Gläubige haben es derzeit nicht leicht

Gedanken zu Veranstaltungsverbot in Kirchen, Synagogen und Moscheen

Kirchen, Synagogen, Moscheen sind zwar nicht geschlossen, aber – außer sie einzeln besuchen, darf nichts stattfinden. Keine Gottesdienste, Versammlungen welcher Art auch immer. Das ist hart für Gläubige. Selbstverständlich wurden „Abhilfen“, Ersatz- „Veranstaltungen“ geschaffen, Gottesdienste werden nun elektronisch „geboten“, sei es im Radio und Fernsehen, sei es „gestreamt“ … Aber Ersatz ist das keiner.

Das mag manche – viele – vielleicht gar nicht treffen, für andere ist es schwer. Denn Gottesdienste waren schon immer „Gemeinschaftsveranstaltungen“. Wer von uns Älteren erinnert sich nicht, dass „am Land“ die Frauen pünktlich in der Kirche erschienen, die Männer oft nach der Predigt nachkamen und man sich hinterher im Wirtshaus zusammensetzte und gemeinsam das Geschehen diskutierte. An anderen Orten ist heutzutage auch das „Pfarrkaffee“ der Ort, wo man sich nach dem Gottesdienst austauschen konnte.

Für Zugewanderte wiegt der Verlust vielleicht noch schwerer, denn wo traf man einander, konnte den Zustand in der zurückgelassenen Heimat diskutieren, frei in der eigenen Sprache sprechen und gemeinsam – eventuell über die Mehrheitsgesellschaft schimpfen. Ich glaube nirgends auf der Welt gibt es so viele Kirchen für unterschiedliche Denominationen wie in Wien, vor allem die von uns so genannten Ostkirchen sind stark vertreten, z.B. die unierten Kirchen des christlichen Ostens. Genauso sind aber auch die orthodoxen Kirchen hier zu finden.  

Synagogen sind nicht mehr so zahlreich wie früher in Wien vorhanden, viele wurden in der Novemberpogromnacht zerstört. Aber jene, die es noch gibt, und besonders jene in der Seitenstettengasse, die wieder kürzlich durch alle Medien gegangen ist, wird am Samstag am Vormittag fleißig von den gläubigen Juden frequentiert, die mit ihren Familien dorthin streben.

Moscheen haben es in Österreich schwerer, trotz des österreichischem sehr liberalem Islamgesetzes. Daran sind aber nicht die vielen Muslime schuld, sondern wohl auch der Islam selbst. Denn der Islam kennt keine Trennung von „Kirche und Staat“, wie sie in Europa erfolgt ist. Denn der Islam umfasst staatliche Belange für die gesamte Umma (die Gesamtheit aller Muslime). Und im Islam im Gegensatz zur Demokratie – geht alle Macht von Gott aus, während in der Demokratie sie vom Volk ausgeht. Nun derartige Überlegungen werden wohl kaum die Mehrheit der Muslime bewegen, die bei uns in Österreich heimisch geworden sind und am Freitag ihr Gebet in der Moschee verrichten wollen.

Und viele Nicht-Muslime in Österreich unterscheiden nicht zwischen Islam und Islamismus. Viele islamistische Fundamentalisten (die noch lange nicht notwendigerweise Islamisten oder gar Terroristen sind) sehen den Staat als einen Teil der vom Islam strikt geregelten Lebensbereiche an. Gott (Allah) sei der Inhaber der absoluten Souveränität und habe durch den Koran und den Propheten bereits in Form der Scharia einen gesetzlichen Rahmen für die Lebensführung aller Menschen abschließend offenbart und verbindlich vorgegeben. In der Scharia drücke sich der für den menschlichen Verstand unerforschliche Wille Gottes aus. Die Kompetenz zur Gesetzgebung sprechen sie Volk und Herrschern ab, sobald und soweit sie Recht schaffen, das in ihren Augen dem islamischen Glaubensfundament als dem göttlichen Recht widerspricht. Staat und Herrscher haben für sie die Aufgabe, die „Rechtsansprüche Allahs“ zu wahren, indem sie als „Sachwalter Gottes“ handeln und die Scharia durchsetzen. Im Rahmen eines islamischen Staates unterliegen Nicht-Muslime einer Sonderbehandlung: „Menschen des Buches“ (Christen und Juden) z.B. unterliegen dem Regime der Dhimma und zahlen eine Sondersteuer. Außerdem zählen Fundamentalisten die Ausbreitung des Islam zu den Aufgaben des Staates. Hierzu soll der islamische Staat insbesondere die islamische Mission ermöglichen und fördern, während die Religionsausübung und Mission anderer Religionen zu verbieten oder einzuschränken sind.

Dieses Gedankengut liegt der Mehrzahl der Muslime in Österreich sicherlich fern.

Es kommt in Europa wahrscheinlich irgendwann zu einem „angepassten“ Islam, wesentliche Denker versuchen ihn zu entwickeln, aber er ist bei den vielen Imamen halt noch nicht angekommen: Der Islam war zur Zeit seiner Bekanntmachung eine fortschrittliche und sozial gerechte Religion, er war auf der Höhe der damals bekannten Wissenschaft. Als eine wahre göttliche Religion ist er zu den Erkenntnissen der Wissenschaft offen. Mit ihm kann sich eine Gesellschaft sich zu einer weltoffenen, auf Solidarität und Subsidiarität basierenden, sozial gerechten, wahrhaft menschlichen Community entwickeln.

Ein großes Problem ist und bleibt noch immer die durch den Koran geprägte Stellung der Frau. Und das ist wohl auch ein Problem im täglichen Leben – der Mehrheitsgesellschaft wie der Muslime. Es geht nicht (nur) um das Tragen des Kopftuches, dieses ist auch kein Symbol der Unterordnung der Frauen, aber für viele dennoch ein Stein des Anstoßes.

Hoffen wir alle, dass uns „Corona“ bald wieder aus seinen Klauen entlässt und wir alle, die wir es wünschen, in unsere Synagogen, Kirchen und Moscheen zum gemeinsamen Feiern zurückkehren können.

Gläubige haben es derzeit nicht leicht

Eine Tochter Österreichs: Maria Christina

Auf die wir durchaus stolz sein können

Wenn wir heutzutage an „Habsburgerinnen“ denken, dann fällt uns gleich Maria Theresia ein, auch noch Sisi. Die Marie Antoinette, die nach Frankreich verheiratet wurde, vielleicht noch Maria Leopoldine in Brasilien …  Aber wer denkt noch an Erzherzogin Maria Christina Désirée Henriette Felicitas Rainiera von Habsburg-Lothringen VA (wenn sie nicht Brigitte Hamann heißt und ein Buch über sie geschrieben hat). Leicht hatte es keine von diesen Frauen gehabt.

Aber ich habe allen Grund über sie zu schreiben, denn sie wurde immerhin Christa genannt.  Und warum gerade heute? Weil sie an einem 25. November im Jahr 1885 nach dem Tod des spanischen Königs Alfons XII. im schwangeren Zustand die Regentschaft Spaniens für ihren minderjährigen Sohn bis 1902 übernahm. Aber dazu dann später.

Wer war sie? Maria Christina wurde als Tochter Erzherzog Karl Ferdinand des zweiten Sohnes Erzherzog Karls, und seiner Frau Elisabeth Franziska Maria von Österreich auf Schloss Židlochovice geboren. Ihre Jugend verbrachte Maria Christina in Wien am Hof von Kaiser Franz Joseph I. und erhielt eine katholisch geprägte Erziehung. Sie war sehr gebildet und erwarb etwa in Sprachen, Literatur und Geschichte große Kenntnisse.

