So allerhand vom Agathabrot zur Corona Ampel und Abschottung von Tirol

Heute bin ich einfallslos; ich habe fast alle meine normalen Quellen abgegrast und nichts gefunden, das andere nicht schon ausführlich beschrieben hätten.

Auch dass heute ein Lostag ist, bringt nicht viel Interessantes: An St. Agathe Sonnenschein, bringt recht viel Korn und guten Wein. Na hoffentlich! Agatha von Catania (* um 225 in Catania auf Sizilien) starb wahrscheinlich unter Kaiser Decius zwischen 249 und 251 als geweihte Jungfrau und Märtyrin. In den orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche wird sie als Heilige verehrt. Der Überlieferung nach wurde Agatha auf Sizilien als Tochter wohlhabender Eltern geboren. Als gottgeweihte Jungfrau lehnte sie den Heiratsantrag des heidnischen Statthalters der Sicilia, Quintinianus, ab, da sie die Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen gelobt hatte. Weil Agatha ihn zurückwies, ließ sie der Statthalter für einen Monat in ein Freudenhaus verschleppen. Da sie ihn nach dieser Zeit immer noch ablehnte, veranlasste Quintinianus ihre Verurteilung und ließ ihr die Brüste abschneiden (mit diesen auf einem Teller in de ihrer Hand wird sie meist dargestellt). Nach dieser Folter erschien ihr der Legende nach nachts der heilige Petrus und pflegte ihre Wunden. Als man dies bemerkte, ließ der Statthalter Agatha auf glühende Kohlen legen, wodurch sie starb. Etwa ein Jahr nach ihrem Tod brach der Ätna aus, und die Einwohner von Catania zogen mit dem Schleier der Heiligen dem Lavastrom entgegen, der daraufhin zum Stillstand kam. Der Heiligen sind – vor allem in Süd- und Mitteleuropa – zahlreiche Kirchen und Kapellen geweiht. In vielen Gegenden wird am Gedenktag der hl. Agatha Brot gesegnet („Agathabrot“), das als Symbol für die beim Martyrium der Heiligen abgeschnittenen Brüste steht.

Im Grunde möchte ich ja wirklich nicht mehr über Corona schreiben, ganz im Gegenteil, ich möchte, dass wir das alles möglichst bald hinter uns lassen können. Ich möchte geimpft sein und über einen elektronischen Impfpass verfügen, mit dem ich mich überall frei bewegen könnte – aber ich fürchte, beides wird noch ein Weilchen dauern.

Also überlege ich mir, was verschiedene Meldungen, die ich so lese, bedeuten: Die Corona-Ampel, die seit längerer Zeit in Österreich überall auf Rot stand, wird ab nun Orange für Wien zeigen: was bedeutet das nun? Praktisch eher vorläufig gar nichts, diese Änderung taugt vielleicht für Stimmungsaufhellung. Wieviel „Politik“ dahintersteht, das rot-pinke Wien gegen den türkis-grünen Bund – das sollen andere klären, dafür habe ich zu wenig Einblick. Und Orange für eine politische Partei, das gibt es derzeit nicht.

Aber interessant finde ich Diskussion über Tirol – es wird darüber diskutiert, „Tirol“ abzuschotten. Es geht um eine auffallende Häufung der „südafrikanischen Variante“ des Corona-Virus in Tirol. Die in diesem Zusammenhang verwendeten Begriffe sind Abschotten, Abriegeln etc. Eine halbwegs entsprechende Definition habe ich nur unter Exklusion gefunden: Ausschluss einzelner sozialer Akteure oder ganzer Gruppierungen aus denjenigen sozialen Kreisen, die sich (gegebenenfalls gemeinsam) als die „eigentliche“ Gesellschaft verstehen. Es geht aber hier nicht um den Verlust an sozialen und politischen Teilhabechancen, sondern vielmehr „nur“ um Ein- und Ausreisebeschränkungen über einen gewissen Zeitraum. Tirol hat in dem Corona-Umfeld eigentlich schon genug angerichtet – finde ich.

