Gedanken zur MACHT

Wenn ich so die Szene hie wie da betrachte, kommt mir in den Sinn, dass „Macht“ für manche Menschen etwas sehr Erstrebenswertes sein muss. Denken diese Menschen eigentlich darüber nach, wozu sie diese Macht benötigen, also was sie mit dieser Macht anfangen wollen, welche Ziele sie damit erreichen wollen, oder geht es nur um die „Macht an sich“, die Menschen über andere ausüben wollen?

Macht bezeichnet die Fähigkeit einer Person oder Gruppe, auf das Denken und Verhalten einzelner Personen, sozialer Gruppen oder Bevölkerungsteile so einzuwirken, dass diese sich ihren Ansichten oder Wünschen unterordnen und entsprechend verhalten, wobei mir da das Wort „unterordnen“ schon gar nicht gefällt. Oft denken wir gleich an Machtmissbrauch durch den Einsatz von Zwang oder Gewalt. Aber dennoch erkennen wir das staatliche Monopol auf legitime Gewaltausübung durch die Bürger in einem demokratischen System an (Anarchisten dagegen lehnen jede Art der Machtausübung in der Form von staatlicher Herrschaft ab). In demokratischen Systemen wird die Macht durch Verfassung und Gesetz eingeschränkt.

Ich überlege mir, wieviel manche Menschen auf sich nehmen, um in bestimmte Positionen zu gelangen, in denen sie Macht ausüben können. Es wurde uns vor kürzester Zeit – und alle vier Jahre wieder – demonstriert, wieviel Geld und Einsatz erforderlich ist, um in den USA zum Präsidenten gewählt zu werden.

Wenn dann jemand diese Position der Macht erreicht hat, und wie viele scheitern entlang dieses Weges, sollte er sie möglichst weise einsetzen. Viele gescheite Leute haben über Macht nachgedacht, zuallererst fällt mir Hannah Arendt ein, sie definiert in ihrer Studie Macht und Gewalt „Macht“ positiv als das Zusammenwirken von freien Menschen im politischen Raum zugunsten des Gemeinwesens. Oder Elias Canetti, er schreibt in seinem philosophischen Hauptwerk Masse und Macht, dass sich die Macht in ihrem archaischen Moment als „Augenblick des Überlebens“ offenbare, immer dann, wenn ein Lebender triumphierend einem Toten gegenüberstehe. Michel Foucault hinwieder meint, dass Machtbeziehungen überall dort bestehen, wo es Gesellschaft gibt. Macht ist bei Hans Morgenthau Selbstzweck und kann erworben, vergrößert und demonstriert werden.

Aber das alles wissen Sie ohnedies schon, oder haben es aufmerksam gelesen. Mir geht es derzeit darum, dass unentwegt irgendwo „wahlgekämpft“ wird, mit großem Aufwand, die Materialschlacht ist eindrucksvoll, die Fernseh- und Radiosendungen gespickt mit Werbung, das Geld dafür fließt offen – und auch verdeckt … Das so genannte „Blaue vom Himmel“ wird uns versprochen, wir wissen genau, dass es nur Versprechungen sind, die nie und nimmer erfüllt werden können. Und dann kommt die Wahl, und weil bei unserem derzeitigen Wahlsystem zwar fast immer einer der Gewinner ist, kann er selten allein regieren und benötigt einen Partner, der aber ebenso seinen Wählern – womöglich das Gegenteil dessen versprochen hat, mit dem er jetzt ein Bündnis eingeht. Man verspricht das Beste aus beiden Welten zu realisieren. Naja!

Ja, dann kommen die Mühen der Ebene, keiner von jenen, die an der Regierung beteiligt sind, kann seine Versprechungen wirklich erfüllen, entweder fehlt das Geld, oder die Verfassung erlaubt es nicht, es entspricht nicht internationalen Normen (seitens der EU, seitens der Vereinten Nationen) oder der Regierungspartner blockiert. Aber man verfügt über „Macht“, welche Macht denn jetzt?  Vielleicht oft in Pressekonferenzen aufzutreten, zu internationalen Gipfeln eingeladen zu werden? Dann bleibt eigentlich nur die Macht, anderes zu verhindern, andere Personen (z.B. in der Regierung oder Opposition) zu behindern. Eine schöne Macht ist das! Kann das wirklich so erstrebenswert sein?  Naja, man hat schon Macht, seine Freunde in Positionen zu hieven – wohl auch zum eigenen Machterhalt, ich glaube gar nicht, dass es so sehr um persönliche Bereicherung geht. Macht führt auch dazu, dass sich der Inhaber zunehmend als etwas „viel Besseres“ fühlt, als alle anderen. Damit fühlt er/sie sich als kompetenter als alle anderen und setzt sich auch über „Expertenmeinungen“ hinweg

Aber ganz schlimm finde ich so eine „Sesselkleberei“, aus welchem Grund auch immer, wahrscheinlich nur um die Macht nicht abgeben zu müssen.  Aber es gibt auch andere Gründe: z.B. um die Immunität zu behalten, um nicht wegen möglicher Korruption verurteilt zu werden. Derzeit finden sich verschiedene Beispiele dieser Art: in Russland, wo jemand nur zwei Amtsperioden dienen darf, hat man das anfänglich „abwechselnd“ gemacht, und dann einfach mit der Zählung neu angefangen, damit es sich „bis zum Lebensende“ ausgeht. In den USA wird versucht, eine Wahl zu delegitimieren. In Belarus – und nicht nur dort – wird das Militär und die Polizei zum Macherhalt eingesetzt, wobei wahrscheinlich vorher die Wahlen gefälscht worden sind. In Israel wird immer wieder gewählt … Das – aus meiner Sicht – Gefährliche daran ist, dass vieles unter dem Deckmantel „demokratisches System“ erfolgt, das zuweilen aber auch in Ausnahmesituationen (Corona z.B.) ausgehebelt wird.

Es stimmt schon, was der große englische Liberale des 19. Jahrhunderts Lord Acton gesagt hat: „Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut“. Um sie zu begrenzen muss die Macht geteilt werden!

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