Der spätere Alfons XII. war der Sohn der spanischen Königin Isabella II., musste 1868 als zehnjähriges Kind mit seinen Eltern wegen einer Revolution nach Paris ins Exil gehen und kam später nach Wien, wo er das Theresianum besuchte. In Wien lernte er schon als Jugendlicher die knapp ein Jahr jüngere Maria Christina kennen. Nach der Wiedereinführung der Monarchie in Spanien bestieg der Alfons XII im 1874 den Thron und nahm im 1878 in einer echten Liebesheirat seine Cousine Maria de las Mercedes d’Orléans-Montpensier zur Gemahlin. Maria Christina war enttäuscht, und übernahm am 1878 das ehrenvolle Amt einer Äbtissin des 1755 von Maria Theresia gestifteten adligen Damenstifts der heiligen Theresa auf dem Hradschin in Prag, ohne allerdings geweiht zu werden.

Da die erste Gattin Alfons’ XII. nach nur sechsmonatiger Ehe starb, musste der spanische König sich zur Sicherung der Thronfolge rasch wiederverheiraten. Er verliebte sich nicht in die für ihn ausgesuchte Braut. Sich der Staatsräson beugend nahm er dennoch die 21-jährige Maria Christina zur zweiten Gemahlin. Die Hochzeit fand 1879 im Palacio Real in Madrid statt. Es waren unruhige Zeiten damals, Attentate wurden auf König und Königin verübt, allerdings erfolglose.

Maria Christina liebte ihren Gatten und schenkte ihm drei Kinder, litt aber unter seiner oftmaligen Untreue. Mit viel Selbstbeherrschung zügelte sie ihre Eifersucht. Tuberkulose verursachte 1885 den Tod des erst 27-jährigen Alfons XII. Er war mit Maria Christina nur sechs Jahre verheiratet gewesen und hinterließ sie, zum dritten Mal schwanger, als Witwe. Die junge Herrscherin übernahm nun verfassungsgemäß die Regentschaft, die auch andere angestrebt hatten. Sie sah sich der schwierigen Aufgabe gegenüber, trotz ihrer durch Schwangerschaft, politischer Unerfahrenheit und Stellung als Ausländerin erschwerten Situation die nach der Thronbesteigung ihres Gemahls begonnene, aber noch keineswegs gesicherte Stabilisierung der innenpolitischen Lage Spaniens weiter voranzutreiben. In Kooperation mit den führenden Staatsmännern bewältigte sie diese heikle Situation dennoch souverän, so dass sie im Land bald geachtet und beliebt war. Die Geburt ihres Sohnes am 1886 sicherte die Fortdauer der Monarchie. Er wurde sofort als Alfons (XIII.) zum König ausgerufen und seine Mutter blieb weitere 16 Jahre Regentin. In dieser Zeit konnte sie im Wesentlichen eine innere Konsolidierung Spaniens erreichen, den außenpolitischen Abstieg aber nicht verhindern. Trotz ihrer politischen Aufgaben erfüllte Maria Christina vorbildlich ihre Mutterpflichten, verbrachte viel Zeit mit der Erziehung ihrer Kinder und konnte durch viel Pflege die labile Gesundheit ihres Sohnes stärken, der von seinem Vater her erblich vorbelastet war. Sie suchte sich auch in die spanische Kultur einzuleben.

Die bedeutenden Befugnisse, die Maria Christina aufgrund der Verfassung von 1876 besaß, setzte sie klug und taktvoll ein und erwarb sich große Autorität. Sie hatte das Recht, die Legislative gemeinsam mit den Cortes auszuüben und diese Ständeversammlung einzuberufen und aufzulösen. Nur mit ihrer Zustimmung konnten Gesetze in Kraft treten. Außerdem besaß sie Exekutivgewalt. Sie mischte sich wenig in die Tagespolitik ein, suchte als möglichst unparteiische Regentin im Rahmen der Verfassung Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten und arbeitete mit Liberalen wie Konservativen zusammen, welche die beiden einflussreichsten Parteien Spaniens repräsentierten. Verwaltung und Justizwesen wurden zentralisiert, Geschworenengerichte wiedereingeführt sowie das Vereins- und Versammlungsrecht und damit die Grundlage für legale Gewerkschaften geschaffen. Das Bürgerliche Gesetzbuch von 1889 harmonisierte gesetzliche Bestimmungen. Schließlich wurde 1890 allen spanischen Männern über 25 Jahre das Wahlrecht eingeräumt. Katalanen und Basken, die in schon stärker industrialisierten Gebieten wohnten, widersetzten sich manchen Reformen. Es kam zu radikalen, separatistischen Bewegungen. Um dem Anarchismus den Boden zu entziehen, suchte Maria Christina gemeinsam mit den parlamentarischen Regierungen, den sozialen Standard zu heben und das Bildungssystem zu fördern, was allerdings aufgrund mangelnder Geldmittel nicht sehr weit gedieh. Eine neue Blüte erfuhr das kulturelle Leben Spaniens.

Generell verfolgte die Regentin eine vorsichtig-defensive und neutrale Außenpolitik, da Spanien keine Großmacht mehr war. Der Verlust der letzten Überseekolonien nach dem verlorenen Krieg gegen die Vereinigten Staaten (1898) wurde in Spanien als Katastrophe betrachtet. Spanien büßte endgültig seine Großmachtstellung ein, wofür einige Spanier Maria Christina die Schuld gaben. 1902 übergab Maria Christina die Regierung an ihren mit einem Alter von 16 Jahren nun volljährigen Sohn. Sie betrieb vor allem karitative Tätigkeiten und hielt sich an ihr Versprechen, künftig nicht mehr direkt in die Politik einzugreifen. Als erfahrene Beraterin ihres Sohnes hatte sie dennoch an mancherlei seiner Entscheidungen Anteil.

Maria Christina starb plötzlich am 6. Februar 1929 im Alter von 71 Jahren an Angina Pectoris. Sie wurde im Pantheon der Könige des Klosters El Escorial bestattet. Zwei Jahre nach dem Tod seiner Mutter verließ Alfons XIII. ohne formelle Abdankung Spanien. Maria Christina ist Ururgroßmutter des jetzigen spanischen Königs Felipe VI.

Ich glaube wir Österreicher haben allen Grund auf diese Tochter Habsburgs stolz zu sein.

Eine Tochter Österreichs: Maria Christina

Meine Meinung: Corona und Schule

Ich erlaube mir, mich zum Thema Corona und Schule zu äußern. Warum ich mich dazu berechtigt erachte: Ich bin Mutter, Schwiegermutter Großmutter, Schwiegergroßmutter und Urgroßmutter. In meiner Familie gab und gibt es nicht nur Schüler, sondern eine ganze Reihe von sehr engagierten Lehrern. Da ich mit den meisten von ihnen laufend Kontakt habe, kenne ich viele der Probleme des Lernens und Unterrichtens in Corona Zeiten.

Und noch etwas möchte ich vorausschicken: Ich bin und war gegen Schulschließungen.

Denn, wenn ich’s so recht bedenke, gibt es doch in Österreich eine Schulpflicht?  Die Rechtsgrundlagen sind das Bundesverfassungsgesetz (Art 14 Abs 7a) und das Schulpflichtgesetz 1985 (§§ 1, 2 und 3).

Für alle Kinder, die sich in Österreich dauernd aufhalten, besteht allgemeine Schulpflicht. Das heißt, dass nicht nur für österreichische Kinder, sondern unabhängig von der Staatsbürgerschaft für alle Kinder, die sich dauernd in Österreich aufhalten, die allgemeine Schulpflicht gilt. Die allgemeine Schulpflicht ist in Österreich in der Bundes-Verfassung festgeschrieben. Sie beginnt in Österreich mit dem auf die Vollendung des sechsten Lebensjahres folgenden 1. September und dauert neun Schuljahre. Ein Lebensjahr ist mit Ablauf des dem Geburtstag vorangehenden Tages vollendet. Die Anfänge des staatlichen Schulwesens in Österreich gehen auf die Schulreform von 1774 unter Maria Theresia (öffentliche Staatsschule, sechsjährige Schulpflicht) zurück.

Schulpflichtige Kinder können auch an gleichwertigem Unterricht (Privatschule ohne Öffentlichkeitsrecht, häuslicher Unterricht, Privatschule, die keiner gesetzlich geregelten Schulart entspricht, im Ausland gelegene Schule) teilnehmen, sofern die Teilnahme der örtlich zuständigen Bildungsdirektion gemeldet worden ist und die Gleichwertigkeit von dieser festgestellt wurde.

