Beitrag zur Diskussion „temporäre Schanigärten“,

z. B. im Stadtpark – und auch in anderen Bezirken

Jetzt möchte ich schon ein paar „praktische“ Gedanken einbringen – zur Diskussion um die Pop-up-Schanigärten in den Parks – insbesondere im Stadtparkt. Also Pop-up sagt man nicht dazu – obwohl sie das sein sollen (nämlich temporär), denn das war ein Kennzeichen grüner Projekte – und Grün ist nicht mehr in der Stadtregierung vertreten.

Es gibt leider viele Gründe für und auch viele Gründe gegen diese temporären Schanigärten. Ich bin grundsätzlich dagegen, dass man öffentliche Erholungsflächen „verbaut“, konkret wahrscheinlich verhüttelt. Und grad im Stadtpark gibt es ja Lokale, jetzt abgesehen vom Kursalon, gibt es auch noch einen Heurigen (Biergartl im Stadtpark). Und auf der anderen Seite des Wienflusses steht noch das Steirereck mit der wunderbaren Meierei zur Verfügung.

Ich verstehe selbstverständlich, dass sich jene Lokale benachteiligt fühlen, die keinen Schanigarten haben, wenn die anderen mit Schanigarten aufsperren dürfen.  Einen Zeitpunkt für diese Lösung gibt es ja ohnedies noch nicht, genauso wenig wie die übrigen Bedingungen (z.B. 48-Stunden Test, Sperrstunde um 8 etc.).  Wenn ich heute die Äußerungen vom großen Corona-Papst Drosten lese, schaut’s ohnedies recht düster für Zusammenkünfte in nächster Zeit aus.

Und außerdem überlege ich mir, wie denn die Infrastruktur aussehen könnte. Natürlich wird man Strom für diese „Schani-Hütteln“ brauchen – also Kabel quer durch den Stadtpark? Und wenn dann Strom vorhanden ist, kann eine Kaffeemaschine betrieben werden. Aber richtig Kochen? Also jene, die sich auf ein knuspriges Schnitzel freuen, könnten enttäuscht werden, denn Speisen könnte es dort nur aus der Microwelle geben. Und wenn ich schon in einem Schanigarten sitze, möchte ich schon aus einer Tasse/einem Glas trinken und nicht aus einem Pappbecher, und möchte von einem Teller mit Besteck essen – und nicht aus einem Pappendeckelgschirrl mit Plastikbesteck. Dazu würde der temporäre Wirt aber nun eine relativ große Geschirrwaschmaschine benötigen. Aber natürlich braucht er weitere Geräte – z.B. zum Kühlen (einen großen Kühlschrank), zum Milchschaum- bzw. Schlagobers-Erzeugen, denn wir wollen sowohl Eiskaffee als auch Cappuccino trinken können … Und das soll jeweils für einen Monat aufgebaut werden, denn dann kommt ja spätestens der nächste Wirt dran?

Und sitzen wollen wir selbstverständlich auch bequem, in diesen temporären Schanigärten. Naja, und die Sonnenschirme, die dürfen doch auch nicht fehlen, im Sommer ist es doch heiß und die Sonne brennt herunter. Und diese Möbel müssen ja nicht nur angeschafft, sondern auch nächtlich oder bei eventuellem Regen verstaut werden. Und grad der Stadtpark ist nächtens offen (im Gegensatz zu den Bundesgärten). Also: diese Hütteln werden ganz schön groß sein müssen, um dies alles unterzubringen und zu sichern.  

Ich bin ja kein Unternehmer, aber all das eventuell für einen Monat Schanigarten im Sommer anzuschaffen, wobei der Betrieb wettermäßig auch starken Schwankungen unterworfen sein kann, würde ich mir – bei Knappheit liquider Mittel in dieser Branche – wie sie ja derzeit herrscht, sehr genau überlegen. Ob das für den Einzelnen wirtschaftlich sein kann? Es sei denn, die Stadt stellt diese Infrastruktur mehr oder minder gratis zur Verfügung?

Mir würden ja vermehrte „Kaffeewagerln“, wie sie ja z.B.am Karlsplatz und eben auch im Stadtpark derzeit schon zu finden sind, durchaus genügen.

Als ich noch ein Kind war, gab es z.B. im Votiv-Park, wie er damals hieß (heute Siegmund-Freud-Park), aber auch im Türkenschanzpark eine so genannte Milchtrinkhalle. Und im Volksgarten gibt es noch immer meine sehr geliebte Meierei. Schon in meiner Studentenzeit bin ich dort gesessen, und als Mahlzeit diente ein Glas saure Milch und ein Butterbrot mit Schnittlauch.

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