserem säkularen Staat ist der Geltungsgrund für die Gnade, der nicht an ein religiöses Konzept anknüpft, die Menschenwürde.

Die Menschenwürde bedeutet: Der Wert aller Menschen ist gleich und alle Menschen haben bestimmte Rechte, die ihnen niemand wegnehmen kann und darf. Dies gilt unabhängig von der Herkunft eines Menschen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion, Sprache, sozialer Stellung, sexueller Orientierung, Staatsbürgerschaft, politischen und sonstigen Anschauungen. Bereits seit 1811 steht im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch: Jeder Mensch hat angeborene Rechte. Jeder Mensch ist als Person zu betrachten. Die Sklaverei ist verboten.

Im Mittelalter konnte ein Strafrichter durch ein erstes Urteil festlegen, ob er das Verfahren nach dem Recht oder nach der Gnade fortsetzen wollte. Im letzten Fall war er frei, von der Verhängung von Strafen abzusehen oder aber Sanktionen auszusprechen („Richten mit Gnade“ oder „Richten nach Gnade“). Mit der Zentralisierung politischer Herrschaft und der Gewaltenteilung zwischen Gesetzgebung und Rechtsprechung wird sich dann der Grundsatz durchsetzen, dass das Begnadigungsrecht nur dem Landesherrn zustehen könne.

Die Zuweisung des Gnadenprivilegs als Majestätsrecht wurde mit der fürstlichen Souveränität und dem Gottesgnadentum begründet, dessen selbstverständlicher Ausdruck sie sei und einer aus dem Naturrecht abgeleiteten Fürsorgepflicht des Landesherrn für seine Untertanen. Den Gerichten blieb nur das Recht der Berufung und Wiederaufnahme des Verfahrens. Die Verbindung von Herrschafts- und Begnadigungsbefugnissen in einem über dem Recht stehenden Souverän führte zu dem Spruch, die Gnade gehe dem Recht vor. Die Aufklärung verwarf den Gedanken der Gnade als Ausdruck der Willkür und Rechtslosigkeit.

Begnadigung ist der Erlass, die Umwandlung, die Ermäßigung oder die Aussetzung einer rechtskräftig verhängten Strafe, Nebenstrafe, Disziplinarstrafe oder Geldbuße bei Ordnungswidrigkeiten. Die Begnadigung ist meistens Befugnis von Staatsoberhäuptern, die einzelnen Tätern die ihnen strafrechtlich zuerkannte Strafe erlassen können nach dem „Gnade vor Recht“) Prinzip. Aber ein Verurteilter hat kein Recht auf Gnade. Im Rechtsstaat gebietet jedoch die Menschenwürde ein Recht auf Anhörung und Prüfung des Gnadengesuchs.

Im theologischen Sinn drückt das Wort Gnade ein Beziehungsgeschehen aus. In dem Begriff vereinen sich verschiedene Bedeutungen, denn die hebräischen und griechischen Begriffe können mit den deutschen Wörtern Gefälligkeit, Gnade, Geschenk und Gabe übersetzt werden, aber auch mit Wohlwollen oder Gunst, die dem Menschen – gratis – entgegengebracht wird. Da es für dieses Verhalten keine Verpflichtung gibt, ist jeder Gnadenerweis per se ein unverdientes Gnadengeschenk.

Im Christentum ist Gnade eine der Grundeigenschaften Gottes. Die bedingungslose Gnade, die Gott dem Gläubigen bzw. der gesamten Menschheit zuwendet, bildet den Kern der christlichen Botschaft. Als Zentralbegriff der christlich-biblischen Gotteserkenntnis beschreibt Gnade ein Beziehungsgeschehen zwischen Gott und den Menschen. Die theologische Rede über Gnade ist immer mit den Fragen nach Sünde, Leiden und freiem Willen verknüpft. Prägend für den lateinischen Westen wurde die Gnadenlehre von Augustinus von Hippo, der die paulinische Rechtfertigungslehre eng mit der Frage nach der Willensfreiheit und der Erbsünde verband. Denn der Mensch kann aufgrund der Erbsünde die Neigung zum Sündigen nicht überwinden (eingeschränkte Willensfreiheit) und ist daher auf die wiederherstellende Gnade angewiesen.

Martin Luther erneuerte die Gnadenlehre. Durch Barmherzigkeit wird dem an Christus Glaubenden um Christi willen, die Sünde nicht zugerechnet, sondern die fremde Gerechtigkeit Christi als eigene angerechnet. Dabei ist die Gnade nicht als im Menschen wirkende göttliche Kraft, sondern als außerhalb seiner bleibende Kraft Gottes verstanden.

Die Gnade ist auch im heutigen Glaubens- und Lebensverständnis der römisch-katholischen Kirche ein Schlüsselbegriff für das geglaubte Verhältnis von Gott und Mensch und des göttlichen Heilshandeln zugunsten des Menschen.

Bei uns im österreichischen Sprachgebrauch hat sich noch die Anrede „gnädige Frau“ erhalten. (Meine Enkel finden sie bereits eh schon sehr komisch). Ich habe sie als Anrede in der Arbeitswelt absolut verabscheut und vehement zurückgewiesen, was mir den Vorwurf eingebracht hat, höfliches Verhalten abzulehnen. Ich habe die Anrede als Kollegin eher als Abwertung als Frau  empfunden.