Wieso kann diese Schulpflicht eigentlich so leicht außer Kraft gesetzt werden?  Können denn diverse „ministerielle Verordnungen bzw. Erlässe“ unsere Grundgesetze so einfach aufheben? Und wer entscheidet das – sowie ich die Entwicklungen verfolgt habe, war doch der Unterrichtsminister gegen die Schulschließungen? Waren es dann wirklich „Experten“, die das entschieden haben?

Eines höre ich unisono: Home-Working und Distance-Learning gehen nicht zusammen. Das zerreißt die Familien. In vielen Familien stehen nicht jedem Kind ein eigener Computer und ein fixer Arbeitsplatz zur Verfügung. Nicht alle Kinder sind „Computer-affin“ und können mit diesen Geräten umgehen, um zu lernen. Und es gibt Gegenstände, die sich für Distance-Learning einfach nicht eignen. Und dann gibt es noch Schüler und Eltern die z.B. die deutsche Sprache nicht (gut) beherrschen. Das sind dann diese Kinder, die vielleicht „unter normalen Umständen und in normalen Zeiten“ sehr integrationsbedürftig sind, aber jetzt von der Gesellschaft komplett allein gelassen werden. Und dann wundern sich Politiker, warum und wo es zu Radikalisierung kommt.

Ich verstehe, dass es eine große Herausforderung für alle im Lehrbetrieb Tätigen (und damit meine ich auch die Kindergartenpädagogen aber auch Eltern) in Corona-Zeiten in Schulen etc. einer Gruppe von Kindern gegenüberzustehen. Ich habe leider noch immer keine „endgültige“ Antwort darauf bekommen, ob Kinder „Superspreader“ sind oder nicht. Aber da jetzt sogar Massentests (ich meine damit keine Prüfungen!!) geplant sind, könnte man doch Kinder und Lehrer laufend regelmäßig testen, um das Risiko von Clustern zu vermeiden. Ansonsten sollte man es doch den Direktoren und Direktorinnen der Schule – und ihren Lehrern überlassen, jene Kinder aussuchen zu dürfen, die in die Schule kommen sollten.

Ich würde mir sehr wünschen, dass das Procedere, das in Europa doch einigermaßen erfolgreich praktiziert wird, auch in Österreich stärker einsetzt: Das Subsidiaritätsprinzip. Und damit meine ich in diesem Zusammenhang nicht die Föderalisierung, sondern die Entscheidungen denjenigen zu überlassen, die die Situation kennen und auch beurteilen zu können.  Im konkreten Fall meine ich die Schuldirektoren, denn eine Regelung des Ministeriums trifft gleichermaßen die große Brennpunktschule wie das eventuell kleine Gymnasium. Ich weiß auch – oder habe jetzt leider gelernt, dass „Eigenverantwortung“ bei uns zwar für die große Mehrheit der Bevölkerung ganz gut funktioniert, aber dass es einen Prozentsatz der Rücksichtslosen, Dummen, halt Covidioten gibt. Aber Schuldirektoren gehören sicher nicht zu dieser Minderheit. Daher kann wahrscheinlich eine Schuldirektorin – möglichst zusammen mit ihrem Lehrkörper – sehr wohl beurteilen, welche Kinder kommen „müssen“ und bei welchen Distance-Learning ganz gut funktioniert.

Meines Erachtens – wenn schon unsere Grundgesetze außer Kraft gesetzt werden – sollten höchstens „Rahmenverordnungen“ bestehen, innerhalb derer die Verantwortlichen dann weitgehende Freiheit haben, auf der Bedürfnisse jener einzugehen, für die sie die Verantwortung tragen – allerdings die notwendigen Mittel hierfür müssen ihnen schon zur Verfügung gestellt werden.

Unser Staat – und viele andere auch – befindet sich in einem Lernprozess. Die Pandemie hat uns noch immer voll im Griff, aber ziehen wir doch alle die notwendigen Lehren aus der gegenwärtigen Situation. Sicherlich hat die Gesundheit der Bevölkerung Vorrang über vieles andere, aber es gibt auch ein danach, zerstören wir uns nicht die zukünftige Welt. Und das tun wir, wenn wir die Bildung unserer Kinder beeinträchtigen.

Meine Meinung: Corona und Schule

Kleine Geschichte der Impfungen

Wir alle hoffen auf die Impfung, wir alle warten ungeduldig auf die Impfung. Die Regierung bereitet alles für die Impfung vor. Impfpläne, Impfdosen …

Seit wann wird bei uns überhaupt wogegen geimpft?

Bis in das 19. Jahrhundert waren Ärzte in Europa in der Regel machtlos gegen die weitverbreiteten und immer wiederkehrenden großen Seuchen und Epidemien. Eine dieser weitverbreiteten Infektionskrankheiten waren die Pocken, an denen etwa 30 % der Erkrankten starben. Überlebende waren häufig durch Narben entstellt. Früh erkannte man jedoch, dass das einmalige Durchstehen der Pockenkrankheit gegen weitere Ansteckungen durch die Pocken immun machte. Daher waren die Pocken die erste Krankheit, bei der versucht wurde, Individuen durch absichtliche Infektion zu immunisieren. Es wird angenommen, dass Versuche mit dieser Technik (der Variolation) entweder in Indien oder China bereits 200 v. Chr. begannen. Chinesische Ärzte wählten zur Gewinnung des Impfstoffs Personen mit leichtem Krankheitsverlauf aus und entfernten Krustenstücke der Pocken dieser Infizierten. Die Stücke wurden zu einem Pulver zermahlen und in die Nase der zu impfenden Person eingeführt. Lady Mary Wortley Montagu (englische Schriftstellerin und Lyrikerin; die Briefe, die sie während ihres Aufenthalts in Konstantinopel schrieb und posthum als Turkish Embassy Letters veröffentlicht wurden, machten sie europaweit bekannt) berichtete 1718, dass die Türken sich in ähnlicher Weise den Körperflüssigkeiten von leicht Infizierten aussetzten, und wendete diese Methode bei ihren eigenen Kindern an. Die Pockenepidemie in Boston 1721 war das erste Auftreten einer Virusepidemie in Nordamerika, bei der eine Impfung zur Eindämmung der Krankheit eingesetzt wurde. Zum damaligen Zeitpunkt war noch nicht bekannt, dass bei der Verabreichung von abgeschwächten Pockenviren eine Immunantwort ausgelöst wird, in der Regel jedoch keine Erkrankung. Es kam im Zuge der Epidemie zu einer heftig geführten Kontroverse um die Variolation, in deren Mittelpunkt als Befürworter der puritanische Prediger Cotton Mather (intellektuell wie politisch bedeutend; gehörte zur dritten englischen Siedlergeneration in Neuengland) und als sein Gegenspieler der Arzt William Douglass (über den ich leider keine Unterlagen gefunden habe) standen.

Das Überstehen der Kuhpocken (eine beim Menschen leicht verlaufende Rinderkrankheit, genannt auch Melkerknoten) machte gegen weitere Ansteckungen durch die Pocken immun. Nachdem schon sechs Personen Menschen mit Kuhpockenlymphe immunisiert hatten, experimentierte auch der englische Arzt Edward Jenner (1749–1823) mit diesem Wissen und infizierte im Jahr 1796 einen Jungen mit den Kuhpocken. Der Junge erwies sich später als immun gegen gewöhnliche Pocken. Da der Impfstoff von Kühen stammte, nannte Jenner seinen Impfstoff Vaccine (von lat. vacca „Kuh“) und die Technik der künstlichen Immunisierung „Vaccination“.