Erfreulich hinwieder finde ich, dass Biden nun den Trump-Slogan „America-First“ durch „America is back“ – wohl auf der politischen Weltbühne – ersetzt. Starke Bündnisse und der Einsatz für Menschenrechte und Demokratie in der ganzen Welt seien auch im „ureigenen Interesse“ Amerikas meint Biden. Aber es wird wohl schwierig sein, diesen Weg auch erfolgreich zugehen. Mich freut besonders, dass Biden einen wichtigen Strategiewechsel mit Blick auf den Konflikt im Jemen angekündigt hat. Die USA wollen dort keine Kampfhandlungen mehr unterstützen. Im ärmsten arabischen Land kämpft ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis seit 2015 gegen die Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Das US-Militär half mit Geheimdienstinformationen und logistischer Unterstützung. Zudem wurden Waffenverkäufe an Riad in Milliardenhöhe genehmigt. Allerdings müssen nun auch die anderen Mächte, die stellvertretend dort kämpfen, von dem Strategiewechsel überzeugt werden, damit endlich dieser armen geschundenen Bevölkerung dort auch geholfen werden kann.  

Ich muss zugeben, dass ich mich über die Lockerung des derzeitigen Lockdowns freue. Ich habe schon einen Termin bei meinem Friseur, und die schon länger aufgeschobenen Einkäufe werde ich dann bald tätigen (sind nicht so viele). Aber da ich einen Wiederanstieg der Infektionen – mit allen Konsequenzen – fürchte, werde ich meinen Lockdown, was z.B. Treffen mit Freunden betrifft, weiterhin aufrechterhalten, nicht weil ich fürchte, selber an irgendeiner dieser Mutationen zu erkranken, sondern weil ich einen neuerlichen Lockdown für nicht unwahrscheinlich halte, und es schaut wirtschaftlich ohnedies schon traurig genug aus, ohne weitere Lockdowns.

Denn ich freue mich darauf, wenn auch die Hotels wieder aufsperren werden, wenn wieder Touristen nach Österreich kommen, wenn wir einander wiederum in Restaurants und Kaffeehäusern treffen können …

Aber bitte: tun wir auch etwas dafür!

So allerhand vom Agathabrot zur Corona Ampel und Abschottung von Tirol

Heute bin ich einfallslos; ich habe fast alle meine normalen Quellen abgegrast und nichts gefunden, das andere nicht schon ausführlich beschrieben hätten.

Auch dass heute ein Lostag ist, bringt nicht viel Interessantes: An St. Agathe Sonnenschein, bringt recht viel Korn und guten Wein. Na hoffentlich! Agatha von Catania (* um 225 in Catania auf Sizilien) starb wahrscheinlich unter Kaiser Decius zwischen 249 und 251 als geweihte Jungfrau und Märtyrin. In den orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche wird sie als Heilige verehrt. Der Überlieferung nach wurde Agatha auf Sizilien als Tochter wohlhabender Eltern geboren. Als gottgeweihte Jungfrau lehnte sie den Heiratsantrag des heidnischen Statthalters der Sicilia, Quintinianus, ab, da sie die Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen gelobt hatte. Weil Agatha ihn zurückwies, ließ sie der Statthalter für einen Monat in ein Freudenhaus verschleppen. Da sie ihn nach dieser Zeit immer noch ablehnte, veranlasste Quintinianus ihre Verurteilung und ließ ihr die Brüste abschneiden (mit diesen auf einem Teller in de ihrer Hand wird sie meist dargestellt). Nach dieser Folter erschien ihr der Legende nach nachts der heilige Petrus und pflegte ihre Wunden. Als man dies bemerkte, ließ der Statthalter Agatha auf glühende Kohlen legen, wodurch sie starb. Etwa ein Jahr nach ihrem Tod brach der Ätna aus, und die Einwohner von Catania zogen mit dem Schleier der Heiligen dem Lavastrom entgegen, der daraufhin zum Stillstand kam. Der Heiligen sind – vor allem in Süd- und Mitteleuropa – zahlreiche Kirchen und Kapellen geweiht. In vielen Gegenden wird am Gedenktag der hl. Agatha Brot gesegnet („Agathabrot“), das als Symbol für die beim Martyrium der Heiligen abgeschnittenen Brüste steht.