Im gesellschaftlichen Umfeld verschwindet diese Anrede – langsam, zusammen mit dem Handkuss, naja, das finde ich schon ein bisserl schade! Aber Beides geht nicht: selbstbewusste, gleichberechtigte Frau – und gnädige Frau.

Gibt es sie noch, die Gnade?

Zu den Essgewohnheiten in unserer 3erWG

wir passen uns aneinander an

Es steht 2:1, 2 sind Vegetarier, und 1 (ich) bin ein Omnivore. Wenn gemeinsam gegessen wird, ist es vegetarisch. Und meist kochen dies auch Großteils die Enkel bzw. auch deren Freunde. Und zu jedem Gemüseeintopf (mit jeweils unterschiedlichen Gemüsen, darunter irgend so etwas wie Couscous oder Bulgur) und das ist es meist, gibt es Salat, viel Salat. Meine größten Schüsseln sind diesbezüglich im Einsatz. Wenn etwas übrigbleibt, wird es später aufgegessen, es wird sicher NICHTS weggeworfen. Wenn abzusehen ist, dass es eine Mahlzeit nur für mich wird, dann kaufe ich Fisch, Innereien und sonstiges Fleisch (in dieser Priorisierung).

Beim Frühstück unterscheiden wir uns grundsätzlich, während die Jungen sich ein Müsli vorbereiten, das aus Haferflocken (oder Ähnlichem), mit viel geschnittenen Obst (Äpfel, Bananen, jeweils jahreszeitlich  verfügbares frisches Obst) Nüssen, Rosinen und allerhand sonstigen Körndln etc. besteht, halte ich es   – konventionell – mit frisch gepresstem Grapefruitsaft, gedörrten Zwetschgen, später dann Kaffee, Butterbrot mit Marmelade oder eins, meiner geliebten Kipferln (die „importierten“ Croissants gelten für mich nicht als Kipferln, die schmecken mir nur in Frankreich). Das hindert uns aber nicht daran, gemeinsam zu frühstücken, wenn sich das nicht ergibt, ersetzen die Zeitungen das Gespräch.

Gestern und heute war ich allein zum Mittagessen. Gestern habe ich Rinds-Faschiertes gekauft, mit der Absicht mir Cevapcici zu machen. Erstens haben sie mir bei unseren Urlauben im ehemaligen Jugoslawien immer gut geschmeckt (auch in den diversen einschlägigen Restaurants in Wien) und zweitens hat sich in der Ausstellung über die Donau in der Schallaburg ein Rezept eben für Cevapcici gefunden, das mir einfach erschien. Naja, ich hab‘ mich verhältnismäßig genau an die Angaben gehalten, aber vielleicht waren sie deshalb nicht so gut, weil ich sie in der Pfanne zubereitet habe (ich besitze keinen Grill) oder es hat einfach das Rundherum gefehlt, einerseits das Ajvar andererseits aber besonders das Standl am Meer, wo man dies frisch vom Grill mit Paradeissalat mit viel frischem Zwiebel isst.

Heute gab’s dann einen Fisch. Und weil es heiß ist und wir langsam unsere Essgewohnheiten an jene südlicherer Länder anpassen sollten, habe ich schon gestern einen Fisch in Saor vorbereitet. (Saor kann man nicht nur für diverse Fischsorten sondern, auch z.B. für Wachtelbohnen oder Melanzani etc. zum Einsatz bringen – wird demnächst ausprobiert.)

Zurück zum Fisch: Zuerst bereitet man die Marinade (Saor) vor: ganz einfach, Olivenöl, in Ringe geschnittenen Zwiebel, Lorbeerblätter und Weinessig (je nach Speise Rot oder Weiß). Die Zwiebel muss man andünsten, ohne sie braun werden zu lassen. Die Lorbeerblätter stammen von meinem „Kräutergartl“ auf unserem Minibalkon (ich habe nur die bereits eh schon vertrockneten – leider – genommen).

Und dann muss man halt das Fischfilet vorbereiten: eigentlich nur salzen, pfeffern (natürlich nur frischgemahlenem Pfeffer), und in Mehl wenden (aber gut abschütteln). Aber nur kurz anbraten, ganz in der Mitte soll der Fisch noch ein bisserl glasig sein. Dann lässt man den Fisch auskühlen legt ihn in Bett mit Marinade, zu der man noch einige Pfefferkörner dazugegeben hat, und deckt ihn mit Marinade zu.

Vor dem Servieren soll der Fisch mindestens 2 Stunden bei Raumtemperatur mariniert werden. Und weil ich Ganze gestern gemacht habe, hat der Fisch dann im Kühlschrank auf mich gewartet, dass ich ihn heute verzehren konnte. Na jedenfalls, das ist mir viel besser geglückt, als die Cevapcici. Der Fisch war köstlich.

Solange es noch heiß ist, werde ich „kalte“ Speisen vorbereiten, man kann auch einen frischen Lachs marinieren, aber um es WG tauglich zu machen, werde ich mich vielleicht besser auf Gemüsesorten verlegen.

Jetzt wünsche ich Ihnen noch einen schönen Sommer, so lange er noch „hält“ mit guten „mittelmeerischen“ Essen.

Zu den Essgewohnheiten in unserer 3erWG