Ein Pionier der Schutzimpfung in Deutschland war der aus Hannover stammende Arzt und Hofmedikus Georg Friedrich Ballhorn (1770–1805), der Jenners Publikation von 1798 bereits 1799 ins Deutsche übersetzte, ab dem Frühjahr 1799 selbst Forschungen dazu anstellte und ab Januar 1800 erste Gegenimpfversuche unternahm. Der Arzt Jean de Carro hatte als erster 1799 die Impfung auf dem europäischen Kontinent durchgeführt. Diese erste moderne Art der Impfung gegen die Menschenpocken wurde rasch in Europa aufgegriffen. Der deutsche Arzt Theodor Christian Eulner, der als Arzt in Grönland arbeitete, versuchte 1800 mit Impfungen die Pockenepidemie in Grönland zu beenden. Die Ursache der Infektionskrankheiten war jedoch nach wie vor unbekannt.

Dies änderte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Louis Pasteur formulierte 1864 die Keimtheorie, Robert Koch erbrachte 1876 den Nachweis der Krankheitserreger von Milzbrand und 1881 den Nachweis des Tuberkulose-Bakteriums. Diese Entdeckung gilt als der endgültige Beweis der Existenz bakterieller Krankheitserreger. Schüler von Koch und Pasteur bauten das Konzept weiter aus. Pasteur entwickelte 1881 gemeinsam mit Émile Roux Impfstoffe gegen Milzbrand und 1885 gegen die Tollwut. Paul Ehrlich, Emil von Behring und Shibasaburo Kitasato nutzten 1890 das Wissen zur passiven Immunisierung gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf.

Mit der Standardisierung von Impfstoffen begannen ab dem Ende des 19. Jahrhunderts die ersten nationalen Impfprogramme. Den Anfang machten Schutzimpfungen gegen Pocken, die u. a. in England (1867) und im Deutschen Reich (1874) per Gesetz als Pflichtimpfungen eingeführt wurden. Während in England die Impfpflicht bereits 1898 und 1907 wieder gelockert wurde, hielt man an ihr im Deutschen Reich fest. Allerdings kam es durch Verunreinigungen in den frühen Impfstoffen auch zu Unfällen wie dem Lübecker Impfunglück im Jahr 1930, bei dem 77 Kinder infolge eines kontaminierten Impfstoffes starben, was in der deutschen Öffentlichkeit und unter Gesundheits-Experten für eine Diskussion um staatliche Impfprogramme sorgte. Der diesem Fall folgende Calmette-Prozess bildet in Deutschland den Anfang des modernen Medizinrechts.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden systematisch zahlreiche weitere Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten entwickelt, beispielsweise von Jonas Salk und Albert Sabin gegen die Kinderlähmung sowie ein Impfstoff gegen Gelbfieber durch Max Theiler. Während des Kalten Krieges kam es zum Teil zu einem „Wettlauf um die bessere Immunisierung“ zwischen den beiden Blöcken. Vor allem die DDR versuchte in Propagandaaktionen auf die Überlegenheit des ostdeutschen Gesundheitswesens hinzuweisen und dem Westen dessen „Impflücken“ vorzuhalten. Seit 1967 werden unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweite Impfprogramme aufgelegt.

Und immer wieder gibt es Impfgegner. Sie sind entweder religiös motiviert oder haben Angst vor angeblichen oder möglichen Impfschäden. Einige Impfgegner vermuten hinter Impfungen eine Verschwörung, andere leugnen gar die Existenz oder Pathogenität von Viren. Die von Impfgegnern teilweise dogmatisch vorgebrachten „Argumente“ sind wissenschaftlich widerlegt, das Phänomen gilt als verbreitete Verschwörungstheorie sowie als Form der Wissenschaftsleugnung. Die Weltgesundheitsorganisation zählt Impfgegner zu den weltweit zehn größten Gefahren für die Gesundheit der Menschheit.

Sobald die Impfstoffe gegen Corona verfügbar sein werden: Lassen Sie sich bitte dagegen impfen! Wir, die wir es ebenfalls tun werden, danken Ihnen.

Kleine Geschichte der Impfungen

Ist der Aufwind für Populisten weltweit durch die Abwahl Trumps beendet?

Ich lese, dass der Verlust des Amtes von Trump zu einer Ernüchterung diverser anderer größerer und kleinerer Populisten führen könnte. Denn Trump war ihr Bannerträger. Es betrifft wahrscheinlich Boris Johnson von Großbritannien, Jair Bolsonaro von Brasilien, Victor Orban von Ungarn, Mateusz Morawiecki (und Jarosław Kaczyński) von Polen und auch Recep Tayyip Erdogan von der Türkei. Selbstverständlich wird damit nicht der Populismus ausgerottet werden, denn die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Missstände fördern sowohl populistische als auch fremdenfeindliche Bewegungen in vielen Ländern. Außerdem ist die Pandemie noch nicht besiegt, wenn auch wahrscheinlich ist, dass im nächsten Jahr Impfstoffe zur Verfügung stehen werden. Und fernhin ist zu erwarten, dass manche dieser Führer die Folgen der Pandemie zu ihren Gunsten nutzen werden. Denn chronische Arbeitslosigkeit, unsicherer Arbeitsmarkt, riesige Staatsschulden und Rassenkonflikte werden auch die nächste Zukunft beherrschen. Manche dieser Populismen – besonders in Europa sind in den jeweiligen Ländern entstanden (z.B. die AfD in Deutschland) und außer dem Verlust einer Führerfigur wie Trump, werden sie eher unbehelligt weiterbestehen.

Der jeweiligen Opposition in diesen von Populisten beherrschten Ländern zeigt der Verlust dieser Wahl in den USA, dass Veränderungen möglich sein werden.

Andererseits macht Trumps Truppenabzug aus dem mittleren Osten den Weg für Erdogan frei. Die türkische Regierung will ihren eigenen Einfluss vergrößern und kann also das Vakuum füllen, das Trump in der Region hinterlassen hat. Im östlichen Mittelmeer sucht die Türkei in Gebieten nach Erdgas, die jeweils Griechenland und Zypern für sich beanspruchen. Aus Washington – unter Trump -gab es zwar mahnende Worte, mehr jedoch nicht. In Libyen hat die Türkei auf eigene Kosten Militär entsandt, um der von den Vereinten Nationen (UN) gestützten Regierung zu helfen. Dem US-Präsidenten Trump dürfte das sogar gefallen haben: Nach einem halb verkorksten Militäreinsatz der USA in dem Land im Jahr 2014 wäre ein Einsatz amerikanischer Soldaten gegen russische Söldner politisch kaum umsetzbar gewesen“. Auch beim derzeitigen Konflikt im Kaukasus wollen sich die Amerikaner unter Trump derzeit lieber heraushalten. Die Türkei unterstützt Aserbaidschan – und muss derzeit höchstens ein Eingreifen Russlands in den Konflikt fürchten.

Das Verhältnis Erdogans zu Joe Biden nun ist einigermaßen angespannt. Auch bei einem Auslieferungsgesuch der Türkei an die USA gab es damals eine Absage von Obama und Biden aus Washington. Dabei ging es um den mutmaßlichen Rädelsführer eines Putschversuchs in der Türkei im Jahr 2016.

Orban betont, dass Trump „Ungarns Freund“ sei. Orban unterstrich: „Ich stand immer an der Seite von Präsident Trump.“ Der slowenische Regierungschef Janez Jansa preschte am frühen Morgen vor und gratulierte Donald Trump in einer Botschaft über Twitter zum Wahlsieg, während die Stimmen noch ausgezählt wurden. Ein Tiefschlag für die eigentlich nötige Geschlossenheit der EU, heißt es in Brüssel, gerade jetzt in der unsicheren Situation. Der slowenische Regierungschef steht an der Spitze einer rechtsnationalen Partei, er gilt als enger Verbündeter von Ungarns Premier Viktor Orban.

Jair Bolsonaro gilt als lateinamerikanische Ausgabe von Donald Trump. Groß war daher das Entsetzen in Brasiliens rechtem Lager über die Wahlniederlage des US-Präsidenten. Wie Trump setzt Bolsonaro gezielt den Tabubruch als Mittel der politischen Kommunikation ein, kopiert bisweilen dessen Stil bis ins kleinste Detail: die Verharmlosung der Corona-Krise, die Medienschelte, das Leugnen des Klimawandels. Denn in den letzten Jahren wiederholte sich stets das, was in den USA passierte, mit einer zeitlichen Verzögerung auch in Brasilien.

