Zu getrockneten Feigen und Datteln …

Die ich gerade um diese Jahreszeit so gerne esse

Jetzt ist die Jahreszeit, in der ich große Lust auf getrocknete Feigen und Zwetschgen, Marillen Datteln, etc. habe. Also Trockenobst, gedörrtes Obst mit einer Restfeuchtigkeit von etwa 20 %. Kletzen ( getrocknete Birnen), die kommen erst später bei mir, am liebsten in Form von Kletzenbrot.

Ursprünglich stammt das Trockenobst aus dem Nahen Osten, speziell aus dem Irak, Iran und Syrien sowie dem Südwesten der Türkei. Das Trocknen von Obst war die erste Konservierung von Lebensmitteln. Trauben, Datteln oder auch Feigen fielen von den Reben oder Bäumen und wurden durch die Hitze der Sonne getrocknet. Reife Früchte werden langsam bei geringer Wärmezufuhr getrocknet, je nach Größe in ganzen Stücken oder in zerkleinerter Form. Früchte mit Kernen sollten vor dem Trocknen entkernt werden. Das Trocknen kann in speziellen Dörrgeräten oder im Backofen erfolgen. Ein alternatives Verfahren ist das Trocknen auf einem Rost auf dem Dachboden oder das Aufhängen des Trockengutes an einer Schnur. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung können die Früchte auch im Freien an einer luftdurchlässigen Unterlage (Baumwollmull oder Gaze) getrocknet werden. Auf jeden Fall sollten sich die Früchte während des Trocknens nicht berühren, da sie verkleben könnten. Um die Farbe der getrockneten Früchte zu erhalten und um Fäulnis vorzubeugen, wird industriell hergestelltes Trockenobst häufig vor dem Verpacken geschwefelt und/oder mit Konservierungsmitteln behandelt. Trockenobst enthalten viele Vitamin- (A, B1, B2, B3, B5, B6) und Mineralstoffquelle (Kalzium, Eisen, Magnesium, Phosphor, Kalium, Natrium, Kupfer, Mangan).

Datteln, Feigen und Rosinen waren bei den Wüstendurchquerungen der Karawanen über Jahrtausende unverzichtbare Lebensmittel. Auch für lange Expeditionen oder in der Schifffahrt war Dörrobst wichtig, um sich gegen Skorbut zu schützen. Noch bis in das mittlere 20. Jahrhundert hinein war Trockenobst neben Lagerobst eine der wichtigsten winterlichen Vitaminquellen der nördlicheren Regionen.

Vielleicht hat mich ein Zwetschkenkrampus in einer Auslage daran erinnert … Oder das Gedicht on Theodor Storm (* 14. September 1817; † 4. Juli 1888), Knecht Ruprecht – Sie können sich vielleicht daran erinnern – es beginnt: „Von drauß‘ vom Walde komm ich her; … Denn Apfel, Nuss und Mandelkern Fressen fromme Kinder gern.“ Warum der Terminus „fressen“ für Kinder verwendet wird, kann ich nicht nachvollziehen … Zu der Zeit Theodor Storms gab es wahrscheinlich noch viele Kinder, die sich über einen Apfel, und Nüsse freuten, da sie nicht tagtäglich selbstverständlich im Supermarkt zur Verfügung standen.

Feigen waren früher für uns Kinder auch etwas Seltenes. Getrocknete Feigen gab es besonders in Mesopotamien, Ägypten und Israel. Getrocknete Feigen wurden in zahlreichen ägyptischen Gräbern, wahrscheinlich als eine Art Beigabe gefunden. In Griechenland galten getrocknete Feigen als Grundnahrungsmittel sowohl Armer als auch Reicher.

Heute weiß ich, dass sie in geschützten Lagen auch schon bei uns reifen können (dank dem Klimawandel). Wie sie frisch schmecken, habe ich erst viel später erfahren, und am besten sind sie wohl, frisch vom Baum gepflückt. In den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts war eine Wohnung ohne einen Gummi- und einen Feigenbaum nicht „up to date“. In der freien Natur sind es immergrüne und laubabwerfende Bäume, Sträucher oder Kletterpflanzen, die weltweit in den tropischen und subtropischen Regionen beheimatet sind. In frostfreien Gebieten werden einige Arten wegen ihrer dekorativen Blätter oder als Schattenspender in Parks und Gärten angepflanzt.

Datteln mag ich besonders gerne. Einer der ersten kultivierten Bäume war die Dattelpalme. Vor mehr als 5000 Jahren wurde sie in Mesopotamien angebaut. Die Dattelpalme wurde damals besonders aufgrund ihrer Produktivität geschätzt, denn auf ein Jahr hochgerechnet bringt dieser Baum über 60 Jahre oder länger im Schnitt 50 kg Datteln, maximal 100 kg hervor.

Die Bewohner Mesopotamiens trockneten die Datteln und verwendeten sie als Süßigkeiten. Sie wurden außerdem als Beilage für Fleischgerichte verwendet. Getrockneten Datteln wurden unter anderem konsumiert, da man der Meinung war, diese würden dem Körper zu mehr Energie verhelfen und gegen die Müdigkeit ankämpfen. Die Dattelpalme benötigt als Wüstenpflanze viel Sonne und vor allem in den Sommermonaten auch viel Wasser. Ansonsten gilt die Pflanze als anspruchslos und kommt mit nährstoffarmen Böden zurecht. Sie wächst langsam. Der Anbau von Datteln erfolgt in Palmengärten. Die Pflanzen haben eine Nutzzeit von 80 bis 100 Jahren, daher muss ein solcher Garten sorgfältig geplant werden. Da die Früchte nur alle zwei Jahre aus befruchteten Blüten entstehen, werden auf zirka 100 weibliche Pflanzen 2 bis 3 männliche gepflanzt. Ein großer Teil der Produktion verbleibt in den Ländern selbst und wird weiterverarbeitet. Die Produkte der Dattelproduktion sind neben den Früchten (frisch und getrocknet) Dattelöl, Dattelschnaps (und Essig). Vom Stamm älterer Dattelpalmen lässt sich ein Saft abzapfen, der sich sofort im Gärprozess befindet und als Palmwein vergoren wird. Die Blätter können zur Herstellung von Flechtwerk aller Art genutzt werden.

1963 wurden bei Ausgrabungen in der Festung Masada (Israel) rund zweitausend Jahre alte Dattelkerne gefunden. Forscher brachten 2005 einen der Keime zum Wachsen. Die Pflanze wird heute als Judäische Dattelpalme bezeichnet und ist Rekordhalterin in altersbedingter Keimfähigkeit. Seit Anfang 2020 sprießen weitere sechs Setzlinge aus Kernen, die in Qumran am Toten Meer und Masada gefunden wurden. In dieser Gegend haben wir riesige Haine mit Dattelpalmen gesehen, und die Datteln dort gekostet … naja, klar, dass sie besser waren, als jene, die wir hier bekommen können.

Ich fürchte (oder besser gesagt hoffe), dass Dattelpalmen in unseren Breiten nicht so bald sprießen werden.

Zu getrockneten Feigen und Datteln …

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