Überlegungen am Ersten Adventwochenende

in Corona Zeiten

Heute habe ich kurz auf den Kalender geschaut: nur noch eine Woche Lockdown – hurra, hurra! Und dann habe ich mir die Covid-19 Ziffern angeschaut, naja, den Höhepunkt scheinen wir zwar überschritten zu haben, aber wir befinden uns bei den Neuinfektionen noch immer auf hohem Niveau.

Was heißt das für mich? Egal, wie jetzt seitens der Regierung entschieden wird, ich werde meine derzeitige „Lockdown-Lebensweise“ nicht sehr ändern. Zusätzlich zu den bestehenden „Geboten“ des Abstand-Haltens, Maske-Tragens, des Händewaschens  etc. werde ich halt auch in nächster Zukunft  das Fahren in öffentlichen Verkehrsmittel meiden, werde Freunde und Verwandte jeweils einzeln meist im Freien treffen – gemeinsam spazieren gehen und ansonsten nur telephonieren (vielleicht zoomen).

Meine Familie hat entschieden gemeinsame Treffen (es gibt einen runden Geburtstag demnächst) nur nach Testen aller teilnehmenden Personen, die COVID noch nicht überstanden haben, zu feiern

Also meine Freude über das baldige Ende des Lockdowns, egal wie es verordnungsmäßig ausschauen wird, wird somit kaum etwas an meiner recht zurückgezogenen Lebensweise ändern. Einen Schiurlaub nach Weihnachten hätte ich ohnedies nicht im Auge gehabt, die paar gemeinsamen Tage mit meiner Tochter sind – aufgrund des Quartiers, das gesperrt sein wird, auf Anfang März verschoben. Na hoffentlich! Denn dann sollte ich schon den Massentest hinter mir haben, und wahrscheinlich – ich gehöre ja zu den Alten, wie bald geimpft werden sollen, werde ich den ersten Teil der Impfung hinter mir haben? Ich denk mir halt, dass der Grund für die frühe Impfung der Alten darin liegt, dass man bei ihnen, aufgrund der nicht mehr gar so lange Lebensdauer nicht so große Rücksicht auf „Langzeitfolgen“ legen muss? Vielleicht ist meine Interpretation auch falsch.

Aber wenden wir uns lieber dem Advent zu.  Advent – vom lateinischen „adventus“ für Ankunft – ist für Christen das Warten auf die Ankunft Jesu. Die vier Adventswochen sollen an die 4000 Jahre erinnern, in denen die Menschen nach dem Sündenfall im Paradies auf die Ankunft des Erlösers warten mussten. Nach der Übernahme gallischer Bräuche der frühen Kirche wurde die Adventszeit zu einer Buß- und Fastenzeit.

Die Adventszeit ist unterschiedlich lang und kann zwischen 22 und 28 Tagen variieren, weil der Beginn der Adventszeit nicht in jedem Jahr auf das gleiche Datum fällt. Das hängt damit zusammen, dass das Weihnachtsfest nicht immer am gleichen Wochentag stattfindet. Die Adventszeit hat vier Sonntage und beginnt immer am vierten Sonntag vor dem 25. Dezember, den die Kirche schon im vierten Jahrhundert als Datum der Geburt Jesu Christi festgesetzt hat. Fällt der Heilige Abend aber auf einen Sonntag, ist er damit gleichzeitig der vierte Adventsonntag.

Am Sonntag den 26. November 1038 machte Kaiser Konrad II. auf dem Weg von Burgund nach Goslar Halt in Straßburg. Er besuchte dort den Bischof, seinen Onkel Wilhelm. Der hatte eigentlich geplant, mit der Ankunft des Kaisers auch die Ankunft des Herrn und den 1. Advent zu feiern. Doch es kam anders. Hätten Konrad und Wilhelm den 1. Advent bereits am 26. November gefeiert, hätte es insgesamt fünf Adventssonntage gegeben – einen mehr als von Papst Gregor dem Großen gut 400 Jahre zuvor vorgegeben. Bis zum kaiserlichen Besuch bei Bischof Wilhelm stand nur die Zahl der Adventssonntage fest, zum Datum war nichts gesagt. Das sorgte für Diskussionen über die Länge der Adventszeit, in der sich die Christen auf das Fest der Geburt Jesu vorbereiten.

Am 3. Dezember feierte Konrad zusammen mit seiner Frau Gisela und mehreren Bischöfen im Kloster Limburg bei Bad Dürkheim in der heutigen Pfalz den ersten Advent. Zugleich ließ Konrad die Datums-Spanne regeln. Es wurde festgelegt, dass der erste der vier Adventssonntage immer zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember liegen muss. Diese Regelung unterstützte später auch das Konzil von Trient (1545-1563) und schrieb eine vierwöchige Adventszeit vor, beginnend mit dem vierten Sonntag vor dem ersten Weihnachtstag.

Mit dem 1. Advent beginnt das Kirchenjahr. Jeder der vier Sonntage vor Weihnachten hat seine eigene Bedeutung: Der erste Adventsonntag steht für das Kommen des Herrn. In der evangelischen Kirche erinnert er insbesondere an den Einzug Jesu in Jerusalem.

Advent ist die Zeit der Hoffnung. Sie kennen doch alle das Liedlein: „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür.“ Sie haben sicher schon ihren Adventkranz mit Kerzen geschmückt, vielleicht haben Sie sogar irgendwo – für Ihre Kinder – einen Adventkalender besorgt. Mit den Christkindlmärkten schaut es heuer traurig aus, aber die Kerzen bei Ihnen zu Hause werden auch ein schönes Licht spenden.

Überlegungen am Ersten Adventwochenende

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