Der britische Premier steckt in großen Problemen, der US-Präsident ist abgewählt. Die Corona-Zahlen explodieren im Vereinigten Königreich und die Uhr tickt: Ende des Jahres endet die Übergangsfrist für den Brexit. Geregelt ist noch nichts, das Land taumelt möglicherweise auf einen chaotischen Brexit zu.

Aber ist in den USA „noch nix fix:

Eine sogenannte concession speech, in der der Wahlverlierer seine Niederlage eingesteht, hat Trump bisher nicht gehalten. Zudem laufen nach wie vor Klagen in zahlreichen US-Staaten, in denen Trump seine Niederlage noch nicht anerkennen möchte. Bis zum 08. Dezember müssen allerdings alle Kontroversen über die Auswahl des Wahlkollegiums endgültig gelöst sein.

Am 14. Dezember 2020 – 41 Tage nach der Wahl – wird das Electoral College, bestehend aus den Wahlleuten aller US-Staaten, den Präsidenten und den Vize-Präsidenten wählen. Tatsächlich könnte es passieren, dass von den Bürgern und Bürgerinnen gewählte Wahlleute kurzfristig ihre Meinung ändern und für den Kandidaten einer anderen Wahl stimmen (daran arbeitet Trump jetzt noch). Von diesen sogenannten „faithless electors“ gab es beispielsweise bei der US-Wahl 2016 sieben Stück.

Sollte sich Donald Trump nach dieser Wahl nach wie vor für den US-Präsidenten der nächsten vier Jahre halten, ist das nächste, entscheidende Datum der 20 Januar 2021. An diesem Tag findet die Vereidigung des neuen Präsidenten statt, im Anschluss zieht dieser in das Weiße Haus ein. Ich gehe doch davon aus, dass es Joe Biden sei wird.

Ist der Aufwind für Populisten weltweit durch die Abwahl Trumps beendet?

Sonntägliche Gedanken während der Restriktionen des Lockdowns

Im Lockdown finden ja keine Sonntagsmessen in Kirchen statt. Dafür konnte man vorigen Sonntag z.B. eine Übertragung (ohne anwesende Gemeinde) aus dem Stephansdom hören. Und weil vielleicht das Zuhören ohne „Aktion“ bzw. Ablenkung in der Kirche intensiver ist, habe ich möglicherweise bei den Texten besser aufgepasst und war aufmerksamer als sonst. Es war der Christkönigssonntag.

Zur Lesung aus dem Buch Ezechiel: da kommen die unvermeidlichen Schafe vor, die mich bei kirchlichen Texten früher so gestört haben. Ich will mich in keiner „Herde“ bewegen, ich will selbst denken und hinterfragen. Aber alle diese Texte kommen aus einer Gesellschaft mit landwirtschaftlichem Hintergrund. Was dieser Text eigentlich vermitteln sollen hat mit „Landwirtschaft“ nur wenig zu tun.  Es geht darum zu betonen, dass die verantwortlichen Herrscher Fürsorge gegenüber den Menschen zeigen sollen, für die sie verantwortlich sind, dass sie verlässlich sind und sich ihrer Verantwortung entsprechend verhalten. Besonders gefallen hat mir die Aufzählung: „die verloren gegangene Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen die fetten und starken behüten“. Es geht dabei nicht nur um die verlorenen und schwachen, es sollen auch die „fetten und starken“ behütet werden. Ich glaube, diesen Text kann man jetzt du hier jedem  verantwortlichen Politiker und nicht nur den christlichsozialen, ja auch Wirtschaftskapitänen ins Stammbuch schreiben.

Dass dann noch mein Lieblingspsalm (Nr. 23) rezitiert wurde, hat mich besonders gefreut. Es ist dieses wunderbare Bild, das darin vorkommt: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen, Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser“. Bei diesem Text möchte man gerne länger verweilen, um sich diesen den Inhalt der Worte bildlich vorzustellen. Jeder von uns hat wahrscheinlich einen derartigen Ort vor Augen, wohin er sich gerne zurückziehen würde.

Und in der Lesung aus dem ersten Korintherbrief wird uns die Auferstehung versprochen, „denn der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod“.

Textlich besonders schön ist das Evangelium dieses Sonntags, aus dem Markus-Evangelium. Auch hier geht es wieder um Schafe – sie werden in Schafe und Böcke getrennt. Sicher ist das nicht eine „Gender“-orientierte Trennung. Erstaunt –(eigentlich?) hat mich die strikte Darstellung der Richtlinien, nach denen der Mensch letzten Endes beurteilt wird. Da geht es gar nicht darum, wie fromm man gelebt hat, wieviel man gebetet hat, ob man regelmäßig Gottesdienst besucht hat. Also keine der Punkte, die ich z.B. im Beichtspiegel bei meiner Erstkommunion vorgefunden hat. Es geht auch gar nicht um das sonst so wichtig genommene Verhalten der Geschlechter untereinander. Nein, es geht einfach „nur“ um die Liebe zum Nächsten, um die Wahrnehmung des eventuellen Unglücks dieses Nächsten,  um die Abhilfe in der Not, wenn Hunger herrscht, wenn es kein sauberes Wasser gibt, wenn Unterkünfte fehlen. Es geht aber auch darum, sich um Kranke zu kümmern und jene, die in Gefängnissen sitzen, nicht auszugrenzen, sondern sich auch ihrer anzunehmen. Denn, wie es im Text heißt: „Was ihr für einen der Geringsten nicht getan habt, das habe ihr auch mir nicht getan“.

Bei diesem Text oder überhaupt in Situationen, in denen dieser Text in Erinnerung kommt, „fehlen“ wir schon. Wenn ich durch die Stadt gehe, treffe ich mindestens all hundert Meter einen Bettler an. Ja, er/sie ist der “Geringste meiner Brüder (und Schwestern)“. Ich kann sicher nicht jedem etwas geben. Und selbst, wenn ich ihm/ihr einen oder zwei Euros in die Hand gedrückt oder in seinen /ihren Becher geworfen habe, habe ich wirklich geholfen?  Ich kenne auch jene „Abkassierer“, die regelmäßig zu den Bettlern kommen, um ihnen das Geld wegzunehmen. Manchmal spreche ich mit einer Bettlerin, die ihre Tätigkeit als Geschäft bezeichnet, das gut oder schlecht geht. Sie ist auch an ihrem Platz gestanden, als sie schwanger war. Hinterher habe ich sie gefragt, was aus ihrem Kind geworden ist, das wäre bei ihrer Mutter in Rumänien. Traurig! Es ist mir ziemlich peinlich, wenn ein Bettler darauf hinweist, dass meine Spende zu gering wäre und er viel mehr bräuchte, da er doch krank wäre, etc. … Ich weiß, dass es Schlafstellen für Bettler in Wien gibt, ich weiß, dass sie Möglichkeiten haben sich Essen zu beschaffen (ich denke da z.B. an die Gruft), ich weiß, dass ärztliche Versorgung geboten wird. Ja ich spende auch für diese Institutionen – aber ist das der richtige Weg?

In Spitälern habe ich eher nur Familienmitglieder und enge Freunde besucht, und in einem Gefängnis habe ich noch jemanden aufgesucht. Da ziehe ich mich dann doch lieber in meine „grünen Auen und an den Ruheplatz am Wasser“ zurück.

Sonntägliche Gedanken während der Restriktionen des Lockdowns

Ein etwas vertrödelter Sonntag

Gestern in der Corona-Lockdown Zeit

So ein Sontag in Lock-Down Zeit hat so seine Tücken. Er hat ja ganz gut angefangen, ich habe lange geschlafen, bin ohne Wecker wachgeworden. Draußen schien die Sonne. Also begann ich Pläne zu machen, wie ich diesen herrlichen Tagnützen könnte. Also Spaziergehen – aber wohin, ich verfüge ja über kein Transportmittel, ja ich fahre sogar nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Corona-Zeiten – vielleicht doch am Donaukanal, ist dort wirklich jetzt Sonne?

