Sehr Erfreuliches – und viel weniger Erfreuliches

Im Covid-19 Advent 2020

Es gibt Erfreuliches: heute hat mir die Blumenhandlung einen wunderschönen Adventkranz gebracht, der genau so ausschaut, wie ich es mir vorgestellt habe. Er duftet auch!  Eine sehr, sehr liebe Freundin hat ihn für mich bestellt. Und dazu sind auch gleich die Barbarazweigerl gekommen. Der Advent kann beginnen – Danke, danke, danke!

Aber jetzt doch auch zu Ärgerlichem:

Ich finde nach wie vor, dass sich – im Zusammenhang mit COVID-19 – die Bundesregierung bemüht, das Richtige zu machen. Niemand weiß noch, was wirklich das Richtige ist – und ich finde, das könnte man auch zugeben. Die so genannten Experten haben ebenfalls höchst unterschiedliche Meinungen. Aber was mich dabei wirklich aufregt, ist die Art der „Verkündigung“. Ich habe neulich in einem anderen Zusammenhang geschrieben, dass ich nicht gerne als Schaf in einer Herde behandelt werden möchte. Und genau das werden wir derzeit.

Die Mehrzahl der Menschen ist vernunftbegabt und würde Begründungen für das Tun der Bundesregierung durchaus begreifen können, wenn es nur g’scheit erläutert würde. Aber es wird nicht erläutert, es wird dekretiert. Das ist eine Missachtung der Mehrheit der Bevölkerung.

Und da ist doch noch etwas: Ich glaube richtig zu liegen, dass es eine Ministerverantwortung gibt, und der Bundeskanzler dürfte doch eigentlich – so unserer Verfassung – nicht dreinreden oder gar drüberfahren. Der Herr Unterrichtsminister z.B. hat doch seine Meinung ganz klar zur Kenntnis gebracht, dass er gegen Schulschließungen ist? Wer hat es dann entschieden – und warum? Jetzt einmal ganz abgesehen, von Schulautonomien.

Es gibt auch Entscheidungen, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Waffengeschäfte dürfen im Lockdown offenhalten, ebenso wie Reisebüros, aber Bücher darf ich nicht bei der Tür einer Buchhandlung abholen. Was sind da die Entscheidungsgrundlagen? Adventkränze dürfen von den eigentlich geschlossenen Blumenhandlungen zugestellt werden, in den Supermärkten angeboten werden. Was ist das für eine „Gewerbeordnung“, wohl eher eine Unordnung?

Und dann kommen noch diese Covidioten daher, die die Problematik der Corona-Situation leugnen. Also ich habe es völlig richtig gefunden, dass die deutsche Polizei gegen Demonstrationen, bei denen keine Masken getragen wurden und der Abstand nicht eingehalten wurde, mit Wasserwerfern vorgegangen ist (sie haben „den Strahl“ eh nicht ganz fest aufgedreht.) Also ich würde diese Menschen, die sich weigern, die Regeln einzuhalten, dazu veranlassen in den Spitälern, die mit COVID-Patienten belegt sind, zu arbeiten – z.B. als Putzfrau und -mann in voller Schutzkleidung, damit sie erkennen, dass es sich nicht „nur um eine leichte Grippe handelt“ Denn diese Leugner sind schuld, dass es zu einem neuerlichen harten Lockdown kommen musste, dass wieder viele Unternehmer ihre Geschäfte hinterher nicht aufsperren werden können, und andere ihren Job verlieren.

Und noch etwas: Da wurde die Regelung eingeführt, dass sich jeder bei einem Restaurantbesuch „eintragen“ muss, um hinterher das Contact Tracing zu ermöglichen. Es gab ohnedies zwei Möglichkeiten es zu tun, entweder mit dem Handy oder auf einem Zettel.  Weder für Gast noch Wirt ein besonderer Aufwand. Und jetzt – selbst in der Massentestzeit – haben wir Probleme mit dem Contact Tracing. Und schon ist jemand dahergekommen und hat geklagt, weil dieses Vorgehen dem Datenschutz widerspricht. Prompt wurde diese, mir sinnvoll erscheinende Regelung eingestellt. Kein Wunder, dass die Menschen „auf der Straße“ verunsichert sind, und sich an keine Regelung mehr halten wollen. Könnte hier nicht eine „Gewichtung“ erfolgen? Gesundheit versus Datenschutz. Ich bin halt kein Jurist, und versteh’s nicht.

Zum Schifahren während der Weihnachtsferien. Na sicher, möchten viele das gerne tun. Aber eine europawiete Lösung, das würde mir schon gefallen.  Ich versteh‘ ja die Nöte der Tourismuswirtschaft, aber wollen wir dann im Februar einen dritten Lockdown?

Und um zu einem anderen Thema zu kommen: jetzt stehen bei den Kirchen im Ersten Bezirk schwer bewaffnete Polizeieinheiten? In den Kirchen, die ohnedies leer sind, weil Corona-bedingt keine Messen stattfinden sollten? Wäre ich ein Terrorist und wollte – weil ich ohnedies mein Leben opfern will, um direkt ins Paradies zu kommen – eine Vielzahl von Leuten in kurzer Zeit erschießen, eher ein Einkaufszentrum wählen (sobald es wieder offen haben wird), aber doch keine Kirche. Das schaut in der so friedlichen Weihnachtszeit so bedrohlich aus – sollen wir dadurch zum Fürchten angehalten werden?  Wird einfach nur Angst geschürt um uns kirre zu machen?

Bitte liebe Regierung: Fehler zugeben, wo sie gemacht wurden (vielleicht sogar in gutem Glauben), für eine Entschuldigung wären wir – das einfache Volk – schon dankbar. Und bitte nicht „diktatorisch“ ankündigen, sondern erläutern, warum es so und halt nicht anders gemacht wird. Und alle jene, die ihr so auf Eure Freiheitsrechte pocht, überlegt was vielleicht durch sogenannte „Gesetzestreue“ angerichtet wird. Achtet lieber darauf, Gesetze so zu schaffen, dass sie einander nicht im Weg stehen. Ich weiß schon, dass das nicht leicht ist, aber es wäre Eure Verantwortung!

Sehr Erfreuliches – und viel weniger Erfreuliches

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