Ein aufregendes Wochenende in der Fastenzeit

Heute früh fand ich, dass es kein guter Tag werden könne. Ich war müde, mein Rücken tat mir weh und ich schleppte mich mühsam herum, mein Blutdruck war wieder einmal niedrig und ein Wetterwechsel hatte stattgefunden. Ich hätt mir’s denken können: Vollmond ist auch!

Aber dann kam ein SMS mit der Ankündigung des Datums für meine Corona-Impfung und dann sah der Tag gleich besser aus. Zum Mittagessen machte ich mir ein Schnitzel (!) und trank ein Glas Wein dazu – schließlich muss man Feste feiern wie sie fallen – also auch die Bekanntgabe eines Termins ist heutzutage Anlass für ein Fest. Und das bietet ja eine ganze Reihe von Feiern an: die erste Impfung, die Verlautbarung der zweiten Impfung, die zweite Impfung.   Na, ich schätze das wird sich bis so gegen Ende April ausgehen – oder Anfang Mai. Auch recht. Na zum Geburtstag ist es nicht zu schaffen, aber vielleicht zum Hochzeitstag. Vielleicht kann ich da doch ein paar Leute einladen, die müssten sich „reintesten“ lassen und bis dahin wird man ja hoffentlich in Schanigärten schon gemeinsam – entsprechend abständlich – sitzen dürfen. Das große runde Geburtstagfest, das ich für voriges Jahr (runder Geburtstag) geplant hatte, getraue ich mich dennoch nicht vorzusehen. Ich hab‘ die Liste dafür durchgesehen, es sind zwar marginal weniger geworden – in meiner Alterskategorie verliert man laufend Freunde, aber der ein oder andere werden auch noch dazu kommen.

Gefeiert habe ich somit einmal heute – allerdings allein, ein bissel langweilig, aber besser als gar nichts, in dieser sonst ziemlich ereignislosen Zeit.

Und ich freue mich auf morgen, denn morgen kann ich mein Fasten unterbrechen. Mein Fasten ist eh sehr harmlos, ich versuche „Süßes“ (Schokoladiges, aber auch Kekse, Torten etc. zu meiden). Also überlege ich mir schon heute, was ich mir morgen so gönnen werde. Also eindeutig eine Torte zum Dessert nach dem Mittagessen, das könnte die herrlich geile Cremeschnitte werden, die etwas magerere Kardinalschnitte (aber nur wenn es die Kaffeevariante gibt), eine Esterhazy Torte oder vielleicht doch die Zitronentorte? Oder ein Moccakrapfen – den mein Mann so gerne gegessen hat und der früher Kaffeeindianer genannt worden war? Aber für diese schwere Entscheidung habe ich bis morgen zu Mittag Zeit. 

Und (ja ich erlaube mir auch ein und) ich werde mir auch etwas für eine Jause besorgen. Lust hätte ich auf ein Biskuit-Rolle, aber die wäre zu groß, dann bliebe etwas für die folgenden Tage übrig – und das ist ja nicht vorgesehen.

Ich bin ja nur froh, dass eine Biskuit-Rolle nicht der ursprünglichen Form dieses Backwerks entspricht. Denn bis ins 17. Jahrhundert bezeichnete Biskuit Schiffszwieback, ein Brot, das zur Haltbarmachung in Scheiben geschnitten und ein zweites Mal gebacken wurde, bis es trocken und mürbe war. Hierfür setzt sich später die Bezeichnung Zwieback durch. Erst dann begann man, die Teigmasse durch Eier, Zucker, Nüsse, Wein und Rosenwasser zu veredeln. Erst hundert Jahre später kam man auf die Idee, die Eier zu trennen und Eiweiß und Eigelb getrennt voneinander schaumig zu schlagen, hierauf den Eischnee unter das schaumige Eigelb zu mischen und anschließend das gesiebte Mehl unterzuheben. Und gefüllt muss die Rolle selbstverständlich mit Marillenmarmelade sein.  Übrigens – Biskuit gibt es nicht nur als Mehlspeis – sondern auch als Porzellan. Als Biskuitporzellan wird unglasiert gebranntes Porzellan von hohem Feldspat- und niedrigem Quarzgehalt bezeichnet. Wegen der fehlenden Glasur und verminderten Lichtreflexion gleicht es im Aussehen parischem Marmor. Daran liegt mir aber im Moment nicht gar so viel.

Dass es für einen Jause zu viel wäre, gilt ja leider auch für einen Wecken Erdäpfelbrot, genannt Kartoffelkäfer, nach dem mein Sinn ebenso steht. Und wenn ich schon keinen Kuchen für die Jause finde, könnte ich mir doch eine ganz kleine Bonbonniere gönnen, oder Trockenfrüchte, getunkt in Schokolade? Ein Geschäft, das derartiges in großer Vielfalt anbietet, liegt gleich um die Ecke von hier, meist kaufe ich hier nur Geschenke für Freunde.  Die zahlreichen Osterhasen und Ostereier in verschiedener Form gibt es ja schon lange in den Supermärkten, aber das stört mich, und daher denke ich auch nicht daran, das Zeug dort zu kaufen. Genauso wie bereits Pinzen beworben werden, die ich auch gerne esse, aber dann wirklich nur zu Ostern.

Aber Torte, Kuchen und/oder Schokolade gleichzeitig ist wahrhaftig zu viel – es gibt ja noch weitere Fastensonntage bis Ostern.

(Zum Glück habe ich mir kein Kaffee-Fasten verordnet)

Ein aufregendes Wochenende in der Fastenzeit

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