Aber inzwischen habe ich mir ein Frühstück gemacht, die Zeitung geholt und gemütlich gelesen. Aber jetzt sollte ich wirklich den Spaziergang endlich beginnen. Dann fiel mir ein Thema ein, über das man doch eigentlich schreiben sollte. Naja, doch, auch am Sonntag – es ist ja Corona-Lock-Down Sonntag. Denn sonst könnte man ja in die Kirche gehen, und dann in ein Museum – am späteren Nachmittag wäre dann ein Kino dran.

Das Schreiben dauerte dann doch länger als erwartet – jetzt Spazieren gehen wäre gut, jetzt wäre es wärmer draußen und meine Mutter hat immer gesagt, im Winter soll man nicht aufwändig Mittagessen, sondern über Mittag in den Wiener Wald gehen. Aber jetzt war ich hungrig. Und wenn ich hungrig bin, muss schnell etwas auf den Tisch, also Nudeln mit etwas Gemüsesugo.

Nach dem Essen stellte sich neuerlich die Frage: soll ich jetzt spazieren gehen? Naja, nach dem Essen halte ich doch gerne einen Mittagsschlaf. Gesagt, getan. Jetzt war es eigentlich doch schon langsam an der Zeit. Aber davor musste ich noch unbedingt einen Kaffee trinken (zelebrieren).  

Jetzt aber wurde es schon langsam dämmrig draußen, soll ich wirklich noch hinausgehen, bellte der innere Schweinehund wirklich laut. Aber Bewegung ist doch so wichtig, besonders wenn man den ganzen Tag sitzt und wenn man eigentlich noch lieber eine weitere Geschichte schreiben möchte.

Schuhe und den dickeren Mantel angezogen, Handschuhe und Haube verweigere ich vorläufig noch; einfach die „übliche Runde“ gehen (Burggarten, Heldenplatz, Volksgarten und zurück durch die Innere Burg und wieder in den Burggarten). Na geht sich das noch aus? Sind die Parks noch so lange offen? Angeschrieben ist, dass sie um 17:30 schließen.

Aber wenn man dann endlich draußen ist, ist es schön, nicht zu kalt, und vor allem nicht windig. In dem dämmrigen Licht sieht man die Silhouetten der geschmückten Dächer z.B. der Museen, die sich wunderbaren gegen den orangefarbigen Himmel abheben, oder jene des Parlaments -mit den Quadrigen. Man ist verwundert, über wie viele Rauchfänge der leopoldinische Trakt der Hofburg hat. Der Volksgarten ist wenig beleuchtet, nur der Theseustempel ist hell angestrahlt. Die Rosen sind noch nicht winterlich verpackt – meist in Kaffeesäcke.

Beim Rückweg erschrecke ich kurz. Drei Gestalten – schwer bewaffnet – überholen mich, naja, es sind de Bewacher des Bundeskanzleramts und der Präsidentschaftskanzlei. Dort steht auch ein Mannschaftswagen, wo mehrere drinnen sitzen. Es sind Polizisten oder WEGA-Leute, im Dunkeln kann man die Aufschriften auf den Jacken nicht so genau lesen.

Aber schnell wende ich mich wieder den romantischeren Aspekten meiner Umgebung zu. Der Mond kommt zwischen den Wolken heraus, ein schöner Halbmond ist es. Der Franzenshof und der Schweizerhof in der Hofburg liegen verlassen da, ich quere wieder und komme zurück in den Burggarten. Vorbei am Schmetterlingshaus, drinnen ist es zwar hell beleuchtet, aber ich kann keine Schmetterlinge wahrnehmen. Das sonst so frequentierte Palmenhaus liegt ganz verlassen da. Aber das Tor des Burggartens ist noch offen, obwohl es schon nach 17:30 ist.

Jetzt wäre es an der Zeit – unter anderen Umständen – ins Kino zu gehen. Aber ja, alles zu – so gehe ich halt nach Hause. Vielleicht war dieser Sonntag etwas vertrödelt, aber dennoch, auch ein vertrödelter Sonntag und Spaziergang in der Dämmerung haben ihre Meriten.

Ein etwas vertrödelter Sonntag

Meine Schwiegermutter

Und der silberne und der goldene Sonntag

Vielleicht erinnern sich noch manche, jedenfalls die Älteren: es gab den Silbernen und den Goldenen Sonntag. Das waren die beiden letzten Adventsonntage, an denen die Geschäfte zum Einkaufen offenhalten durften (mussten).  Also gar so neu ist es heutzutage nicht, an Sonntagen aufzusperren.

Aber dazu möchte ich Ihnen eine persönliche Geschichte erzählen. Nämlich einen Teil der Geschichte meiner Schwiegermutter. Mit den Menschen ihrer Generation hat es das Schicksal nicht wirklich gut gemeint. Ganz knapp noch im 19. Jahrhundert geboren, zwei Weltkriege erlebt, die Spanische Grippe nach dem Ersten Weltkrieg durchgestanden, konfrontiert mit der Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Und dann noch vom Zweiten Weltkrieg überrollt – als “Benachteiligte“, nämlich als, wie es damals hieß, Halbjüdin. Im Jahr 1945 verwitwet, mit zwei Buben im Alter von zwölf und zehn Jahren. Sie stand wirklich vor dem Nichts.

Wie sollte es jetzt weitergehen? Ihr Mann, hatte ihr zwei kleine Geschäfte hinterlassen, „Parfümerie und Drogerie“, eine in der Belvederegasse und eine in der Jägerstraße. Jene in der Belvederegasse war zwar „etwas bombenbeschädigt“ aber das räumt man halt klaglos zur Seite. Es war nicht einfach, besonders anfangs. Eine berühmte familiäre Legende stammt aus dieser Zeit: zwei Russen betraten das aufgeräumte Geschäft – das allein empfand man damals schon als Bedrohung – in der Suche nach Alkohol. Sie fanden ihn in den großen Gasflaschen, in denen Parfum aufbewahrt wurde, um es in kleinen Flaschen der Kunden abzufüllen. Sie tranken dieses Parfum – und zogen friedlich wieder ab. Der Vorfall ist damit glimpflich verlaufen.

Ihr Leben war nicht einfach, sie arbeitete selbstverständlich 6 Tage die Woche, abwechselnd mit einem Angestellten in beiden Geschäften, am Wochenende wurde „der Papierkram“ erledigt. Ihre Buben gingen beide ins Akademische Gymnasium und nachmittags zu den Jesuiten, wo unter Aufsicht die Aufgaben gemacht und gelernt wurde. Manchmal wurde mein Mann eingesetzt, gewisse Produkte von einem Geschäft ins andere zu befördern oder vom Großhändler abzuholen. Das geschah mit einem handgezogenen Leiterwagerl. Mein späterer Mann verabscheute diese Tätigkeiten, besonders wenn z.B. Klopapier zu befördern war und er fürchtete, von Klassenkameraden gesehen zu werden. Eine Haushaltshilfe gab es auch, ein „Mädel“, wie man damals sagte, meist aus dem Umfeld von Wien, die sehr jung „in den Dienst“ ging und von der Hausfrau geschult werden musste. Sie hatte kein eigenes Zimmer. In der Wohnung lebt noch eine Tante, eine Zeitlang und später die Mutter meiner Schwiegermutter, auch sie halfen im Haushalt, mit den Kindern und im Geschäft. Problemlos war es für meine Schwiegermutter wirklich nie.

