Ein Spaziergang am Staatsfeiertag

Und ein Gedenken an 75 Jahre Vereinte Nationen

Jetzt ist halt wieder Normalzeit, mit der Konsequenz, dass es sehr früh finster wird. Und das freut mich gar nicht, obwohl es heute noch warm war …

Aufgrund dessen muss ich leider meinen Tages-Rhythmus umstellen. Das heißt, ich muss meinen Spaziergang – üblicherweise durch den Burggarten, über den Heldenplatz, eine Runde durch den Volksgarten (wenn nichts anderes ansteht) vorverlegen, und die zweite Geschichte kann ich dann erst nachher schreiben, was den Spaziergang viel weniger entspannt macht.

Und heute war ich überdies später dran, weil ich mir einfach erlaubt habe, in der Früh lang zu schlafen. Als ich dann auf die Straße kam, entdecke ich gleich ein halbes Dutzend Polizeimannschaftswagen in unserer Gasse stehen – und ich hörte lautes Überschreien von zweierlei Personen von dem Platz vor der Oper. Damit konnte ich nicht beim Sacher die Kärntnerstraße queren. Ich fragte den Polizisten, wie ich denn sonst in den Burggarten käme – wo ist der Burggarten (naja, das ist halt kein Verkehrspolizist) fragte er mich. Jedenfalls konnte ich dabei feststellen, dass jeder Schanigarten komplett voll besetzt war. Ich machte halt einen kleinen Umweg und kam dann doch in der Burggarten, wo sich wirklich viele Leute herumtrieben. Die Bankerln waren besetzt, und obwohl ich keine Yoga-Gruppe oder Ähnliches entdeckte, schaute ich kurz einer Diabolo Spielerin zu. (Spielgerät, mit dem man jonglieren kann). Bemerkenswert, wieviel von diesen kleinen Doppelkegel sie gleichzeitig in der Luft halten konnte. Ich habe als Kind Mühe gehabt, auch nur ein solches Ding in die Luft zu schupfen und wieder aufzufangen. Gestern war dort ein junger Mann der das Jonglieren mit Bällen nicht halb so erfolgreich probiert hat.

Am Heldenplatz waren etwas müde und demotiviert dreinschauende Soldaten dabei, Abzäunungen wegzuräumen. Den Volksgarten ließ ich dann doch aus und kehrte durch die Hofburg zurück nach Hause.  Der Platz vor dem Palmenhaus noch im Burggarten war noch gesteckt voll und die Ober räumten gerade die Heizschwammerln heraus. Es wird noch ein langer gemütlicher Abend im Freien.

Eine Gruppe der demonstrierenden hatte sich schon zurückgezogen, (die andere machte auch noch genug Lärm), die Querung der Kärntnerstraße war wieder möglich und von den Polizisten waren auch nur mehr wenige übrig.  Wie ich mich dann Richtung „nach Hause“ entfernte, hörte ich noch, wie eine Einzelne Frau die Bundeshymne sang. Wofür und Wogegen demonstriert worden war – weiß ich nicht genau, laut Aussage der Polizei gings „gegen Corona“ und bei den anderen „gegen Corona-Gegner“.

Und jetzt komme ich dazu über das zu schreiben, was ich ursprünglich vorhatte. Über 75 Jahre Vereinte Nationen und den Tag der UNO.  Der Tag der Vereinten Nationen ist ein so genannter Welttag und wird am 24. Oktober begangen. Der Tag der Vereinten Nationen erinnert an den 24. Oktober 1945, an dem die Charta der Vereinten Nationen in Kraft getreten ist. Dieser Tag wurde am 31. Oktober 1948 eingeführt.

Die Geschichte der Vereinten Nationen umfasst die Entwicklung der Vereinten Nationen von ihrer Gründung im Jahr 1945 bis zur Gegenwart sowie die Entwicklung ihrer Vorläuferorganisationen und der Idee internationaler weltweiter Konfliktregelung. Sie reicht zurück bis zur Ersten Haager Friedenskonferenz im Jahre 1899. Seitdem hat sich die internationale Organisation zu einer 193 Staaten umfassenden Verbindung zur Sicherung des Weltfriedens und zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit entwickelt.

Ach was haben wir doch damals, im Jahr 1945, Hoffnungen in diese Institution gesetzt. Aber heute? Viele von uns sind sehr desillusioniert. Es scheint, dass die UNO im Jahr 1945 stecken geblieben ist, zumindest was die Zusammensetzung des mächtigen Sicherheitsrates betrifft. Mächtig – von der Theorie her, sich doch seit Jahrzehnten gegenseitig blockierend.

Ich würde mir zu diesem 75. Geburtstag wünschen, dass die UNO komplett „renoviert“ wird und den derzeitigen Gegebenheiten endlich angepasst wird.  Ich finde, dass z.B. die EU ständiges Mitglied des Sicherheitsrates sein sollte, nicht einzelne EU-Mitglieder. Es sollten dort auch die wirtschaftlich großen Länder Südamerikas und Afrikas vertreten sein. Ich versteh‘ schon, den derzeitigen Mitgliedern würde ev. Machtverlust drohen, und das nimmt keiner so gerne hin und daher rühren sie keinen Finger um Adaptionen vorzunehmen. Aber so wird die UNO in Bedeutungslosigkeit fallen – besonders durch das Verhalten des derzeitigen Präsidenten der USA, so wie es mit dem Völkerbund (durch Hitler) passiert ist. Vielleicht wäre eine komplette Neugründung überhaupt die beste Antwort?

Ein Spaziergang am Staatsfeiertag

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