Christas prallvolle Ärgernisgreislerei

weil wir jetzt, aufgrund der Handlungen einiger (weniger), alle in einem strikten Lockdown leben müssen

Ich bin wirklich grantig! (eigentlich hätte ich lieber gesagt: ang’fressen, aber hässliche Sprache sollte man doch vermeiden).

Wie ich so durch meinen Bezirk (die Stadt) gehe, sehe ich, Sie werden’s nicht glauben: Schlangen, ja Menschen sind angestellt – und zwar vor einem Geschäft in der Krugerstraße, das Tee ausschenkt, und vor einem anderen in der Führichgasse, das vietnamesischen Tee verkauft.  Meist junge Leute, viele ohne Masken, in Gruppen… Haben diese Menschen von Corona noch nichts gehört, oder glauben sie, dass es sie „ohnedies nicht treffen kann“, oder wollen sie den Behörden die lange Nase zeigen. Also Eigenverantwortung schaut anders aus.

Ansonsten wird heute viel eingekauft, naja, es kommt ja bald Weihnachten und bei vielen Geschäften sind reduzierte Preise angeschrieben. Sightseeing ist weniger populär.

Aber dennoch: ich bin wirklich grantig, auf jene Menschen, die sich von Verschwörungstheoretikern verführen ließen und jede Vorsicht fahren ließen. Sie haben Feste ja sogar „große Hochzeiten“ gefeiert, sich geweigert, Masken zu tragen, sich haben einander umarmt, geküsst, Hände geschüttelt, selbstverständlich (für sie) keinen Abstand gehalten, etc.

Apropos Abstand: wenn man Abstand halten im Netz sucht kommt man auf Sicherheitsabstand und der wird folgendermaßen definiert: Nach gängigen Faustformeln gilt innerhalb geschlossener Ortschaften ein Sicherheitsabstand als ausreichend, der gleich der in 1 Sekunde gefahrenen Strecke (15 m bei 50 km/h oder 3 Pkw-Längen) ist, außerhalb geschlossener Ortschaften gleich der in 2 Sekunden gefahrenen Strecke (2-Sekunden-Test); dies ergibt ähnliche Ergebnisse wie die Faustformel: Abstand gleich halber Tacho. Das stammt wohl noch aus vor-Corona-Zeiten, als für manche noch das Auto das Maß aller Dinge war.

 Heute ist das anders: man kann den Abstand mathematisch definieren: Der Abstand, auch die Entfernung oder die Distanz zweier Punkte ist die Länge der kürzesten Verbindung dieser Punkte. Im euklidischen Raum ist dies die Länge der geradlinigen Strecke zwischen den beiden Punkten. Der Abstand zweier geometrischer Objekte ist die Länge der kürzesten Verbindungslinie der beiden Gegenstände, also der Abstand der beiden einander nächstliegenden Punkte.

Neuerdings wird dieses Abstandhalten auch Physical distancing genannt; (unzutreffend ist dafür social distancing). Es beinhaltet eine Reihe von nicht-pharmazeutischen Maßnahmen zur Infektionskontrolle, die die Ausbreitung einer ansteckenden Krankheit stoppen oder verlangsamen sollen. Die Maßnahmen bezwecken, den Kontakt zwischen Menschen zu verringern und durch den Sicherheitsabstand die Anzahl von Infektionen, etwa durch Tröpfcheninfektionen, zu verringern.

Das Ziel von räumlicher Trennung ist es, die Wahrscheinlichkeit eines Kontakts zwischen Personen, die eine Infektion tragen, und anderen, die nicht infiziert sind, zu verringern, um die Krankheitsübertragung, die Morbidität und letztlich die Mortalität zu minimieren.

Sie wird im Alltag insbesondere durch physisches Abstandhalten und Vermeidung körperlicher Kontakte (mindestens 2 Meter Abstand, kein Händeschütteln, Küssen etc.) und wenig sprechen betrieben. Um das Risiko einer – auch indirekten – Interaktion mit potenziell infizierten Personen und dadurch die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren, ist jedoch die dauerhafte räumliche Isolation das effektivste Mittel. Diese kann bei Berufstätigen etwa in Form von Home-Office umgesetzt werden. Als extremer Grad der räumlichen Distanzierung gilt die Quarantäne.

Räumliche Distanzierung hat einen Einfluss auf Infektionen, die per Tröpfcheninfektion (z. B. durch Husten, Niesen oder Sprechen), durch direkten Körperkontakt, per Schmierinfektion (z. B. durch Berührung einer mit Viren oder anderen Mikroorganismen kontaminierten Oberfläche) oder durch die Luft über Aerosole übertragen werden. Bei Epidemien bzw. Pandemien mit den genannten Übertragungswegen wird für unvermeidliche Aufenthalte an Orten, an denen sich andere Menschen befinden, das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes oder einer Alltagsmaske empfohlen.

Aber all dies ist nicht wirklich neu, einer der frühesten Hinweise auf räumliche Distanzierung stammt aus der Bibel, dieser Teil davon entstanden dem siebten Jahrhundert v. Chr.: „Und der Aussätzige, in dem die Pest ist […] er wird allein wohnen; [außerhalb] des Lagers wird seine Wohnung sein.“

Historisch gesehen wurden Leprakolonien und isolierte Lazarette eingerichtet, um die Verbreitung von ansteckenden Krankheiten durch räumliche Distanzierung zu erschweren. Um die schwer erkrankten Personen von der übrigen Bevölkerung räumlich zu trennen, errichtete man etwa die „Siechenhäuser“ wie Leprosenhäuser oder Pesthäuser weit außerhalb der Städte. Als man in der modernen Medizin die Übertragungswege verstand und für einige Infektionskrankheiten wirksame Behandlungen zur Verfügung gestellt wurden, konnte man die physische Isolierung durch neue Maßnahmen wie die Einrichtung von Isolierzimmern gewährleisten.

Und besonders bös bin ich auf jene, die diese Verschwörungstheorien erfunden und genussvoll verbreitet haben, die Demonstrationen (ohne Maske und ohne Abstand) gegen Corona-Maßnahmen abgehalten haben. Gfraster, alle miteinander.

Ich lese dazu: „Die aktuelle Pandemie eignet sich besonders gut für Verschwörungstheorien im Allgemeinen und das Virus im Besonderen. Die Sozialen Medien sind ihr bester Nährboden.“

Naja, hoffen wir, dass die neuerlichen strikten Maßnahmen jetzt (also in 14 Tagen) helfen werden, aber bitte auch und wirklich bei Verstößen strafen, denn sonst werden jene, die sich bisher um nichts geschert haben, weiter alle nur möglichen Regeln übertreten. Leider: die Eigenverantwortung scheint bei uns bei manchen gar nicht zu greifen!

Christas prallvolle Ärgernisgreislerei

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