Der Advent war eine besonders herausfordernde Zeit, weil da – Parfümerie – halt doch viel umgesetzt wurde, und vor allem, da es kaum einen freien Tag gab. Und der meiste Umsatz wurde dann doch noch am silbernen und goldenen Sonntag gemacht. Früher hatten die Geschäfte im Advent nicht länger geöffnet. Es gab auch keine langen Einkaufssamstage und der 8. Dezember war ein strenger Feiertag. Es gab aber den silbernen und den goldenen Sonntag, die beiden Sonntage vor Weihnachten, an denen man die Einkäufe erledigen konnte. Es war – vor Weihnachten – für eine Hausfrau und Mutter besonders schwierig. Keine Chance, Weihnachtsgeschenke einzukaufen, keine Chance „Spezielles“ für die Weihnachtsfeiertage zu besorgen, zu kochen, Kekse zu backen …  Und doch: sie schaffte es, Weihnachten für ihre Familie feierlich zu gestalten. Sie musste halt in der Nacht alles das verrichten, was andere untertags machen konnten. Kein Wunder, dass sie total erschöpft die Weihnachtsfeiertage durchstand, noch ihre Buchhaltung für dem Jahresabschluss „aufgleich“ brachte und alles für die Inventur am Jahreswechsel vorbereitete.

Die silbernen und goldenen Sonntage gab es noch bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts, da war ich schon verheiratet. Meine Schwiegermutter verbrachte ihren Heiligen Abend dann abwechselnd bei der Familie meines Schwagers, die damals noch in ihrer Wohnung in der Schönbrunner Straße logierte oder bei uns. Am Christtag, zu Mittag gingen wir alle zusammen in den „Schwarzen Adler“ (Gasthaus nebenan, auch in der Schönbrunnerstraße) essen.

Meine Schwiegermutter war eine sehr strenge Frau, die ihre Söhne über alles liebte und verehrte. Sie war (zurecht) sehr stolz darauf, beiden ein Studium ermöglich zu haben (damals war das nicht gratis gewesen) und beide in guten Positionen zu sehen. Sie betrieb ihr Geschäft noch bis in die siebziger Jahre. Es war ein relativ kleines Lokal, schlecht geheizt und auch recht feucht. Es war aber auch ein Treffpunkt von meist älteren Frauen, es gab ein Stockerl „zum Ausruhen“ der Einkäuferinnen vor der Budel. Im Lager, dem hinteren Raum gab es noch immer die großen Glasballone mit diversen Flüssigkeiten für die Reinigung und Säcke mit diversen Pulvern.

Reich ist meine Schwiegermutter durch dieses Geschäft nicht geworden, sie hielt es eher wie Cornelia, die Mutter der Gracchen: Nach dem frühen Tod ihres Mannes hielten viele Männer um Cornelias Hand an, so auch der ägyptische König oder Thronfolger Ptolemäus. Cornelia schlug jedoch das königliche Diadem und die Hand des Ptolemäus aus, um sich ganz der Erziehung ihrer Kinder zu widmen. Cornelia empfing einst den Besuch einer vornehmen Dame, die stolz ihren prachtvollen Schmuck präsentierte. Cornelia zögerte mit einer Entgegnung, bis ihre Kinder aus der Schule zurückkamen und sagte dann: „Und hier sind meine Kleinodien“.

Na ganz leicht hat man sich als Schwiegertochter mit ihr nicht immer getan.

Meine Schwiegermutter

Wie sicher ist ein Safe?

zur Funktion von Safes – zu Hause und in Geldinstituten

Ganz sicher bin ich nicht, heißt es nun der oder das Safe?

 Ein Safe dient der besonders gesicherten Aufbewahrung von Geld, Wertsachen oder sonstigen Gegenständen, z. B. Datenträgern, um sie vor Diebstahl  und Feuer (im privatem Bereich) zu schützen.

Truhen als Vorläufer des Sicherheitsschrankes kamen schon im Mittelalter vor. Die ersten Tresore gab es vor ca. 200 Jahren, wenn auch nicht mit heutigen Exemplaren vergleichbar. Bis etwa 1960 entwickelten die Unternehmen die Behältnisse in eigener Verantwortung. Die Entwicklung wurde maßgeblich von den größten Herstellern vorangetrieben. Danach wurden von der Fachgemeinschaft Geldschränke und Tresoranlagen allgemein gültige Normen für dieses Metier entwickelt. Im Zuge der Harmonisierung des europäischen Marktes wurden 1992 durch das europäische Institut CEN Prüf- und Gütenormen für Wertbehältnisse eingeführt.

Jedenfalls, ich verfügte über ein Schließfach bei meiner Bank (bei der ich auch gearbeitet hatte). Zu meinem Safe konnte ich nur gelange, wenn ich mich in den hochgesicherten Safe-Raum begab, dort mein Password auf einen hierfür vorgesehenen Zettel schrieb (Passwörter soll man ja nirgends aufschreiben – ja, und wenn man dann länger sein Schließfach nicht benutzt …). Dann wurde man eingelassen begleitet von einem Mitarbeiter der Bank, die Sicherungsvorschriften sind ja aus diversen Kriminalfällen bekannt. Der Safe musste mit zwei Schlüsseln (meinem eigenen und dem des Bankmitarbeiters aufgeschlossen werden, dann verließ der Bankmitarbeiter den Raum und man war mit dem herausgezogenen “Fach“ und seinem Inhalt allein. Die Bank nimmt von dem Schrankfachinhalt keine Kenntnis. Um die Diskretion zu gewährleisten, ist der Zugang zum Tresorraum versperrt, während der Kunde sein Schließfach geöffnet ha

Über die Nutzung des Bankschließfachs wird ein Mietvertrag zwischen Bank und Kunde abgeschlossen. Dieser enthält meist eine Versicherung des Schließfachinhalts, deren Versicherungshöhe mittels einer Zusatzversicherung erweitert werden kann (und wahrscheinlich sollte, wie sich jetzt zeigt!). Die in der jährlichen Pauschale enthaltene Versicherungssumme ist zumeist nicht sehr hoch. Dafür zahlte man eine jährliche (moderate) Gebühr, abhängig von der Größe des gemieteten Schließfaches, die diese Versicherungssumme enthält.  Schließfachanlagen neuerer Generation sind automatisiert. Der Zugang ist hier unabhängig von Bankmitarbeitern und Tresorschließzeiten rund um die Uhr möglich. Das einzelne Schließfach wird beim Zugriff über eine Förderanlage aus dem Tresorbereich in einen eigens gesicherten Ausgaberaum transportiert.

Mieter von Bankschließfächern unterliegen der Legitimationsprüfung. Sie müssen sich mit einem Ausweis legitimieren. Im Todesfall ist die Bank verpflichtet, die Existenz des Bankschließfachs dem Finanzamt zu melden.

In meinem Fall befand sich der Tresorraum in der „Zentrale“ der Bank. Dieses Gebäude am Schottenring gehörte einst dem Wiener Bankverein.   Es wurde zwischen 1909 und 1912 errichtet, Der Bau kostete vor dem Ersten Weltkrieg 14 Millionen Kronen, nach heutigem Geldwert über 60 Millionen Euro. Das Gebäude war bei seiner Erbauung eines der modernsten Bauwerke Wiens. Es hat eine Art Heizsystem mit versteckten Radiatoren mit Warmwasserdurchspülung, die optisch als Kamin verkleidet wurden.

Der Tresorraumkomplex im Keller war demgemäß sehr nobel und elegant ausgestattet, da ja zur Zeit der Errichtung und Erstnutzung des Gebäues nur sehr wohlhabende Menschen einen Tresor benötigten.

Als nun das Haus am Schottenring verkauft wurde und eine andere Nutzung vorgesehen ist, mussten die dortigen Safes ausgeräumt werden. Ich unternahm das mit meinen beiden „Kindern“ (die damals schon sehr erwachsen waren), um ihnen auch diese bemerkenswerte Anlage zu zeigen und die Prozedur der Nutzung vorzuführen.  Es handelt sich 9000 m², McFit wird in den ehemaligen Tresorräumlichkeiten ein Nobel-Fitnesscenter einrichten. Mir blutet das Herz, ich hätte diese Tresorräume als denkmalgeschützt erachtet. Naja, sic transit gloria mundi.

