Der erste gelockerte Lockdown Tag

Von der Geschirrwaschmaschine, über den Friseur zu den Mimosenwäldern

Selbst wenn der Lockdown etwas gelockert ist, läuft nicht alles so rund, wie ich es erhofft habe. Erstens musste ich früh (für meine Verhältnisse) aufstehen, denn der Mann, der die Geschirrwaschmaschine reparieren sollte, kam früh um dies zu tun. Ich war froh, und hoffte, dass er alle erforderlichen Ersatzteile mit sich führen würde. Wie halt so oft, waren zwei Elemente kaputt und ein paar Kleinigkeiten zu richten, womit sich der Preis dafür – mitsamt Arbeit – auf mehr als EUR 400 belaufen würde. Mir wurde – erfolgreich – eine neue Maschine angeboten, die nur unwesentlich mehr kostet, als die Reparatur. (Meine uralte, frühere  Geschirrwaschmaschine hat viel länger gehalten).

Kaum war dieses „Geschäft“ abgeschlossen, begab ich mich zu meinem ersehnten Friseurtermin. Ich war erstaunt, noch vor 10 Uhr auf der Straße so lange Schlangen zu sehen. Ein großes, sehr elegantes Modegeschäft – normalerweise ziemlich teuer, aufgrund der hochwertigen dort angebotenen Marken – pries „alles um 70% reduziert“ an. Verständlich, dass manche dort Schlange stehen, da kann man wahre Trouvailles (ich mag das Wort Schnäppchen so gar nicht) finden. Bei der Apotheke, in meiner Nähe, die Corona Tests anbietet, bin ich gar nicht vorbeigekommen.

Beim Friseur befanden sich nicht nur Friseure und Friseurinnen, Kundinnen (Kunden habe ich keine gesehen), sondern auch ein ORF Team in den Räumlichkeiten. Auf die Frage, ob ich in diesem Zusammenhang auch gefilmt werden wolle, habe ich erklärt – höchstens von hinten, denn mit nassen ungeschnittenen Haare, schaut man nicht gerade prächtig aus – also, nein danke. Neue zukünftige Termine beim Friseurwurden schon vereinbart, wir gehen jetzt einmal davon aus, dass sie halten werden. Und davor werde ich mich wieder testen lassen, dann hoffentlich schon in der Apotheke ums Eck und das noch dazu gratis.

Dann kam ich an einer Blumenhandlung vorbei – und dort standen Mimosen. Ich konnte nicht umhin, ich musste mir einen Stamm kaufen. Ich weiß, dass das irgendwie ziemlich dumm ist, denn kaum stehen die Mimosen in einer Vase in einem geheizten Zimmer rollen sich die weichen, gelben Kugeln zusammen und werden leicht bräunliche Bemmerln. Aber der Duft bleibt! Und wenn ich diese Mimosen sehe, denke ich an eine Fahrt – in einem Februar vor vielen Jahren – durch Mimosen-Wälder oberhalb von Nizza. Wir waren zu viert unterwegs, mein Schwager, meine Schwägerin, mein Mann und ich. Unten konnte man am Strand schon in der Sonne sitzen und seinen Kaffee – bzw. Aperitif trinken, durch diese herrlich duftenden, wunderschönen Mimosenwälder fuhr man dann ins dahinterliegende Gebirge, wo es noch recht winterlich war. Ich fuhr den Leihwagen, den anderen war auf dieser kurvenreichen Straße ziemlich schlecht – ich weiß nicht, ob meine Fahrweise oder die gewundene Straße daran schuld war. Schöne Erinnerungen, als man noch kurzfristig ins Flugzeug steigen konnte, um ein paar Tage in Nizza zu verbringen. Also derzeit: keine Aussicht auf Mimosenwälder.

Dann konnte ich endlich noch in „mein“ Kosmetikgeschäft gehen. Selbstverständlich bekommt man bei BIPA, DM und sogar Hofer und natürlich auch in der Apotheke allerhand hochwertige Kosmetika, aber halt nicht meine bevorzugte Marke. Mein „Spezialgeschäft“ war während des Lockdowns geschlossen und einiges war mir ausgegangen. Es hat mich auch gefreut, dass man mich dort erkannte und alles, das ich brauchte, vorhanden war. Ich war versucht, auf Vorrat zu kaufen, unterließ es aber. Ich bleibe optimistisch, Friseure und Geschäfte werden geöffnet bleiben, wenn wir uns nur halbwegs vernünftig verhalten werden. Bei allen anderen Dingen reicht es mir zu wissen, dass ich sie bekommen kann, sollte ich sie wollen. Aber derzeit fehlt mir noch das Bedürfnis.

Und dann traf ich noch einen Bekannten, wohl eher einen Bekannten meines verstorbenen Mannes. Wenn wir einander sehen, tratschen wir immer ein Weilchen, so auch heute. Und diese ungeplante Kommunikation, wobei über nichts Weltbewegendes gesprochen wird, hat mir schon sehr gefehlt. Er meinte, er wäre schon geimpft, ich erwiderte, dass ich gestern getestet worden wäre (das diesbezügliche Papierl habe ich jetzt immer bei mir) zu mindestens bis morgen abends – ab dann -48 Stunden – bringt es ja nichts mehr. Jetzt müssen wir nur noch die nächsten winterlichen Tage hinter uns bringen – und dann wird Frühling sein!

Der erste gelockerte Lockdown Tag

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