Es gibt für alles ein erstes Mal.

Frühstücksfernsehen

Mein erstes Mal war das heute „Frühstücksfernsehen“. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die „Frühstücksfernsehen“ konsumieren. Ich sehe auch nicht mittags oder nachmittags fern. Bei mir beginnt Fernsehen mit der Zeit im Bild 1. Ich bin halt altmodisch, das war schon immer so.

Aber heute bin ich sogar im Frühstücksfernsehen (Puls4) aufgetreten. Das steht noch immer im Zusammenhang mit den Tricktätern, denen ich vor einiger Zeit zum Opfer gefallen bin. (Ich hoffe, dass jetzt diesbezüglich Ruhe einkehrt, denn ich bin des Themas schon ziemlich leid.)

Aber andererseits war’s auch wieder ein „Erlebnis“. Da ich schon um 6:15 (!) im Studio sein musste, war sehr zeitiges Aufstehen erforderlich. So etwas freut mich nicht besonders. In früheren Zeiten war dies manchmal erforderlich, wenn man früh weggeflogen ist, aber das war, weil eine Reise, ein Urlaub bevorstanden. Jedenfalls war es noch stockdunkel, als ich das Haus verlassen habe (und noch immer dunkel, als ich wieder nach Hause kam, der Mond stand hoch!). Die Straßen waren auch noch ziemlich verlassen, Straßenbahnen fuhren – also waren Menschen auf dem Weg in die Arbeit. Das Studio liegt wiederum in einem relativ neuen Viertel – Media Quarter Marx, dort komme ich „im Normalfall“ eher nicht hin.

Natürlich habe ich mir angeschaut, wer mich den da eingeladen hat: PULS 4 (ehemals Puls TV) ist ein österreichischer Privatfernsehsender im Besitz der ProSiebenSat.1 Media SE. Der „4“-er im Namen lässt sich nach Angaben des Senders damit begründen, dass Puls 4 – nach ORF 1, ORF 2 und ATV – das vierte österreichweite Vollprogramm mit eigenen Nachrichten ist. Puls 4 war am 21. Juni 2004 erstmals als Wiener Stadtsender Puls TV auf Sendung gegangen. Seit 29. August 2005 produziert der Sender mit Café Puls ein Frühstücksfernsehen. Dieses wird auch von ProSieben Austria, Sat.1 Österreich und bis 2007 von kabel eins austria ausgestrahlt.

In der Gegend hat es um diese Zeit noch ziemlich verlassen ausgeschaut. Aber im Gebäude war schon Betrieb, obwohl die Putzbrigaden noch am Werk waren. Natürlich waren wir (ein Vertreter der Pressestelle der Landespolizeidirektion – diesmal doch in Uniform)  und ich pünktlich dort. Wir mussten ein Weilchen warten, bekamen aber einen Zettel, auf dem die die Fragen, die gestellt werden würden, aufgelistet waren.

Natürlich war ich etwas ärgerlich, dass gerade jetzt, da ich im Fernsehen auftreten sollte, meine Haare (Lockdown-bedingt) in ziemlich aller Richtungen standen und ich daher das Gefühl hatte, ungepflegt auszusehen. Aber da war nichts zu machen.  Wir wurden von einer netten jungen Dame abgeholt und durch mehrere Gänge ins Studio geleitet. Auch hier waren die Sicherheitsvorkehrungen den gegenwärtigen Anforderungen angepasst, man saß weit auseinander, und erst da konnte man die Maske abnehmen. Das war etwas problematisch, denn auf meinen Ohren sitzen nicht nur die Brillen, sondern auch die Hörgeräte (diesmal hatte ich sie wahlweislich nicht vergessen) und dann halt auch die Halterung der Maske. Da muss man gut aufpassen beim Auf- und Abnehmen der Maske, dass alles andere nicht vom Platz rutscht. Darum setzte ich auch wenn möglich derzeit keine Mütze auf, denn dann kommt alles durcheinander – besonders wenn dann die Brillen anfangen anzulaufen.

Das Interview war dann sehr kurz, der Moderator sehr freundlich, ich sagte, was ich jetzt schon sehr oft wiederholt habe. Meine Zielsetzung dabei ist es, andere Menschen zu warnen. Dass der Täter geschnappt wird, kann ich nur hoffen, aber dazu beitragen kann ich nur wenig.

Dass mich aufgrund dieser „Aktionen“ viele Menschen dann auch anrufen, denen es auch passiert ist, oder die etwas dazu wissen wollen, ist verständlich, aber mir dann doch nicht so willkommen, weil ich die ganze Angelegenheit endlich hinter mich bringen will. Ich möchte mich gerne – alle Erfahrungen nutzend – lieber auf die Zukunft konzentrieren als in der Vergangenheit stochern. Denn angenehm war mir die Rolle, die ich bei dem Vorfall gespielt habe, gar nicht. Ich bin hineingelegt worden, ich war nicht schlau genug, das rechtzeitig zu durchschauen und ich habe Sachwerte und ein wenig Selbstbewusstsein verloren.

Alles lassen wir’s gut sein, passen Sie gut auf, denn ich bin überzeugt, die Verbrecher werden ihre Taktik ändern und mit neuen Schmähs daherkommen. Legen Sie auf, wenn Sie den Anrufer nicht kennen, machen Sie die Tür nicht auf, nicht auf, wenn Sie niemand erwarten.

Es freut mich auch nicht, dass wir alle so misstrauisch werden müssen, weil wir ja im Grunde freundliche, offene, hilfsbereite Menschen sind. Nicht wahr?

Es gibt für alles ein erstes Mal.

2 Gedanken zu “Es gibt für alles ein erstes Mal.

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