Ein etwas vertrödelter Sonntag

Gestern in der Corona-Lockdown Zeit

So ein Sontag in Lock-Down Zeit hat so seine Tücken. Er hat ja ganz gut angefangen, ich habe lange geschlafen, bin ohne Wecker wachgeworden. Draußen schien die Sonne. Also begann ich Pläne zu machen, wie ich diesen herrlichen Tagnützen könnte. Also Spaziergehen – aber wohin, ich verfüge ja über kein Transportmittel, ja ich fahre sogar nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Corona-Zeiten – vielleicht doch am Donaukanal, ist dort wirklich jetzt Sonne?

Aber inzwischen habe ich mir ein Frühstück gemacht, die Zeitung geholt und gemütlich gelesen. Aber jetzt sollte ich wirklich den Spaziergang endlich beginnen. Dann fiel mir ein Thema ein, über das man doch eigentlich schreiben sollte. Naja, doch, auch am Sonntag – es ist ja Corona-Lock-Down Sonntag. Denn sonst könnte man ja in die Kirche gehen, und dann in ein Museum – am späteren Nachmittag wäre dann ein Kino dran.

Das Schreiben dauerte dann doch länger als erwartet – jetzt Spazieren gehen wäre gut, jetzt wäre es wärmer draußen und meine Mutter hat immer gesagt, im Winter soll man nicht aufwändig Mittagessen, sondern über Mittag in den Wiener Wald gehen. Aber jetzt war ich hungrig. Und wenn ich hungrig bin, muss schnell etwas auf den Tisch, also Nudeln mit etwas Gemüsesugo.

Nach dem Essen stellte sich neuerlich die Frage: soll ich jetzt spazieren gehen? Naja, nach dem Essen halte ich doch gerne einen Mittagsschlaf. Gesagt, getan. Jetzt war es eigentlich doch schon langsam an der Zeit. Aber davor musste ich noch unbedingt einen Kaffee trinken (zelebrieren).  

Jetzt aber wurde es schon langsam dämmrig draußen, soll ich wirklich noch hinausgehen, bellte der innere Schweinehund wirklich laut. Aber Bewegung ist doch so wichtig, besonders wenn man den ganzen Tag sitzt und wenn man eigentlich noch lieber eine weitere Geschichte schreiben möchte.

Schuhe und den dickeren Mantel angezogen, Handschuhe und Haube verweigere ich vorläufig noch; einfach die „übliche Runde“ gehen (Burggarten, Heldenplatz, Volksgarten und zurück durch die Innere Burg und wieder in den Burggarten). Na geht sich das noch aus? Sind die Parks noch so lange offen? Angeschrieben ist, dass sie um 17:30 schließen.

Aber wenn man dann endlich draußen ist, ist es schön, nicht zu kalt, und vor allem nicht windig. In dem dämmrigen Licht sieht man die Silhouetten der geschmückten Dächer z.B. der Museen, die sich wunderbaren gegen den orangefarbigen Himmel abheben, oder jene des Parlaments -mit den Quadrigen. Man ist verwundert, über wie viele Rauchfänge der leopoldinische Trakt der Hofburg hat. Der Volksgarten ist wenig beleuchtet, nur der Theseustempel ist hell angestrahlt. Die Rosen sind noch nicht winterlich verpackt – meist in Kaffeesäcke.

Beim Rückweg erschrecke ich kurz. Drei Gestalten – schwer bewaffnet – überholen mich, naja, es sind de Bewacher des Bundeskanzleramts und der Präsidentschaftskanzlei. Dort steht auch ein Mannschaftswagen, wo mehrere drinnen sitzen. Es sind Polizisten oder WEGA-Leute, im Dunkeln kann man die Aufschriften auf den Jacken nicht so genau lesen.

Aber schnell wende ich mich wieder den romantischeren Aspekten meiner Umgebung zu. Der Mond kommt zwischen den Wolken heraus, ein schöner Halbmond ist es. Der Franzenshof und der Schweizerhof in der Hofburg liegen verlassen da, ich quere wieder und komme zurück in den Burggarten. Vorbei am Schmetterlingshaus, drinnen ist es zwar hell beleuchtet, aber ich kann keine Schmetterlinge wahrnehmen. Das sonst so frequentierte Palmenhaus liegt ganz verlassen da. Aber das Tor des Burggartens ist noch offen, obwohl es schon nach 17:30 ist.

Jetzt wäre es an der Zeit – unter anderen Umständen – ins Kino zu gehen. Aber ja, alles zu – so gehe ich halt nach Hause. Vielleicht war dieser Sonntag etwas vertrödelt, aber dennoch, auch ein vertrödelter Sonntag und Spaziergang in der Dämmerung haben ihre Meriten.

Ein etwas vertrödelter Sonntag

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