Unser gemeinsamer Christbaum

Es gibt sie noch, die Entscheidungen, die Freude machen. In unserer 3er-WG (=Wohngemeinschaft) müssen wir uns über den Ablauf des Weihnachtsfestes einigen. Naja, die großen Familienzusammenkünfte werden nicht stattfinden.

Aber natürlich gehört dazu ein Christbaum. Für die beiden Brüder geht es ohne großen (also hohen) Christbaum nicht.  Beschlossen wurde, dass er nur mit Kerzen bestückt werden sollte, dann aber entdeckte einer der beiden „Schirmchen“, also gut, die müssen doch noch drauf. Ich wurde auch überzeugt, dass Schirmchen auch für die kleineren Enkel und Urenkelinnen Faszination ausüben würden, sollten sie zu Besuch kommen (und die Schirmchen noch am Baum hängen). Wir haben uns auch auf Bienenwachschristbaumkerzen geeinigt.  Die habe ich schon in größeren Mengen besorgt.

Gestern machten wir uns zu dritt auf den Weg. Unsere Christbäume, als mein leider verstorbener Mann und ich noch gemeinsam Weihnachten feierten, haben wir immer beim Christbaumstand beim Donnerbrunnen gekauft. Diese Christbäume dort stammten vom Dunkelsteiner Wald. Und sie wurden uns nach Hause getragen. Meist waren sie (auf meinen Wunsch hin) nicht sehr hoch, denn ich war es allein, die ihn schmücken musste und mein Mann legte größten Wert auf viel Lametta. Viel, viel früher, als die Kinder noch zu Hause waren, knüpfte ich in der Vorweihnachtszeit noch Fäden z. B. an Fondantringerln, teilweise in Schokolade getunkt, die dann auf den Christbaum gehenkt wurde.     

Da die Tiefgarage am Neuen Markt gebaut wird und auch der Donnerbrunnen abgetragen wurde musste unser Christbaumhändler übersiedeln. Er fand einen etwas für ihn unpassenden Standplatz an der Seite der Albertina. Dort habe ich voriges Jahr einen ganz kleinen Christbaum gekauft – ich feierte ja mit meiner Enkelin und ihrer Familie, vor allem mit zwei meiner Urenkelinnen – der dann aber überhaupt nicht nadelte und den ich wirklich lang behalten konnte.

Gestern machten wir uns frohgemut auf den Weg. Ich ging davon aus, dass wir unseren Christbaum wieder bei der Albertina finden würde, weit gefehlt. So schnell gebe ich nicht auf und wir gingen zur Donnergasse (das ist die kleine Gasse zwischen Kärntnerstraße und Neuer Markt), in Hoffnung, dass „mein Standler“ dort zu finden wäre. Dort war er auch nicht. Ich hatte auch bemerkt, dass keine Christbäume vor der Oper verkauft wurden, wo üblicherweise ein „ganzer Wald“ aufgestellt war.

Die Enkel nahmen das Herumirren locker, definierten es zum Stadtspaziergang um. Am Graben und am Karlsplatz hatte ich schon Christbäume gesehen, die zum Verkauf angeboten werden. Vor allem am Karlsplatz hatten sie beim Vorbeigehen gut gerochen. Früher bin ich am Graben immer durch die Bäume durchgegangen, um ihren Duft zu genießen, aber diese Nordmanntannen riechen nicht so stark.

Neben den Stufen der Karlskirche fanden wir einen Stand mit aufgestellten Christbäumen. Es wurde einmal der allergrößte ins Auge gefasst – 3,1 Meter. Spätestens jetzt stellte sich die Frage: schlanke Tanne, oder dichte, eher rundliche. Die Buben zielten auf die schlanke Variante, mir sind die „bunkerten“ lieber. Anfangs war niemand dort, dann tauchte ein netter Herr auf, auf Befragung (wir sind ja gar nicht neugierig) teilte er uns mit, dass die Bäume aus der Gegend des Jauerling (südöstliches Waldviertel) kämen. Er selbst wäre im Forstbetrieb tätig und verkaufe für einen Freund, die Christbäume züchtet. Wir brauchten lange, bis wir uns dann auf einen Baum geeinigt hatten, ich mag die mit „Blauschattierung“ lieber, die Buben bevorzugen dunkelgrün.  Immer diese Entscheidungen.

Es wurde nicht der allerhöchste Baum, nicht ganz schlank.

Er wurde verpackt und musste jetzt nach Hause befördert werden. Das war dann doch nicht ganz so einfach, ein Christbaum ist erstaunlich schwer und vor allem ziemlich sperrig – mit dem Kreuz unten dran, und die Nadeln kratzen, weil man ja zum Stamm durchgreifen muss. Einen Teil des Weges schleppten ihn beide Buben gemeinsam, aber dann hatte einer davon einen Termin … Ich half, soweit ich konnte, aber Tragen ist nicht meine Stärke. Aber das doch letztendlich Riesentrumm allein zu schleppen, war dann doch eine Herausforderung (ich glaube insgeheim war der übrig gebliebene „Schlepper“ doch ganz froh, dass es nicht der allergrößte Baum geworden ist. Wir brachten ihn sogar in den Lift, dann durch die enge Eingangstür und letztendlich auf den Balkon, wo er jetzt wartet, hereingenommen und geschmückt zu werden.

Das ist dann für die nächste Woche geplant, ebenso wie das Aufstellen der Krippe. Es wird ein ganz anderes Weihnachten werden, einfach in jeder Beziehung, aber vielleicht näher am Weihnachtsgeschehen als in „üppigeren“ Zeiten. Ich freu mich schon auf unser Fest mit dem großen Christbaum.

Unser gemeinsamer Christbaum

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