Schnee-Reminiszenzen

Wahrscheinlich schon einmal publiziert – jetzt auf den neuesten Stand gebracht)

Es schneit – ja, auch in der Wiener Innenstadt, die Dächer rundherum sind schon alle weiß, Wiesen sehe ich leider von hier aus keine, und die Autos warten darauf, dass Kinder ihre Initialen oder sonstigen Botschaften in den Schnee darauf zeichnen. Aber heute ist keine Schule. Auf den Straßen und Gehsteigen sind schon die Vorkehrungen getroffen worden – Salz und Streusand … (so schaut’s auch aus: graubrauner Gatsch). Das Gehen ist schwierig, einmal ist „nichts gemacht“, manchmal ist geräumt (ich liebe dieses Geräusch des Schnee-Wegscherens), dann wurde wieder gesalzen oder „gesandelt“, also gestreut. Man muss höllisch aufpassen.

Aber dafür muss ich jetzt halt meine früheren Erinnerungen an den „Schnee“ auspacken.

  • Über den verschneiten Gehsteig – mit riesigen Schneehaufen als Kind auf der Rodel vom Vater durch die Porzellangasse gezogen worden sein;
  • Die Berggasse im Alsergrund hinuntergerodelt zu sein
  • Schneemann im Votivpark gebaut
  • Im Wienerwald die Schi hinaufgeschleppt haben, um dann über Hänge und Hohlwege wieder zurückgefahren sein – zu einer Straßenbahnendstation
  • Schikurse in Spital am Semmering (ja, es gab damals genug Schnee und keine Lifte), in Annaberg, auf der Felseralm am Obertauern,
  • Winterferien mit dem Alpenverein auf der Austria Hütte am Dachstein, in Obertauern, in diversen Selbstversorgerhütten, zu denen man nicht nur die Schi-Sachen, sondern das Essen und das Holz hinaufschleppen musste, gewaschen haben wir uns mit aufgetautem Schnee … (Das wäre wohl eine Lösung für die heurigen Weihnachtsferien während alles gesperrt ist)
  • Schiwoche im Yosemite Park, wo ich mir „ehrenhalber“ den Fuß gebrochen habe (von Österreichern erwartete man 1954, dass sie gut Schifahren können  und um etwas Ähnliches – denn ich bin nie besonders gut schigefahren – zu beweisen und mit ausgeborgter, nicht besonders gut passender Ausrüstung  kam es bei einer „todesmutigen Abfahrt“ halt dann zu einem bösen Sturz)
  • Noch während des Studienjahrs in Kalifornien: Besuch meiner „Shipboard-Romance“ mit einem Studienkollegen, für das dann bei mir nach einem Blind Date gesucht worden war: verirrt in Yosemite, im Auto übernachtet und hierauf bestraft – wegen unerlaubtem Fernbleibens vom Dormitory über Nacht
  • Während der Studienzeit: Semesterferien in Hintertux – verliebt in einen Luxemburger namens Flix – für Felix. Hinterher nie wieder etwas voneinander gehört
  • Parkplatzausschaufeln in Ober Sankt Veit.
  • Erstes „Schirutschen“ unseres Sohnes auf der Wiese unterhalb unseres Hauses in der Gemeindeberggasse. (jetzt ist dort alles verbaut) 
  • Schiurlaube mit Familie und Freunden in Saalbach, wiederum in Obertauern etc., anfangs die Kinder zwischen den Beinen mitgenommen, zuerst am Schlepplift und dann beim Herunterfahren (etwas das meinen Fahrstil nicht gerade verbesserte)
  • Schiurlaub am Katschberg geendet mit bösem Sturz (beim Schlepplift nicht herausgekommen und mitgeschleift) Ergebnis: gesprungener Lendenwirbel, letzte Abfahrt mit dem Akia,
  • Silvester in Aussee, mit Spaziergängen um den See mit unglücklichen Kindern auf der Rodel, weil ihnen so kalt war.  Eisstockschießen
  • Lustige Pferdeschlittenfahrt in Aussee und in der Ramsau
  • Langlaufen in der Ramsau und in der Umgebung von Pernitz und Gutenstein
  • Frühzeitiges Aufgeben von Schifahren, einerseits wegen der Nicht-Komptabilität mit meinem Mann, er wollte genüsslich bei jedem Schwung die Landschaft betrachten, ich wollte möglichst schnell Auf- und Abfahren, zweitens: wenn ich so gefahren wäre, wie ich gemocht hätte, war durchaus Sturzgefahr gegeben, und die kann man sich als damals berufstätige Mutter schon gar nicht leisten konnte, und wenn ich meinem Können gemäß (sicher) fuhr, fand ich das extrem langweilig. Außerdem fuhren mir die Kinder schon sehr bald davon.
  •  Daher fuhren wir im Winter lieber in südliche Länder, wo es etwas zu sehen gab (begonnen mit Israel – in Jerusalem war es damals im Februar aber ziemlich kalt – und Ägypten.  Nach Ägypten fuhr ich damals mit Gipsfuß, weil ich mir wieder einmal vorher den Knöchel gebrochen hatte.
  • Aber das war noch nicht das Ende der Begegnungen mit Schnee: Als es in Wien schon weniger Schnee gab, in Pernitz gab es immer genug davon, jedenfalls so viel, dass wir die Zufahrt der Straße freischaufeln mussten. Ansonsten hätten wir irgendwo im Ort parken müssen und das ganze Glumpert, das man so hin und her schleppt, zwischen zwei Haushalten, hinauftragen und wieder hinuntertragen müssen. Auch die Stiege zum Haus musste immer wieder freigeschaufelt werden, damit sie nicht vereiste, wir hatten zwar später ein Dach drüber bauen lassen, aber der Schnee wurde immer wieder von der Seite hereingeweht. Aber Schneeschaufeln störte mich eigentlich nicht. Ich machte das eigentlich ganz gerne.

So, und heute schneit es (endlich?) auch in Wien! Ich fürchte allerdings, dass es bald wieder tauen wird.

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