Von der Aktentasche zum Rucksack

Die Entwicklung der Herrentaschen

Neulich traf ich einen lieben alten Freund, der eine wunderschöne, wenn auch alte, abgetragene Aktenmappe mit sich führte. Ich konnte nicht umhin, und nahm darauf Bezug. “Die schaut aus, als ob sie aus Metternichs Zeiten stammt“.

Denn ich hatte vor längerer Zeit eine Ausstellung über Metternich (noch im „alten Künstlerhaus“) gesehen, in der eine ähnliche Mappe ausgestellt gewesen war: rotes Safranleder, innen mit weißer Seide gefüttert …

Mein Freund hatte sie wahrscheinlich bereits von seinen Altvorderen übernommen. Und erzählte mir, dass es früher in höheren Beamtenkreisen ein absolutes „No-Go“ (wie wir halt heute sagen) gewesen wäre, eine Tasche mit Henkel zutragen.

Und dann habe ich mich erinnert: Ich bekam mit meinen damaligen sechs Jahren eine Schultasche, die eben wie jene Aktentaschen aussah, (nur dass sie Schulterriemen hatte),  wie sie von vielen Herren und auch Männern getragen wurde, die ins Büro (oder schlicht in die Arbeit) gingen. Bei vielen waren kaum Akten, sondern vielmehr das Jausenbrot drinnen. Damals trugen die Herren auch noch Hüte und man sah kaum einen, der nicht eine derartige Tasche mit sich führte. Wikipedia sagt dazu: „Eine Aktentasche ist eine Tasche zum Transport von Schriftstücken und Büchern. Aktentaschen werden meist im Beruf eingesetzt, z. B. von Büroarbeitern, Lehrern und bei anderen Tätigkeiten, bei denen Papiere und Ähnliches transportiert werden. Die Papiere können meist im Querformat in die Tasche gesteckt werden. Bei Aktentaschen kann man zwischen robusteren und eleganteren Varianten wählen. Elegante Formen sind häufig kleiner und daher unpraktischer, jedoch deutlich schöner anzusehen als die größeren Ausführungen. Aktentaschen werden sehr häufig aus Leder hergestellt“.

Es kam der Zweite Weltkrieg, die Männer wurden zu Soldaten da war man ausgestattet mit Tornister, Patronentaschen, einem Brotbeutel, Feldflasche, Kochgeschirr – und Gewehr.

Nach dem Krieg, da griff man, mangels Alternativen – wieder zu der guten alten Aktentasche – mit Henkel, sofern so etwas noch vorhanden und nicht verhamstert worden war.

Als man dann endlich auch wieder „wer geworden war“, wurde die „Pilotentasche“ modern. Ein recht unhandliches, viereckiges, großes Ding, das einen Mann als „Piloten“ einer Fluggesellschaft ausweisen sollte. Echte Piloten verwendeten sie für den Transport von Kartenmaterial und Wechselkleidung. Viele haben Zahlenschlösser. Damals genossen Piloten sehr hohes Ansehen.  Sogar Taschen für Techniker wurden in dieser Form hergestellt, denn auch z.B. EDV-Techniker waren recht angesehen. Aber auch als Musterkoffer wurden sie genutzt.

Langfristig erwies sich dieses „Ding“ dann doch als nicht so besonders praktisch für den alltäglichen Gebrauch. Dann trugen die Herren kleinere Ledertaschen an einer Schlaufe um das Handgelenk. Vielleicht waren es nicht so sehr die Herren, als die Männer die derartiges trugen (So fand ich jedenfalls).

Als dann das Sicherheitsdenken entsprechend gestiegen war, verwendeten manche Männer kleine, flache Taschen, die mit einem Riemen, einem Band oder einer Schnur um den Hals getragen wurde. Man nannte sie Brustbeutel. Auch Bauchtaschen wurden üblich, bei uns wurden sie Bananen genannt, und waren damals nicht nur den Männern vorbehalten, auch von Frauen wurden sie verwendet.  

Als Fitness stark das männliche Image beherrschte, trug man Sporttaschen. Manche waren z.B. nach dem ausgeübten Sport geformt (z.B. Tennis), andere enthielten z.B. nur Laufschuhe. Sie waren meist etwas zerknautscht, oft bereits nicht mehr aus Leder und erinnerten mich immer an das oft verlorenen Turnsackerl der Schulzeit. Eine andere Verwendung fand sie als Saunatasche.

Und dann: da kam der Laptop, und der musste auch in einer speziell dafür gefertigten Tasche getragen werden, anfänglich noch Statussymbol, wurde auch diese Tasche allgegenwärtig.

Und jetzt? Jetzt tragen fast alle, ob jung oder alt, ob Frau oder Mann einen Rucksack. Er ist meist aus Stoff, flexiblem Kunststoff (Nylon oder PVC) oder selten Leder gefertigt. Ich habe nicht die allerbesten Erfahrungen mit Rucksäcken gemacht. In der Stadt haben Langfinger ein leichtes Spiel, da man seine Augen bekanntermaßen nicht hinten hat. (Ich trage halt keine Wertsachen mehr in einem Rucksack. In irgendetwas muss man sein Glumpert ja transportieren und am Rücken ist es vielleiht besser als in der Hand.

Von der Aktentasche zum Rucksack

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