Ein paar Lichter

Ob es das Ende des langen finsteren Tunnels ist?

Wenn ich es so recht bedenke … wir leben in einem guten Land. Morgen beginnt der „harte“ Lockdown, alle Geschäfte werden geschlossen sein, mit Ausnahme – halt der lebensnotwendigen. Aber meine Mailbox heute ist voll von Mails von kleineren und größeren Geschäften, die morgen zusperren werden, hoffentlich nur auf drei Wochen, die aber Services in dieser Zeit anbieten, wie z.B.: unser Geschäft wird zwar geschlossen halten, aber unsere Werkstatt  bleibt offen. Viele der Geschäftsleute haben aus dem ersten Lockdown gelernt. Vor allem die Restaurants, die jetzt zwar den Raum für die Gäste zusperren, nicht aber die Küche. Man kann die Spezialitäten bestellen, man kann sie abholen oder sie werden auch geliefert. Natürlich wird der Wirt dabei nicht so viel verdienen, als wenn die Gäste in seinem Lokal säßen, aber er braucht die Köche nicht in die Arbeitslosigkeit schicken. Und in meiner Umgebung gibt es einige sehr schmackhafte (ich mag das Wort lecker nicht und verwende es auch dafür nicht!) Angebote, zu durchaus passenden Preisen.

Ja, und wie Sie bereits wissen, wenn Sie meinen Blog verfolgen, gibt es in unserem Haushalt alte Uhren, die ich versuche alle am Gehen und Schlagen zu halten. Kürzlich wurde eine abgestaubt und unabsichtlicherweise das Türl aufgemacht – damit wurden die Zeiger verbogen. Der Stundenzeiger wollte gar nicht mehr so richtig. Der andere zeigt recht präzis, man konnte sich ausrechnen wie spät es war – aber mich störte der Zustand dennoch. Also rief ich heute noch schnell unseren „Uhrendoktor“ an, er meinte, ich sollte den „Patienten“ vorbeibringen. Gesagt, getan. Also gleich ging die Reparatur dann doch nicht, aber vielleicht dauert die Reparatur dann doch weniger als drei Wochen. Ich wies auf den Lockdown hin, naja, meinte unser Uhrendoktor, ich kann sie ja vorbeibringen. Ich war gerührt.

Und weil ich am Vormittag Schlangen nicht nur vor dem Geschäft mit Malfarben gesehen habe, sondern vor dem Nespressogeschäft, beschloss ich doch noch schnell ausreichend Vorräte anzuschaffen, denn ich kann vieles entbehren – aber meinen Kaffee nur sehr schlecht. Es war eh nur ein Herr vor mir angestellt – und dann stellte sich heraus, dass das Geschäft ohnedies auch während des Lockdowns offen haben wird. Da habe ich mich ins Bockshorn jagen lassen.

Und die Corona-Neuinfektionen scheinen doch auch herunterzugehen. (Ich hoffe, dass die heutige Zahl nicht nur der Montag-Effekt ist (weil halt am Sonntag weniger getestet wurde), aber auch im Vergleich zu früheren Montagswerten ist er niedriger. Vielleicht hat der erste, nicht so harsche Lockdown-Light vor ein paar Wochen doch noch Ergebnisse gebracht und es besteht Hoffnung, dass der jetzige, der harte doch nicht länger als drei Wochen dauern muss.

Dass die Schulen geschlossen werden, das finde ich doch traurig. Ob es wirklich etwas bringt? Das kann ich leider nicht beurteilen. Jedenfalls eines haben, meinen Erfahrungen nach, die Eltern gelernt. Home-Office UND Distance Learning vertragen sich sehr schlecht.  Es bedarf schon großer Disziplin beider Eltern (die aber dann beide ihre Arbeitszeit herunterfahren müssen), um mit den Kindern ausreichend zu Hause zu lernen. Und dafür sind sie ja doch eigentlich auch nicht ausgebildet. Und einen Haushalt gibt es auch zu erledigen. Jedenfalls kann man seine Kinder, ohne Ausreden erfinden zu müssen, dennoch in die Schule schicken. Allerdings wie wiederum bewältigen die Lehrer diese Situation – gleichzeitig die Kinder zu Hause zu unterstützen und mit den Anwesenden zu lernen, weiß ich nicht. Ich glaube, dass sollte ordentlich Unterstützung geboten werden – aber woher?

Aber eine Sorge, die kann man nicht ganz verdrängen. „Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld?“ sangen wir schon 1949 in einem Song von Jupp Schmitz (Musik) und Kurt Feltz (Text). Unsere Regierung meint: Koste es was es wolle. Naja, es ist gut, wenn die Menschen, die jetzt durch den Lockdown extrem geschädigt werden, eine gewisse Entschädigung (für’s Überleben halt) bekommen.  Aber irgendwann, und das eher bald, sollten wir uns alle den Kopf darüber zerbrechen, wo denn dieses Geld herkommen soll. Ich fürchte, der Lockdown trifft besonders die Kinder und Jugendlichen hart, und sie werden es aber dann auch sein, die in Zukunft diese Last des „koste es, was es wolle“ tragen werden müssen. Hoffentlich boomt dann unsere Wirtschaft bald wieder so, dass dieses Rückzahlen nicht zu einer allzu großen Last werden wird.  

Aber wir denken ja positiv. Meiden wir einander halt, für die nächsten drei Wochen. Tragen wir die Masken -stolz -, halten wir Abstand, waschen wir uns die Hände noch öfter. Wenn wir uns ALLE daran halten, und nicht an Verschwörungstheorien glauben, nicht dem Staat Trotz bieten wollen, dann sollten wir diese drei Wochen auch hinter uns bringen. Nehmen wir aufeinander Rücksicht. Dann können es schöne Weihnachten werden, wenn auch einfacher und in kleineren Formationen.

Ein paar Lichter

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