LEOPOLD VON BABENBERG MARKGRAF VON DER OSTMARK

Eine Sage und ein wenig Geschichte

Und weil die Gegenwart ja nicht gar so heiter ist – das Wetter ist auch einigermaßen deprimierend – greife ich diesmal in meine „Sagenkiste“. Dabei habe ich eine gefunden, die weit in Österreichs Vergangenheit zurückreicht. Sie heißt:

WIE LEOPOLD VON BABENBERG MARKGRAF VON DER OSTMARK WURDE

Meine Feder (also genau genommen, meine Tastatur) sträubt sich ein wenig, bei der Verwendung des Wortes „Ostmark“. Denn das war der Begriff für Österreich in der Nazizeit.

Kaiser Otto I. …

Otto I. der Große (* 912 – 973) aus dem Geschlecht der Liudolfinger war ab 936 Herzog von Sachsen und König des Ostfrankenreiches (regnum francorum orientalium), ab 951 König von Italien und ab 962 römisch-deutscher Kaiser. Otto setzte während der ersten Hälfte seiner langen Herrschaftszeit die Unteilbarkeit des Königtums und seine Entscheidungsgewalt bei der Ämtervergabe durch. Damit griff er tief in das bestehende Herrschaftsgefüge des Adels ein. Die schwersten Aufstandsbewegungen gingen aber von den Mitgliedern der Königsfamilie selbst aus. Er war von Adelheit von Burgund verheiratet, sie wurde 1097 heiliggesprochen.

… war ein großer Liebhaber der Jagd, scheute keinerlei Gefahren und eilte oft im Eifer der Verfolgung des Wildes seinen Jagdgesellen voraus. Einst hatten seine Hunde eine kräftige Bärin aufgespürt, die sich erschrocken in den Wald flüchtete. Kaiser Otto stürmte ihr so rasch nach, dass ihm nur Leopold von Babenberg zu folgen vermochte. Als die Bärin keinen Ausweg fand, wendete sie sich plötzlich gegen den Kaiser, der ihr schon nahegekommen war und drohte ihn anzugreifen. Otto griff nach seiner Armbrust, spannte jedoch in der Eile den Bogen so straff, dass er zerbrach. In dieser höchsten Gefahr eilte Leopold …

Leopold I., (* um 940; † 994) der Erlauchte/Durchlauchtigte auch Luitpold genannt, aus dem Geschlecht der Babenberger, war Markgraf von Österreich von 976 bis 994. Er wurde zum Markgrafen eines Gebietes im Osten, dem heutigen österreichischen Kernland, ernannt. Am 21. Juli des Jahres 976 wird er erstmals als Markgraf, marchio Liutpalus, bezeichnet. Er residierte wahrscheinlich in Pöchlarn, vielleicht aber auch schon in Melk, wie seine Nachfolger. Die Markgrafschaft erstreckte sich damals vom Erlabach, einige Kilometer östlich der Enns, im Westen bis vor den Wienerwald im Osten; im Norden kamen zum Donautal noch die Täler am Unterlauf der Nebenflüsse (Krems und Kamp) und der Wagram dazu, im Süden reichte die Mark bis vor das Gebirgsland. 991 wurde das Gebiet im Osten bis zur Fischa erweitert.

… herbei und reichte dem Kaiser seinen Bogen, womit er das wütende Tier durch einen wohlgezielten Schuss erlegte. Hierauf sprach der Kaiser zu Leopold, indem er ihm den zerbrochenen Bogen übergab: „Wenn du einst von mir eine Gnade erbitten willst, so bringe mir diesen Bogen; er soll dein Fürsprecher sein!“ Wenige Jahre nach diesem Ereignis besiegte Kaiser Otto in einem schweren Kampfe das wilde Reitervolk der Magyaren und errichtete an der Ostgrenze seines Landes zum Schütze gegen die Hinfalle derselben eine Markgrafschaft, die von ihrer Lage Ostmark genannt wurde. Ottos Nachfolger war dessen Sohn Otto II. …

Otto II. (955; † 983) aus dem Adelsgeschlecht der Liudolfinger war römisch-deutscher Kaiser von 973 bis 983. Bereits in jungen Jahren wurde Otto durch seinen Vater Otto den Großen 961 zum Mitkönig und 967 zum Mitkaiser erhoben, um ihm die Nachfolge zu sichern. Als einziger Herrscher in nachkarolingischer Zeit wurde Otto II. bereits zu Lebzeiten des Vaters zum Kaiser erhoben. Als nach 37-jähriger Herrschaft sein Vater verstarb, trat der erst 18-jährige Otto die Alleinherrschaft an. Während seiner Herrschaft betrieb er eine sukzessive Neuordnung im Süden des Reichs. Durch Ausschluss der bayerischen Linie der Liudolfinger von der Königsherrschaft stärkte er die Königsgewalt und sicherte seinem Sohn die Nachfolge. Der Versuch, ganz Italien in die Reichsherrschaft einzubeziehen, führte zu Konflikten mit den Sarazenen und Byzanz in Süditalien. Ottos Feldzug gegen die Sarazenen endete 982 in einer katastrophalen Niederlage, wenig später folgte mit dem Slawenaufstand von 983 ein herber Rückschlag bei der Christianisierung und Unterwerfung der Slawen. Der plötzliche Tod des Kaisers mit 28 Jahren in Italien und die daraus resultierende Krise des Reiches prägten in der Nachwelt das Bild eines glücklosen Herrschers. Als einziger deutscher Herrscher wurde er in Rom beigesetzt.

… Als bald nach seinem Regierungsantritte der Markgraf in der Ostmark starb, eilte Leopold von Babenberg an das Hoflager des Kaisers und bat ihn um das herrenlose Land, indem er den zerbrochenen Bogen an den Stufen des Thrones niederlegte. Otto II. gedachte des Versprechens seines Vaters und erhob Leopold zum Markgrafen der Ostmark. Er ist der Stammvater vieler ausgezeichneter Fürsten. Von seinen Söhnen bekamen Heinrich und Adalbert nacheinander die Mark. Denn die Babenberger waren ein österreichisches Markgrafen- und Herzogsgeschlecht fränkisch-bayerischer Herkunft. Der Name bezieht sich auf Bamberg im heutigen Oberfranken. Sie herrschten von 976 bis zu ihrem Aussterben 1246 – vor dem Aufstieg des Hauses Habsburg – als Markgrafen und Herzöge in Österreich.

LEOPOLD VON BABENBERG MARKGRAF VON DER OSTMARK

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