Wir dürfen das Klima nicht aus den Augen verlieren

Diesmal Notstand in Texas

Vielleicht ist es langsam an der Zeit, da sich die sich die Impfsituation ein wenig zu entspannen scheint (hoffentlich!), sich wieder mit dem Klima zu befassen. Nach langer Zeit war es wieder einmal möglich auf den niederländischen Kanälen eiszulaufen, auch in Moskau konnte Langlauf praktiziert werden, selbst in Damaskus von wo sonst fast nur kriegerische Nachrichten kommen, hört man von Schnee.

Aber besonders hart hat es diesmal die USA, insbesondere Texas, betroffen. Dort herrscht – den Klimatabellen entsprechend – im Februar eine Durchschnittstemperatur von 17°. Nun ist es aber tagelang zu Temperaturen von knapp um -10° gekommen. Schnee und Eis verloren rasch ihren Neuigkeitswert, als es zu erheblichen Stromausfällen kam.

Es war nicht nur Texas betroffen, auch in Tennessee, Oklahoma und Kentucky kam es zu eisigen Wetterverhältnissen. Selbst das nördliche Mexiko war noch von dieser Kältewelle betroffen. Dort waren fast fünf Millionen Haushalte zeitweise ohne Strom, das Frieren von Pipelines habe zu einer Unterbrechung der Gaszufuhr geführt, hieß es. Zahlreiche Verkehrsunfälle waren überall die Konsequenz. Der südliche Bundesstaat Texas ist kein eisiges Winterwetter gewöhnt, der Schneesturm führte in Teilen des Landes zu Chaos. Der Schnee sei zwar schön anzuschauen, „aber gleichzeitig sehr gefährlich, weil die Leute nicht wissen, wie sie darauf fahren sollen“. Viele Autofahrer fahren zu schnell. Im Bundesstaat Texas waren mehr als 2,7 Millionen Menschen ohne Strom. Es kam zu rotierenden Abschaltungen von Teilen des Netzes, um einen kompletten Zusammenbruch der Versorgung zu verhindern.  US-Präsident Joe Biden hatte wegen des ungewöhnlichen Winterwetters eine Notstandserklärung für den Bundesstaat an der Grenze zu Mexiko genehmigt. Dadurch kann unter anderem zusätzliche Hilfe der Katastrophenschutzbehörde mobilisiert werden. Die Nationalgarde ist im Einsatz, um dabei zu helfen, frierende Menschen aus ihren Häusern in eines der 135 eingerichteten Wärmezentren zu bringen. Es sind rund 3300 Polizisten des Bundesstaats, knapp 600 Angehörige militärischer Einheiten, Allradfahrzeuge der Forstverwaltung und 700 Schneepflüge im Einsatz. Der Gouverneur forderte alle Menschen auf, ihre Häuser nach Möglichkeit nicht zu verlassen, um Unfälle zu vermeiden. Manche Texaner sind dennoch aus ihren Häusern geflohen und haben in Hotels übernachtet. Landesweit mussten hunderte Flüge gestrichen werden. Aber dadurch, dass der Strom ausgefallen war, blieben auch die Heizungen kalt, und das Wasser gefror in den Röhren.

Vielleicht ist dazu zu bemerken, dass ich diese Situation sehr gut aus der Nachkriegszeit in Wien kenne, ergänzend zu dieser Misere hatten wir noch keine verglasten Fenster, diese waren mit Brettern vernagelt, sehr wenig zu essen …

Viele Menschen in den betroffenen Regionen sind erschüttert – sie meinen in den USA zu leben, und nicht in irgendeinem Entwicklungs- oder gescheiterten Staat. Es wird befürchtet, dass diese Wettersituation dem Image der USA weiter abträglich sei, das bereits durch die Corona-Situation und die Angriffe auf das Kapitol am 6. Jänner erheblich gelitten habe.

Eine kurzfristige Lösung des Problems gibt es nicht. Manche texanischen Republikaner haben gleich die Schuld auf die vereisten Windräder geschoben und damit versucht, alternative Energie generell in Misskredit zu bringen. Aber Texas bezieht nur 10% seiner Energie aus Windrädern. Außerdem funktionieren Windräder auch in sehr kaltem Wetter, wiez.B.in Alaska, Grönland oder Sibirien. Diese sind allerdings etwas anders ausgestattet, als jene in Texas und daher beheizbar.

Ein weiteres Problem in Texas besteht darin, dass einfach kein Geld für derartige Situationen vorhanden ist (Prinzip: niedrige Steuern – „schlanke“ Verwaltung). Selbst die konventionellen Energiequellen wurden nie auf Winter Situationen eingestellt. Außerdem ist das texanische Netz nicht voll an die beiden nationalen Netzwerke angeschlossen. Damit will man staatliche Einsicht in die Energieverwaltung verhindern.

Außerdem ist es zu einem Investitionsabbau auf dem Energiesektor in den USA gekommen. Böse Zungen behaupten, dass der Energiesektor in den USA jenem in Venezuela gliche. Texas ist nicht der einzige Staat, in dem diese Probleme auftreten könnten.  Und man beginnt sich in de USA langsam zu fragen, was diesen Kälteeinbruch denn verursacht haben könnte? Vielleicht ist es die extreme Eisschmelze in der Arktis?  

Wissenschaftler sagen voraus, dass dies nicht die einzige Klimakatastrophe bleiben werde, mehr davon werden kommen. Es wird empfohlen bessere Vorkehrungen zu treffen – aber das ist bekanntlich nicht einfach.

Am wärmsten wird es laut Wetterdienst in Florida bleiben mit Temperaturen um die 27 Grad Celsius und Ausreißern nach oben, die über dem Normalwert für diese Jahreszeit liegen.

Wir dürfen das Klima nicht aus den Augen verlieren

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