Was für muslimische Gläubige alles so gilt

Vom Heiraten aber auch zur Rolle von Engeln

Geht’s Ihnen auch so?  Man kann „Corona“ kaum mehr hören, aber leider geht die Seuche dadurch nicht weg. Daher vielleicht etwas anderes – nur so zu kurzen Ablenkung von unserer „anhänglichen“ Pandemie.

Bei uns leben viele Muslime (zu viele, meinen manche von uns Alteingesessenen). Sie leben eine andere Religion und glauben nicht an einen anderen Gott, nein, eine andere Form des einen Gottes. Das bringt nun bestimmte Regeln mit sich, die zum Großteil im Koran stehen. Es ist im Islam verboten, dass eine muslimische Frau einen nichtmuslimischen Mann heiratet. Bei einer Frau, die ein Muslim heiratet, muss es sich um eine Muslima oder eine Angehörige der schriftbesitzenden Religionen (Jüdin und Christin) handeln, die an ihre Religion glaubt. Allerdings empfiehlt der Islam, eine gläubige, religiöse Muslima zur Ehefrau zu wählen.

Wir, die wir doch alle von der Aufklärung geprägt sind, sehen uns gezwungen, das zu hinterfragen – also warum? Da muss ich ein bissel ausholen. Muslime glauben, dass gleich nach dem Eintreten des Todes ein Verhör des Verstorbenen stattfindet, dessen Ausgang bereits vorwegnimmt, wie das Urteil beim letzten Gericht ausfallen wird. Nach der Tradition übernehmen bestimmte Engel das Verhör der Verstorbenen. Die Fragen, die die Engel den Verstorbenen vorlegen sind folgende: Wer ist dein Gott? – Wer ist Dein Prophet? – Welche ist deine Religion? – Welche ist deine Gebetsrichtung? Wenn der Verstorbenen die richtigen Antworten kennt (Gott – Mohammed – der Islam – Mekka), dann wird er getröstet, und er hört die Verheißungen des Paradieses. Wenn er aber falsche Antworten gibt, dann wird er schon im Grab gepeinigt, als Vorgeschmack für die ihm bestimmte Qual in der Hölle.

Die erforderlichen Antworten zeigen, dass es sich dabei um das islamische Religionsbekenntnis handelt und daher von Schriftbesitzern, wie Christen und Juden wahrscheinlich nicht so gesprochen werden wird. Allerdings nennen bzw. nannten Arabisch sprechende Juden und Christen “Allah“ auch als Bezeichnung für ihren jeweiligen Gott.  Allerdings sagt Mohammed in der 29. Sure zu den Leuten der Schrift: „Unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe. Und ihm sind wir ergeben (arabisch: muslimün).

Aber die islamischen Schilderungen vom Verhör im Grab lassen diese offene Auslegung Mohammeds nicht zu. Sie betonen ein religionsspezifisches Verhör und geben vielen gläubigen Muslimen die Gewissheit, durch die richtigen Antworten zu den „Auserwählten“ zu gehören. Und genau deshalb haben auch heute viele Muslime – sogar bei uns – Angst, wenn ein Muslim aus ihrer Familie eine Christin oder ein bzw. eine Jüdin – entgegen dem islamischen Religionsgesetz – eine Muslima einen Christen oder Juden heiratet, diese nicht-islamischen Partner würden automatisch in der Hölle landen. Und welcher Gläubige will schon seinen Partner im Jenseits missen? Dass das ein integrationshemmendes Faktum ist, kann nicht geleugnet werden.

Bei dieser Beschreibung der ersten Prüfung nach dem Tod zeigt sich auch, welche Rolle Engel (bzw. Teufel oder Djinns) im Leben der Muslime spielen. Denn im Islam stehen Engel, acht an der Zahl, am Thron Gottes, die Gott lobpreisen. Engel sind nach koranischem Verständnis Diener Gottes. Hier erkennt man die Parallelen zu den damals geltenden Herrschaftsformen – konkret: einem Hofstaat eines Herrschers. Andere Engel sind hinwieder Fürsprecher der Menschen bei Gott. „Fast möchten die Himmel oben sich (aus Ehrfurcht) spalten. Und die Engel lobpreisen ihren Herrn und bitten um Verzeihung für alle (!!!) auf Erden. Und Allah ist fürwahr der Vergebende, der Barmherzige.“ So kann man im Koran lesen (42,5). Diese Engel werden zum Anwalt vor Gott und bitten ihn um Verzeihung für die von den Menschen begangenen Missetaten. Auch das entspricht den Abläufen am Hof eines Potentaten.

Und auch im Islam gibt es die schöne Vorstellung des Schutzengels. „Ein jeder hat Engel vor sich und hinter sich, die einander ablösen und ihn auf Allahs Geheiß behüten. So steht es im Koran zu lesen. (13, 11).  Und es gibt auch aufzeichnende Engel, „zur Rechten und zur Linken sitzend“ (Koran 50,17). Sie schreiben alle Taten des Menschen auf. Auf diese Art wird alles für das letzte Gericht dokumentiert und am Tag des Gerichtes zu Abrechnung herangezogen. Allerdings wird es nicht nur zum Abwägen und dem damit verbundenen Endergebnis kommen, denn Gott kann in seiner Barmherzigkeit auch Gnade vor Recht ergehen lassen. Die Hoffnung vieler Gläubigen dabei ist, dass die Fürsprache der Engel ihn besonders dazu bewegen wird.

Eine wesentliche Rolle haben Engel bei der Verkündigung des Korans gespielt: Der Erzengel Gabriel hat Mohammed den Koran zur Kenntnis gebracht. Vom Erzengel Michael wird angenommen, dass der auf Befehl Gottes die Naturereignisse ordnet. Der dritte Erzengel (nicht im Koran erwähnte, aber in der muslimischen Tradition bekannt) ist Israfil, der die Posaune bläst, um die Auferstehung einzuleiten.  Der vierte, wohl der gefürchtetste Erzengel ist Azra’il, der Todesengel, der zur festgesetzten Stunde den Menschen die Seele entreißen wird, – sanft für die Gläubigen, schmerzhaft für die Sünder.

So glauben es unsere muslimischen Mitbürger!

(ich danke Prof. Peter Antes)

Was für muslimische Gläubige alles so gilt

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