Im Grunde möchte ich ja wirklich nicht mehr über Corona schreiben, ganz im Gegenteil, ich möchte, dass wir das alles möglichst bald hinter uns lassen können. Ich möchte geimpft sein und über einen elektronischen Impfpass verfügen, mit dem ich mich überall frei bewegen könnte – aber ich fürchte, beides wird noch ein Weilchen dauern.

Also überlege ich mir, was verschiedene Meldungen, die ich so lese, bedeuten: Die Corona-Ampel, die seit längerer Zeit in Österreich überall auf Rot stand, wird ab nun Orange für Wien zeigen: was bedeutet das nun? Praktisch eher vorläufig gar nichts, diese Änderung taugt vielleicht für Stimmungsaufhellung. Wieviel „Politik“ dahintersteht, das rot-pinke Wien gegen den türkis-grünen Bund – das sollen andere klären, dafür habe ich zu wenig Einblick. Und Orange für eine politische Partei, das gibt es derzeit nicht.

Aber interessant finde ich Diskussion über Tirol – es wird darüber diskutiert, „Tirol“ abzuschotten. Es geht um eine auffallende Häufung der „südafrikanischen Variante“ des Corona-Virus in Tirol. Die in diesem Zusammenhang verwendeten Begriffe sind Abschotten, Abriegeln etc. Eine halbwegs entsprechende Definition habe ich nur unter Exklusion gefunden: Ausschluss einzelner sozialer Akteure oder ganzer Gruppierungen aus denjenigen sozialen Kreisen, die sich (gegebenenfalls gemeinsam) als die „eigentliche“ Gesellschaft verstehen. Es geht aber hier nicht um den Verlust an sozialen und politischen Teilhabechancen, sondern vielmehr „nur“ um Ein- und Ausreisebeschränkungen über einen gewissen Zeitraum. Tirol hat in dem Corona-Umfeld eigentlich schon genug angerichtet – finde ich.

Erfreulich hinwieder finde ich, dass Biden nun den Trump-Slogan „America-First“ durch „America is back“ – wohl auf der politischen Weltbühne – ersetzt. Starke Bündnisse und der Einsatz für Menschenrechte und Demokratie in der ganzen Welt seien auch im „ureigenen Interesse“ Amerikas meint Biden. Aber es wird wohl schwierig sein, diesen Weg auch erfolgreich zugehen. Mich freut besonders, dass Biden einen wichtigen Strategiewechsel mit Blick auf den Konflikt im Jemen angekündigt hat. Die USA wollen dort keine Kampfhandlungen mehr unterstützen. Im ärmsten arabischen Land kämpft ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis seit 2015 gegen die Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Das US-Militär half mit Geheimdienstinformationen und logistischer Unterstützung. Zudem wurden Waffenverkäufe an Riad in Milliardenhöhe genehmigt. Allerdings müssen nun auch die anderen Mächte, die stellvertretend dort kämpfen, von dem Strategiewechsel überzeugt werden, damit endlich dieser armen geschundenen Bevölkerung dort auch geholfen werden kann.  

Ich muss zugeben, dass ich mich über die Lockerung des derzeitigen Lockdowns freue. Ich habe schon einen Termin bei meinem Friseur, und die schon länger aufgeschobenen Einkäufe werde ich dann bald tätigen (sind nicht so viele). Aber da ich einen Wiederanstieg der Infektionen – mit allen Konsequenzen – fürchte, werde ich meinen Lockdown, was z.B. Treffen mit Freunden betrifft, weiterhin aufrechterhalten, nicht weil ich fürchte, selber an irgendeiner dieser Mutationen zu erkranken, sondern weil ich einen neuerlichen Lockdown für nicht unwahrscheinlich halte, und es schaut wirtschaftlich ohnedies schon traurig genug aus, ohne weitere Lockdowns.

Denn ich freue mich darauf, wenn auch die Hotels wieder aufsperren werden, wenn wieder Touristen nach Österreich kommen, wenn wir einander wiederum in Restaurants und Kaffeehäusern treffen können …

Aber bitte: tun wir auch etwas dafür!

So allerhand vom Agathabrot zur Corona Ampel und Abschottung von Tirol

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