Impressionen von einem vorweihnachtlichen Stadtspaziergang

in Corona-Zeiten

Aufgrund der Wetterlage, trüb und kalt, wollte ich mich heute eher einigeln als spazieren zu gehen. Aber nachdem ich am sehr späten Vormittag noch ein wenig zum Essen einkaufen musste, habe ich festgestellt, dass es gar nicht zu unangenehm draußen ist.

Zu meinem Supermarkt ums Eck: es werden immer mehr Stellagen und sonstige Behälter mit verschiedenen Lebensmitteln aufgestellt, Nun ist nicht einmal mehr ein Meter verfügbar, um durchzugehen. Wenn nun Leute dort stehen bleiben, weil sie – zurecht, sage ich – das Zeugs begutachten, ist mit „Abstand Halten“ nicht mehr weit her. Ich versteh ja, dass man die Gunst der Stunde nutzen muss und möglich viel an die Frau/den Mann zu bringen, solange die anderen Geschäfte noch geschlossen halten müssen, aber bitte es geht doch nicht, dass die Gänge dann so verstopft sind.

Nach einem etwas skurrilen Mittagessen (ich hatte wirklich keine Lust viel zu kochen) und einem genüsslichen Mittagschlaf habe ich mich dann zu einem Spaziergang entschlossen. Und weil’s schon recht dämmrig war, habe ich nur den Burggarten und den Heldenplatz überquert. Dort sind die sehr martialischen bewaffneten Polizisten weg, aber dafür schallt die Internationale laut, gesungen von einem einzelnen Sänger mit Megaphon. Dann habe ich mich Richtung Minoritenplatz begeben, der zu jeder Jahres- und Tageszeit wunderschön ist, in die Herrengasse und durch die Ferstlpassage zur Freyung. Also dort traf ich auf den ersten „Punschausschank“. Natürlich stellte man sich dort an. Dazu muss ich bemerken, dass ich nicht gar so gerne Punsch trinke, aber es ginge mir sehr ab, wenn er im Dezember, in der Adventzeit nicht ausgeschenkt würde. Es liegt dann so ein feiner Duft nach Gewürzen in der Luft. Und auf der Freyung stehen ein paar (wenige) geöffnete Standeln. Also doch eine winzige Andeutung von einem Christkindlmarkt. Es wird dort allerdings nur Essbares verkauft. Einen Fischstand gibt es, mit wirklich gutem Fisch (ich habe in früheren Zeiten dort die Ingredienzien für die weihnachtliche Fischbeuschlsuppe gekauft). Zwei Biogemüsestände, sind dort zu finden, der Schinken- und Wurststand biete seine Ware feil. Es fehlen mir allerdings die Stände der karitativen Organisationen, wo man halt neben handgestrickten Socken, Mützen und Schals, Marmeladen, Chutneys etc. Kekse und Vanillekipferln kaufen konnte. Ich hoffe doch stark, dass sie doch noch kommen, wo nähme ich sonst meine weihnachtlichen Vanillekipferln her?  Und die muss es geben, selbst in meinem Haushalt, indem nicht gebacken wird.

Viele Leute sind gemächlich unterwegs, niemand scheint von Einkäufen gestresst zu sein, und ich bewundere immer wieder die unterschiedlichen Weihnachtsdekorationen in den verschiedenen Gassen und Straßen und auf den Plätzen. Über den Hof und durch die Bognergasse, ein kurzer Blick in das etwas verlassenen Goldene Quartier, aber beim Schwarzen Kameel kaufen die Leute fleißig ein. Der Blick hinauf in den lichtergeschmückten Kohlmarkt auf die Hofburgkuppel erfreut mich immer wieder. Auch der Graben mit seinen Ampellustern schaut wunderschön aus. Die Habsburgergasse ist mit Lichtern in Kronenform geschmückt. Durch die Bräunerstraße – ohne Lichterschmuck – dann zur Stallburgasse, in die Plankengasse, eine Gegend mit vielen sehr hübschen Antiquitätengeschäften, deren ausgestellte Stücke ich mir immer gerne anschaue, dann durch die Dorotheergasse Richtung Albertina. Dort im Café Mozart wird der hübsch beleuchtete Platz für den Schanigarten jetzt benutzt, um Punsch auszuschenken und Mehlspeisen zu verkaufen. Vielen Leuten gefällt das, sie stellen sich dort sehr diszipliniert an, mit Abstand und Maske. Es fehlen halt heuer die Punschstände der karitativen Einrichtungen und der Service Clubs, aber in Wien weiß man sich immer zu helfen. Ich stelle fest, dass manche Geschäfte ihre Auslagen auch in der Lockdown Zeit ändern. Ich finde das erfreulich. Jetzt noch vorbei am an sich geschlossenen Hotel Sacher, wo man aber doch auch zumindest seine Torte kaufen kann. Mein Pech ist nur, dass ich die Sachertorte eigentlich nicht gerne esse, wie alle Schokoladekuchen.

Und fast war ich, nun doch schon etwas verfroren wieder zu Hause angelangt. Es weihnachtet doch!

Impressionen von einem vorweihnachtlichen Stadtspaziergang

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