Wie könnte sich ein Internetausfall auswirken?

Derzeit: Fatal!

Heute früh habe ich über den Beginn unserer „Automatisierung“ geschrieben – unter dem Titel „Wo ist eigentlich unserer Freizeit geblieben?“ jetzt möchte ich darüber nachdenken, was denn geschähe, wenn uns z.B. das Netz abhandenkäme, das wir für die Verbindung all dieser schöne neuen Geräte benötigen.

Wir alle hängen direkt oder indirekt vom Internet ab. Aber nicht nur der Ausfall der Sozialen Medien würde die Menschen treffen. Wissen wir überhaupt, wofür das Internet eingesetzt wird?

Es gibt eine Reihe von Zukunftsromanen, in denen beschrieben wird, was so alles passieren würde, wenn der Strom ausfallen würde. Und es gibt auch staatlicherseits eine Reihe von Vorkehrungen, wenn dieser Ausfall droht – in Europa waren wir im vergangenen Monat knapp dran, aber die Situation konnte noch applaniert werden.

Aber ich bin nicht ganz sicher, ob bei einem Netzversagen, auch alle Backup System so klaglos funktionieren würden. Rund 90 Prozent der österreichischen Haushalte sind laut Statistik Austria mit einem Internetzugang ausgestattet. Welche Folgen ein langanhaltender und großflächiger Ausfall hätte, soll im Rahmen des Forschungsprojektes „Isidor“, das vom Institut für Produktionswirtschaft und Logistik an der Universität für Bodenkultur geleitet wird, untersucht und Pläne für ein staatliches Krisen- und Katastrophenschutzmanagement entwickelt werden.

Die Blackout-Notfallpläne könnten auch bei der Bewältigung eines Internetausfalls dienen, wie die Infrastrukturausstattung hierzulande aber konkret aussieht, welche Bereiche besonders betroffen und welche Maßnahmen geeignet wären, sollte dringend festgestellt werden.  Grundsätzlich ist das Internet dezentral und ausfallsicher konzipiert: Wenn ein Knoten in der Netzstruktur wegfällt, können die Informationen über andere Knoten übertragen werden. Experten zufolge gibt es aber auch einige wenige neuralgische Punkte. Bringen potentielle Angreifer diese zum Erliegen, wäre das Internet großflächig betroffen.

Wir alle wissen, dass es zu sehr gefinkelten Cyberattacken auf Behörden kommt und überall kommen kann. Das öffentliche Leben wäre dadurch stark eingeschränkt und könnte sehr eingeschränkt werden. Durch die Digitalisierungsprozesse der vergangenen Jahrzehnte ist eine große Abhängigkeit entstanden. Zahlreiche Prozesse laufen heute über das Internet ab. Gleichzeitig hat man wenig Erfahrung mit Versorgungsunterbrechungen in einem Betrieb, der normalerweise verlässlich funktioniert. Aus Kostengründen nutzen viele Firmen auch Cloud-Services, auf welche mehrere Niederlassungen zugreifen können. Dabei stellt sich nicht nur die Frage nach Datenschutz oder Industriespionage, sondern auch nach dem, was noch funktioniert, wenn man nicht mehr darauf zugreifen kann. Dauert ein großflächiger Internetausfall länger als 3 Tage, stellt sich auch die Frage der Logistik. In vielen Bereichen ist die Lagerhaltung reduziert, weil sie hohe Kosten verursacht. Produziert wird „just-in-time“ und Güter werden bei Bedarf geliefert. Da die Koordination internetbasiert ist, könnten so Versorgungsgüter wegfallen. Wir merken beispielsweise schon jetzt, dass die just-in-time Versorgung durch die Corona-Sperren sehr problematisch geworden ist.

Auch die Trinkwasserversorgung ist internetbasiert und könnte vorübergehend ausfallen. Laut einem Bericht der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach kann die Steuerung der Trinkwasseranlagen im Notfall aber auf eine vom Internet unabhängige Fernsteuerung umgestellt werden. Stocken würde auch der Verkehr, zumal die Ampelsteuerung über das Internet geregelt wird. Auch Geldautomaten würden ausfallen. Welche die dringendsten infrastrukturellen Probleme wären und wie gut Betreiber kritischer Infrastrukturen auf solch eine Krise vorbereitet sind, wird aber erst erforscht.  Ich glaube kaum, dass wir noch mit unseren Karten bezahlen könnten. Bei abgeschafftem Bargeld wäre derartige wirklich fatal!

Krankenhäuser sind auf Infrastrukturausfälle vorbereitet. Sie kommen auch ohne externe Computernetzwerk aus – die stationäre Behandlung kann aufrechterhalten werden.

Mir scheint, dass eine Analyse der Abhängigkeiten dringend notwendig wäre – die Menschen auf die Bedrohung vorzubereiten wären und backup-Lösungen rasch gesucht werden sollte.

Wie könnte sich ein Internetausfall auswirken?

2 Gedanken zu “Wie könnte sich ein Internetausfall auswirken?

  1. Nicht zu vergessen: Die meisten Telefonanschlüsse (auch beim sogenannten Festnetz) sind heute VoIP-Anschlüsse (Voice over IP, also Sprachübermittlung per Internet[-Protokoll]) – ohne Internet kann also i. d. R. auch nicht mehr telefoniert werden …

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