Ich nahm damals den Inhalt des Safes nach Hause, obwohl mir ein Safe an anderer Stelle angeboten worden war, weil sich in unserer (Miet-)Wohnung ein vom Vormieter in die Wand eingebauter Safe befindet, wohin ich den Inhalt des Banksafes verstaute. Ich hielt das für sicher genug – womit ich letztlich aber irrte, es war eben nicht sicher, aber vor mir selber!!!! (Siehe meine Blogbeiträge Warnung 1 und 2). Jedes Mal, wenn ich die Werbung für Aufbewahrung für Gold von der „Münze Österreich“ sehe, ärgere ich mich von Neuem, dass ich meine Wertsachen nicht dort verstaut hatte!  Durch die Schließung so vieler Bankfilialen wurden Banksafes zur Mangelware!

Nun entnehme ich den Medien, dass Kundensafes von drei verschiedene Bankfilialen kürzlich leergeräumt wurden.  Eine anscheinend international agierende Bande hat es geschafft, unbemerkt in die gesicherten Tresorräume der geschädigten Banken einzudringen, und die darin befindlichen Schließfächer zu knacken. Du mit der Versicherung des Inhalts ist es nicht so weit her.

Nach all den Selbstvorwürfen, die ich mir nach dem „schweren Betrugsfall“ (also besser gesagt doch Raub meiner Wertsachen) gemacht habe und noch immer mache, eben weil ich mir kein neues Schließfach gemietet hatte – nun, es hätte ja auch mein neues  Schließfach sein können, das jetzt ausgeraubt wurde.

Wie sicher ist ein Safe?

Leider, aber die derzeitige Situation in den USA verstört mich zusehends.

Trump und seine Helfer: z.B. Giuliani

Weil der juristische Weg immer erfolgloser wird, schlägt der „weise“ Noch-Präsident eine neue Strategie ein, um vielleicht doch noch an der Macht zu bleiben – er hat noch 2 Monate Zeit für derartige Spielchen. Er bedrängt republikanische Mitglieder der Wahlkommissionen in einzelnen Bundesländern, die Bestätigung der Wahlergebnisse zu revidieren! Auf die von den Republikanern dominierten Parlamente übt er Druck aus, die Entscheidung hinauszuzögern und Wahlleute zu bestellen, die seine Wiederwahl sichern sollen. Er verhält sich zunehmend undemokratisch, um doch noch Präsident bleiben zu können. Fast fängt man an, sich für ihn zu genieren. Gibt es denn keine Möglichkeit, diesem Treiben ein Ende zu setzen, gibt es keine „elegante Verfassung“, um aus diesem Schlamassel herauszukommen?

Ganz schlimm verhalten sich die Anwälte, die Trump jetzt beschäftigt, um seinen „überwältigenden Wahlsieg“ doch noch zu erreichen. Da ist von ungeheuren Verschwörungstheorien die Rede, von gestohlenen Servern, manipulierten Wahlmaschinen und sonstigen Manipulationsversuchen, die nicht nur von den Demokraten ausgingen, sondern auch aus Venezuela von dem (bereits längst verstorbenen) Präsidenten Hugo Chaves als Mastermind der Wahlfälschung.

Trumps Vorgehen ist auch dem Umstand geschuldet, dass sein Weg über die Gerichte gescheitert zu sein scheint: Er und seine republikanischen Verbündeten sind inzwischen mit rund 30 Klagen abgeblitzt. Während der Präsident und seine Mitstreiter öffentlich immer noch über „systematischen Wahlbetrug“ reden, haben seine Anwälte in keinem Gerichtssaal Beweise für ihre Theorien vorgelegt. Meist machten sie vor den Richtern nicht einmal Wahlbetrug geltend.

Aber Trump ist dennoch erfolgreich: 77 Prozent der republikanischen Wähler glauben angeblich, dass Bidens Wahl durch Betrug zustande gekommen sei. Sie brauchen dafür keine Beweise. Es reicht ihnen ein abgewählter Präsident samt Getreuen, die alles dafür tun werden, das Vertrauen in die Wahl und die kommende Präsidentschaft Bidens zu zerstören. In Zeiten wie diesen …

Anstatt das Ruder langsam an den rechtmäßig gewählten „President elect“ weiterzugeben, nimmt Trump unaufmerksam und desinteressiert am Asien-Pazifik-Gipfel teil (es war ja nur ein on-line Meeting!). Im Zusammenhang mit China gibt es schwere Spannungen über den Handelskrieg, den harten Kurs Pekings in Hongkong, die Verfolgung der Uiguren und amerikanische Sanktionen. Es ist von einem „neuen Kalten Krieg“ die Rede. Trump versucht, den wirtschaftlichen und technologischen Aufstieg Chinas und seinen Einfluss einzugrenzen. Er verfolgt eine „Entkoppelung“ der US-Wirtschaft. Das Verhältnis zwischen den beiden größten Volkswirtschaften ist auf den tiefsten Stand seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen 1979 gefallen. Außerdem lässt Trump keine Gelegenheit aus, China die Schuld für die „Pest“, das „China-Virus“, zuzuschieben.

Die 1989 gebildete APEC-Gemeinschaft repräsentiert mehr als die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung und 39 Prozent der Weltbevölkerung. Der Gipfel folgt weniger als eine Woche auf den Abschluss des weltgrößten Freihandelsabkommens zwischen China und 14 anderen asiatisch-pazifischen Volkswirtschaften. Die „regionale, umfassende Wirtschaftspartnerschaft“ (RCEP) umfasst 2,2 Milliarden Menschen und ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Heute beginnt der ebenfalls virtuelle Gipfel der Gruppe großer Industrienationen (G20) unter Vorsitz von Saudi-Arabien, an dem Trump wahrscheinlich teilnehmen wird.

Aber im weiteren Zusammenhang mit all dem gibt es eine weitere traurige Geschichte. Es ist das Verhalten und letztlich das Debakel von Rudy Giuliani. Ich jedenfalls hatte ihn noch im Zusammenhang mit dem 9/11 Anschlag in Erinnerung, als er auf einem Trümmerhaufen stand, und das Volk ermutigt. Er war damals erfolgreicher Bürgermeister von New York. Davor hatte er, das Kind italienischer Einwanderer und eines verbrecherischen Vaters eine erfolgreiche juristische Karriere hinter sich. Zwei Mal wurde er zum Bürgermeister von New York gewählt, er führte eine offensive und erfolgreiche Polizeiüberwachung ein, die zu einer Abnahme der Fallzahlen in fast allen Verbrechenskategorien führte. Giuliani setzte in New York die sogenannte Nulltoleranzstrategie um. Durch die wirkungsvolle Politik wandelte sich das Bild New Yorks in den Augen der Touristen und der Bürger. Nach dem Einsturz der beiden Türme des World Trade Center am 11. September 2001 steuerte er die Maßnahmen der Stadtverwaltung und spendete den Hinterbliebenen der Opfer Trost, besonders auch jenen der umgekommenen New Yorker Feuerwehrleute. Seine Rolle während dieser Krise ist allerdings umstritten. In Trumps Wahlkampf 2016 verbreitete Giuliani schon maßgeblich die Theorie, Biden haben seine Position als Vizepräsident missbraucht, um Ermittlungen gegen Biden Sohn Hunter Biden zu unterbinden.

Giuliani hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten – u.a. „Person of the Year -2001“, aber auch Knight Commander (KBE) des Order of the British Empire 2002.

Und dann der Auftritt bei einer Pressekonferenz im Saal des republikanischen Parteihauptquartiers in Washington, wo sich Giuliani für Trump so in Rage redete und halt schwitzte, was dazu führte, dass braune Streifen von seinem Haaransatz hinunterrannen (Haarfärbemittel). Er soll für seine Tätigkeiten, um Trump doch an der Macht zu erhalten Tagsätze von 20 000 Dollar in Rechnung stellen.

Geholfen hat er seinem Freund Trump mit diesem Auftritt kaum und seinen guten Ruf aus früheren Zeiten endgültig beschädigt. Traurig!

Leider, aber die derzeitige Situation in den USA verstört mich zusehends.